„Haben eine gute Mischung“

Dieses Thema im Forum "Profis" wurde erstellt von Herr Bert, 6. Oktober 2020.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Wie beeinflusst Corona die Arbeit auf dem Transfermarkt? Wie läuft ein Transfer eigentlich ab? Und wie lautete das Fazit der Transferphase aus VfL-Sicht? Diese und weitere Fragen beantwortet Geschäftsführer Sport Sebastian Schindzielorz im Interview.

    Hallo Sesi, das Transferfenster ist seit gestern Abend geschlossen. Der VfL hat sich noch einmal verstärkt. Was zeichnet Erhan Mašović als Spieler aus?

    Erhan ist noch ein sehr junger Spieler mit viel Entwicklungspotenzial. Er hat in seinem Heimatland Serbien alle Nationalmannschaften durchlaufen und ist sehr gut ausgebildet. Er kann in der Defensive variabel eingesetzt werden. Ansonsten ist er ein guter, ruhiger Typ, der die Mannschaft – hoffentlich zeitnah – verstärken wird.

    Insgesamt durfte der VfL sechs neue Gesichter an der Castroper Straße begrüßen. Zudem wurde Vasileios Lampropoulos nach seiner Leihe fest verpflichtet und Eigengewächs Lars Holtkamp mit einem Profivertrag ausgestattet. Wie bewertest du diese, doch sehr lange, Transferphase?

    Die Transferphase war wirklich sehr lang und auch die Zeit davor war sehr speziell aufgrund des Lockdowns und des Sonderspielbetriebs. Für uns war wichtig, dass wir Kontinuität an den Tag legen und die Stabilität, die wir während der Zeit des Sonderspielbetriebs hatten auch in die kommende Saison bringen. Dafür waren Danilo Soares und Vasileios Lampropoulos sehr wichtig für uns. Darüber hinaus wollten wir natürlich auch neue Reizpunkte setzen und uns auf anderen Positionen umschauen. Alles in allem haben wir eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern, jungen Spielern, Spielern aus dem eigenen Stall und Jungs, die vorwärts wollen. Jetzt wollen wir zusehen, dass wir eine gute Runde spielen.

    Wie hat sich deine Arbeit in Bezug auf Transfers aufgrund der Corona-Pandemie verändert?

    Es ist natürlich schon anders geworden. Insbesondere die letzten Live-Sichtungen, die man gerne noch vor Ort macht, um noch einen Eindruck von dem Spieler zu gewinnen, sind weggefallen, weil die Partien oft ohne Zuschauer stattgefunden haben. Auch Termine, die man sonst persönlich mit Spielern oder Beratern macht, mussten teilweise via Video stattfinden. Doch es ist für alle nicht leicht aktuell, deshalb muss man sich auch dieser Situation stellen. Man muss neue Wege finden und das ist uns, finde ich, gut gelungen.

    Kannst du uns einen kleinen Blick hinter die Kulissen geben: Wie läuft ein Transfer ab?

    Dieses Paradebeispiel für einen Transfer, den gibt es nicht. Es sind immer unterschiedliche Situationen, die auf einen zukommen. Im Großen und Ganzen kann man zusammenfassen, dass es immer um den Spieler geht. Es ist aber auch immer ein Berater sowie der abgebende Klub dabei, sodass man viele Dinge unter einen Hut bringen muss. Es ist wichtig, zügig einen Draht zum Spieler aufzubauen, um zu sehen, wie er tickt und wie es passen könnte. Passt er zum Klub? Passt er zur Stadt? Passt er zur Fußballphilosophie? Und dann sind da natürlich noch die wirtschaftlichen Dinge, die mit dem Berater und dem abgebenden Klub geregelt werden müssen. Transfers sind ein sehr komplexes Thema mit vielen Facetten. Es ist sehr spannend und dynamisch und stellte einen jeden Tag vor neue Herausforderungen.

    Gerrit Holtmann hat uns erzählt, dass er sehr beeindruckt von dem Gespräch mit dir und Thomas Reis war. Zitat: „Wir haben über die Spielphilosophie gesprochen und den VfL im Allgemeinen. Danach musste ich nicht lange überlegen: Ich wusste, dass ich beim VfL spielen will.“ Läuft das bei jedem Spieler so ab? Und wie versucht ihr potenziellen Neuzugängen den VfL näherzubringen?

    Wir versuchen immer möglichst schnell in ein Gespräch mit dem Spieler zu kommen. Aus Trainersicht geht es dann immer um die Spielphilosophie, die Positionierung, wie und wo er den Spieler sieht. Man versucht zu erklären, welche fußballerischen Dinge wichtig sind. Und was dazu kommt – das haben Patrick Fabian und ich in dem Gespräch mit Gerrit versucht – ist, auch die DNA des Klubs zu beschreiben. Wir versuchen zu erklären, wie die Stadt ist und die Leute hier ticken. Gerrit hat es schön formuliert, es freut mich, dass es so geklappt hat.

    Kommt die Länderspielpause zum jetzigen Zeitpunkt besonders gelegen, damit sich die Mannschaft – mit Ausnahme der Nationalspieler – kennenlernen und einspielen kann?

    Es ist immer gut, wenn man Trainingszeiten hat, die Gruppe zusammenwachsen kann und der Trainer kann auf einzelne Dinge einwirken kann. Wir haben nun auch die Eindrücke aus den ersten Spielen und haben gesehen, was gut funktioniert und wo wir den Hebel noch ansetzen müssen, sodass auch das Testspiele am Freitag gegen Arminia Bielefeld wichtig sein wird für die Jungs, die noch nicht so viel auf dem Platz standen, um in den Rhythmus zu finden. Natürlich hätten wir auch gern weitergespielt, weil wir bislang noch ungeschlagen sind in der aktuellen Saison. Wir hatten vier Pflichtspiele, die wir alle nicht verloren haben – das ist schon mal gut. Doch wir haben auch gesehen, dass hier und da noch Sand im Getriebe ist. Das ist ganz normal zum Saisonbeginn. Jetzt versuchen wir die Zeit so gut es geht zu nutzen, um dann in Braunschweig drei Punkte zu holen.

  2. Unsereheimatb24

    Unsereheimatb24 unserVfL.de User

    dieses Interview meinte ich. wirkt sehr viel professioneller und souveräner als noch zu Anfang
  3. Hoffi65

    Hoffi65 unserVfL.de User

    Aus dem am Anfang ständig kritisierten 'Lehrling' ist ein echter Macher geworden. Das sollte die Meckerköppe langsam ruhiger werden lassen. Ist ja schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und man sollte nie vergessen, wie er an den Job gekommen ist. War für ihn sicherlich auch relativ kaltes und tiefes Wasser.
    Von mir bekommt er, nicht nur für dieses Interview, ein klares :smilie_op_014:
  4. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Im Gegensatz zu einigen seiner Vorgänger hat er bislang noch keinen derben Flop gelandet. Das wird irgendwann auch einmal passieren und sich kaum vermeiden lassen. Beeindruckend aber, wie die Abgänge von Stammspielern kompensiert wurden. Mal sehen, wie sich die neuen in diesem Jahr schlagen. Bislang haben sie ja erst nur eine gute Presse und selbst kaum zeigen können, was sie drauf haben.

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