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Berkan Taz: „Ich bin ein Straßenfußballer“ - Herr Bert - 06-27-2026 Bochum hat wieder einen Zehner. Berkan Taz spricht über seine Rolle, wie der VfL ihn überzeugte und warum er erst mit 27 in der 2. Liga ankommt. Der Ball klebt an seinem Fuß. Ein Blick in die Tiefe. Ein (fast) perfekter Chip über die letzte Kette, die Koji Miyoshi überlaufen hat, den Ball aber letztlich nicht ganz erreicht. „Super, Beko!“ ruft Trainer Uwe Rösler beim Trainingsauftakt-Spiel. Gestatten: Berkan Taz. Der Mann, der dem VfL Bochum eine neue spielerische Note geben soll als kreativer Freigeist auf der Zehn. Der die Räume bedienen soll, in die andere hineinsprinten. Und der selbst für Tore sorgen soll. Taz glänzt als kreativer Spielmacher beim SC Verl Es ist eine Rolle, in der Taz beim SC Verl in den vergangenen zweieinhalb Jahren aufblühte. „Meine größte Stärke ist es, die Spieler in Szene zu setzen. Ich bin ein typischer Zehner wie früher, ein Straßenfußballer, ein Instinktfußballer“, sagte der 27-Jährige am Freitag nach der ersten Lauf- und Krafteinheit im Schatten des Ruhrstadions gegenüber dieser Redaktion. Tore schießen aber, betonte er lächelnd, könne er auch. Taz wirkte selbstbewusst, zugleich bodenständig - und vor allem versprühte er viel Vorfreude auf seine neue Herausforderung. In Verl kam der 1,77 Meter große Techniker in den letzten zwei Spielzeiten auf Topquoten: 30 Tore hat er erzielt für den Drittligisten und 35 vorbereitet. 65 Scorerpunkte in zwei Jahren: Nicht nur Bochum hatte ihn auf dem Zettel. Es gab etliche Interessenten für den gebürtigen Berliner. Kontakt zum VfL gab es bereits im Winter, bestätigte Taz und erklärt, warum er sich für Bochum entschied. „Ich muss das Gefühl haben, dass der Verein extrem Bock auf mich hat. Die Verantwortlichen haben mich perfekt analysiert. Ich bin ein Gefühlsmensch, und hier hatte ich das beste Gefühl“, erklärte Taz. Taz arbeitet an der Intensität für den nächsten Schritt Auch mit Trainer Uwe Rösler habe er „sehr gute Gespräche“ geführt. „Er hat mir ein perfektes Gefühl gegeben und auch gesagt, an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen, damit ich hier auf diesem Level performe wie in der 3. Liga“, so Taz. Nämlich? „Die Intensität ist nochmal was anderes als in der 3. Liga. Daran kann aber jeder Mensch arbeiten. Jeder kann noch fitter, stärker werden. Das kriegen wir hin.“ Bei der Arbeit gegen den Ball habe er gerade in Verl bereits sehr große Fortschritte gemacht. Die Ostwestfalen, berichtet Taz, waren die pressingstärkste Mannschaft der 3. Liga, er selbst agierte als erster Anläufer. Seine Fähigkeiten am Ball sind ohnehin unbestritten, das war in jungen Jahren schon so. „Taz denkt Fußball nach vorn. Er ist kreativ, ein Zocker, der unser technisches Spiel beleben soll“, erklärte Trainer Uwe Rösler im Interview mit dieser Redaktion die Verpflichtung. Taz soll auf der Zehn durchstarten Dennoch hat Taz erst einen Kurzeinsatz in der 2. Liga vorzuweisen, vor sieben Jahren für Union Berlin. Dabei zeigte er 2021/22 seine Klasse auch beim BVB II in der 3. Liga, sammelte 18 Scorerpunkte, wechselte zum ambitionierten SV Waldhof Mannheim. Eine Station, die sich letztlich als Rückschritt entpuppte. Dass er mit einem unruhigeren, größeren Umfeld nicht so gut klarkommt, womöglich mehr Ruhe als Druck für sein Spiel benötigt, sieht Taz aber nicht so. „In Mannheim war das Problem, dass ich über Außen gespielt habe“, meint er. „Ich bin kein Außenstürmer!“ Erst in Verl setzte man ihn wieder im zentralen offensiven Mittelfeld ein, mitunter agierte er als Teil einer Doppelspitze. Auch in Bochum „sehen sie mich auf der Zehn, da wird es ganz anders laufen als in Mannheim“, sagt Taz, der beim VfL entsprechend die Rückennummer zehn erhalten hat. Taz brennt auf Zweitliga-Debüt für Bochum und Tore vor Fans Die hohe Intensität habe ihm früher vielleicht etwas gefehlt, um eher anzukommen in der 2. Liga, meint er selbst. Daran habe er aber gerade in den letzten Jahren in Verl gearbeitet, als er keine Ligapartie verpasste, auf 82 Pflichtspiel-Einsätze kam, fast immer durchspielte. „Natürlich ist die 2. Liga jetzt ein neues Level für mich“, sagte er. „Aber ich habe fußballerisch auf jeden Fall die Qualität, um weiter oben zu spielen. Das werde ich hoffentlich hier beweisen.“ Taz ist heiß auf die großen Stadien, volle Ränge, die VfL-Fans. Von „Gänsehaut“-Gefühlen im Ruhrstadion hat ihm einer erzählt, er freue sich jetzt extrem auf die „brutale Atmosphäre“ in den Stadien, „deswegen spielt man Fußball“, versichert der Spielmacher. Er selbst will die Stimmung zum Explodieren bringen, bei „nassem Rasen“ dann gerne mit dem „Knierutscher“ jubeln nach einem Treffer. Nicht nur einmal. Auf eine Zahl will er sich zwar nicht festlegen. Aber klar ist für ihn: „Ich will auch in der 2. Liga viele Tore schießen und vorbereiten.“ Quelle: WAZ.de |