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Das fällt in der erfolgreichen Woche auf - Herr Bert - 11-02-2026

Der VfL Bochum präsentiert sich laufstark und belohnt sich nach intensiven Spielen mit Siegen – eine Systemumstellung zeigt deutliche Wirkung. 

Als Uwe Rösler am Freitagabend in Cottbus auf dem Podium vor den Pressevertretern saß, sprach eine große Portion Stolz aus dem Trainer des VfL Bochum. „Ich muss ehrlich sagen: Wenn man die Spiele gehabt hat wie wir, und dann läuft die Mannschaft wieder 120 Kilometer gegen Energie Cottbus, dann ist das überragend. Wir haben viel Energie auf den Platz gebracht und so gegengehalten“, sagte der 57-Jährige nach dem 2:1-Sieg gegen den FC Energie Cottbus. Nach einer aufopferungsvollen Leistung gegen den VfL Wolfsburg und einem hochemotionalen Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Mainz 05 war wohl auch der Trainer selbst überrascht davon, was seine Spieler im dritten Spiel innerhalb von einer Woche noch abrufen konnten. Nach einem 0:1-Rückstand drehte der VfL die Partie dank des eingewechselten Christian Rasmussen noch zum Sieg. 

Satte 120,26 Kilometer lief die Mannschaft zusammengerechnet in der Lausitz und damit gut zwei Kilometer mehr als die Cottbuser von Trainer Claus-Dieter Wollitz, der mit diesem Wert im Nachgang ganz und gar nicht einverstanden war. Allein Mats Pannewig spulte 12,7 Kilometer im zentralen Mittelfeld ab, war permanent zwischen den Strafräumen aktiv und trug so maßgeblich dazu bei, dass der VfL Bochum den Gegner in der zweiten Halbzeit in die Knie zwingen konnte. 

Rösler findet VfL Bochum „sensationell“
„Es war eine sensationelle Woche und das heute das schwierigste Spiel. Sensationell, wie die Mannschaft sich erholt hat, hat nicht nur physisch, sondern auch mental“, sagte Rösler nach dem Spiel gegen Energie Cottbus nach drei Spielen in sieben Tagen.

Schon gegen den VfL Wolfsburg und auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Mainz 05 war auffällig, dass die Mannschaft von Uwe Rösler insgesamt wieder mehr Kilometer rannte, als noch in den beiden schwachen Spielen gegen Arminia Bielefeld und den 1. FC Kaiserslautern. Nachdem die Spieler des VfL Bochum zu Beginn der Saison gute Laufwerte aufwiesen, ging es peu à peu in den Wochen danach nach unten – mitunter parallel zu den schwachen Ergebnissen. Unter anderem bei den Niederlagen gegen Osnabrück, Lautern und Bielefeld lässt sich eine Relation ablesen. 

Natürlich ist ein gutes Spiel nicht zwingend davon abhängig, wie viele Kilometer eine Mannschaft schlussendlich auf dem Platz läuft. Der FC Bayern feierte zahlreiche Meisterschaften vor der Ära Vincent Kompany, in deren Saisons der Rekordmeister im Mittelfeld der lauffreudigsten Mannschaften rangierte. Doch im modernen Fußball hängt viel von der Laufbereitschaft und der damit verbundenen Intensität der Spieler ab. Dabei geht es auch um Sprintkilometer. Je mehr eine Mannschaft läuft, desto schwerer haben es die Gegner. Den Beweis dafür erbringt der VfL Bochum seit seiner Systemumstellung vor dem Spiel gegen Wolfsburg. Gegen Mainz 05 im DFB-Pokal hatte der VfL Bochum so etwa gefühlt einen Spieler mehr auf dem Platz als der Gegner. 

KSC ist die zweitstärkste Mannschaft bei den Laufleistungen
Allein durch diese drei Partien hat der VfL Bochum in der Gesamtstatistik einen Sprung gemacht. 1173,40 Kilometer hat die Mannschaft in dieser Saison gesamt abgespult. In den vergangenen drei Partien profitierte das Team dabei eindeutig von der Systemumstellung: Das Zentrum wurde gestärkt, Akteure wie Pannewig, Berkan Taz oder Koji Miyoshi hatten mehr voneinander und arbeiteten mit ihren Läufen effektiver gegen den Ball. Durch die geringeren Abstände kommen die Bochumer schneller wieder an den Ball und können entsprechend umschalten.

Zur Belohnung gab es sogar drei freie Tage. Nach der Rückkehr um 2 Uhr in der Nacht auf Samstag regenerierte die Mannschaft noch im Stadion mit einer Einheit, anschließend wurden die Spieler noch behandelt. Am Samstag, Sonntag und Montag durften sie dann die Füße hochlegen und gemeinsam mit ihren Familien etwa Halloween feiern. 

Es war eine willkommene Pause nach einer intensiven Woche, nach der sich die Stimmung rund um den Verein wieder verbessert hat. Noch vor eineinhalb Wochen stand Trainer Rösler vor dem Aus, inzwischen hat er scheinbar die Fans wieder hinter sich, die Mannschaft offenbar ohnehin. Diese wird nun gefordert sein, auch gegen Karlsruhe noch einmal läuferisch gegenzuhalten. Denn mit dem KSC kommt die zweitlaufstärkste Mannschaft der bisherigen Saison an die Castroper Straße. 

Quelle: WAZ.de