Jens Fricke. Pressesprecher, Medienverantwortlicher und Leiter der Kommunikationsabteilung.

Dieses Thema im Forum "unserVfL.de im Gespräch mit..." wurde erstellt von Herr Bert, 23. September 2020.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Liebe Freunde,
    nach langer Zeit haben wir mal wieder ein Interview geführt. Dieses Mal, coronabedingt, leider nur schriftlich. Trotzdem ist das Ergebnis durchaus interessant und informativ.
    Wir danken Jens Fricke für seine informativen, ausführlichen und ehrlichen Antworten.


    Hallo Jens, wir hätten da mal ein paar Fragen:

    Wie bzw. wann bist Du zum VfL gekommen, und was hast Du vorher gemacht?

    Jens Fricke:
    Die erste Frage ließe sich im abgewandelten Legat´schen Sinne beantworten: Zumeist mit dem Auto, ab und zu mit dem Fahrrad oder ÖPNV. Damit wäre das „Wie“ aber für euch wahrscheinlich nur unzureichend abgedeckt. Deshalb: Meiner Erinnerung nach muss ich das erste Mal Mitte der 70er-Jahre „anne Castroper“ gewesen sein, abgespeichert – aber durch keine Quelle verifiziert – ist ein Heimspiel gegen Tennis Borussia Berlin. Eine Partie für Bundesliga-Romantiker.

    Anfangs war ich also Fan (und bin es natürlich immer noch), später wurde ich Dauerkarteninhaber. Vereinsmitglied bin ich seit dem Jahr, in dem ich das erste Mal für den VfL gearbeitet habe, seit 2004. Damals war ich freier Redakteur des Vereinsmagazins „Mein VfL“, das in dem Jahr mit einer neuen Redaktion bestückt wurde und somit den echten VfL-Touch erhielt. Vorher war eine Agentur damit beauftragt, die auch die Stadionmagazine in Duisburg, Essen oder Leverkusen produzierte. Zu jenem Zeitpunkt war ich hauptberuflich als Lehrer angestellt. Zuvor war ich Kinomanager, u.a. vom damaligen IMAX, in unmittelbarer Nachbarschaft zum VfL, sowie Autor und Journalist. Seit 2006 bin ich hauptberuflich beim VfL angestellt, seit 2014 Pressesprecher, Medienverantwortlicher und Leiter der Kommunikationsabteilung.

    War es Dein berufliches Ziel, Pressesprecher speziell beim VfL zu werden, oder ist der Verein, für den Du arbeitest, dir eigentlich „egal“?


    Jens Fricke: Ursprünglich wollte ich Journalist werden. Sportjournalismus war ein Fernziel. Durch diverse Praktika, u.a. bei der WAZ in Bochum sowie bei „ran“ auf Sat.1 – die damals als TV-Rechteinhaber auch ein Studio in Dortmund hatten, unter der Leitung von Werner Hansch – konnte ich sowohl in den journalistischen Beruf als auch speziell in die Sportsparte hineinschnuppern. Die ersten Artikel, zumeist Filmrezensionen, habe ich dann für ein Filmfachjournal sowie ein Bochumer Stadtmagazin geschrieben. Nach erfolgreicher Beendigung des Studiums – Magister in Germanistik und Politikwissenschaften – habe ich dann ein paar Jahre als Autor, Lektor und Journalist für einen Kölner Verlag gearbeitet. Der Verlag ging insolvent – es lag ausdrücklich nicht an mir! –, sodass ich gezwungen war, mir ein neues Betätigungsfeld zu suchen. Als sich nichts im Bereich Medien ergab, bin ich Lehrer in einem speziellen sozialen Programm geworden – Quereinsteiger gab es auch damals schon. Christian Gruber, der erste hauptamtliche Pressesprecher des VfL, hat mich dann als Redakteur „anne Castroper“ gelotst.

    Warst Du vor Deiner beruflichen Tätigkeit beim VfL schon VfL-Fan?

