Blick zurück: Rückrunde der U17 - getrübte Wahrnehmung einer starken Saison

Dieses Thema im Forum "VfL - TALENTWERK" wurde erstellt von Herr Bert, 21. Juli 2019.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Wie die U19 verbrachte auch die U17 des VfL Bochum 1848 die Winterpause auf Position vier der B-Junioren Bundesliga West – eine starke Sache. Am Ende konnte die Mannschaft von Chefcoach David Siebers diese Position nicht ganz halten, was auch dem hammerharten Auftaktprogramm ins Jahr 2019 geschuldet war. Am letzten Spieltag wurde dem VfL sogar noch der fünfte Rang vor der Nase weggeschnappt. Noch dramatischer lief es im Finale des Westfalenpokals gegen Arminia Bielefeld: Zunächst verschlief die Truppe den ersten Durchgang komplett, mit dem 0:3 kurz nach Wiederbeginn schien die Messe gelesen… doch nicht mit Siebers‘ Jungs, die eins im Laufe der Saison immer wieder bewiesen hatten. Und zwar, dass sie Rückschläge verkraften können und das Aufgeben nicht in Frage kommt. Die Elfmeter-Lotterie verlief dann jedoch nicht zugunsten der Blau-Weißen, so trübt ein doppelt bitterer Saisonabschluss die Wahrnehmung einer tollen Leistung.

    Nach 16 Spielen, die noch im Jahr 2018 absolviert wurden, stand für die U17 des VfL mit acht Siegen, fünf Remis und nur drei Niederlagen eine ansehnliche Bilanz zu Buche. Lediglich ein paar weniger Remis, insbesondere gegen Teams aus unteren Tabellengefilden, hätten es laut Trainer Siebers durchaus sein können. Auf der anderen Seite gelangen aber auch Siege gegen absolute Top-Gegner wie Borussia Mönchengladbach oder den späteren Deutschen Meister 1. FC Köln. Genau gegen diese beiden Kontrahenten und obendrein gegen Borussia Dortmund ging es dann auch zum Auftakt der Rückserie – leider ohne jeglichen Punktgewinn.

    Gegen die Geißböcke gab es trotz Führung ein 1:4, gegen Dortmund ein 0:2 und gegen die Fohlen ein 0:3, obwohl Siebers` Jungs mehrfach drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen. So erkannte der Coach dennoch an: „Gegen solche Kaliber zu starten, ist natürlich nicht einfach. Trotz dreier Niederlagen war nur eine von sechs Halbzeiten schlecht, die zweite gegen Köln. Ansonsten haben wir viel Positives erkennen können und dann darauf den Scheinwerfer gelegt. So konnten wir nichtsdestotrotz Selbstvertrauen aus den Leistungen ziehen, wobei das Spiel gegen Gladbach, insbesondere mit Ball, eins der besten Saisonspiele war. Das ist uns gelungen, wir sind danach gleich wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt.“

    Mannschaft verarbeitet Schocks zum Auftakt

    Und als wären die drei Niederlagen nicht schon schlimm genug, ereilte die Mannschaft eine weitere Hiobsbotschaft: Trainer Siebers verletzte sich zwischen den Partien gegen die beiden Borussias schwer am Knie und konnte mit einem Kreuzbandriss eine Weile nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen. Siebers konnte glücklicherweise auf seine Co-Trainer Maximilian Kögel und Niklas Mieberg, die beide in der Saison 2019/20 erstmals als Cheftrainer eigene Teams übernehmen (Kögel U12 und Mieberg U13) setzen: „Die beiden haben mich überragend unterstützt, meine Abstinenz toll aufgefangen und mir mit noch mehr Engagement auf dem Platz viel Arbeit abgenommen. Ihnen gebührt dafür großer Dank.“

