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Pressebrichte zum 20. Spieltag:Derby
#1
Die Innenverteidiger des VfL Bochum spielen am Limit, im Sommer gibt es Wechsel. Kehrt Kleine-Bekel zurück? Es liegt auch an St. Gallen. 

Das Spiel hatte Spuren hinterlassen. Sichtlich abgekämpft schlich Philipp Strompf nach dem Abpfiff erst vor die Kurve, in der die Anhänger des VfL Bochum gerade die Derbywoche mit Schmähgesängen gegen den FC Schalke 04 einleiteten. 

Neben ihm trottete sein Innenverteidiger-Kompagnon Noah Loosli ebenfalls in die Kurve. Auch der fitte Schweizer sah nach einem umkämpften 1:1 bei der SV Elversberg im kalten Saarland durchaus froh aus, dass der Nachmittag endlich vorbei war. Denn die beiden Innenverteidiger hatten gegen die spielerisch vielleicht beste Mannschaft der 2. Liga herausfordernde 90 Minuten erlebt, die sie zwar weitgehend unbeschadet überstanden hatten, die aber auch in gewissem Maße die Grenzen des Duos aufzeigten. 

Innenverteidigung spielt solide – mehr nicht
Und dennoch resultierten die Probleme in einer schwachen ersten Halbzeit auch aus Problemen der Innenverteidiger. Trainer Uwe Rösler kritisierte nach dem Spiel, dass die Viererkette nicht gut genug verschoben hätte. „Wir haben kaum Ballbesitz gehabt, haben den Mut verloren, haben die Viererkette nicht stark genug verschoben“, sagte er.

Die unausgesprochenen Adressaten: auch Loosli und Strompf, denen der Mut fehlte, nach vorn zu rücken, um Räume eng zu machen. Denen die Übersicht fehlte, um die Elversberger Offensivspieler wie David Mokwa, Bambase Conte oder Lukas Petkov aus dem Spiel zu nehmen, die nicht immer richtig standen. 

Und dennoch konnte beiden Innenverteidigern nach dem Spiel wieder einmal ein solider Job bescheinigt werden. Solide allerdings scheint für beide momentan die Grenze zu sein. Bei Strompf wechseln sich Licht und Schatten regelmäßig ab – auch innerhalb einer Partie. Mal spielt er starke spieleröffnende Bälle, mal lässt er sich von seinem Gegenspieler zu leicht düpieren. Auch Loosli klärt zwar in einzelnen Situationen herausragend, hat aber mitunter auch seine Probleme gegen schnelle und wendige Offensivspieler, hat technische Schwierigkeiten. 

Masovic ist beim VfL Bochum derzeit hintendran
Dass beide trotzdem Woche für Woche auf dem Feld stehen, ist auch ein deutliches Zeichen an Erhan Masovic. Dem Serben bescheinigt Rösler zwar gute Trainingsleistungen, der letzte Schritt fehlt aber. Es scheint, als hätte er sich schon damit abgefunden, dass er beim VfL Bochum über kurz oder lang nicht mehr die Rolle spielt, die er einmal inne hatte. Zudem läuft sein Vertrag im Sommer aus, eine Verlängerung ist aktuell unwahrscheinlich. Eine Anfrage für einen kurzfristigen Winterwechsel zum Karlsruher SC soll er zudem aufgrund der geringen finanziellen Attraktivität abgelehnt haben.

Momentan deutet ohnehin viel daraufhin, dass die Innenverteidigung im kommenden Sommer von den Verantwortlichen umgebaut wird. Schon in diesem Winter hätte sich Rösler durchaus Verstärkung auf der Position gewünscht, um seine Vorstellung vom Fußball besser umsetzen zu können. Er steht auf spielstarke Innenverteidiger, die den Ball progressiv nach vorn spielen, schnell und robust sind. Nicht alle Attribute erfüllt das aktuelle Duo. 

St. Gallen hat Kaufoption für Colin Kleine-Bekel
Weshalb auch eine Vertragsverlängerung von Loosli, dessen Vertrag im Sommer ebenfalls ausläuft, davon abhängen wird, welche Alternativen Kaderplaner Markus Brunnschneider in Zusammenarbeit mit dem Direktor Perfomance Lizenz, Simon Zoller, und der Scoutingabteilung ausgraben wird. Loosli könnte durchaus die Rolle als Back-up ausfüllen, die er die meiste Zeit seiner VfL-Jahre mit Bravour vorlebte. Nie gab er sich auf, arbeitete wie ein Besessener an sich. Technik und Tempo bleiben aber Schwachstellen.

Einer, der eigentlich gut zum Rösler-Fußball passen könnte, ist Colin Kleine-Bekel. Das ehemalige Toptalent auf der Position wurde aber für die Rückrunde an den FC St. Gallen in die Schweiz verliehen, nachdem er in der Hinrunde nach sehr langer Verletzungspause keine Rolle bei den VfL-Profis spielte. In der Schweiz soll er nun Wettkampfhärte erlangen, kam direkt im ersten Spiel am Sonntag gegen Servette Genf über 90 Minuten zum Einsatz. 

Sollte er seinen Platz behalten, könnte die Vertragskonstellation allerdings zum Problem für die Bochumer werden. St. Gallen hat sich nach Informationen dieser Redaktion eine Kaufoption gesichert, die dem VfL immerhin eine Ablösesumme im siebenstelligen Bereich einbringen würde. 

Innenverteidiger-Suche läuft
So oder so wird im Sommer aber die Innenverteidiger-Position zur Baustelle in Bochum. Um eine Mannschaft mit Aufstiegspotenzial zusammenzustellen, müssen die Verantwortlichen entsprechend die Rösler-Wünsche berücksichtigen. Zumal mit Kevin Vogt auch der vermeintliche Königstransfer des vergangenen Sommers noch im Kader steht. Auch er wird in den kommenden Wochen nach längerer Verletzungspause wieder zur Alternative. Zumindest qualitativ im Spielaufbau sollte er einen Vorteil gegenüber seiner aktuellen Konkurrenten haben. Ab dem 1. Juli werden die Karten dann neu gemischt.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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Pressebrichte zum 20. Spieltag:Derby - von Herr Bert - 01-26-2026, 03:50 PM

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