Zweimal Sechster, einmal Vierter

Dieses Thema im Forum "VfL - TALENTWERK" wurde erstellt von Herr Bert, 3. Juni 2019.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Mit dem ersten Juni-Wochenende haben auch die Nachwuchsligen ihr Ende gefunden. Für die Mannschaften des VfL Bochum 1848 gab es dabei keine Happy Ends. Sowohl die U17 als auch die U16 unterlagen in ihren abschließenden Partien beim FC Schalke 04 (1:2) bzw gegen die Sportfreunde Siegen (2:3) und mussten jeweils noch den fünften Platz in B-Junioren Bundesliga West und der B-Junioren Westfalenliga räumen. Noch bitterer lief es für die U15, die ihr Gastspiel bei Arminia Bielefeld zwar mit 3:2 gewinnen konnte, den dritten Platz in der C-Junioren Regionalliga aber dennoch an Bayer 04 Leverkusen abtreten musste – trotz zuvor zehn Treffern Vorsprung.

    Siebers: „Ein anderes Ende verdient“

    Am letzten Spieltag der B-Junioren Bundesliga West ging es für die U17 des VfL nach dem schlauchenden wie enttäuschenden Kraftakt im Finale des Westfalenpokals (3:3 nach 0:3 und dann Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bielefeld) nach Gelsenkirchen, wo keine 72 Stunden später bei sommerlichen Temperaturen der schwere Gang zur Knappenschmiede des FC Schalke 04 anstand. Dort sollte der fünfte Tabellenplatz in der Abschlusstabelle verteidigt werden, wofür es mindestens ein Remis brauchte.

    Im ersten Abschnitt war der Mannschaft von David Siebers der Kräfteverschleiß vom Mittwoch anzumerken, die frühe Führung der Schalker nach einem kapitalen Bock im Aufbauspiel tat dann ihr Übriges (7.). „Es ging nur über Kampf und Leidenschaft, fußballerisch war das kein allzu schönes Spiel. Doch die Jungs haben nochmal alles probiert“, fasste Siebers zusammen. Defensiv stand seine Mannschaft gut und ließ gegen die Schalker, die jedoch ein Übergewicht hatten, bis zum Gang in die Kabinen nichts Brenzliges mehr zu.

    Mit einem Dreifach-Wechsel wollte Siebers dann für frischen Wind sorgen, dieser Schachzug ging auch auf. Henry Kree, Maximilian Adamski und Noya Bayaki kamen in die Partie und der VfL kam mit deutlich mehr Wucht in den zweiten Abschnitt. Tolga Özdemir hatte dann wenige Minuten nach Wiederbeginn die beste Chance zum Ausgleich, Schalkes Schlussmann parierte aber stark. Wenig später köpfte Ibrahim Kaba aufs Tordach. Der vierte und letzte Spielerwechsel Siebers‘ sollte dann den Ausgleich bringen. Yusuf Cicekdal war keine Minute auf dem Platz, ehe er sich ein Herz fasste und die Kugel zum 1:1 in die Maschen donnerte (60.).

    Doch Schalke schlug nur wenige Minuten später zurück und ging wieder in Front (66.), auch wenn dem Treffer ein offensichtliches Foulspiel an Jan Marpe vorausgegangen war. Siebers dazu: „Das war schon eine klare Fehlentscheidung vor dem Treffer, so müssen wir am Ende die Schalker doch noch passieren lassen. Das ist sehr schade, weil die Mannschaft nach dem bitteren Finale ein anderes Ende verdient hätte. Doch so, wie ich die Jungs kenne, werden sie wieder aufstehen und daran wachsen.“ Kurz vor Schluss vergab dann auch noch Kree eine aussichtsreiche Gelegenheit. Durch die Niederlage ziehen die Schalker noch am VfL vorbei, Siebers und Co. schließen die Saison so als Sechster ab. Nichtsdestotrotz kann die Mannschaft stolz auf diese Saison sein, schließlich liegen nur Nachwuchsteams von Bundesligisten auf den ersten fünf Rängen.

    Seifert: „Mentalitätsloser Sommerkick“

    Das gleiche Ziel wie die U17 hatte auch die U16 im Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen – Platz fünf sollte vor der Schalker Nachwuchs verteidigt werden. Dank der Schützenhilfe aus Verl, die den Hombrucher SV schlugen, wäre auch noch der Satz auf Rang vier möglich gewesen. Doch der VfL enttäuschte gegen das Kellerkind aus Siegen lange und verlor letztlich mit 2:3.