    Die Schocker waren somit rasch verdaut, das Team nahm die positiven Eindrücke aus dem Topspiel-Triple mit und belohnte sich mit drei deutlichen Siegen gegen Rot-Weiss Essen (3:0), Arminia Bielefeld (4:1) und im Achtelfinale des Westfalenpokals gegen den SV Horst-Emscher (7:0). Besonders die Abwehr überzeugte in diesem Zeitraum, was sich auch in den folgenden Spielen gegen den MSV Duisburg (0:0), Bayer 04 Leverkusen (1:1) sowie den Pokalspielen gegen den FC Schalke 04 (4:2 n.E.) im Viertelfinale und den SC Verl (2:0) im Halbfinale fortsetzte, und kassierte in diesem Zeitraum kein Gegentor aus dem Spiel heraus. „Wir sind nach den Rückschlägen ruhig geblieben und dafür mit Top-Leistungen belohnt worden, waren fortan sehr, sehr schwer zu schlagen. Gerade gegen Schalke, wo wir viele Ausfälle zu verzeichnen hatten, war es richtig stark und ein verdientes Weiterkommen“, blickt Siebers stolz auf diese Phase des Erfolgs zurück.

    Ein bitteres, aber lehrreiches, Ende

    In den letzten drei Ligaspielen und dem Finale im Westfalenpokal sollte diese vielversprechende Ausgangsposition genutzt werden und das Maximum erreicht werden – sprich, Platz fünf und die Trophäe. Bekanntlich blieben Siebers und seinen Jungs diese Wünsche aus fast schon tragischen Gründen verwehrt. Im Pokalfinale kam der VfL gegen griffige Bielefelder ganz schwer in die Partie, kurz nach der Pause gingen die Ostwestfalen mit 3:0 in Führung und hatten mehr als eine Hand schon am Pokal. Doch Siebers‘ Jungs kamen zurück – und wie. Tolga Özdemir verkürzte kurz nach dem dritten Gegentreffer auf 1:3 und brachte den Glauben zurück. Fynn Gedaschke und erneut Özdemir egalisierten den Rückstand dann per Doppelschlag, alles war wieder offen und der VfL drauf und dran, die Partie unter den Augen von Talentwerk-Musterschüler und Nationalspieler Leon Goretzka vollends umzubiegen – die Entscheidung musste aber letzten Endes aus elf Metern fallen, das glücklichere Ende der Lotterie hatte dann die Arminia für sich.

    Siebers fühlte mit seinen Jungs: „Das hat natürlich geschmerzt, schmälert aber die Leistung der Gesamtsaison, genau wie das letzte Spiel in der Liga, nicht. Auch wenn wir da zwei große Möglichkeiten ungenutzt gelassen haben. Ich fand es eher beeindruckend, wie sich meine Mannschaft nur wenige Tage nach dem anstrengenden Finale im letzten Ligaspiel gegen Schalke präsentiert hat.“

    Nach einem Remis gegen Düsseldorf (1:1) und einem Sieg gegen Preußen Münster (2:1, nach desolater erster Halbzeit mit Kraftakt gedreht) hatten es Siebers und Co. im abschließenden Spiel bei S04 selbst in der Hand, Rang fünf bei einem Remis zu behaupten. Mit schweren Beinen aus 100 Minuten Pokalfight gelang es dennoch, den Rückstand wenige Minuten vor dem Ende zu egalisieren, nur um dann doch noch das 1:2 zu kassieren – nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der in der Entstehung ein offensichtliches Foulspiel übersehen hatte.

    Deshalb bewertet Siebers die Spielzeit auch als eine gelungene: „So bitter es am Ende auch war, im Kopf bleibt eine tolle Saison, in der die Spieler eine sehr positive Entwicklung genommen haben. Ein paar Remis haben uns zu viele Zähler und so eine Platzierung in den Top Fünf gekostet. Wir haben aber auch, außer gegen eben jene Top Fünf, kein einziges Spiel gegen Mannschaften hinter uns verloren. Da waren wir sehr stabil. Vielleicht wirken die negativen Erfahrungen zum Ende auch als Motivation und Antrieb für ihre Aufgaben in neuen Mannschaften.“ Gleich 13 Jungs rücken als Jungjahrgänge in die U19 auf (zudem verbleibt Tjark Ernst in der U17), was auch ein Zeichen der guten Arbeit von Siebers und Co. ist.

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