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Pablo Thiam im Interview
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Während im Talentwerk des VfL Bochum 1848 manche Teams noch ihre letzten Spiele bestreiten, haben bereits neue Jahrgänge – darunter die U19 – mit der Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen. Pablo Thiam, seit Juli 2025 als Direktor Talentwerk beim VfL tätig, blickt im Interview auf die vergangenen Monate zurück und spricht unter anderem über die Bedeutung von Kontinuität, auch bei den Mitarbeitenden. 
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Pablo, dein erstes Jahr als „Direktor Talentwerk“ neigt sich dem Ende zu – wie ordnest du die erste Saison in deiner Funktion beim VfL Bochum 1848 ein?
„Als Neuzugang im Verein habe ich in kürzester Zeit viele Menschen, Themen und Prozesse kennengelernt – und natürlich war es mein Ziel, meine Expertise schnell einzubringen. Deshalb waren die vergangenen Monate intensiv. Gleichzeitig bin ich sehr gut angekommen und habe den Verein schnell kennen- und schätzen gelernt. Mit der Mentalität und den Menschen in Bochum und Umgebung kann ich mich sehr gut identifizieren. Diese Einstellung hätte auch gut zu mir als Spieler gepasst – ich war auf dem Platz ebenfalls ein Malocher. Ich freue mich auf alles, was wir im Verein künftig anpacken, auf positive Entwicklungen und hoffentlich auf einige Meilensteine.“
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Wie blickst du auf das sportliche Abschneiden unserer Talentwerk-Mannschaften in der vergangenen Saison?
„Insgesamt war das für uns eine sehr gute Saison, auch wenn wir mit der U19 oder der U17 vielleicht sogar noch ein paar Schritte hätten weitergehen können. Aber der Einzug der U19 ins Halbfinale des DFB-Pokals der Junioren, ins Viertelfinale der DFB-Nachwuchsliga und ins Westfalenpokal-Finale bzw. der U17 ins Achtelfinale der DFB-Nachwuchsliga ist neben der persönlichen Weiterentwicklung der Spieler ein ordentliches Resultat. Wichtig wird sein, dass wir daran anknüpfen und die Lehren aus diesen Niederlagen in entscheidenden Phasen ziehen. Dazu kommt an der Spitze der Ausbildung unsere U21, die sich zu Saisonbeginn schwertat und bei der alle Verantwortlichen - Trainerteam, Staff und sportliche Leitung - gefordert waren. Gemeinsam haben wir gute Entscheidungen für Mannschaft und Verein getroffen. Dass sich die Jungs stabilisiert, die Klasse gehalten und zum Schluss ansehnlichen Fußball gespielt haben, spricht für die Entwicklung des Teams. Dabei darf man nicht vergessen, dass der ursprüngliche Plan der U21 vorsah, spätestens nach drei Jahren aus der Oberliga aufzusteigen und sich dort weiterzuentwickeln. Das ist uns deutlich schneller gelungen. Entsprechend musste sich die Mannschaft erst an die neuen Herausforderungen gewöhnen. Gerade bei zweiten Mannschaften brauchst du Ruhe, Kontinuität und viel Arbeit, damit sich die Spieler individuell weiterentwickeln und dadurch auch die Mannschaft besser wird. All die Erfahrungen nehmen wir natürlich mit in die nächste Saison. Im Großen und Ganzen war es also sehr anspruchsvoll, sehr erfolgreich und auch sehr spannend.“
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Was hat dich besonders begeistert – ein Moment oder vielleicht ein Spieler?
„Mir geht es hier am stärksten um eine positive Entwicklung. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir K.o.-Spiele erreichen, aber wertvoll ist auch, dass die U-19-Spieler Kacper Koscierski, Darnell Keumo und Alessandro Crimaldi regelmäßig in der U21 gespielt haben. Es ist eine perfekte Konstellation, dass die Talente schon in diesem Alter in der Regionalliga erste Schritte im Seniorenbereich gehen. Heiko Butscher hat das als Trainer super umgesetzt und voll auf die Jungs gesetzt. Dadurch sind sie jetzt in der Lage, sich in der Sommer-Vorbereitung als Herausforderer bei den Profis zu präsentieren. Wenn uns das jedes Jahr gelingt, können wir sehr zufrieden sein.“
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Auch neben dem Platz entwickelt sich das Talentwerk spürbar weiter. Wie ist der aktuelle Stand, beispielweise beim Umbau des Nachwuchsleistungszentrums an der Hiltroper Straße?
