Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Presseberichte zum DFB-Pokal Fürth - VfL
#9
Berkan Taz hat in seinen ersten beiden Zweitliga-Partien bereits Akzente gesetzt. Der Spielmacher des VfL Bochum sieht aber noch Luft nach oben. 

Als Berkan Taz sich nach einer äußerst harten Einheit am Mittwoch auf Höhe des Sechzehners auf eine Bank hockte, sah er richtig entspannt aus. Er wartete darauf, noch einmal zu explodieren. Der offensive Mittelfeldmann des VfL Bochum feuerte dann bei einer individuellen Torschussübung mit zwei Kontakten – Annahme und zügiger Abschluss – noch zig Mal auf den Kasten von Torwart Hugo Rölleke. Mal mit links, mal mit rechts – und meist präzise. Als letzter Profi des Fußball-Zweitligisten verließ er den Platz. Taz hat, wie er schon häufig sagte, einfach Bock, zu zocken. Und offenbar auch genug Power. 

Ein Tor, und auch eine direkte Vorlage fehlen ihm zwar noch nach seinen ersten zwei Einsätzen für den VfL und zugleich in der 2. Liga, von einem Kurzeinsatz vor über sieben Jahren für Union Berlin mal abgesehen. Doch der im Sommer ablösefrei vom SC Verl gekommene Taz, einer der Topscorer der 3. Liga in den letzten beiden Jahren (30 Tore, 35 Torvorlagen), hat schon gegen Hertha BSC und in Braunschweig gezeigt, wie wichtig er für das Offensivspiel des VfL Bochum ist. Dabei gab es ja durchaus Zweifel, ob der Techniker mit 27 Jahren den Sprung meistert, genug Dynamik und Durchsetzungsvermögen mitbringt. 

Taz überzeugt in der 2. Bundesliga mit Kreativität und auch mit Laufstärke
Taz wirkt im Gespräch mit dieser Redaktion auch nach der intensiven Einheit nicht komplett ausgelaugt, eher voller Tatendrang auf mehr. „Die 2. Bundesliga verlangt einem deutlich mehr ab, ist intensiver als die 3. Liga. Das habe ich erwartet, mich gut darauf vorbereitet. Ich habe mich bislang dieser höheren Intensität auch schon relativ gut angepasst“, sagt der gebürtige Berliner zufrieden. Auch ein Wert, der für einen Feinfuß auf der Zehn zunächst überrascht, macht Taz durchaus stolz: „Gegen Hertha bin ich mit 11,72 Kilometern am meisten gelaufen von unserer Mannschaft. Daran sieht man, dass ich auch läuferisch mithalten kann.“

Spielte Taz, der sich immer wieder freiläuft, immer den Ball haben will, gegen Berlin (0:1) durch, holte ihn Trainer Uwe Rösler im Spiel bei der Eintracht trotz einer guten Leistung im ersten Abschnitt nach 57 Minuten vom Feld. Rösler wollte mit dem noch frischen und auch laufstarken Daniel Hanslik das Aufbauspiel der Braunschweiger stärker attackieren, was letztlich gelang beim 1:0-Sieg. Für Taz kein Problem: „Beim Spiel in Braunschweig sind wir viel marschiert, es war sehr heiß, die Partie nochmal intensiver. Das hat mich schon geschlaucht. Am Ende bin ich überglücklich, dass wir die ersten drei Punkte geholt haben.“ 

Wo Rösler von Taz noch mehr erwartet
Auch Rösler ist zufrieden mit seinem Gestalter, der erster Zielspieler im vorderen Bereich ist. Geschickt sucht und findet Taz die freien (Halb-)Räume, bedient dann die Außen – bisher vornehmlich Gerrit Holtmann – oder schlägt noch einen Haken und zieht selbst Richtung Tor.

Dennoch sieht Rösler, der viel Wert auf die Arbeit gegen den Ball legt, in allen Mannschaftsteilen, Luft nach oben: „Man sieht, dass er von einer Ballbesitzmannschaft kommt. Bei uns ist das im Moment noch nicht der Fall, dass wir über 70, 80 Minuten den Ball immer haben in unseren Reihen. Er muss deshalb auch andere Qualitäten zeigen, speziell gegen den Ball. Da bemüht er sich aber sehr.“ 

Der Coach sieht seinen Anpassungsprozess nach erst zwei Zweitliga-Partien längst nicht als abgeschlossen an. „Er muss sich an die Intensität, die Schnelligkeit des Spiels, die individuelle Klasse der Gegner, die er fesselt, weiter gewöhnen.“ In Braunschweig leitete er das 1:0 mit einem präzisen und schnell ausgeführten Freistoß ein, „das macht er sehr gut. Dafür haben wir ihn geholt, dass er außerhalb der Box Akzente setzt. Er bringt etwas zu unserer Mannschaft, was wir vorher nicht unbedingt hatten“, so Rösler. 

Taz hofft auf ersten Pflichtspieltreffer mit neuem Pokalball
Dabei steckt der VfL noch im Entwicklungsprozess, meint Taz. „Das Verständnis mit den Mitspielern muss und wird noch besser werden. Wir arbeiten täglich daran, um ein noch besseres Gespür füreinander zu bekommen, in welchen Räumen wir uns bewegen. Für den Anfang klappt das aber schon ziemlich gut.“

Und: Noch fehlt Taz ein Treffer, auch diesen „nächsten Schritt“ müsse er noch meistern, meint Rösler. „Ich hatte schon ein, zwei gute Chancen, die ich mit meiner Qualität eigentlich verwerten könnte. Der Kopfball ist nicht meine größte Stärke, aber zumindest aufs Tor muss ich den Ball bei meiner Großchance gegen Hertha bringen“, sagt Taz selbstkritisch. „Aber ich denke, das ist ein Prozess, und ich bin guter Dinge, dass ich bald auch netzen werde.“ 

Vielleicht hilft ja der neue Ball. In dieser Woche trainiert der VfL mit den DFB-Pokalbällen von Derbystar, während in der 2. Liga mit den „Torfabrik“-Bällen von Adidas gezockt wird. Der Pokalball, sagt Taz, „ist vielleicht ein bisschen leichter, ein bisschen schwieriger zu schießen, er flattert nicht so sehr.“ Trotzdem soll es klappen mit seiner Pflichtspiel-Torpremiere für den VfL, wenn Bochum am Sonntag (13 Uhr/Sky) in Fürth um den Einzug in die zweite Runde kämpft. „Letztlich“, sagt Zocker Taz lachend, „spielt es ja keine Rolle: Ball ist Ball.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
RE: Presseberichte zum DFB-Üpkal Fürth - VfL - von Herr Bert - 08-21-2026, 08:41 AM
PK - von Herr Bert - 08-21-2026, 02:23 PM

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 3 Gast/Gäste