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So schlagen sich die Abgänge 2026 - Herr Bert - 09-24-2026

Matus Bero spielt in Ungarn, Erhan Masovic in Serbien: Die 21 Abgänge des VfL Bochum sind in elf verschiedenen Ländern aktiv, mit unterschiedlichem Erfolg. 

Aufgeräumt, so hieß es beim VfL Bochum, hat man den Kader im Sommer: 21 Profis verließen den Klub, überwiegend ganz im Sinne des Vereins. Cajetan Lenz sicherte die erforderlichen Transfereinnahmen, weitere Profis verließen den Klub nach Vertragsende oder weil sie sportlich keine (größere) Rolle spielten und Gehaltskosten eingespart werden sollten. Die talentierten Leihspieler konnte man nicht halten. Zudem beendete Kevin Vogt seine Karriere und der VfL hat für die laufende Saison drei Profis ausgeliehen: Darnell Keumo, Kacper Koscierski und Mikkel Rakneberg. 

Interessant: Die Ex-Bochumer sind in elf Ländern und 14 verschiedenen Ligen aktiv. Sie spielen in Deutschland (Bundesliga bis Regionalliga), Ungarn, Serbien, Rumänien, Türkei, Frankreich, Portugal, Niederlande, England, Dänemark und Norwegen. Wie schlagen sich die Ex-Bochumer? Im ersten Teil blicken wir auf die Spieler, die nicht ausgeliehen waren oder sind. Ein Bericht über Callum Marshall, Darnell Keumo und Co. erscheint morgen früh an dieser Stelle. 

Cajetan Lenz (TSG Hoffenheim). Er war der Senkrechtstarter der Vorsaison und der Königstransfer im Sommer. Er bescherte Bochum zehn Millionen Euro Ablöse plus Boni. Der 19-Jährige fühlt sich wohl in Hoffenheim, die Konkurrenz aber ist noch zu groß im hochkarätig besetzten Kader von Trainer Christian Ilzer. An dem Kosovaren Leon Avdullahu, dessen Marktwert bei rund 30 Millionen Euro liegt, oder dem Niederländer Wouter Burger (20 Millionen Euro) kommt er noch nicht vorbei. Der U20-Nationalspieler hat noch keine Minute absolviert in den sechs Pflichtspielen. Zweimal stand er in der Bundesliga im Kader, in den letzten beiden Partien fehlte der Sechser im Aufgebot. Immerhin zählte er zum Kader beim Europa-League-Spiel auf Kreta (0:2) und schnupperte damit internationale Luft. 

Matus Bero (Ferencvaros Budapest). Der Ex-Kapitän des VfL war in seinen drei Bochumer Jahren fast immer gesetzt, doch die Angebote für den slowakischen Nationalspieler hielten sich im Sommer in Grenzen. Erst am letzten Transfertag unterschrieb der 31-Jährige beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros. Den Trainingsrückstand hat er bisher noch nicht aufgeholt. In den drei Partien reichte es bisher nur zu einem Fünf-Minuten-Einsatz für den Mittelfeldmann, auch in der Europa League blieb er beim 1:3 gegen Celtic auf der Bank. Beim 7:0-Sieg im Pokal gegen Debreceni empfahl er sich aber für mehr. Bero erzielte drei Treffer. 

Noah Loosli (Universitatea Cluj). Der Innenverteidiger, in der Vorsaison gesetzt beim VfL, lehnte ein Angebot von Bochum ab, kurz vor Transferschluss fand der Musterprofi dann einen neuen Klub. Beim rumänischen Traditionsverein stand er auch gleich im Kader, doch eine Verletzung bremst den Schweizer seither aus. Loosli fällt mehrere Wochen aus, postete er bei Instagram. 

Erhan Masovic (FK Vojvodina Novi Sad). Er war der dienstälteste VfL-Profi der Vorsaison. Sechs Jahre ging es für ihn beim VfL in der Bundesliga mal steil bergauf, am Ende bergab. „Ich kam hierhin als junger Kerl, der noch auf der Suche nach sich selbst war. Jetzt gehe ich als erwachsener Mann“, sagte der 27-Jährige zum Abschied gegenüber dieser Redaktion und bedankte sich vor allem bei den „fantastischen Fans“. Masovic kehrte Mitte August in seine Heimat zurück – mit Erfolg. Der fünfmalige Nationalspieler Serbiens wurde gleich nach seiner Ankunft eingewechselt, eroberte sich sofort einen Stammplatz, spielte die letzten fünf Partien durch. Auch dank des Innenverteidigers liegt Novi Sad auf Rang zwei hinter Roter Stern Belgrad. 