„Unsere Nachwuchsabteilung bekommt hundertprozentige Unterstützung – von der Stadt Bochum, Partnern und natürlich vom gesamten Verein mit Gremien, Geschäftsleitung und Lizenzspielerabteilung. Der erste Platz an der Hiltroper Straße ist bereits fertig, die nächsten folgen. Dazu kommt natürlich noch das größere Projekt: unser neuer Funktionsgebäude. Die Planungen laufen auf Hochtouren. Wenn das alles fertiggestellt ist, werden wir im infrastrukturellen Bereich einen Quantensprung machen. Der ganze Verein zieht an einem Strang, um unsere Talentförderung in einer Region mit großer Konkurrenz weiter zu verbessern. Wir arbeiten weiter mit höchster Akribie an diesem Herzensprojekt, einen genauen Zeitpunkt für die nächsten Maßnahmen können wir aber noch nicht nennen.“
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Auf vielen zentralen Positionen – sowohl im Trainerteam als auch in der sportlichen Leitung – gehen wir mit demselben Personal in die kommende Saison. Wieso ist Kontinuität für uns als Talentwerk so wichtig?
„Im Verein arbeiten viele junge Menschen, die in Bochum oder der Region groß geworden sind und wissen, wie der Verein tickt. Mir ist es ein Anliegen, Mitarbeitende mit ihren Stärken und Potenzialen zu fördern, die dem VfL auch in schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben. Natürlich können wir nicht jede Position mit eigenen Kräften besetzen, aber die Mitarbeitenden sind wie unsere Spieler Eigengewächse mit einer VfL-DNA. Diese DNA vorzuleben, Werte zu vermitteln und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, ist ein wichtiger Baustein. Schon vor meiner Zeit gab es eine gewisse Rotation auf den Trainerposten, daran halten wir fest. Dennis Gieseker wird deshalb beispielsweise erstmals das Amt als U17-Cheftrainer übernehmen. Für den nächsten Sommer treffen wir dann weitere Entscheidungen.“ 
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Die Sommerpause für die Talentwerk-Teams ist relativ kurz – die U19 hat bereits in dieser Woche wieder das Training aufgenommen. Wie laufen die Planungen hinsichtlich der Kaderstruktur der einzelnen Teams?
„Die Kaderplanung hat bereits im vergangenen Sommer begonnen, vieles steht schon fest. Natürlich haben wir ein Transferfenster, das offen ist, das gilt auch für den Jugendbereich. Es kann immer passieren, dass sich vereinzelt Möglichkeiten ergeben, aber bei den meisten Mannschaften wird nicht mehr viel passieren. Bei der U21 sieht es etwas anders aus, im Seniorenbereich gibt es mehr Bewegung und damit mehr Einfluss auf die Kaderzusammenstellung. Aber wir sind hier auf einem guten Weg, unsere Scoutingabteilung arbeitet sehr gut und liefert regelmäßig sinnvolle Vorschläge.“
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Auf die U21 kommt eine Umstellung zu. In der neuen Saison spielt das Team von Cheftrainer Heiko Butscher nicht mehr im Vonovia Ruhrstadion, sondern in der Mondpalast-Arena des DSC Wanne-Eickel. Wie schätzt du die neue Situation für die U21 ein?
„Der VfL kennt den DSC Wanne-Eickel und die Anlage, einige Spieler ebenfalls. Natürlich sind Spiele im Vonovia Ruhrstadion schön, aber es gibt durch den Umbau andere Prioritäten – das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt für die Zukunft des Vereins. Insofern denken wir gar nicht zu viel darüber nach. Wir werden eine gute Spielstätte vorfinden, uns auf die Bedingungen einstellen und unsere Abläufe ein wenig anpassen. Aber die Verantwortlichen in Wanne-Eickel, mit denen ich persönlich gesprochen haben, sind auch alle VfL-Fans und unterstützen uns maximal. Neues Flutlicht, höchstmögliche Rasenqualität – alle gemeinsam sorgen für die bestmöglichen Voraussetzungen.“ 
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Wir haben einige Spieler verabschiedet, von unseren U21-Abgängen haben aber viele bereits neue Vereine gefunden. Verfolgst du den weiteren Karriereweg unserer ehemaligen Spieler?
„Natürlich, man sieht sich immer mehrmals im Fußball. Davon können auch unsere Jungs ein Lied singen. Nicolas Abdat habe ich als jungen Spieler nach Wolfsburg geholt, ehe wir uns hier wiedergetroffen haben. Jamil Najjar und Amos Gerth kenne ich noch von Hertha BSC. Für mich war und wird es immer interessant sein zu sehen, wo die Spieler landen. Nicht immer sind es die U-Auswahlspieler, die Profi werden. Oft sind es auch Akteure, die über Umwege den Durchbruch schaffen oder zwischendurch etwas hintendran waren. Wichtig ist, dass wir den Jungs hier die besten Möglichkeiten geben, sie sportlich, aber auch menschlich zu entwickeln. Und natürlich freue ich mich, dass ich sehr, sehr viele Jungs immer wieder sehe. Ich bin mir sicher, dass viele im Nachhinein verstehen, warum ich ihnen den einen oder anderen Tipp gegeben oder so manche Entscheidung getroffen habe.“
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„Die Mitarbeitenden sind wie unsere Spieler Eigengewächse mit einer VfL-DNA. Diese DNA vorzuleben, Werte zu vermitteln und eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, ist ein wichtiger Baustein.“ 
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Pablo Thiam
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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