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Pressebrichte zum 20. Spieltag:Derby
#10
Wer hat im Duell zwischen Bochum und Schalke Vorteile? Wir haben uns die Startaufstellungen beider Teams genau angeschaut und verglichen. 

Für viele Schalker ist es nur ein Straßenbahn-Duell, für den VfL Bochum das große Derby der Saison. Der VfL will nach dem 1:2 im Hinspiel Revanche nehmen. Dass er dafür seine Fans benötigt, zeigt eine Kehrtwende des Klubs. Nach heftiger Kritik der Ultras und weiterer großer Fanklubs spielt Bochum nicht im eigens aufgelegten Sondertrikot in Schwarz, sondern doch im blau-weißen Heimtrikot. Das Derby war in wenigen Minuten ausverkauft, allein 23.000 Schalke-Fans wollten eine Karte haben. Nur 2700 Tickets aber gingen offiziell nach Gelsenkirchen. 

Neben der Fan-Brisanz steht auch sportlich viel auf dem Spiel. Bochum hat als Tabellenelfter nur drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. Spitzenreiter Schalke will seine Aufstiegs-Ambitionen untermauern, die der Klub mit den spektakulären Neuzugängen Edin Dzeko und Dejan Ljubicic untermauerte. Bei einer Niederlage droht der Fall auf Rang drei. 

Wer ist Favorit? Schwer zu sagen. Schalke holte aus den letzten drei Partien nur zwei Punkte, der VfL spielte vier Mal in Folge remis. Unter Trainer Uwe Rösler sammelte Bochum 20 Punkte, das Team von Miron Muslic in diesen elf Partien nur einen Punkt mehr. Bringt ein Blick auf die voraussichtlichen Startaufstellungen Licht ins Dunkel? Wir machen den Head-to-Head-Vergleich der Spieler von Schalke und Bochum. Wie schon vor dem Hinspiel, als Schalke den Vergleich überraschend klar mit 6:2 gewonnen hatte. Und diesmal?

Timo Horn gegen Loris Karius
Die 32-jährigen Führungsspieler absolvieren eine herausragende Saison. Beide liefern Liga-Bestwerte. In unserer detaillierten Datenanalyse hatte Karius klare Vorteile in der Raumverteidigung, Horn im Spielaufbau, auf der Linie glänzten sie gleichauf. Horn rettete Bochum demnach fünf Punkte, Karius vier. Das kann sich am Samstag ändern. Unentschieden. 1:1.

Leandro Morgalla gegen Mertcan Ayhan
Morgalla ist Bochums Tempomann in der Defensive. Der Rechtsverteidiger ist auch deshalb seit dem Saisonbeginn gesetzt, zeigte nach schwächeren Leistungen stets eine gute Reaktion, kann an guten Tagen auch offensiv Impulse setzen. Schalkes Top-Talent Ayhan wird aufgrund der Personalsorgen wohl gegen den VfL starten. In seinem ersten Zweitligajahr spielt der 19-Jährige schon überraschend konstant – trotzdem ist Morgalla ihm noch einen kleinen Schritt voraus, was Ruhe und Tempo angeht. Punkt für Bochum. 2:1.

Philipp Strompf gegen Nikola Katic
Der VfL-Innenverteidiger kämpft stets vorbildlich, schmeißt sich in die Bälle, ist in der Luft ein wichtiger Faktor auf beiden Seiten. Strompfs fehlerhaftes Stellungsspiel kostete allerdings schon manche Gegentore, hinzu kommen technische Defizite. Ganz anders Katic. Der Bosnier ist Schalkes Abwehrchef und Taktgeber in der Defensive. Auch dank seiner Qualitäten stellt S04 vor dem Spiel an der Castroper Straße die beste Defensive der Liga. Klarer Punkt für Schalke. 2:2.

Noah Loosli gegen Felipe Sanchez
Der Schweizer Loosli spielt meist aufmerksam und solide in und um die Box, grätscht manche Situation weg, ist topfit und mittlerweile auch einer der Lauteren in einem leisen Team. Seine Schwächen im Tempo und in der Übersicht kann er damit aber nicht immer kompensieren. Schalkes Argentinier Sanchez ist ein ähnlicher Spielertyp – ihm winkt aufgrund der Gelbsperre von Hasan Kurucay ein Startelf-Einsatz. Als Joker machte es der 21-Jährige bislang stets ordentlich, sein letztes Spiel über 90 Minuten liegt aber schon drei Monate zurück. Ihm fehlt es an Rhythmus und Spielpraxis. Unentschieden. 3:3.

Maximilian Wittek gegen Finn Porath
Der VfL agiert mit Viererkette, Wittek übernimmt die linke Seite. Der Führungsspieler steigerte sich unter Rösler vor allem offensiv und bei Standards. Defensiv zeigte der 30-Jährige, der nun seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte, zuletzt gegen Darmstadt und in Elversberg Schwächen. Porath spielt als linker Schienenspieler im 3-5-2 zwar etwas offensiver, doch hatte zuletzt große Probleme. Beim 2:2 gegen Kaiserslautern war der Ex-Kieler der schwächste Schalker. Seine Probleme in der Rückwärtsbewegung sind am Samstag eine Chance für den VfL! Punkt für Wittek. 4:3 für Bochum.

Cajetan Lenz gegen Ron Schallenberg
Nach einer Delle am Jahresende hat der von Erstligisten wie Frankfurt umworbene Sechser Lenz zu alter Stärke gefunden. Der 19-Jährige antizipiert wie ein Routinier, stellt Räume zu, baut mit sicheren Pässen klug auf. Auch Schallenberg hat sich auf Schalke zum Führungsspieler entwickelt. In den ersten beiden Rückrundenspielen konnte er seine Stärken im Stellungsspiel und in den Balleroberungen aber noch nicht ausspielen. Daher Punkt für Lenz. 5:3 für Bochum.