Moritz-Broni Kwarteng (FC Magdeburg). Am Ende der Vorsaison blühte der hochbegabte Offensivkünstler nach drei von Verletzungen geprägten Jahren auf. Für rund 300.000 Euro ließ ihn der VfL zu seinem Ex-Klub Magdeburg ziehen, von dem ihn Bochum einst mit großen Hoffnungen für 1,1 Millionen Euro geholt hatte. Beim FCM ging Kwartengs Stern auf, und nach einem Horror-Start (1:6 gegen Braunschweig) erfüllten sich auch die Hoffnungen des offensiven Mittelfeldspielers. In Magdeburg spielt Kwarteng wieder eine zentrale Rolle im offensiven Mittelfeld, verpasste nur eine Partie wegen einer Erkrankung und legte fünf Mal los. Ein Tor gelang ihm allerdings noch nicht, einen Treffer legte der 28-Jährige auf. Mit zehn Punkten hat das Team von Petric Sander drei mehr als Bochum. Zum Wiedersehen im Ruhrstadion kommt es erst am 16. Spieltag kurz vor Weihnachten. 

Mathis Clairicia (FC Sochaux). Immerhin zu Kurzeinsätzen reichte es für den Stürmer in der Rückrunde beim FC Alverca, nachdem ihn der VfL im Januar an die Portugiesen ausgeliehen hatte. Im Sommer wechselte er zurück nach Frankreich – und nimmt beim Zweitligisten einen neuen Anlauf, der Hoffnung macht. Beim seit sechs Partien ungeschlagenen FC Sochaux stand der Angreifer viermal in der Startelf, dreimal wurde er eingewechselt, erzielte ein Tor. 

Ibrahim Sissoko (Muglaspor). Der Stürmer war das teuerste Missverständnis der vorherigen Transferphase, sein hohes Gehalt belastete das Budget. Beim VfL durfte er in der Vorbereitung schon nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. Ende August fand Sissoko beim türkischen Zweitligisten Muglaspor eine neue sportliche Heimat. In vier Joker-Einsätzen gelang ihm noch kein Tor, keine Torvorlage. 

Samuel Bamba (CS Maritimo). Nach seiner bescheiden verlaufenen Leihe in der Vorsaison (Willem II) setzte der Flügelstürmer in der ersten Vorbereitungsphase durchaus den einen oder anderen Akzent, den großen Sprung traute man ihm in Bochum aber nicht mehr zu. Beim portugiesischen Erstligisten CS Maritimo, dem Topklub der Ronaldo-Insel Madeira, ist er ordentlich reingekommen. Der 22-Jährige spielt eine Jokerrolle, wurde in sechs der sieben Partien eingewechselt – auch gegen Champions-League-Verein Benfica (0:3). Noch fehlt ihm ein Scorerpunkt. 

Niklas Jahn (Viktoria Köln). Der 22-Jährige gab stets alles im Training des VfL, zum Einsatz kam er aber nur bei der U21 in der Ober- und Regionalliga. Sein Wechsel zu Viktoria Köln war folgerichtig, der zentrale Mittelfeldspieler ist zumindest nah dran an der Startelf. Beim Drittliga-Zweiten kam er bisher auf vier Einsätze (einmal von Beginn an) und zeigte auch im DFB-Pokal beim 5:6 gegen Nürnberg eine gute Leistung. 

Niclas Thiede (ADO Den Haag). Der Hagener Torwart war in Bochum die Nummer zwei – und ist dies auch beim noch sieglosen niederländischen Erstligisten. An der Nummer eins Kilian Nikiema, Nationalspieler von Burkina Faso, kommt der 27-Jährige noch nicht vorbei. 

Romario Rösch (Preußen Münster). Kurz vor Transferschluss verpflichtete Drittligist Preußen Münster den Schienenspieler, der beim VfL unter Uwe Rösler keine Rolle gespielt hatte. Bisher reichte es nur zu einem Sechs-Minuten-Einsatz für den 27-Jährigen. 

