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VfL trauert um Erich Schiller - Herr Bert - 11-02-2026

Der VfL Bochum 1848 trauert um seinen ehemaligen Spieler und Jugendtrainer Erich Schiller, der am 27. Oktober im Alter von 83 Jahren verstarb. Als Spieler absolvierte Schiller 54 Partien für die Blau-Weißen, in denen er fünf Treffer erzielen konnte. Das Highlight seiner Spielerkarriere war sicherlich der Einzug mit dem VfL ins DFB-Pokalfinale 1968. Als späterer Jugendtrainer gewann Schiller mit der B-Jugend des VfL 1985 die Deutsche Meisterschaft. 
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Während des Zweiten Weltkriegs, im Oktober 1943, wurde Erich Schiller im damaligen Westpreußen geboren, einer Ortschaft namens Ahorngrund (dem heutigen Klonowo). Durch die Kriegswirren verschlug es ihn nach Westdeutschland, genauer: an den Niederrhein. Ab 1954 ist seine fußballerische Karriere dokumentiert, die ihren Beginn beim VfB Rheingold Emmerich nahm. Acht Jahre lang schnürte Schiller die Botten für die Schwarz-Weißen, ehe er zum damaligen Regionalligisten Hamborn 07 wechselte. Dort traf er u.a. auf den späteren VfL-Torhüter Werner Scholz, der ebenfalls für die Hamborner „Löwen“ im Seniorenbereich debütierte. Der junge Schiller kam auf 26 Einsätze in seiner ersten Saison, vier Tore in der Bilanz. Am Ende sollten nach vier Jahren Hamborn 115 Spiele und 18 Treffer zu Buche stehen. 
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1967 lotste ihn das Führungsduo Wüst/Eppenhoff nach Bochum. Präsident Ottokar Wüst hatte es sich in den Kopf gesetzt, den VfL Bochum aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, in den der Verein im Bundesligagründungsjahr 1963 durch den (letztmaligen) Abstieg in die Drittklassigkeit gefallen war. 1967 waren die Blau-Weißen bereits auf dem Vormarsch, Trainer Hubert Schieth hatte sie in der Regionalliga West (der damals zweithöchsten deutschen Fußballklasse) bereits auf Platz 4 geführt und übergab das Zepter an den „Meister“ Hermann Eppenhoff. Der war mit Schalke 04 als Spieler in den 40er-Jahren bereits Deutscher Meister geworden und wiederholte das Kunststück als Trainer mit Borussia Dortmund (1963). Den VfL baute Eppenhoff mit Ottokar Wüsts Segen zu einem Spitzenteam auf, und Erich Schiller nahm dort einen prominenten Platz ein. Immerhin ließen die Bochumer die damals größtmögliche Transfersumme von 75.000 D-Mark springen, um ihn von Hamborn 07 auszulösen. 
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Der Mittefeldstratege war Teil des „talentierten Dreigestirns“ (Zitat Markus Franz in „Die Jungs von der Castroper Straße“) Schiller/Eversberg/Jansen. Das magische Dreieck erzielte zwar zusammen 22 Tore, wozu allein Gustav Eversberg 15 Treffer beisteuerte. Erich Schiller traf in seiner VfL-Premierensaison vier Mal, „Steiger“ Jansen war dreimal erfolgreich. Dennoch reichte es am Ende der Spielzeit „nur“ zu Rang 5, hinter Bayer Leverkusen, RW Essen, RW Oberhausen und Arminia Bielefeld. Aber im DFB-Pokal setzte der VfL neue Maßstäbe und erreichte als Zweitligist das Finale. Immer mittendrin: Erich Schiller. 
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Die Qualifikation auf Landesebene verlief noch schleppend, „der Pokal wurde eigentlich überhaupt nicht beachtet. Das Ziel war klar der Aufstieg in die Bundesliga“, erinnerte sich Schiller rückblickend. Gegen Wattenscheid 09 gewann der VfL mit 1:0, gegen den TSV Marl-Hüls mit 2:1, gegen Marathon Remscheid wurde sogar die Verlängerung bemüht, um 5:3 zu gewinnen. Im finalen Qualifikationsspiel empfing der VfL den Ligakonkurrenten Schwarz-Weiß Essen an der Castroper Straße, erst ein Eigentor der Gäste kurz vor Schluss sicherte den 2:1-Sieg. Kurz danach begannen die Bochumer Festspiele. 