    Benjamin Seifert, Teil des Trainer-Trios das ebenfalls sein letztes Spiel für die U16 leitete, war dementsprechend bedient: „Das war natürlich nicht der gewünschte und anvisierte Abschluss der Saison. 60 Minuten lang war das ein mentalitätsloser Sommerkick, das hat uns überhaupt nicht gefallen.“ Nach gut einer Stunde stellte der Gast aus dem Siegerland, der bis dato in 21 Spielen drei Siege einfahren konnte, auf 3:0. Erst dann nahm auch der VfL richtig am Spiel teil.

    Seifert: „Es gilt nicht für alle, aber großen Teilen des Teams fehlte es heute an Einstellung. Erst mit dem 0:3 wurde der Schalter umgelegt.“

    Maximilian Morgner per Flachschuss und Nico Petritt nach einem Eckball sorgten per Doppelschlag (63., 65.) für neue Hoffnung, am Ende war die Hypothek bei der Hitze zu groß. „Wir hätten es heute auch nicht verdient gehabt, zu punkten oder gar zu gewinnen. Das war eine Enttäuschung zum Ende“, ließ Seifert zum Abschluss wissen. So musste auch die U16 den fünften Rang dem Schalker Nachwuchs überlassen und wird am Ende Sechster.

    Schuchert: „Der geilste Vierte aller Zeiten“

    Den bittersten Moment des Wochenendes musste trotz der zwei Niederlagen von U17 und U16 wohl die U15 des VfL hinnehmen – und das obwohl die Jungs von Simon Schuchert beim DSC Arminia Bielefeld mit 3:2 gewinnen konnten. Doch der Reihe nach. Es musste ein Sieg her gegen die abstiegsbedrohten Ostwestfalen, um den dritten Platz am Ende vor Bayer 04 Leverkusen zu verteidigen, bei einer um zehn Treffern besseren Tordifferenz sollte das wohl möglich sein. Das Spiel begann dann aber mit einer kalten Dusche, schon nach zwei Minuten konnten die Gastgeber einen Bochumer Eckball in einen Konter verwandeln und daraus die Führung markieren (2.).

    Mit dem Rückstand ging es auch in die Kabine, wo Schuchert seine Jungs aufweckte: „Nach dem 0:1 sind wir etwas besser reingekommen und haben noch einen Elfmeter verschossen. Insgesamt fehlte es aber an der Bereitschaft, die man gegen einen Gegner, für den es um alles geht, braucht. Mit so einem Gesicht wollten wir uns nicht aus der Saison verabschieden. Das habe ich in der Pause dann auch angesprochen und die Viertelstunde nach Wiederbeginn war dann überragend. Da haben wir wie eine Spitzenmannschaft gespielt und wunderbare Tore erzielt.“

    Zehn Minuten nach Wiederbeginn stand es schon 3:1 für den VfL, der gefühlt jeden Zweikampf gewinnen konnte – Luka Blazevic (39.) und Josue Santo (44., 45.) netzten für Schucherts Elf ein. Vito Deiters legte noch ein viertes Tor nach, wurde jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen. So blieb die endgültige Entscheidung aus und zehn Minuten vor dem Ende kam Bielefeld gar zum 2:3-Anschluss (60.). „Da wurde es nochmal kribbelig, die Arminia wusste ja auch, dass sie bei den Zwischenständen einen Sieg brauchen. Mit einer Weltklasse-Parade hat Finn Kotyrba den Sieg dann festgehalten“, kommentiert Schuchert die Schlussphase, die seine Mannschaft schadlos überstand.

    Dennoch war dies nicht genug, um den dritten Rang zu behalten. Denn Leverkusen sicherte sich mit dem höchsten Sieg der Saison (13:1 gegen den VfL Theesen, vier Tore in den letzten zehn Minuten) das knapp bessere Torverhältnis (74:29 zu 71:28). Schuchert: „Damit war ja nicht zu rechnen, dass wir trotz Sieg und einer Tordifferenz von plus zehn noch überholt werden. Das Ziel war Dritter werden, aber auch der vierte Platz ist stark. Wir sind der geilste Vierte aller Zeiten und können dieser Saison nun noch das i-Tüpfelchen hinzufügen.“ Am Freitag, 14. Juni (Uhrzeit noch nicht klar) steigt schließlich noch das Finale im Westfalenpokal, wo der unbesiegte Meister Borussia Dortmund wartet.

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