Lennart Koerdt (Westfalia Rhynern): Das Offensivtalent schaffte beim VfL den Durchbruch nicht, spielte am Ende auch in der U21 nur eine Nebenrolle. Beim Viertligisten Rhynern kommt der 21-Jährige wieder zum Zug: Neun Einsätze, sieben Mal Startelf, drei Tore, drei Torvorlagen. 

Marcel Sobottka (vereinslos). Der 31-jährige Mittelfeldmann, der zuvor ein halbes Jahr vereinslos war nach seinem Jahrzehnt bei Fortuna Düsseldorf, half mangels Alternativen im vergangenen Winter beim VfL aus, kam aber nur zu 36 Einsatzminuten. Bisher hat der Ex-Schalker noch keinen neuen Klub gefunden. 

Quelle: WAZ.de


RE: So schlagen sich die Abgänge 2026 - Herr Bert - 09-24-2026

Fünf Spieler hatte der VfL Bochum in der Vorsaison ausgeliehen, drei hat er aktuell selbst verliehen. Wie sich die jungen Profis schlagen. 

Leihgeschäfte sind im Profifußball längst keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. In der Vorsaison machten gleich fünf Talente beim VfL Bochum den nächsten Schritt. Das erhoffen sich die Verantwortlichen nun von drei Spielern, die der Zweitligist ausgeliehen hat. Wie läuft es für Francis Onyeka, Darnell Keumo und Co. in der neuen Saison? (Teil eins zur Form der insgesamt 21 Abgänge lesen Sie hier). 

Darnell Keumo (Waldhof Mannheim). Der 18-Jährige verpasste angeschlagen den Start der Vorbereitung, womöglich weil er zu viel machte. Von einer „Übermotivation“ sprach Trainer Uwe Rösler. Da Keumo an Maxi Wittek nicht vorbeikam und sich mit Leon Sawas ein Backup als Linksverteidiger empfahl, kam es zur Leihe. Keumo soll in Mannheim reifen, nachdem er in der Vorsaison bereits große Schritte nach vorn machte bei seinen Einsätzen für die U21. 

Der wuchtige Außenbahn-Spieler, den man sich zumindest bei tieferklassigen Klubs auch als Flügelstürmer vorstellen kann dank seiner Dynamik, ist beim SV Waldhof ein Volltreffer. Als eine „Maschine“ feiern ihn Fans in den sozialen Medien. Keumo wurde gleich nach seiner Ankunft gegen Fortuna Düsseldorf eingewechselt und ist seitdem die neue Waffe des SVW – und zwar als Linksverteidiger, nachdem er in der U19 des VfL als linker Schienenmann geglänzt hatte. Die positionelle Anpassung, die Leihe – bisher läuft es perfekt. 

In allen fünf folgenden Drittliga-Partien stand Keumo in der Startelf, wurde nur einmal ausgewechselt und überzeugte 120 Minuten im prickelnden Pokal-Duell gegen Kaiserslautern (0:1 nach Verlängerung). Im hitzigen Fight gegen RW Essen erzielte das 1,72-Meter-Energiebündel sein erstes Tor zur umjubelten 1:0-Führung (Endstand 1:2). Macht Keumo, der in Bochum zwei Profieinsätze hatte, so weiter, könnte er Wittek in der kommenden Saison den Rang ablaufen. Und müsste Bochum bald den Vertrag verlängern, denn der läuft beim VfL nur noch bis 2028. 

Kacper Koscierski (Alemannia Aachen). Wie Keumo ist auch Koscierski von Haus aus ein Schienenspieler, nur auf der rechten Seite. Anders als Keumo fiel ihm die Umstellung auf die Rechtsverteidiger-Position auch in der U21 deutlich schwerer. Trotz seiner 14 Einsätze für die VfL-Profis, mitunter als Flügelstürmer, sahen Trainer und Verantwortliche keine entscheidenden Sprünge im taktischen Verhalten. Zudem ist Koscierski körperlich nicht so robust wie etwa Keumo. Bei Aachen soll der 19-Jährige Spielpraxis sammeln, wobei die Alemannia bevorzugt mit Dreierkette und Koscierski wieder als Schienenspieler agiert. Denkbar ist daher, dass er im kommenden Sommer verkauft wird. 

Bei den Aachenern, die das Talent unbedingt verpflichten wollten und länger als erhofft warten mussten, spielte Koscierski bisher zweimal nicht, zweimal von Beginn an und zweimal wurde er eingewechselt. Ein ordentlicher Start mit Luft nach oben. 

