04-29-2026, 08:46 AM
„Scheiß Bochum“ plakatierten Fans von Bielefeld in Münster. VfL-Fans stimmten Schmähgesänge an im Ruhrstadion. Die Rivalität hat Gründe.
Die ersten Provokationen gab es schon eine Woche vor dem Anpfiff. Nach dem 2:1-Sieg des VfL Bochum gegen Fürth stimmten etliche Fans in der Ostkurve die üblichen Schmählieder an vor dem emotional aufgeladenen Duell des VfL in Bielefeld an diesem Samstag (13 Uhr/Sky). „Ostwestfalen – Idioten, scheiß Arminia Bielefeld“ etwa hallte durchs Ruhrstadion.
Bereits tags zuvor sendeten Arminia-Anhänger ein Zeichen der Abneigung gen Ruhrgebiet. Sie hatten beim 3:2-Derbysieg bei ihrem lokalen Rivalen Münster den kompletten Gästeblock beklebt, hinterließen den Sitzplatzbereich in Schwarz-Weiß-Blau und sprühten auf die Bahn davor: „Scheiß Münster! Scheiß Bochum!“
Lange Fan-Freundschaft zwischen Bochum und Münster
Seit inzwischen Jahrzehnten herrschen zwischen den Fanszenen von Bochum und Münster lose Kontakte. Daraus wurde später ein engerer Draht sowie durch die Ultra-Gruppen Ruhrstadtkollektiv (Bochum) und Fede Nerblo (Münster) eine offizielle Freundschaft zwischen den aktiven Gruppen, die auch von vielen anderen Fans getragen wird. Immer wieder sieht man Fans mit Preußen-Schals oder -Trikots im Ruhrstadion, VfL-Anhänger unterstützen wiederum die Ostwestfalen.
Eine Beziehung, die die jahrzehntelange, seit den 70er Jahren besonders ausgeprägte Rivalität zwischen Bielefeld und Bochum befeuert. Hinzu kommt die sportliche Komponente. Die Klubs trafen sich immer wieder in diversen Ligen und konkurrierten mal um den Aufstieg, mal um den Klassenerhalt.
Skandalspiel auf der Alm: Wosz zeigt Fans den Stinkefinger
Eine Rolle spielte auch das Verhalten von Dariusz Wosz in einem Spiel des VfL auf der Bielefelder Alm. In der Saison 1996/1997 verweigerte die „Zaubermaus“ ihrem Gegenspieler Silvio Meißner zunächst nach einem Foul den Handschlag und zeigte den Bielefelder Fans nach ihrem Anschlusstreffer bei der 1:3-Pleite den Stinkefinger. Diese reagierten später bei der Abfahrt des Bochumer Busses mit Flaschenwürfen. Im selben Spiel wurde zudem dem VfL-Spieler Delron Buckley bei einem Foul die Kniescheibe zertrümmert.
„Das ist ein besonderes Spiel für die Fans“, sagte VfL-Stürmer Philipp Hofmann nach seinem Doppelpack gegen Fürth und erwartet nicht nur deshalb die Heim-Mentalität von seinem Team. Im Ruhrstadion überzeugte der VfL zuletzt mit Intensität und Einsatz, auswärts sah Hofmann „emotionslose“ Auftritte in Magdeburg, in Dresden.
VfL-Fans sorgen in Bielefeld für ausverkauften Gästeblock
Trotzdem bauten die VfL-Fans im Gästeblock ihr Team auch nach den schwachen Leistungen immer auf, beschworen den gemeinsamen Kampf um den Klassenerhalt – und sind jetzt heiß auf Bielefeld. Alle 2700 Gästetickets waren schnell verkauft. Die Ultras werden im Sitzplatzbereich einheizen. „Alle nach Bielefeld auf den Sitzer! Blöcke A2 und B1“, schrieb die aktive Szene im Kanal „Blick in die Kurve“.
Viel Brisanz – nicht nur auf den Rängen. Der VfL kann mit einem Sieg, vielleicht sogar schon mit einem Punkt den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt machen und zugleich Bielefeld in große Sorgen stürzen. 39 Punkte hat Bochum drei Spiele vor Schluss und damit ein beruhigendes Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegs- und Relegationsränge. Aufsteiger Bielefeld indes liegt mit 35 Zählern nur zwei Punkte vor Fürth und Magdeburg.
VfL Bochum will Negativserie in Bielefeld endlich stoppen
Für Bochum gilt es auch, eine Gruselserie zu beenden. Im Ruhrstadion gab es viele Erfolge wie im Hinspiel, als Hofmanns Volltreffer einen 1:0-Sieg sicherte. Doch „auf der Alm“ holte der VfL Bochum zuletzt im November 2013 einen Sieg, als Ken Ilsö und Yusuke Tasaka zum 2:0 trafen. Einem 1:1 folgten dann fünf Pleiten in Serie in der 2. Liga und einmal in der Bundesliga. Dabei erzielte Bochum nur ein einziges Tor. Beim letzten Duell in Bielefeld im August 2023 blamierte sich der Bundesligist aus Bochum beim Drittligisten, schied in der ersten Pokalrunde nach einem 2:2 nach Verlängerung mit 1:4 im Elfmeterschießen.