    Jens Fricke: Ich bin Jahrgang 1969, was sich ein wenig auf mein Fanverhalten und kindliche Fußballvorlieben ausgewirkt hat. Denn, heutzutage undenkbar, die damalige televisionäre Fußballgrundversorgung beschränkte sich auf wenige Spiele in der samstäglichen Zusammenfassung in der ARD-Sportschau oder dem ZDF-Sportstudio. Der VfL war aufgrund dieses Sendeschemas nicht jede Woche zu sehen, was wohl zur Folge hatte, dass mein erster Fußballheld Allan Simonsen hieß und im falschen VfL-Trikot steckte, nämlich in dem der Borussia aus Mönchengladbach. Auch mein erstes Fußball-Jersey war somit eins der „Fohlen“. Ein dunkler Fleck in der Vita, ich weiß. Es folgte ein HSV-Intermezzo wegen Kevin Keegan, damit sind wir schon im Jahr 1977. Spätestens ab 1978 war ich aber bedingungsloser VfLer, was zu großen Teilen Jochen Abel zu verdanken ist. Dessen Trikot mit einer aufgebügelten, samtenen Rückennummer und mit OSBORNE-Schriftzug auf der Brust war mein erstes richtiges – das Gladbacher war eher ein Sweatshirt-Replika. Als Reminiszenz an die großartige 78er-Saison hängt das Mannschaftsbild, ein „Erbstück“ aus der Ausstellung „100 Jahre anne Castroper“, in unserem Pressebüro. Zusammen mit einem Bild aus dem Trabzon-Heimspiel, unserem ersten UEFA-Cup-Spiel im Ruhrstadion. Für mich das beste VfL-Spiel ever – bis jetzt…

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    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2020
  2. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Wie war es, den durchaus beliebten Christian Schönhals zu beerben?


    Jens Fricke: In allererster Linie kein Spaß, denn mit dem Auslaufen seines Vertrages gingen weitere Kosteneinsparungen einher. Unter seiner Regie bestand die Redaktion aus zehn Mitarbeitern, inklusive freier Redakteure, Volontär und Praktikanten. Kaum war ich im Amt, wurde die Presseabteilung auf drei Angestellte und einen Praktikanten eingedampft. Außer mir waren also noch zwei Redakteure da. Einer verließ uns noch im Spätsommer, weil ihm trotz meines Drängens bei auslaufendem Vertrag kein adäquates Angebot vorgelegt wurde. Somit blieben also nur unser VfL-TV-Redakteur, der sich hauptsächlich um die gestiegenen Anforderungen im Social-Media-Bereich kümmerte, und ich übrig. Zudem mussten wir uns der Herausforderung stellen, dass – ebenfalls aus Kostengründen – das Hochglanzmagazin „Mein VfL“ eingestellt wurde und auf meinen Vorschlag hin durch eine Stadionzeitung ersetzt werden sollte. Ich habe mich dann für die Renaissance des „VfL-Echo“ eingesetzt, der ersten Stadionzeitung des VfL überhaupt, die in den 60er-Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Mit der Dreier-Konstellation – Pressesprecher, TV-Redakteur, Praktikant – haben wir unseren Job bis zur Winterpause tadellos erledigt, auch wenn die Tage lang und länger wurden. Redaktionsschluss weit nach Mitternacht war keine Seltenheit. Im Winter 2014 wurde dann Peter Neururer durch Gertjan Verbeek abgelöst. Das anschließende Trainingslager in Spanien war mein erstes mit dem VfL im Ausland, das gleiche galt für den TV-Redakteur. Entsprechend groß war die Vorfreude bei uns. Doch gleich am ersten Tag des Trainingslagers war ich meinen „Co-Piloten“ los, der vom Neu-Coach als Videoanalyst akquiriert wurde. Fortan war das dessen Hauptjob, in dem er sich auch wiederfand, sodass ich eine Weile quasi als Ein-Mann-Pressebetrieb fungieren musste. Und es blieb anspruchsvoll, beispielsweise durfte ich im darauf folgenden Sommer mehr oder weniger eigenständig den ebenso unvorhergesehenen wie raschen Umzug des nach FIFA-Vorgaben angelegten Medienzentrums in den alten Presseraum aus Bundesligazeiten planen und begleiten. Urlaub wird halt überbewertet… Das hat sich inzwischen aber alles normalisiert. Wir haben eine hervorragend funktionierende Pressestelle und eine zahlenmäßig gleich besetzte Content-Abteilung, die originelle Ideen entwickelt und einen speziellen VfL-Sound drauf hat.


    Wie hat sich Deine Arbeit unter Corona-Bedingungen verändert, auch hinsichtlich des Tagesablaufs?

