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Bochums Personalpuzzle auf der Doppel-Sechs - Herr Bert - 10-04-2026

Bochums Trainer Uwe Rösler bezeichnet die Mittelfeldzentrale als "Herzstück" seiner Mannschaft. Ein festes, eingespieltes Duo gibt es noch nicht, wohl aber eine Tendenz. 

Mehr als 30 Kaderbewegungen haben die Verantwortlichen des VfL Bochum im zurückliegenden Sommer auf Trab gehalten. Besonders im defensiven Mittelfeld hat sich der Kader massiv verändert. Mit Cajetan Lenz, Matus Bero, Kjell Wätjen, Francis Onyeka und Marcel Sobottka haben gleich fünf Kandidaten für diese Position den Klub verlassen. Einzig Mats Pannewig ist in Bochum geblieben. Neu dabei sind die externen Zugänge Enis Cokaj, Jean-Manuel Mbom und Charlie Patino sowie die beiden Eigengewächse Tom Meyer und Lasse Isbruch. 

Über genügend Auswahl verfügt Rösler also, ein festes Duo aber hat er bislang noch nicht gefunden, obwohl er dies anstrebt. Jüngst bezeichnete er die Doppel-Sechs als das "Herzstück" seiner Mannschaft. Das Hauptproblem: Immer wieder kamen Verletzungen dazwischen. Mbom fällt mit einer schweren Sprunggelenkverletzung monatelang aus. Auch Cokaj steht derzeit wegen einer Muskelverletzung nicht zur Verfügung. Und Pannewig, der mit Trainingsrückstand in die Saison gestartet war, war zuletzt gesperrt. Für das kommende Heimspiel gegen Arminia Bielefeld steht er aber wieder zur Verfügung. 

Patino ist "kein Frank Lampard"
Dass er als einer von Röslers Lieblingsschülern automatisch in die Startelf zurückgekehrt, ist jedoch alles andere als klar. Beim 4:1-Testspielsieg gegen den Ligakonkurrenten VfL Osnabrück bildeten erneut Meyer und Patino das Duo vor der Abwehr - eine Konstellation mit Zukunftspotenzial. Meyer übernimmt den etwas defensiveren Part, während Patino als Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive fungiert. Der von Deportivo A Coruna ausgeliehene Engländer debütierte jüngst bei der 1:2-Niederlage des VfL in Hannover und betrieb bei seinem Einstand Werbung in eigener Sache. Patino forderte immer wieder den Ball, verteilte ihn an seine Mitspieler und blieb auch unter Druck ruhig und abgeklärt. In dieser Hinsicht agierte der beim FC Arsenal ausgebildete Mittelfeldspieler souveräner als Pannewig in den ersten Saisonspielen. Rösler bemängelte allerdings, dass Patino zu wenig Präsenz am gegnerischen Strafraum zeigte. Generell sei er kein Torjäger. "Ein Frank Lampard ist er nicht", sagte Rösler mit einem Augenzwinkern. 

Meyer hat sich festgespielt
Während der Konkurrenzkampf zwischen Patino und Pannewig weiter spannend bleibt, hat sich Eigengewächs Meyer bereits in der Startelf festgespielt. Der 18-Jährige nutzte die Ausfälle in der Schaltzentrale und fügte sich trotz fehlender Erfahrung nahtlos ins Profigeschäft ein. Zu Meyers Stärken zählen Balleroberungen und ein gutes Spielverständnis. "Gott hat ihm viel mitgegeben", meint Rösler und bezeichnete Meyer jüngst nach dem Spiel in Hannover als "besten Mann auf dem Platz". Auch aus Gründen der Wertsteigerung wird Meyer im Team bleiben. Einziger Haken: Immer wieder hat er mit Schambeinproblemen zu kämpfen. Ein Spiel hat Meyer deswegen aber noch nicht verpasst. 

Quelle: Kicker.de