Zwischenfazit zum Talentwerk

Dieses Thema im Forum "VfL - TALENTWERK" wurde erstellt von Herr Bert, 30. Dezember 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Das neue Jahr steht vor der Tür. Zeit also, das bisher im Talentwerk des VfL Bochum 1848 Geleistete Revue passieren zu lassen und ein erstes Zwischenfazit zur Entwicklung der „Spieler Bochumer Prägung“ zu ziehen. Und wer könnte das besser beurteilen als die sportlichen Leiter und der Chef höchstpersönlich? Talentwerk-Leiter Alex Richter äußert sich zu den beiden ältesten Jahrgängen, die jeweiligen Sportlichen Leiter David Siebers (U16-U13) und Simon Schuchert (U12-U9) nehmen ihre jeweiligen Jahrgänge unter die Lupe.

    U19 und U17

    Die beiden Aushängeschilder des Talentwerks spielen wie gewohnt in der höchsten Spielklasse, den West-Bundesligen, und sind die Pforte vom Jugend- zum Profifußball. Unabhängig von und vorrangig vor Tabellenständen und dergleichen ist die Heranführung an die Lizenzspielerabteilung das große Ziel, insbesondere natürlich in der U19. Alex Richter präzisiert das Ganze: „Ich denke, hier steht den Jungs eine Top-Ausbildung zur Verfügung, um sie bestmöglich an die Profis heranzuführen. Dass immer wieder Spieler „oben“ mittrainieren dürfen, ist auch ein Zeichen der guten Arbeit, die gemacht wird und dient dazu, die Spieler so vorzubereiten, dass sie im Optimalfall gleich integriert werden können.“ In Tom Baack und Baris Ekincier debütierten in dieser Saison bereits zwei Spieler, die die Ausbildung im Talentwerk durchlaufen haben, mit U19-Akteur Moritz Römling stand zuletzt ein weiterer mehrfach im Profi-Kader.

    „Ich kenne keinen Verein, in dem die Chance so hoch ist, sich bei den Profis vorstellen zu dürfen, wie beim VfL. Sebastian Schindzielorz, Robin Dutt und Heiko Butscher sind fast täglich mit uns in Kontakt. Die interne Kommunikation im Übergangsbereich zwischen U19 und Profis ist überragend. Sowohl in der U17 als auch in der U19 haben wir richtig gute Fußballer, mit deren Entwicklung wir auch unabhängig der Ergebnisse sehr zufrieden sind. Es gibt teilweise noch zu extreme Leistungsschwankungen von Woche zu Woche, hier mehr Konstanz zu entwickeln ist eine Sache, an der wir noch arbeiten müssen. Die Mentalität passt nicht immer, mal fehlt etwas Zweikampfhärte oder die Jungs verkrampfen in Drucksituationen. Aber das sind Dinge, die erlernbar sind. Nachwuchsfußball und Talententwicklung hat immer etwas mit Langfristigkeit und mit Schwankungen zu tun, das ist die Normalität für uns“, fährt Richter fort.

    Tabellarisch machen die Teams von Dimitrios Grammozis und David Siebers einen grandiosen Job und belegen zur Winterpause jeweils einen hervorragenden vierten Rang. Sieht man die Mittel, die die Konkurrenz aus Dortmund, Schalke, Köln und Leverkusen so zur Verfügung haben, ist diese Leistung umso bemerkenswerter, zumal beide Mannschaften in Lauerstellung auf die beiden Endrundenplätze um die Deutsche Meisterschaft stehen. Richter: „Wir werden keine Platzierung als Ziel vorgeben, man allerdings oben mit dabei ist, will man da natürlich auch bleiben. Unsere Top-Ausbildung zieht hier gute Tabellenstände nach sich, das eine schließt das andere also nicht aus. Wir werden sehen, was in der Rückrunde noch so möglich ist. Gelingt es, die Entwicklung voranzutreiben und die Spieler an die nächsten Jahrgänge heranzuführen, kommen die guten Tabellenplätze automatisch.“

    U16-U13

    Neben seiner Tätigkeit als Coach der U17 ist David Siebers auch für die Sportliche Leitung der Altersklassen U16 bis U13 verantwortlich und auch hier wird ausgezeichnete Arbeit geleistet, wie Siebers durchblicken lässt: „Die Ergebnisse stehen in dieser Altersklasse nicht im Vordergrund, sind jedoch ein Beleg für die nachhaltige Entwicklung der Jahrgänge. Wir sind bislang auch überaus zufrieden. Wir müssen jedoch immer weiterarbeiten und uns nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen. Alle Teams haben im letzten halben Jahr gehörige Fortschritte gemacht, die es beizubehalten gilt.“

    Die U16 von Paul Freier belegt zur Winterpause den sechsten Rang und liegt dabei lediglich vier Punkte hinter dem Tabellenzweiten. Der Spitzenreiter Borussia Dortmund hat bereits ein Spiel mehr in der B-Junioren Westfalenliga absolviert. „Die Spieler haben sich schnell an die Westfalenliga gewöhnt und zeigen auch gegen U17-Teams gute Leistungen, die auch mit Punkten belohnt wurden. Ein besonderer Sieg war natürlich das 4:3 gegen Borussia Dortmund. Alles in allem läuft es super, aber für die U17-Bundesliga ist noch eine Steigerung vonnöten“, bilanziert Siebers.

