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„Persönliches Wachstum und kollektiver Erfolg gehen Hand in Hand“ - Herr Bert - 03-04-2025 Die Saison 2024/25 geht so langsam in die heiße Phase – auch für das Talentwerk des VfL Bochum 1848. Mit Max Kögel, Sportlicher Leiter der U16 bis U21, sprechen wir über die aktuelle Saison, aber auch die langfristige Entwicklung unserer Talente. Max, die Hauptrunden der neuformierten DFB-Nachwuchsligen sind in vollem Gange und unsere Mannschaften mischen oben mit. Wie bewertest du die aktuellen Leistungen unserer U19 und U17? Max Kögel: "Wie für alle andere Mannschaften auch, war es für uns als Talentwerk schwierig vorauszusagen, wie die Ligen anlaufen und wo wir uns mit unseren Jahrgängen einsortieren werden. Dass die Jungs in der Vorrunde sowohl in ihrer persönlichen Entwicklung als auch als Mannschaft in den Ergebnissen so dastehen, ist keinesfalls überraschend, jedoch auch nicht so erwartbar gewesen. Für ein Nachwuchsleistungszentrum in unserer Position sind die Leistungen alles andere als selbstverständlich. Mein persönlicher Wunsch ist dabei, dass wir nicht nur durch die gerade erzielten Ergebnisse auf den VfL aufmerksam machen, sondern vielmehr durch die Art und Weise, wie wir Fußball denken und spielen lassen. Uns wird nachgesagt, dass wir ein ekliger Gegner sind und nur gegen den Ball arbeiten können. Doch wenn man sieht, wie wir unsere Tore erzielen, ist es die Mischung aus absolutem Willen, gegen den Ball zu arbeiten, und kreativen Lösungen mit Ball. Auch die ersten Spiele in der Hauptrunde zeigen, dass wir uns zurecht für diese qualifiziert haben. Wir können mit den Spitzenmannschaften in Deutschland mithalten, unabhängig von Ergebnissen. Ich bin sehr gespannt darauf, wie weit uns der Ehrgeiz der Jungs tragen wird." Auch die vor der Saison neu gegründete U21 unter Cheftrainer Heiko Butscher führt die Oberliga Westfalen an. Inwieweit fühlst du dich in der Strategie des Talentwerks bestätigt? Max Kögel: "Nachwuchsfußball ist kein Produkt, in dem man etwas ändert, wie in unserem Falle eine neue Struktur schafft, und sofort messbare Ergebnisse erwarten kann. Dies zeigt sich meistens erst über Jahre hinweg. Es gibt jedoch einige Faktoren, wo wir auch schon nach einigen Monaten in unseren Annahmen bestätigt wurden. Der größte Faktor in der Ausbildung von jungen Spielern ist schlicht und ergreifend Spielzeit – unter Wettkampfbedingungen und auf hohem Niveau. Unser Ansatz war, den Jungs noch mehr bieten zu müssen, um Entwicklungsschritte auch nach der U19 voranzutreiben, und das im eigenen Haus. Dadurch wollen wir perspektivisch nicht mehr auf Leihmodelle, wie z.B. bei Tim Oermann und Mats Pannewig, angewiesen sein. Auch zukünftig werden wir Spieler im Talentwerk sehen, die zwar viel Potential mitbringen, jedoch auf Spielpraxis im Herrenbereich angewiesen sind, um im Profifußball anzukommen. Für die jetzige U21 kann ich sagen, dass viele der Jungs, die sich zu uns, der Idee und dem VfL bekannt haben, ihre Chance und die Plattform perfekt nutzen." Worauf wird beim VfL in Bezug auf seine Talente besonders viel Wert gelegt? Max Kögel: "Im Mittelpunkt unserer Arbeit liegt die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen im Kontext des Teams. Wir fördern gezielt die einzigartigen Stärken und Potenziale unserer Talente, zu denen wir eine enge Bindung pflegen, mit dem Ziel: Profifußball. Dabei ist uns bewusst, dass persönliches Wachstum und kollektiver Erfolg Hand in Hand gehen müssen, weshalb wir den Teamgedanken in den Entwicklungsprozess fest integrieren. Wenn wir die Nachwuchsleistungszentren in Deutschland durchgehen, würde ich die These aufstellen, dass sich die Vereine zumindest in der Grundidee, der technisch-taktischen Ausbildung, nur in Nuancen unterscheiden. Wir wollen durch die spürbare Nähe und das Familiäre den Unterschied machen. Wenn sich ein Top-Talent trotz anderer Möglichkeiten für uns entscheidet, ist das mit die größte Auszeichnung, die wir bekommen können." Das klappt aber nicht immer, wie jüngst wieder geschehen. Wie kann es dem Talentwerk gelingen, trotz zahlreicher und naher Konkurrenz in NRW sich gegenüber anderen Nachwuchszentren dennoch zu behaupten? Max Kögel: "Es ist schon Teil der Frage und deswegen greife ich es gerne auf: Eines der für mich passendsten Synonyme in unserem Leitbild ist das Wort „trotzdem“. Wir sind als Bochumer so gepolt, Widerstände anzunehmen, schnelle Lösungen parat zu haben und unkonventionell zu denken. Wer unter diesen Gegebenheiten handeln kann, ist unser Spieler, Trainer oder Mitarbeiter. Ich glaube, dass ein Teil des Erfolgs im Talentwerk mit der klaren Rolle jedes Einzelnen zu tun hat. Jeder weiß, worum es geht und was er zu erwarten hat. Aber auch, welche Freiräume gelassen werden, um kreative Lösungen zu finden und unsere Ziele zu erreichen. Wir haben in allen Mannschaften Trainerteams mit enormer Qualität und Leidenschaft für den Nachwuchsfußball und schaffen gleichzeitig eine Atmosphäre, in der es Spaß macht, jeden Tag auf dem Platz zu stehen und besser zu werden. Wir suchen Spieler, die sich in dieser Umgebung wohlfühlen und mit uns wachsen." Was sind Meilensteine, die sich unser Talentwerk für die nächsten Jahre gesetzt hat? Max Kögel: "Wir wollen mit unserer Arbeit einen Teil zum Gesamterfolg des Vereins leisten, noch regionaler Talente entdecken und einer der besten Ausbildungsvereine in Deutschland sein. Unser VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig hat einen, wie ich finde, sehr passenden Satz formuliert, dass wir zwar keine Nationalspieler holen können, sie jedoch ausbilden und heranführen. In unserer aktuellen Saison haben wir einige Jungs in unseren Kadern, die sich, wie zum Beispiel ganz aktuell Cajetan Lenz, durch gute Leistungen in den Fokus verschiedener Verbände spielen. Mich macht es stolz, dass der VfL in seiner Gesamtstrategie auf das Talentwerk baut. Und das nicht nur durch die Anbindung der ältesten Jahrgänge an die Lizenzmannschaft, sondern auch durch die Vision „Hiltroper 2.0“ und den Neubau des Nachwuchsleistungszentrums in den kommenden Jahren. Doch unabhängig davon ist jede Minute, die einer unserer Jungs vor voller Hütte im Vonovia Ruhrstadion auf dem Rasen steht, der erstrebenswerteste Moment unserer Arbeit beim VfL." |