Quelle: WAZ.de
Die ersten Provokationen gab es schon eine Woche vor dem Anpfiff. Nach dem 2:1-Sieg des VfL Bochum gegen Fürth stimmten etliche Fans in der Ostkurve die üblichen Schmählieder an vor dem emotional aufgeladenen Duell des VfL in Bielefeld an diesem Samstag (13 Uhr/Sky). „Ostwestfalen – Idioten, scheiß Arminia Bielefeld“ etwa hallte durchs Ruhrstadion.
Bereits tags zuvor sendeten Arminia-Anhänger ein Zeichen der Abneigung gen Ruhrgebiet. Sie hatten beim 3:2-Derbysieg bei ihrem lokalen Rivalen Münster den kompletten Gästeblock beklebt, hinterließen den Sitzplatzbereich in Schwarz-Weiß-Blau und sprühten auf die Bahn davor: „Scheiß Münster! Scheiß Bochum!“
Lange Fan-Freundschaft zwischen Bochum und Münster
Seit inzwischen Jahrzehnten herrschen zwischen den Fanszenen von Bochum und Münster lose Kontakte. Daraus wurde später ein engerer Draht sowie durch die Ultra-Gruppen Ruhrstadtkollektiv (Bochum) und Fede Nerblo (Münster) eine offizielle Freundschaft zwischen den aktiven Gruppen, die auch von vielen anderen Fans getragen wird. Immer wieder sieht man Fans mit Preußen-Schals oder -Trikots im Ruhrstadion, VfL-Anhänger unterstützen wiederum die Ostwestfalen.
Eine Beziehung, die die jahrzehntelange, seit den 70er Jahren besonders ausgeprägte Rivalität zwischen Bielefeld und Bochum befeuert. Hinzu kommt die sportliche Komponente. Die Klubs trafen sich immer wieder in diversen Ligen und konkurrierten mal um den Aufstieg, mal um den Klassenerhalt.
Skandalspiel auf der Alm: Wosz zeigt Fans den Stinkefinger
Eine Rolle spielte auch das Verhalten von Dariusz Wosz in einem Spiel des VfL auf der Bielefelder Alm. In der Saison 1996/1997 verweigerte die „Zaubermaus“ ihrem Gegenspieler Silvio Meißner zunächst nach einem Foul den Handschlag und zeigte den Bielefelder Fans nach ihrem Anschlusstreffer bei der 1:3-Pleite den Stinkefinger. Diese reagierten später bei der Abfahrt des Bochumer Busses mit Flaschenwürfen. Im selben Spiel wurde zudem dem VfL-Spieler Delron Buckley bei einem Foul die Kniescheibe zertrümmert.
„Das ist ein besonderes Spiel für die Fans“, sagte VfL-Stürmer Philipp Hofmann nach seinem Doppelpack gegen Fürth und erwartet nicht nur deshalb die Heim-Mentalität von seinem Team. Im Ruhrstadion überzeugte der VfL zuletzt mit Intensität und Einsatz, auswärts sah Hofmann „emotionslose“ Auftritte in Magdeburg, in Dresden.
VfL-Fans sorgen in Bielefeld für ausverkauften Gästeblock
Trotzdem bauten die VfL-Fans im Gästeblock ihr Team auch nach den schwachen Leistungen immer auf, beschworen den gemeinsamen Kampf um den Klassenerhalt – und sind jetzt heiß auf Bielefeld. Alle 2700 Gästetickets waren schnell verkauft. Die Ultras werden im Sitzplatzbereich einheizen. „Alle nach Bielefeld auf den Sitzer! Blöcke A2 und B1“, schrieb die aktive Szene im Kanal „Blick in die Kurve“.
Viel Brisanz – nicht nur auf den Rängen. Der VfL kann mit einem Sieg, vielleicht sogar schon mit einem Punkt den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt machen und zugleich Bielefeld in große Sorgen stürzen. 39 Punkte hat Bochum drei Spiele vor Schluss und damit ein beruhigendes Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegs- und Relegationsränge. Aufsteiger Bielefeld indes liegt mit 35 Zählern nur zwei Punkte vor Fürth und Magdeburg.
VfL Bochum will Negativserie in Bielefeld endlich stoppen
Für Bochum gilt es auch, eine Gruselserie zu beenden. Im Ruhrstadion gab es viele Erfolge wie im Hinspiel, als Hofmanns Volltreffer einen 1:0-Sieg sicherte. Doch „auf der Alm“ holte der VfL Bochum zuletzt im November 2013 einen Sieg, als Ken Ilsö und Yusuke Tasaka zum 2:0 trafen. Einem 1:1 folgten dann fünf Pleiten in Serie in der 2. Liga und einmal in der Bundesliga. Dabei erzielte Bochum nur ein einziges Tor. Beim letzten Duell in Bielefeld im August 2023 blamierte sich der Bundesligist aus Bochum beim Drittligisten, schied in der ersten Pokalrunde nach einem 2:2 nach Verlängerung mit 1:4 im Elfmeterschießen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."