    Jens Fricke: Die erste Zeit war – wie vermutlich für alle – eine echte Herausforderung. Anfangs wusste man ja noch nicht mal, ob sich alle würden ins Home-Office begeben müssen oder ob das öffentliche Leben komplett zum Erliegen käme. Sicherheitshalber habe ich mir einen Passierschein ausstellen lassen, als entsprechende Gerüchte aufkamen, dass man so etwas benötigen würde. Es kam dann glücklicherweise anders. Aber die meisten aus der VfL-Belegschaft wurden nach Hause geschickt, der Geschäftsstellenbetrieb wurde während des Lockdowns auf ein personelles Minimum reduziert. Das war schon schwer gewöhnungsbedürftig, sich in einem riesigen Gebäude aufzuhalten und im Prinzip als einziger auf der Etage zu sein. Geschäftsführung und Geschäftsleitung waren natürlich täglich an Bord und informierten über die neuesten Entwicklungen. Sie haben im Zusammenspiel mit dem Präsidium das VfL-Schiff auf Kurs gehalten, ruhig, umsichtig und professionell. Die Mannschaft hat dann ja auch ihren Teil dazu beigetragen. Der Re-Start und jetzt das erste Heimspiel vor Zuschauern waren natürlich auch unter Mediengesichtspunkten echte Herausforderungen, etwas Vergleichbares hat es ja zuvor nicht gegeben. Aber der VfL hat in allen Belangen überzeugt, sowohl bei der Umsetzung des Hygienekonzepts im Sonderspielbetrieb 1.0 als auch nun, bei Spielen mit der Teilzulassung von Zuschauern. Das alles zu planen und umzusetzen ist sehr, sehr komplex und zeitintensiv. Großes Lob übrigens an die Fans, die sich verständnisvoll gezeigt haben und sich größtenteils an die Spielregeln hielten.

    Wann erfährst Du ob ein neuer Spieler in der Pipeline ist und wann, wer es ist?

    Jens Fricke: Hoffentlich rechtzeitig… Scherz beiseite: In der Regel informiert uns – und damit meine ich die Content-Jungs und meine Kollegin und/oder mich – Sebastian Schindzielorz mit etwas Vorlauf über die bevorstehenden Transfers. Für den Content gilt es, kreative Ideen für die Präsentation zu entwickeln. Für uns aus der Presseabteilung bedeutet es, Hintergründe und Fakten zum Spieler zu recherchieren und Zitate abzustimmen, um den Versand der Pressemitteilung in die Wege zu leiten.

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    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2020
  3. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Welche Journalisten (oder die dahinterstehenden Medien) magst Du, welche eher nicht, und was war Dein schlimmster Fauxpas?


    Jens Fricke: Achtung, Fangfrage! Bei der Medienarbeit kommt es auf Professionalität an, nicht auf Vorlieben. Entsprechend gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Medien und den jeweiligen Bedürfnissen. Das Fernsehen möchte etwas anderes als der Hörfunk und die Vollredaktion innerorts hat andere Interessen als die Hobby-Blogger. Wir versuchen immer, es optimal zu gestalten. Gerade in Corona-Zeiten ist es für die Journalisten schwierig, Zugang zu bekommen. Zumal sie vorher hier in Bochum – und ich kenne Vergleichswerte von den Kollegen aus der Bundesliga und 2. Bundesliga – nahezu paradiesische Zustände vorgefunden haben, was öffentliche Trainings und den Kontakt zu Spielern, Trainern und Funktionären angeht. Da müssen wir versuchen, trotz Auflagen seitens der DFL oder der Gesundheitsbehörden in puncto Hygienekonzepte, bestmögliche Wege zu finden, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Und diese Lösungen haben wir bislang immer gefunden. Natürlich bedeutet es auch für die Journalisten eine Umstellung in der Arbeitsweise, an die sich der eine schneller, der andere etwas langsamer gewöhnt. Was den schlimmsten persönlichen Fauxpas angeht: Die goldene Kommunikationsregel lautet, dass ich mich an nichts dergleichen erinnern kann.

    Hast Du selbst aktiv Fußball gespielt, wenn ja wo und in welcher Spielklasse?