    Auch die U15 macht in der C-Junioren Regionalliga eine gute Figur und ist nach 14 Spielen mit neun Siegen und nur drei Niederlagen Vierter. Im letzten Spiel vor der Winterpause feierte die Mannschaft von Trainer Simon Schuchert einen 3:0-Sieg gegen den sonst defensiv sehr starken Rot-Weiss Essen. „Wenn sie sich stabilisieren und ihre Konstanz beibehalten, haben wir keine Zweifel, dass diese Mannschaft zu den Top-Teams der Liga gehören wird. Das Team ist zum Ende des letzten Jahres schon stark aufgetreten und ist mit punktuellen Neuzugängen noch besser geworden“, lobt Siebers auch die Arbeit der C-Junioren.

    Blendend läuft es auch einen Jahrgang tiefer bei der U14 von Benjamin Seifert, die im U14-Nachwuchs-Cup den zweiten Rang nur zwei Zähler hinter Schalke belegt. Siebers äußert sich zufrieden zur runderneuerten Mannschaft und erhofft sich gar noch mehr von Seifert und seinem Team: „In diesem Jahrgang hat der größte Umbruch stattgefunden, daher musste sich die Mannschaft erstmal neu finden und an einander gewöhnen. Sie sind aber auf einem sehr guten Wege und können in Zukunft sicher noch weiter zulegen.“

    Von ganz oben grüßt nach elf Spieltagen die U13 des VfL von Dennis Gieseker, was besonders der Fähigkeit, knappe Spiele für sich zu entscheiden, zu verdanken ist. Gegen die Konkurrenz von oben wurde mit Ausnahme des Remis‘ gegen den Zweiten Schalke und des jüngsten 4:2-Erfolges gegen Fortuna Düsseldorf jedes Spiel mit einem Tor Differenz gewonnen. „Anfangs haben sie sich gegen defensive Teams schwergetan, aber gerade in den offenen Spielen auf Augenhöhe machen sie es hervorragend. Der Kern spielt schon lange zusammen und da wir den Kader in dieser Saison schon aufgestockt haben, ist die Mannschaft auf für das Großfeld und das 11 gegen 11 gewappnet“, frohlockt Siebers.

    U12-U9

    Die Grundlagen für eine erfolgreiche Laufbahn werden in jungen Jahren gelegt, im Aufbau- und Grundlagenbereich, den U15-Coach Simon Schuchert verantwortet. Die Idee ist dabei klar von Schuchert formuliert: „Es geht um nachhaltige Arbeit, im Idealfall mit Spielern aus der nächsten Umgebung. Wir haben auch viele Bochumer Jungen bei uns. Die Spieler, die bei uns starten, sollen möglichst auch den ganzen Weg mit uns gehen und uns so lange es geht erhalten bleiben. Ein Grund ist, dass die Basics in höheren Jahrgängen schwer aufzuholen sind. Auch, wenn es mal Täler durchzustehen gibt, halten wir an den Jungs fest. Wir wissen, dass die Entwicklung oft wellenförmig verläuft und wir wollen allen helfen, sich bestmöglich zu entwickeln. Auch das ist ein Qualitätsmerkmal des Talentwerks. An Spielern wie Leon Goretzka und Görkem Saglam, die beide seit der U9 in Bochum waren oder Uli Bapoh, der in der U10 gestartet ist, sieht man, dass dieses Konzept auch Früchte trägt.“

    Generell hat Schuchert viele warme Worte für die Arbeit in den Jungjahrgängen übrig: „Alle Trainer machen einen klasse Job. Die Förderung ist überall auf tollen Niveau und es macht Spaß, den Jungs bei ihrer Entwicklung zuzuschauen. Ein weiteres Indiz für die gute Arbeit ist, dass viele unserer Jungs Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz wecken.“

    Die U12 von Paul Wartmann hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert und liegt derzeit im U12-Nachwuchs-Cup auf einem starken zweiten Platz (9 Siege, 2 Niederlagen). „Eine unheimlich spielstarke Truppe mit klasse Einzelspielern. Diese Mannschaft wird uns noch viel Freude bereiten, wenn sie auch noch besser versteht, dass maximale Erfolge nur als Team zu erreichen sind“, lässt Schuchert wissen. Ähnlich überschwängliche Worte wählt er für die U11 von Dr. René Paasch: „Ein absoluter Top-Jahrgang, der vielleicht sogar deutschlandweit zum Besten gehört, was es in dieser Klasse gibt. Dadurch, dass jedem unserer Jungs mindestens die Hälfte der Spielzeit garantiert wird, entwickeln sich alle Spieler prächtig.“ Von den letzten zehn Partien wurden neun gewonnen, lediglich im Derby gegen Dortmund gab es eine knappe Niederlage. In den beiden Grundlagenjahrgängen U10 und U9 liegt der Blick auf dem großen Ganzen: „Natürlich geht es auch da schon um ein gewisses Niveau, was es zu erreichen gilt. Vorneweg geht es aber darum, die Basics zu verinnerlichen und auf die Spiele zu übertragen, um eine sichtbare Entwicklung einzuleiten. Das setzen die Trainerteams um Marc Werner und Tim Joppe, der erstmals in Cheftrainerposition aktiv ist, hervorragend um und zeigen tolle Spiele.“
    Charly Böttcher und OKM gefällt das.

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