Gestern, 08:46 PM
Die Fan-Kritik an den Umbau-Plänen des Ruhrstadions reißt nicht ab. Nur ein Neubau sei sinnvoll, sagen manche. Warum das gar nicht möglich ist.
Wenn der VfL Bochum spielt, dann sitzen tausende Trainer im Stadion und an den Fernsehbildschirmen. Geht‘s dann mal wieder darum, wie es mit dem „Schmuckkästchen“ an der Castroper Straße weitergeht, verwandeln sich viele Fans in Architekten, Statiker und Stadtplaner.
Die Stadt Bochum will das Ruhrstadion für mindestens 70 Millionen Euro – momentan kalkuliert sie mit 91,9 Millionen Euro – am bestehenden Standort sanieren. Geplant sind rund 2000 zusätzliche Plätze, darunter auch mehr VIP-Sitze.
An der Ostkurve soll eine Plaza mit Ständen und festem Fanshop entstehen, hinter dem Stadioncenter ein Parkhaus. Im Kern aber geht es nicht um Glanz, sondern um Substanz: sanieren und ertüchtigen. Toiletten, Tribünen und Kioske sind in die Jahre gekommen – und müssen erneuert werden.
Wer das Ruhrstadion liebt, der möchte mitreden. Nachvollziehbar. Und dennoch: Viele Argumente, die sich etwa in den Kommentarspalten der Sozialen Medien tummeln, sind längst ausdiskutiert. In diesen drei Top-Antworten liegen viele Fans immer noch falsch.
1. Umbau des Ruhrstadions: Wäre ein Neubau nicht billiger und besser?
Ein neuer Standort etwa: In der Theorie klingt er attraktiv, in der Praxis ist er in Bochum kaum darstellbar. Immer wieder wird die Thyssenkrupp-Brache an der Castroper Straße genannt. Doch das Werk schließt erst 2028, danach stehen wohl aufwendige Bodenarbeiten an. Ein Stadionneubau würde sich über Jahre ziehen – mit der offenen Frage, wie lange das alte Stadion in dieser Zeit überhaupt noch betrieben werden könnte.
Auch der zwischenzeitlich diskutierte Standort am Tierheim überzeugt bei näherem Hinsehen nicht. Selbst wenn es eine Genehmigung gäbe und Eigentumsfragen geklärt wären: Die U35 müsste verlängert, große Teile der Infrastruktur neu geschaffen werden. Das treibt die Kosten massiv.
Und viele alternative Flächen gibt es in Bochum schlicht nicht – unabhängig davon, dass Ultras und andere Fangruppen einen Umzug ohnehin klar ablehnen. Und noch etwas spricht gegen einen Neubau auf grüner Wiese mit 40.000 Plätzen. Schon jetzt bekommt der VfL Bochum das Ruhrstadion nicht mehr richtig voll. Attraktiv wäre ein Neubau aber auch nur mit „voller Hütte“.
2. Eine solch hohe Investition für nur 2000 zusätzliche Plätze im Ruhrstadion?
Ja, das alles ist teuer. Die Besitzgesellschaft Bochumer Sportstätten kalkuliert aktuell mit 91,9 Millionen Euro. Und trotzdem entsteht am Ende kein Edel-Stadion. Das darf nerven.
Aber: Das Stadion ist an vielen Stellen marode. Allein die Betonsanierung wird viel Geld und Zeit verschlingen. Abwasser staut sich in den Urinalen, an den Kiosken fehlen Hygiene-Einrichtungen. Wenn die Tribünen sauber gemacht werden, dringe regelmäßig Wasser in die darunterliegenden Technikräume ein, so hieß es in einem Bericht eines Frankfurter Architektur- und Planungsbüros. Bevor wir über große Würfe sprechen, müssen diese Probleme behoben werden.
Selbst Erweiterungen sind nur begrenzt möglich. Mehr Kapazität bedeutet mehr Lärm, mehr Verkehr – und damit ein höheres Risiko für Klagen von Anwohnern. Wer im Herzen der Stadt bleiben will, muss diese Grenzen akzeptieren.
3. Nach der großen Sanierung muss die Stadt sicher bald wieder ran?
Die Perspektive ist klar: Nach der Sanierung soll das Ruhrstadion für Jahrzehnte Ruhe haben, rund 30 Jahre ohne größere Eingriffe. So jedenfalls plant die Stadt jetzt. Fürs Ruhrstadion heißt das: kein spektakulärer Neustart, sondern eine solide Zukunft. Mehr ist an diesem Standort derzeit schlicht nicht drin.
