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So viele Tickets gibt es noch fürs Bielefeld-Duell - Herr Bert - 10-07-2026

Viel weniger Fans passen rein, dennoch ist das Ruhrstadion nicht ausverkauft. Der VfL Bochum denkt an neue Ticket-Maßnahmen: die Infos und Zahlen. 

Das Interesse zahlreicher Fans an Heimspielen des VfL Bochum scheint immer mehr zu schwinden. Für das einzige NRW-Duell der Saison gegen Arminia Bielefeld an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Ruhrstadion gibt es rund 3500 Karten weniger als bisher – und dennoch ist die brisante Partie längst nicht ausverkauft. 

Es ist das erste Baustellenspiel des VfL, dem drei harte Jahre bevorstehen. Die gesperrte Nordtribüne bleibt, abgesehen von VIP- und Medienplätzen, wegen der anstehenden Betonsanierung leer, die Sitzschalen sind bereits abmontiert. Die Kapazität des Ruhrstadions sinkt damit von 26.000 auf 22.500 Zuschauerinnen und Zuschauer, teilte der Klub auf Anfrage dieser Redaktion mit. Nicht betroffen ist der Gästebereich, der längst ausverkauft ist: 2.600 Arminia-Fans werden Bielefeld im Ruhrstadion unterstützen. 

Ausverkauft ist auch die Ostkurve mit rund 10.000 VfL-Anhängern, die am Sonntag erstmals nicht mehr gemeinschaftlich hüpfen dürfen außer beim Torjubel, wie Stadt und Verein am Mittwochmittag mitteilten. Eine Chance, einen Stehplatz zu ergattern, gibt es nur noch über den geöffneten Ticketzweitmarkt. 

950 Sitzplatzkarten gibt es noch für die Südtribüne und Westkurve
Dagegen sind zahlreiche Sitzplätze auf der Südtribüne, insbesondere im Block D, und in der Westkurve (Block G) noch frei. Stand Mittwoch, 13.30 Uhr, gab es im Ticketonline-Shop des VfL noch rund 600 Karten für die Südtribüne (Preis für Mitglieder: 36,50 bzw. 41,50 Euro in Block C) und 350 Karten für die Westkurve (26,50 Euro). Die Blöcke D und G grenzen an die Gästebereiche an und sind auch deshalb unbeliebt bei den VfL-Fans.

Dass das Stadion längst nicht ausverkauft ist, liegt auch an einer geringen Nachfrage an Ersatzkarten. 2100 Fans haben eine - in der Bauphase ruhend gestellte - Dauerkarte auf der Nordtribüne und hatten ein Vorkaufsrecht auf einen anderen Platz. Nur 1000 Fans aber holten sich ein Ticket im Osten, Süden oder Westen, ehe am vergangenen Freitag der Mitgliederverkauf startete. Dabei durfte und darf aber jedes Mitglied nur eine Karte kaufen - meistens waren es beim Start des Mitgliederverkaufs zwei. Dies dürfte ein Grund für die schleppende Nachfrage sein. Bis zum Sonntag könnte sich das noch ändern: „Gegen Bielefeld kann es kurzfristig zu einer Erhöhung auf zwei Tickets pro Mitglied kommen. Das ist aber noch in der Planungsphase“, erklärte der VfL auf Anfrage. „Wie bei den weiteren Heimspielen vorgegangen wird, ist noch ergebnisoffen.“ 

Ob es für das Bielefeld-Duell sogar noch einen freien Verkauf gibt, ist nicht gänzlich geklärt, gilt aber als unwahrscheinlich, weil sich dann auch weitere Bielefeld-Fans mit Karten für Heimbereiche eindecken könnten. „Hierzu bedarf es noch konkreter Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden, da das Spiel eine erhöhte Risikoeinstufung hat“, so der VfL Bochum. 

Proteste beim Spiel gegen Osnabrück – fast leerer Block gegen Fürth
Fakt ist: Wie selbstverständlich ausverkauft wie noch in den Bundesliga-Jahren und weitgehend auch im ersten Zweitliga-Jahr nach dem Abstieg ist das Ruhrstadion selbst im Baustellen-Modus mit deutlich weniger Plätzen nicht mehr. Nach „voller Hütte“ zum Auftakt gegen Hertha BSC blieben bereits beim zweiten Saison-Heimspiel gegen Osnabrück rund 500 Plätze leer. Gegen den Aufsteiger nahm der VfL einen Topzuschlag in Höhe von zehn Euro pro Sitzplatz, was vielen Fans sauer aufstieß. Auch die aktive Fanszene des VfL machte ihren Unmut über die hohen Preise mit Bannern und auf den Rasen geworfenen Spielgeldscheinen deutlich. 

Gegen Bielefeld indes verzichtete der Klub auf einen Topzuschlag, wie zuvor natürlich auch gegen Fürth. Hier überließen die Franken dem VfL sogar einen Gästeblock, was aber kaum einen Bochumer ins Stadion lockte. Rund 2000 VfL-Fans weniger als möglich sahen das 1:1 im letzten Heimspiel vor den Baumaßnahmen samt Sperrungen. 

Quelle: WAZ.de