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Die Baustellen des VfL Bochum - Herr Bert - 03-25-2026

Beim VfL Bochum häufen sich Probleme: Defensive Schwächen, Verletzungen und fehlende Cleverness machen den Abstiegskampf brisant – findet das Team die Wende? 

Noch vor Wochenfrist sah es danach aus, als könnte man beim VfL Bochum entspannt in die Länderspielpause gehen. Trotz einer schwächeren Partie bei Hertha BSC konnte ein weiterer Zähler eingefahren werden. Die Stimmung in den Trainings war gut, auch spielerisch schien die Mannschaft unter Uwe Rösler den nächsten Schritt zu gehen. Gegen Holstein Kiel dominierten die Blau-Weißen – und verloren dennoch mit 2:3. Ein bitterer Nachmittag an der Castroper Straße, der die Abstiegsgefahr noch einmal real werden lässt. Noch sind es sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. 

Waren die Duelle gegen die direkte Konkurrenz im Saisonendspurt im Narrativ vor der Pleite gegen Kiel noch Chancen, kommt man momentan nicht umhin, auch die Risiken in Betracht zu ziehen. Gegen den 1. FC Magdeburg und gegen Eintracht Braunschweig könnte in den beiden Wochen nach der Länderspielpause der gesamte Saisonverlauf am seidenen Faden hängen. Gehen die Sechs-Punkte-Spiele verloren, droht der Absturz auf einen Abstiegsplatz. Oder der VfL Bochum holt eben sechs der wahrscheinlich noch sieben benötigten Punkte für den Klassenerhalt. 

Fortschritte im Spiel mit dem Ball, Rückschritte bei anderen Dingen
Der Trend spricht allerdings nicht in allen Belangen dafür. Zwar sind Fortschritte im Spiel mit dem Ball durchaus auszumachen. Auch der oft gescholtene Stürmer Philipp Hofmann ist momentan in guter Verfassung. Doch die Statistik der Gegentore trübt die Aussichten für die kommenden Wochen merklich. Es scheint, als würde die Arbeit am eigenen Offensivspiel die erlernten Prinzipien in der Defensivarbeit aufweichen. Nachdem sich der VfL Bochum unter Rösler zunächst in der Defensive enorm stabilisiert hatte, gab es in den vergangenen Partien eine regelrechte Torflut – zumindest im Vergleich zu den ersten Wochen unter dem neuen Trainer.

„Wir haben in den vergangenen Spielen wieder vermehrt Gegentreffer bekommen. Gegen Holstein Kiel haben wir nicht allzu viel zugelassen und dennoch drei Gegentore kassiert“, sagte Innenverteidiger Noah Loosli am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Schweizer stand sinnbildlich für den Aufschwung unter Rösler, hatte sich mit guten Leistungen in die Startelf gespielt. „Das ist schon schwer zu akzeptieren. Wir müssen wieder zurückfinden zu unserer sehr guten Boxverteidigung und müssen weniger zulassen, mehr im Kollektiv verteidigen.“ 

Acht Gegentore in vier Spielen für den VfL Bochum
Acht Gegentore in den vergangenen vier Spielen sind zu viel, um dann auch noch angesichts der mangelnden Effizienz vor dem gegnerischen Tor wichtige Siege einzufahren. Dessen sind sich alle an der Castroper Straße bewusst. „Wir kassieren zu oft zu viele Gegentore. Wir sind wieder da, wo wir waren, als ich gekommen bin“, sagte Rösler am Sonntag nach der Pleite gegen Kiel. „Meine Mannschaft investiert sehr, sehr viel in der täglichen Arbeit. Wir belohnen uns aber am Wochenende nicht. Wir müssen das Matchglück wiederfinden, cleverer spielen, die Box besser verteidigen.“ 

Fehler, die dem VfL Bochum wieder häufiger passieren. „Wie so oft in dieser Saison pennen wir zwei-, dreimal hinten, schalten zu langsam“, klagte Stürmer Philipp Hofmann zuletzt. „Die Box-Verteidigung ist ein Thema: Gerade wenn man das Spiel macht, muss man hinten dicht stehen.“ Das gelingt dem VfL Bochum aber derzeit nicht. 

Spieler momentan nicht am Leistungslimit
Das gilt beispielsweise auch für Loosli, der gegen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC zuletzt genauso wie einige andere Spieler im Kader nicht mehr sein Leistungslimit erreichen konnte und gegen Kiel auf der Bank Platz nehmen musste. „Es kann grundsätzlich sein, dass zum Ende einer langen Saison etwas Müdigkeit in die Köpfe einzieht“, sagte er. Einige Spieler wirken in einzelnen Situationen nicht gedankenschnell genug. „In den Spielen ist es manchmal so, dass wir eine halbe Sekunde zu spät oder nicht komplett konzentriert sind. Das nutzen die Gegner gerade gnadenlos aus“, sagte Loosli, wenngleich er einschränkte: „Wenn ich unsere Trainingseinheiten sehe, habe ich den Eindruck allerdings nicht. Auch Uwe Rösler achtet sehr darauf.“ 

Es kommt momentan eine Menge zusammen beim VfL Bochum. Neben einigen Leistungstiefs, die der eine oder andere Spieler durschreiten muss, und der fehlenden Gedankenschnelligkeit schlägt auch die Belastung der Muskulatur so langsam zu. Immer wieder fielen zuletzt Spieler mit kleineren Blessuren aus, andere wurden krank. Francis Onyeka, ein Dreh- und Angelpunkt des Bochumer Spiels, plagte sich so etwa zuletzt mit Muskulproblemen herum. Philipp Strompf und Mats Pannewig verpassten am Mittwoch die Trainingseinheit

VfL Bochum fehlt die Cleverness
Rösler betonte stets, dass er sich mit seiner Mannschaft bis zum Schluss im Kampf um den Klassenerhalt befinden würde. Dies scheint nun einzutreten. Auch, weil der VfL in dieser Saison nach Darmstadt 98 am häufigsten unentschieden (neun Mal) spielte und trotz bester Gelegenheiten Siege liegen ließ. „Ihr habt uns heute eine Lektion an Effizienz und Gamemanagement gegeben“, sagte Rösler nach der 2:3-Niederlage gegen Holstein Kiel in Richtung Gästetrainer Tim Walter und sprach damit ein weiteres Problem deutlich an. Seine Mannschaft ist nicht clever genug. „Da haben wir noch nicht die Erfahrung“, sagte er.

Es bleibt aus Bochumer Sicht zu hoffen, dass all diese Punkte zum Osterfest gegen Magdeburg wieder besser umgesetzt werden können. Sonst drohen nervenaufreibende Wochen. 

Quelle: WAZ.de