    Jens Fricke: Mein Urgroßvater gehörte zu den Gründern von Rot-Weiß Stiepel 04, insofern ist es naheliegend, dass ich auch da meine fußballerische Karriere begonnen und beendet habe. Kleiner Schönheitsfehler: Begonnen habe ich sie mit 26 und beendet mit 28 Jahren. Ersteres erklärt wohl, warum aus der Profikarriere nichts wurde. Ich wollte immer in einen Fußballverein, meine Eltern haben sich – vermutlich im Bewusstsein, dass dadurch die Wochenendruhe nebst Freizeitgestaltung empfindlich gestört würde – vehement dagegen gesträubt. Dabei habe ich von Klein auf bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit meinem älteren Cousin im Garten gepöhlt – egal, an welchem Wochentag und bei was für einem Wetter, stundenlang. Mein Vater hatte extra zwei Tore anfertigen lassen, auf die wir gespielt haben. Obstbäume dienten entweder als Gegen- oder Mitspieler. So war ich sowohl als Torwart als auch als Feldspieler geschult. Im Teenager-Alter, schon am Gymnasium, haben wir dann in jeder Pause auf dem Schulhof gespielt. Diverse meiner Mitschüler kickten bei Weitmar 09, die Roomersheide war von zuhause genauso weit entfernt wie der Sportplatz in Stiepel. Also – Vereinsgründer-Nachkomme hin oder her – bin ich zum Stiepeler Lokalrivalen, zum Probetraining. Bereits nach der ersten Einheit wollte mich der Coach für sein Team haben. Dumm nur, dass parallel dazu mal wieder eine Fünf in Mathe die Laune meiner Erziehungsberechtigten gen Nullpunkt trieb. Vereinsmäßiger Fußball wurde auf den Index gesetzt. So hatte sich eine hoffnungsvolle Karriere schon erledigt, bevor sie überhaupt beginnen konnte.

    Das habe ich ausgerechnet dann nachgeholt, kaum dass ich aus Stiepel weggezogen war und in Herne wohnte. Ein Kumpel suchte Mitstreiter für die dritte Mannschaft von Rot-Weiß, Kreisliga C. Da ich während meiner Studienzeit schon höchst erfolgreich in der Bochumer Freizeitliga unterwegs war und noch Kapazitäten wochentags und wochenends frei hatte, sagte ich zu. Meine Lieblingsposition auf der „Sechs“ wurde von einem erfahrenen Haudegen bekleidet, also musste ich natürlich erstmal da spielen, wo Not am Mann war. Hieß: linker Verteidiger, als Rechtsfuß. Hat aber irgendwie funktioniert. Irgendwann bin ich auch im Mittelfeld gelandet. Nach einigen Partien durfte ich sogar mal bei der Ersten mitspielen, die in der Kreisliga A in Richtung Aufstieg Bezirksliga marschierte. Allerdings ließ sich der studentische Nebenjob in den Bochumer Programmkinos „Cinema“ und „Metropolis“ nicht mit den ambitionierten Trainingsplänen in Einklang bringen. So blieb es hauptsächlich bei Kreisliga C und montags beim Freizeitligakick. Der Beruf hat dann der Pöhlerei vorerst ein Ende gesetzt. Ich bekam den Posten als Manager des IMAX-Kinos im Bochum angeboten und sagte zu. Dadurch waren die Abende und auch das Wochenende belegt – es war schon schwierig genug, Zeit für den VfL freizuschaufeln, um ins Stadion zu gehen. In der Freizeitliga habe ich hingegen noch bis vor ein paar Jahren gespielt, mit 48 war dann Schluss.


    Du moderierst bekanntlich die Testspiele. Hast Du als Moderator vorher schon Erfahrungen gesammelt? Und wie gefällt Dir diese interessante Nebentätigkeit?