Quelle: WAZ.de
Wenn der VfL Bochum spielt, dann sitzen tausende Trainer im Stadion und an den Fernsehbildschirmen. Geht‘s dann mal wieder darum, wie es mit dem „Schmuckkästchen“ an der Castroper Straße weitergeht, verwandeln sich viele Fans in Architekten, Statiker und Stadtplaner.
Die Stadt Bochum will das Ruhrstadion für mindestens 70 Millionen Euro – momentan kalkuliert sie mit 91,9 Millionen Euro – am bestehenden Standort sanieren. Geplant sind rund 2000 zusätzliche Plätze, darunter auch mehr VIP-Sitze.
An der Ostkurve soll eine Plaza mit Ständen und festem Fanshop entstehen, hinter dem Stadioncenter ein Parkhaus. Im Kern aber geht es nicht um Glanz, sondern um Substanz: sanieren und ertüchtigen. Toiletten, Tribünen und Kioske sind in die Jahre gekommen – und müssen erneuert werden.
Wer das Ruhrstadion liebt, der möchte mitreden. Nachvollziehbar. Und dennoch: Viele Argumente, die sich etwa in den Kommentarspalten der Sozialen Medien tummeln, sind längst ausdiskutiert. In diesen drei Top-Antworten liegen viele Fans immer noch falsch.
1. Umbau des Ruhrstadions: Wäre ein Neubau nicht billiger und besser?
Ein neuer Standort etwa: In der Theorie klingt er attraktiv, in der Praxis ist er in Bochum kaum darstellbar. Immer wieder wird die Thyssenkrupp-Brache an der Castroper Straße genannt. Doch das Werk schließt erst 2028, danach stehen wohl aufwendige Bodenarbeiten an. Ein Stadionneubau würde sich über Jahre ziehen – mit der offenen Frage, wie lange das alte Stadion in dieser Zeit überhaupt noch betrieben werden könnte.
Auch der zwischenzeitlich diskutierte Standort am Tierheim überzeugt bei näherem Hinsehen nicht. Selbst wenn es eine Genehmigung gäbe und Eigentumsfragen geklärt wären: Die U35 müsste verlängert, große Teile der Infrastruktur neu geschaffen werden. Das treibt die Kosten massiv.
Und viele alternative Flächen gibt es in Bochum schlicht nicht – unabhängig davon, dass Ultras und andere Fangruppen einen Umzug ohnehin klar ablehnen. Und noch etwas spricht gegen einen Neubau auf grüner Wiese mit 40.000 Plätzen. Schon jetzt bekommt der VfL Bochum das Ruhrstadion nicht mehr richtig voll. Attraktiv wäre ein Neubau aber auch nur mit „voller Hütte“.
2. Eine solch hohe Investition für nur 2000 zusätzliche Plätze im Ruhrstadion?
Ja, das alles ist teuer. Die Besitzgesellschaft Bochumer Sportstätten kalkuliert aktuell mit 91,9 Millionen Euro. Und trotzdem entsteht am Ende kein Edel-Stadion. Das darf nerven.
Aber: Das Stadion ist an vielen Stellen marode. Allein die Betonsanierung wird viel Geld und Zeit verschlingen. Abwasser staut sich in den Urinalen, an den Kiosken fehlen Hygiene-Einrichtungen. Wenn die Tribünen sauber gemacht werden, dringe regelmäßig Wasser in die darunterliegenden Technikräume ein, so hieß es in einem Bericht eines Frankfurter Architektur- und Planungsbüros. Bevor wir über große Würfe sprechen, müssen diese Probleme behoben werden.
Selbst Erweiterungen sind nur begrenzt möglich. Mehr Kapazität bedeutet mehr Lärm, mehr Verkehr – und damit ein höheres Risiko für Klagen von Anwohnern. Wer im Herzen der Stadt bleiben will, muss diese Grenzen akzeptieren.
3. Nach der großen Sanierung muss die Stadt sicher bald wieder ran?
Die Perspektive ist klar: Nach der Sanierung soll das Ruhrstadion für Jahrzehnte Ruhe haben, rund 30 Jahre ohne größere Eingriffe. So jedenfalls plant die Stadt jetzt. Fürs Ruhrstadion heißt das: kein spektakulärer Neustart, sondern eine solide Zukunft. Mehr ist an diesem Standort derzeit schlicht nicht drin.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."