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Nicht nur Uwe Rösler muss jetzt Antworten liefern - Herr Bert - 10-19-2026 Der VfL Bochum stürzt auf den Relegationsrang 16 ab. Der Trainer trägt eine Mitschuld – aber nur an Rösler liegt es nicht. Ein Kommentar. Es brodelt mal wieder gewaltig beim VfL Bochum. Der Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien nimmt Orkanstärke an. Im eigenen „Schmuckkästchen“, das nicht nur baulich zurzeit das Gegenteil ausstrahlt, wird es dagegen immer ruhiger, was deutlich bedrohlicher ist für den Klub als teils wilde Frust-Kommentare auf Instagram und Co. Die Fans füllen nicht einmal mehr das immer kleiner werdende Ruhrstadion. Resignation macht sich breit, manche wenden sich ab. Keine Leistung, kein Support: Alarmstufe Rot beim VfL. Wieder einmal. Rang 16 nach acht Spielen. Nur sieben Punkte. Die Ambition, im oberen Drittel mitzuspielen mit einem Etat, der diesem Ziel entspricht, hat sich vorerst erledigt. Der VfL steckt tief im Abstiegskampf, in einer ähnlichen Krise wie vor einem Jahr, als nach acht Partien sogar erst drei Punkte zu Buche standen. Strategie der Kontinuität sieht anders aus Dann kam Uwe Rösler. Mit seiner Energie, seiner Emotionalität, seinem Einsatz und Ehrgeiz riss er die Fans mit, den Klub, die Mannschaft. Rösler rettete den Verein vor dem Sturz ins Bodenlose, führte den VfL noch auf Rang neun. Und hoffte auf einen neuen Vertrag im Sommer schon, sein aktueller Kontrakt läuft 2027 aus. Daraus wurde bis heute nichts. Ein Signal des Vertrauens, eine klare Strategie der Kontinuität sieht anders aus. Richtig so, sagen die Rösler-Kritiker, die immer lauter werden, auch in den oberen Klubetagen. Der Coach hat es zwar geschafft, dass sein Team nach dem Umbruch im Sommer mehr Ballbesitz hat und einen im Aufbau ansehnlichen Fußball spielt. Diese Philosophie ist auch eine Vorgabe des Vereins, die Rösler umsetzt – ebenso wie den Einbau von Talenten. Tom Meyer ist der Lichtblick dieser Saison. Harmlosigkeit des VfL Bochum frisst spielerische Fortschritte auf Der spielerische Fortschritt, der sich zuletzt auf ungefährliche Räume beschränkte, wird aber aufgefressen von einer Harmlosigkeit im letzten Drittel, die für tiefe Risse sorgt auf allen Ebenen. Fünf Tore erzielte der VfL in acht Partien, ein Tor in vier Heimspielen, und noch kein Treffer gelang aus dem eigenen Kombinationsspiel heraus. Bochum ist zu leicht auszurechnen, es fehlt an Varianz. Nach der stärksten Saisonleistung, die beim 1:2 in Hannover nicht belohnt wurde, kam eine dreiwöchige Länderspielpause. Das Resultat: Gegen Bielefeld und in Kaiserslautern brachte Bochum in der gefährlichen Zone fast nichts mehr zustande. In den Fokus rückt aber nicht nur der Trainer, sondern auch die Kaderplanung. Auf etlichen Positionen fehlen standfeste Alternativen wie etwa für Maxi Wittek, wie für Philipp Hofmann. Zu wenige Neuzugänge sind bisher richtig angekommen. Michael Steinwender ist ein Volltreffer, Karol Mets kann es noch werden, zusammen bilden sie eine vorzeigbare Innenverteidigung. Von den Offensiven spielt nur Christian Rasmussen. Nach klaren Fortschritten, die viel Hoffnung machten, baute nun auch der Däne ab. Rösler muss Taz und Leihspieler ins Rollen bringen Jarne Steuckers und Berkan Taz sind nur Joker. Auch der defensivere Mittelfeldmann Charlie Patino, ein fußballerisch starker Verbindungsspieler, kommt kaum zum Zug, obwohl er in Hannover seine Qualitäten am Ball zeigte. Steuckers und Patino holte der Klub kurz vor Transferschluss auf Leihbasis, mit hohen Erwartungen. Leihspieler müssen schnell funktionieren, sonst kann man sie sich sparen. Taz sollte den Unterschied als Zehner machen. Rösler aber setzte alle drei in Kaiserslautern, wo er der gleichen Startelf vertraute wie beim Gruselspiel gegen Bielefeld, erneut nur