    Jens Fricke: Wir kehren gedanklich zurück zur Pöhlerei aus Kindertagen, mit dem Cousin im elterlichen Garten: Dort haben wir die Bundesliga nachgespielt bzw. haben uns unsere eigene Fantasie-Bundesliga ausgedacht. In meiner wurde der VfL übrigens verdammt oft Meister. Wir spielten sie so, wie wir sie aus der WDR-Hörfunkreportage oder aus dem Fernsehen kannten – mit Kommentar und Atmosphäre, denn die Hintergrundgeräusche des Publikums haben wir akustisch mit einfließen lassen. Ein Ohrenschmaus für die Nachbarn war´s wohl nicht. Aber ein gutes Training für die Jahrzehnte später stattfindende Moderation von echten VfL-Spielen.
    Ich finde diesen Extra-Service für die Fans klasse, gerade in Corona-Zeiten. Das zu moderieren macht großen Spaß, auch wenn die Gegebenheiten manchmal abenteuerlich sind. Bei meinem ersten Spiel, im Januar 2019 in Marbella gegen Sofia, saß ich auf einer Art Hochsitz. Trotz Sonnenschein zog es heftig, sodass mir meine akribisch zusammengeklaubten Infos auf diversen Zetteln schon vor dem Anpfiff in Richtung Mittelmeer weggeweht wurden. Improvisation ist dann wichtig. Oder aber dieses Jahr, als wir am Fuße des Felsens von Gibraltar gekickt haben. Ein schönes, offenes Stadion eines spanischen Drittligisten, sogar mit Sprecherkabine. Als ich die betreten wollte, sagte mir der spanische Tontechniker: „Dont´t touch anything or you will die!“ Er hatte nicht etwa Angst um sein Equipment, sondern meinte die elektrischen Schläge, die man abbekam. Die aufgebaute Technik befand sich nämlich in einer Kabine mit Metallumrandung und Stahlbetonsitzflächen. Ich habe also schön brav da gesessen und es tunlichst vermieden, an irgendwelchen Reglern zu drehen. Auch nicht, als aus der Heimat die Kurznachrichten eintrudelten, ich sei zu leise. Meinem Kollegen von VfL1848.tv hatte der Techniker vergessen, den Hinweis zu geben. Der kam in der Halbzeit an, wollte sich setzen und bekam erstmal eine „gewischt“. In der Pause haben die Technik-Jungs dann die Fehlerquelle gefunden und behoben, ohne dass jemand gegrillt wurde. Lustig war auch unser erstes Testspiel diese Saison, zuhause gegen Uerdingen. In der ersten Halbzeit gab es einen rapiden Wetterumschwung, es wurde saukalt. Also bin ich die lange Strecke vom Leichtathletikplatz ins Büro, um einen Pulli zu holen. Ich kam gerade am Kleiderschrank an, als ein Pfiff ertönte. Der Schiedsrichter hatte die Pause mal eben auf fünf Minuten verkürzt. Also im Vollsprint los, zurück an den Kommentatorenplatz, um völlig außer Atem rund zwei Minuten nach Wiederbeginn wieder einzusteigen. Im selben Moment riss der Himmel auf, die Sonne schien wieder und es war bullenwarm. Gut, dass ich mir einen Pulli besorgt hatte.

    Möchtest Du immer im Fußballgeschäft bleiben, oder kannst Du Dir auch einen Wechsel in eine ganz andere Branche vorstellen? Wenn ja, welche?

    Jens Fricke: Das Business ist schon faszinierend, wobei im Fußball dasselbe gilt wie im Kino: Der Blick hinter die Kulissen kann manchmal auch sehr ernüchternd sein. Und da ich schon in fußballfremden Branchen gearbeitet habe und man im Leben immer flexibel sein muss, weil das Leben in der Regel ganz andere Pläne hat als du selbst: Ja, kann ich mir vorstellen. Hoffentlich muss ich mir aber auf Sicht keine Gedanken darüber machen.

    Wie steht es mit Deinem Familienleben. Bist Du liiert, hast Du Kinder?


    Jens Fricke: Ich bin zwar verheiratet, aber inzwischen getrennt lebend. Kinder gibt es keine.

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    Die Fragen wurden vom unserVfL.de Team zusammengestellt und formuliert. ® unserVfL.de und Jens Fricke. Abdruck (auch auszugsweise ) bedarf der schriftlichen Genehmigung.
    Zuletzt bearbeitet: 25. September 2020
    Jannek, Hoffi65 und aniger60 gefällt das.
  4. BomS

    BomS Administrator

    Schönes Interview, besten Dank an Herrn Bert, der das in die Wege geleitet und an Herrn Fricke, der Rede und Antwort stand!
    Hoffi65, aniger60, Jannek und 2 anderen gefällt das.
  5. OKM

    OKM Moderator

    Wow...sehr unterhaltsam und aussagefreudig...prima.:smilie_op_014:
    Herr Bert gefällt das.

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