Mats Pannewig gegen Soufiane El-Faouzi
Pannewig besticht mit seiner Laufstärke, Dynamik und Größe. Der 1,95-Meter-Mann, der zwischen der Sechs und Acht pendelt, erinnert immer mehr an den Ex-Bochumer und Freiburger Stammspieler Patrick Osterhage. In Elversberg erzielte Pannewig sein erstes Profi-Tor, ist gegen seinen Ex-Jugendklub besonders heiß. Auch El-Faouzi ist Schalkes Dauerläufer und extrem wichtig für das Spiel der Königsblauen. Ähnlich wie Schallenberg war aber auch der Ex-Aachener in den ersten zwei Rückrundenspielen nicht so auffällig. Daher Unentschieden. 6:4 für Bochum.

Koji Miyoshi gegen Timo Becker
Der Japaner überzeugte in der Vorbereitung und nach seiner Einwechslung gegen Darmstadt, blieb in Elversberg überraschend nur auf der Bank. Möglich, dass statt Miyoshi Wätjen, Kwarteng oder auch Alfa-Ruprecht starten. Für Miyoshi spricht: Als rechter Flügelmann zieht er in die Halbräume, kann mit Steckpässen und seiner Klasse am Ball Schalke vor Probleme stellen. Ihm gegenüber steht in unserem Startelf-Vergleich S04-Fanliebling Timo Becker, der wohl als rechter Schienenspieler anfangen wird. Weil der VfL und Schalke unterschiedliche Systeme spielen, ist der Vergleich natürlich nicht exakt positionsgetreu – dennoch ist er ausgeglichen. Als Führungsspieler und Ur-Schalker wird Becker im Duell mit dem Reviernachbarn besonders motiviert sein. Unentschieden. 7:5 für Bochum

Francis Onyeka gegen Kenan Karaman
Onyeka ist ein Unterschiedspieler: In manchen Partien kaum zu sehen, sticht der 18-jährige Feinfuß, der auch beim Pressing seine erstaunliche Robustheit und hohe Spielintelligenz zeigt, eiskalt zu. Sieben Saisontore hat der gesetzte offensive Mittelfeldmann, der mitunter die Rolle der zweiten Spitze einnimmt, bereits erzielt, alle unter Trainer Rösler. Schalkes Kapitän Kenan Karaman steht ebenfalls bei sieben Saisontreffern. Obwohl er im Muslic-Fußball auch viel gegen den Ball arbeiten muss und weniger glänzen kann als in den Vorjahren, bleibt er extrem wichtig für die Offensive. Unentschieden. 8:6 für Bochum

Farid Alfa-Ruprecht gegen Dejan Ljubicic
VfL-Coach Rösler setzt auf Tempo und Tiefe im Umschaltspiel. Gegen Darmstadt ging das auf, in Elversberg hatte der schnelle 19-Jährige keine Wirkung. Defensiv war Alfa-Ruprecht ein Schwachpunkt. Für ihn könnten auch Tempomann Gerrit Holtmann starten. Bei den Königsblauen steht Neuzugang Dejan Ljubicic vor seinem ersten Startelf-Einsatz. Der 28-Jährige gibt sich an seinen ersten Tagen im Revier selbstbewusst, spricht vom Aufstieg und könnte dabei zu einem ganz wichtigen Spieler werden – denn er ist laufstark und technisch gut. Zum Muslic-Fußball passt er ideal. Punkt für Schalke: 8:7 für Bochum

Philipp Hofmann gegen Christian Gomis
Der Wandstürmer des VfL ist Zielspieler bei langen Bällen, wichtig als Kopfball-Spezialist in beiden Strafräumen. Der 32-Jährige präsentierte sich in den letzten Wochen topfit, zweikampfstark und teils auch torgefährlich, erzielte gegen Darmstadt sein viertes Saisontor. Auch als Anläufer und Ballverteiler zeigte er sich in guter Form. Christian Gomis hingegen tut sich auf Schalke noch immer schwer. Der Senegalese ist seit seinem Sommer-Transfer noch nicht so richtig in Deutschland angekommen. Zuletzt beim 2:2 gegen Lautern spielte er als Mittelstürmer und enttäuschte. Weil Edin Dzeko aber noch nicht fit genug für die Startelf ist, wird Gomis wohl auch in Bochum wieder das Vertrauen bekommen. Punkt für den VfL. 9:7 für Bochum.

Fazit: Noch in der Hinrunde fiel der Startelf-Vergleich überraschend klar für die Schalker aus, vor dem Rückspiel hat der VfL Bochum kleine Vorteile. Ein Grund dafür ist auch die Personalsituation von S04: So fehlen etwa Abwehr-Kante Hasan Kurucay (Sperre), Linksverteidiger Vitalie Becker (Knieverletzung), Rechtsverteidiger Adrian Gantenbein (Wadenverletzung), Flügelstürmer Christopher Antwi-Adjei (Verletzung an der Achillessehne) oder Top-Joker Bryan Lasme (Knieverletzung). Auch Edin Dzeko ist wenige Wochen nach seinem Wechsel noch keine Startelf-Option – mit all diesen Profis wäre der Vergleich anders ausgefallen. Beim VfL fehlen nur Ibrahim Sissoko, Matus Bero und Kevin Vogt. Außer Bero spielten sie unter Rösler ohnehin noch keine Rolle.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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Pressebrichte zum 20. Spieltag:Derby - von Herr Bert - 01-26-2026, 03:50 PM
RE: Pressebrichte zum 20. Spieltag:Derby - von Herr Bert - 01-31-2026, 12:31 AM

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