auf die Bank, brachte sie erst im Verlauf der zweiten Halbzeit. Zu spät. Sicher: Speziell Taz und Steuckers konnten die Erwartungen bisher im Spiel nicht erfüllen. Rösler muss es aber schaffen, sie auf Touren zu bringen, das geht nur über längere Einsatzzeiten. Ein Weiter so mit seinen elf Auserwählten gegen Bielefeld und Kaiserslautern kann es nicht geben. Der VfL benötigt neue Impulse. Personell, auch in der Gangart. Philipp Hofmann hat ja recht, wenn er sagt, dass der VfL im Abstiegskampf erstmal „schmutziger“ spielen müsse, „geradliniger“. Die Profis müssen mehr Gier entwickeln Nur den Trainer verantwortlich zu machen für die Krise, griffe zu kurz. Die Verletztenmisere ist nicht wegzudiskutieren. Die Profis sind gefordert, sich gegenseitig mehr zu pushen, mehr Gier zu entwickeln – das gilt speziell für die Führungsspieler. Der VfL hat eine reife Mannschaft mit für Zweitliga-Verhältnisse vielen guten Fußballern. Der grundsätzliche Einsatzwille, das ist auch im Training zu sehen, ist da. Das letzte Feuer, die nötige Energie in entscheidenden Duellen aber fehlt. Jetzt geht es gegen den VfL Wolfsburg. Einem Team, das individuell und finanziell in einer anderen Liga spielt. Das zwölf Tore erzielte in den letzten drei Partien. Das auf einen extrem angeschlagenen VfL Bochum trifft mit einem angezählten Trainer. Uwe Rösler steht seinen Mann, er geht voran, stellt sich vors Team. Seine Energie im Training, beim Spiel ist ungebrochen. Er hat die Chance verdient, gegen Wolfsburg und – wenn es nicht ein Debakel wird – auch im Pokal gegen Mainz und in Cottbus die Wende zu schaffen. Das geht über beherzte Auftritte, die wieder Mut machen. Das geht über Ergebnisse. Gelingt der Turnaround nicht, bleibt dem Klub nur der übliche Mechanismus, der Rösler selbst vor einem Jahr nach Bochum spülte. Quelle: WAZ.de RE: Nicht nur Uwe Rösler muss jetzt Antworten liefern - Herr Bert - 10-19-2026 Drei Liganiederlagen in Folge und der Absturz in den Tabellenkeller rücken fast schon automatisch die Arbeit des Trainers in den Fokus. Doch Uwe Rösler ist nicht allein verantwortlich für die Krise beim VfL. Ein Kommentar von Bochum-Experte Philipp Rentsch. Im Oktober des vergangenen Jahres verlor der VfL Bochum beim 1. FC Kaiserslautern (2:3) und absolvierte an jenem Tag sein letztes Spiel vor dem Amtsantritt von Trainer Uwe Rösler. An Ort und Stelle unterliegt der VfL auch zwölf Monate später wieder (diesmal 0:2) und lässt die Erkenntnis reifen, dass sich in dieser Zeit nur wenig nachhaltig verbessert hat. Die Frage ist: Liegt es an den Spielern oder am Trainer? Rösler hatte nach der Niederlage gegen Bielefeld angekündigt, die ballbesitzorientierte Spielweise nicht verändern zu wollen und damit eine Mischung aus Sturheit, Betriebsblindheit und Ratlosigkeit offengelegt. Er hofft auf Verbesserungen, obwohl er weder taktische noch personelle Veränderungen vornimmt. Ein Teil der Verantwortung für die Krise liegt also klar bei ihm. Dass der VfL allerdings auch mit seinen Jokern nur punktuell Torgefahr entwickelt, zeigt, dass sich neben Rösler auch die Kaderplaner hinterfragen müssen. Die Zahlen sind eindeutig: Die sechs Neuzugänge, die dem Offensivbereich zuzurechnen sind, waren nach acht Spieltagen noch an keinem einzigen Treffer unmittelbar beteiligt. Von den 14 Sommertransfers überzeugt derzeit nur Innenverteidiger Michael Steinwender, mit Abstrichen auch Sean Klaiber und Karol Mets. Dass diese Mannschaft besonders leidenschaftlich und widerstandsfähig sein soll, wie es die Verantwortlichen im Sommer immer betont haben, ist auch nicht erkennen. Sollte die Führungsriege der Meinung sein, dass die Spieler eigentlich viel besser sind, dann würden sie die Schuld klar in Röslers Richtung schieben - und damit abermals die Trainerfrage stellen. Wie jedes Jahr. Quelle: Kicker.de |