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War das die Rösler-Rettung? - Herr Bert - 10-25-2026 Ein kämpferischer Auftritt gegen Wolfsburg bringt dem VfL Bochum neuen Mut. Abwehrspieler Sean Klaiber glaubt fest an eine sportliche Wende. Manch ein Spieler hätte möglicherweise aufgegeben, sich hängen gelassen. Nicht so Sean Klaiber, der mit seinen 32 Jahren und bei diversen Profi-Stationen schon viel erlebt hat. Dass er sich von Fehlern nicht beirren lässt, offenbarte er am Freitagabend beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg, das beim VfL Bochum zumindest vorerst einen kleinen Stimmungsumschwung eingeleitet hat. Nach drei Niederlagen in Serie war es vor allem die Art und Weise, wie die Bochumer den großen Aufstiegsfavoriten unter Flutlicht in Schach hielten und zeitweise dominierten. Sinnbildlich dafür stand auch Klaiber. Der gebürtige Niederländer mit Pass aus Suriname sah beim frühen Gegentor durch Fabian Reese (2.) nicht gut aus, ließ den Star-Spieler der Wolfsburger aus den Augen und bei dessen perfektem Abschluss zu viel Platz. Naturgemäß ärgerte er sich, klatschte mit den Händen auf die Oberschenkel. „Offen gesagt fiel das Tor aus dem Nichts. Für mich kam es völlig überraschend. Ein verrückter Abschluss von ihm – typisch eigentlich: Entweder schießt er den Ball aus dem Stadion oder er geht rein. Diesmal war er drin“, sagte Klaiber im Nachgang in der Interviewzone des Stadions. Schon in der Vorwoche beim 1. FC Kaiserslautern war es sein Fehler, der die Bochumer in Rückstand brachte. VfL Bochum steckt nicht auf Aber: Weder Klaiber noch seine Teamkollegen steckten am Freitag auf. Der VfL Bochum biss sich ins Spiel, zeigte Leidenschaft und sich spielerisch klar verbessert. Die Rösler-Elf suchte direkter den Weg nach vorn und schaltete immer wieder gut um. Wie beim Ausgleichstreffer durch Klaiber. Nach einem Ballgewinn auf der linken Mittelfeldseite durch Mats Pannewig ging es blitzschnell nach vorn. Klaiber erahnte die Situation, zog von seiner Rechtsverteidiger-Position einen langen Spurt an und bekam schlussendlich den Ball im Strafraum, zog ab und ließ Timon Wellenreuther im Tor der Wolfsburger keine Chance. „Ein gutes Tor und endlich ein Tor“, sagte Klaiber. Es war erst das sechste am neunten Spieltag. Paradoxerweise hätte die Ausbeute gegen die Wölfe aber deutlich höher ausfallen können. Wie häufiger in dieser Saison betrieb Bochum einen großen Aufwand mit zu wenig Ertrag. „In den letzten Wochen haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen und hart arbeiten können, nur die Ergebnisse haben gefehlt“, sagte Klaiber und kündigte an: „Genau das ist der Maßstab, den wir für jeden ansetzen müssen. Insgesamt haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und hatten die Kontrolle.“ VfL Bochum betreibt viel Aufwand für wenig Ertrag Dass die Mannschaft des VfL Bochum besser ist, als es der Tabellenplatz und die Punktausbeute bislang ausdrücken, davon sind die Verantwortlichen und auch die Spieler fest überzeugt. Grundsätzlich steht die Defensive auch kompakt, lässt wenig zu, leistet sich pro Partie bislang aber mindestens einen schweren Patzer, der dann auch knallhart bestraft wird. Offensiv allerdings lief es in dieser Saison bislang äußerst schleppend. Gegen Wolfsburg lief es endlich einmal besser, der VfL belohnte sich für gute Trainingsarbeit. „Wir trainieren so gut, ich sehe das jeden Tag. Ich habe Erfahrung und sehe, wie hart die Jungs arbeiten – von jung bis alt, gemeinsam mit dem Trainerteam“, sagte Klaiber. „Alle ziehen mit. Das muss sich jetzt in Ergebnissen niederschlagen, damit alle zufrieden sein können. Zuletzt fehlten die Ergebnisse, und die Leute fragen sich natürlich: ‚Was machen die da eigentlich?‘ Aber wir arbeiten wirklich extrem hart, reißen uns den Hintern auf. Ehrlich gesagt haben wir mehr verdient, weil wir ansehnliche Spiele zeigen. Ich hoffe, das ist der Beginn von etwas Gutem.“ „Wir haben richtig gute Spieler“ Darauf hoffen auch die Fans, die mit ihrer Unterstützung am Freitag einen Teil dazu beigetragen haben, den Punkt einzutüten. Sie peitschten ihre Mannschaft nach vorn und zollten ihr nach dem Abpfiff auch den Respekt für eine kämpferisch gute Leistung. Allerdings war es auch eine Partie gegen einen mitspielenden Gegner, der Bochum Räume eröffnete. Und am Ende auch mit etwas Glück für den VfL nicht den Lucky-Punch setzte, weil Kento Shiogai den Ball vor seinem vermeintlichen Siegtreffer an den Arm bekam. Nun hoffen sie in Bochum darauf, dass der Punkt Auftrieb gibt. „Mit der Zeit werden wir als Team wachsen und die nötige Ruhe finden, solche Ergebnisse souverän einzufahren. Wenn die Punkte da sind, kommt auch die Ruhe ins Spiel. Wir haben richtig gute Spieler im Kader, die extrem hungrig sind. Das wird kommen“, sagte Klaiber, der mit seiner Erfahrung weiß, wovon er spricht. Quelle: WAZ.de |