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Vier weitere Runden mussten her, um den VfL ins Endspiel nach Ludwigshafen zu bringen. Immer empfingen die Blau-Weißen einen Bundesligisten „anne Castroper“. Den Anfang machte der Karlsruher SC, der mit 3:2 bezwungen werden konnte. Es folgte ein 2:1 gegen den VfB Stuttgart, auf schneebedecktem Boden. Im Viertelfinale hielt VfL-Keeper Horst Christopeit einen Elfmeter von Gladbachs Günter Netzer, der VfL schlug Borussia Mönchengladbach mit 2:0. Im Halbfinale dann die Krönung: Mit 2:1 gewannen die Mannen um Erich Schiller gegen den FC Bayern München, immerhin Titelverteidiger. Vor 41.000 Zuschauern, die sich bis an den Spielfeldrand drängten, hämmerte „Steiger“ Jansen bereits in der 6. Minute den Ball in die Maschen. An das 2:0 erinnerte sich Erich Schiller genau: „Das 2:0 war von Werner Balte. Ich besaß den Ball auf Linksaußen, spielte ihn quer, und Werner knallte ihn direkt unter die Latte – zack! Also, so was vergisst man ja nicht.“ 
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Am 9. Juni 1968 stand Schiller mit seinen zehn Teamkameraden im Ludwigshafener Südweststadion am Mittelkreis, um gegen den haushohen Favoriten 1.FC Köln das Finale zu bestreiten. Schiller mit der Nummer 4, seine Mittelfeld-Buddies Jansen (Nummer 10) und Eversberg (8) links und rechts von ihm. Der Verlauf ist bekannt, trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Charly Böttcher zum 1:1 unterlagen Schiller & Co am Ende mit 1:4. Den 50.000 Zuschauern wurde dennoch ein tolles Spiel geboten. „Direkt nach unserem Ausgleich kam postwendend das 1:2 durch Rühl, das hat uns das Genick gebrochen“, analysierte Schiller Jahrzehnte später. Der Empfang am Bochumer Rathaus anderntags war für die Pokalhelden dennoch mehr als Balsam. 
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Den Einzug in die Bundesliga erlebte Erich Schiller als Spieler nicht mehr, eine schwere Verletzung bzw. eine womöglich falsche medizinische Behandlung führte zum Aus. Ende Oktober 1968 bekam er einen Schlag aufs Knie. Im Krankenhaus wurde die Schwere der Verletzung offenbar nicht erkannt, die Wundversorgung erst einen Tag später vorgenommen. Es folgten Wochen im Hospital mit offenem Gips, Muskelschwund setzte ein. Als man sich dann endlich zur Operation entschloss, wurde zwar der geschädigte Meniskus operiert, nicht aber das gerissene Kreuzband. Schiller unternahm zwar noch einige Versuche, aufs Feld zurückzukehren, nach einem erneuten Knietreffer wurde er jedoch mit 27 Jahren zum Sportinvaliden erklärt, seine aktive Zeit beim VfL endete somit 1971, im Jahr des Bundesliga-Aufstiegs. Sein letzter Versuch stellte die Einwechslung in der 46. Minute am 8. November 1970 beim Heimspiel gegen Viktoria Köln dar; bereits in der 67. Minute musste er aber durch den VfL-Youngster Hans-Jürgen Köper ersetzt werden. 
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Dem VfL blieb Erich Schiller aber stets verbunden. Und konnte sein Können und Wissen später als Jugendtrainer weitergeben. Sein größter Erfolg: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft der B-Junioren im Jahr 1985. Der VfL siegte im Finale in Offenbach gegen die dortigen Kickers mit 3:0, Karsten Kirschke (2) und Uli Sieweke erzielten die Tore. In Schillers Mannschaft waren die späteren VfL-Profis Olaf Dreßel und Thorsten Legat Leistungsträger, auch Christian Broos (später beim Wuppertaler SV) landete im bezahlten Fußball. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft der A-Junioren (1969) war es der zweite große nationale Titel im Nachwuchsbereich für den VfL. Auf dem Weg nach Offenbach hatten die Bochumer Junioren in den vorherigen Runden Bayer Leverkusen (2:0, 3:2), Holstein Kiel (5:0, 5:1) und den Hamburger SV (1:0, 4:1) ausgeschaltet. Dass man nur wenige Wochen zuvor unter Schillers Regie bereits Westdeutscher Verbandspokalsieger geworden war, u.a. durch Siege über Schalke 04 und Borussia Dortmund, soll nicht verschwiegen werden. 
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Der VfL Bochum 1848 trauert um einen großartigen Sportler, Trainer und Menschen. Wir wünschen den Angehörigen von Erich Schiller viel Kraft in den kommenden Tagen und Wochen und werden sein Andenken in Ehren halten.