Mikkel Rakneberg (Odense Goldklub). Im Winter als Sommervorgriff zum VfL gekommen, stand seine Bochumer Zeit unter keinem guten Stern. Der Linksverteidiger tat sich erst sportlich schwer, verletzte sich dann am Meniskus, fiel monatelang aus. Als der 24-Jährige wieder richtig ins Training einstieg, lieh ihn Bochum aus, der dänische Erstligist sicherte sich eine Kaufoption. Den Durchbruch traut man Rakneberg in Bochum nicht zu. Die ersten Schritte beim Neustart nach der langen Verletzungspause hat Rakneberg gemacht. Zweimal wurde er eingewechselt, einmal blieb er auf der Bank. 

Francis Onyeka (SV Elversberg). Trainer Uwe Rösler erwähnt den zentralen Mittelfeldmann noch heute immer wieder. Denn seine Präsenz fehlt Bochum im und um den Strafraum, acht Tore erzielte der 19-Jährige in der Vorsaison. Jüngst wurde Onyeka bereits zum zweiten Mal mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Spieler seines Jahrgangs ausgezeichnet – und er ist auch eine Liga höher erfolgreich. 

Sein Stammklub Bayer Leverkusen lieh ihn an Aufsteiger SV Elversberg aus, baut ihn so Schritt für Schritt auf. Ausgerechnet gegen Bayer glückten Onyeka, der ein Tor vorbereitete, und der SVE ein Traumstart (3:2). Der Ex-Bochumer stand zudem beim 4:3-Sieg in Mönchengladbach in der Startelf und wurde zuletzt zweimal eingewechselt. Onyeka ist bundesligareif – und wird immer teurer. 

Farid Alfa-Ruprecht (Hertha BSC). Auch den Turbo-Flügelstürmer, der im letzten Saisondrittel aufdrehte beim VfL, hätte Uwe Rösler allzu gerne noch im Team. Der VfL blieb mit ihm in Kontakt, weil sein Stammklub Bayer Leverkusen noch mindestens eine Nummer zu groß ist für den 20‑Jährigen. Alfa-Ruprecht zog es im August lieber zur Hertha, erneut auf Leihbasis. Coach Stefan Leitl sieht ihn als „Riesentalent“. Beim Seriensieger der 2. Liga bringt er bisher als Joker (drei Einwechslungen) Tempo ins Spiel wie zuletzt in Dresden. Gegen Osnabrück (3:1) erzielte er sein erstes Tor für die Berliner. 

Kjell Wätjen (FC Midtjylland). Nach einer VfL-Saison mit Licht und Schatten sah der BVB seine Zukunft nicht beim deutschen Abo-Vizemeister, verkaufte den 20-Jährigen für rund 2,5 Millionen Euro. Wätjen erhielt beim derzeitigen Tabellenzweiten der ersten dänischen Liga einen langfristigen Vertrag bis 2031. Beim FC Midtjylland schaffte es der Mittelfeldspieler nach ein paar Anlaufwochen viermal in die Startelf, wurde einmal eingewechselt. Zuletzt bremsten ihn Wadenprobleme aus. 

Leandro Morgalla (RB Salzburg). Der Rechtsverteidiger ist der einzige Ex-Bochumer, der bei seinem Stammklub geblieben ist. Lange war er gesetzt in Bochum, am Ende lief ihm auch aus Verletzungsgründen und wegen seiner längeren VfL-Perspektive Winterzugang Oliver Olsen den Rang ab. Beim österreichischen Europa-League-Klub wartet Morgalla noch auf den Durchbruch. Der 22-Jährige kam bisher erst zu fünf Kurzeinsätzen in 14 Pflichtspielen. 

Callum Marshall (Luton Town). In England sind die Preise bekanntlich andere. Luton Town spielt in der League One (3. Liga), holte den Nordiren Ende Juli für 1,75 Millionen Euro von West Ham United. Bochum hatte den Mentalitäts-Stürmer im Winter ausgeliehen. Nach starkem Beginn und zwei Toren ließ er am Ende nach. In Luton läuft es durchwachsen: Marshall kam zwar in allen Partien zum Einsatz, durfte aber nur dreimal starten (zwei Tore). Als Tabellenzwölfter hinkt sein Klub den Erwartungen hinterher. 

Quelle: WAZ.de