10-09-2026, 09:35 AM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10-09-2026, 09:37 AM von Herr Bert.)
Zwischen den Fans des VfL Bochum und Arminia Bielefeld herrscht seit Jahrzehnten eine besondere Rivalität. Die Abneigung hat mehrere Gründe.
Gemeinschaftliches Hüpfverbot für die VfL-Fans in der Ostkurve, gesperrte Nordtribüne, ausverkaufte Fankurven – und zwei Teams, die dringend Punkte benötigen. Das einzige NRW-Duell der 2. Liga in dieser Saison zwischen dem VfL Bochum und Arminia Bielefeld an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Ruhrstadion birgt jede Menge Spannung und Brisanz. Die Polizei stuft die Partie als Risikospiel ein.
So dürften einige Klassiker des Duells wieder in der mit rund 10.000 Fans gefüllten Ostkurve angestimmt werden: „Ostwestfalen – Idioten, scheiß Arminia Bielefeld“, etwa hörte man in den vergangenen Partien oft, ebenso wie Schmähgesänge der Bielefelder, 2600 Arminia-Fans werden anreisen. Zwischen den Fanlagern herrscht eine besondere Rivalität. Doch woher kommt sie?
Fans pflegen Freundschaft zu Anhängern von Preußen Münster
Begründet ist diese Rivalität zum einen durch die Fanfreundschaft zwischen Anhängern des VfL Bochum mit denen von Preußen Münster – einem der Erzrivalen der Bielefelder. Seit inzwischen Jahrzehnten herrschen zwischen beiden Fanszenen zunächst lose Kontakte, später ein engerer Draht und durch die Ultra-Gruppen Ruhrstadtkollektiv (Bochum) und Fede Nerblo (Münster) mittlerweile auch eine „offizielle“ Freundschaft zwischen den aktiven Gruppen, die auch von vielen anderen Fans getragen wird. Immer wieder sieht man Fans mit Preußen-Schals oder -Trikots im Ruhrstadion, immer wieder sind auch Bochumer bei den Preußen zu Gast unter Freunden.
Zum anderen ist die Ablehnung gegenüber dem anderen Klub auch sportlich begründet. Bielefeld und Bochum trafen sich über viele Jahrzehnte immer wieder in diversen Ligen und konkurrierten mal um den Aufstieg, mal um den Klassenerhalt. Eine Rolle spielte allerdings auch das Verhalten von VfL-Legende Dariusz Wosz, der den Klub wegen einer neuen beruflichen Herausforderung unlängst verlassen hat, in einem Spiel des VfL auf der Bielefelder Alm. In der Saison 1996/1997 verweigerte die „Zaubermaus“ seinem Gegenspieler Silvio Meißner zunächst nach einem Foul den Handschlag und zeigte den Bielefelder Fans nach seinem Anschlusstreffer bei der 1:3-Pleite den Stinkefinger. Diese reagierten später bei der Abfahrt des Bochumer Busses mit Flaschenwürfen. Im selben Spiel wurde zudem dem VfL-Spieler Delron Buckley bei einem Foul die Kniescheibe zertrümmert.
Polizei bereitet sich seit Wochen vor
Die Bielefelder Ultra-Gruppe Lokal Crew schrieb 2011 einmal in einer Stellungnahme: „Wohl kein Gegner hat seit der Rückkehr unserer Arminia in den bezahlten Fußball so polarisiert wie der VfL aus Bochum.“ Auf der Straße ging es bei diesen Begegnungen immer wieder „etwas ruppiger und handfester zur Sache“. Auch bei Duellen zwischen Münster und Bielefeld kam es immer wieder mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Bochumer Beteiligung.
Die Bochumer Polizei guckt daher am Sonntag genau hin. „Die Spielbegegnung wird als Spiel mit hohem Risiko eingestuft“, erklärt die Behörde auf Anfrage dieser Redaktion. „Die Polizei Bochum hat gemeinsam mit dem Veranstalter und anderen beteiligten Organisationen die Aufgabe, die Sicherheit der Bevölkerung und eine möglichst gefahren- bzw. störungsfreie Durchführung der Sportveranstaltung zu gewährleisten und bereitet sich bereits seit einigen Wochen intensiv darauf vor.“ Detaillierte Informationen gibt die Polizei aus taktischen Gründen nicht bekannt.
Zudem stehe die Polizei Bochum in engem Austausch mit der Polizei in Bielefeld. Die Gästefans würden sowohl mit regulären Zügen der Bahn und einem Entlastungszug als auch mit Pkw und Sonderbussen anreisen. Von einem Fanmarsch sei bisher nichts bekannt. Rund ums Ruhrstadion gebe es am Sonntag wie üblich temporäre Verkehrsmaßnahmen, um eine sichere An- und Abreise zu gewährleisten.
VfL Bochum kann Arminia Bielefeld überholen
Neben all den äußeren Umständen steckt auch sportlich viel drin in der Partie. Die Bielefelder, seit diesem Sommer trainiert von Oliver Kirch, haben erst fünf Punkte geholt, könnten Bochum (sieben Punkte) mit einem Erfolg in der Tabelle überholen. Beide wollen eine Serie beenden: Der VfL wartet nach zwei 0:1-Pleiten gegen Hertha und Osnabrück und einem 1:1 gegen Fürth noch auf den ersten Heimsieg. Bielefeld hat seine drei Auswärtsspiele in Karlsruhe (1:2), Nürnberg (1:4) und Darmstadt (1:2) allesamt verloren.
Dabei spricht die Heimbilanz für den VfL: 15 Siege, elf Remis und nur fünf Niederlagen gab es in der langen Historie des NRW-Duells im eigenen Stadion. Zuletzt besiegelte Bochum mit einem 2:1 im Mai 2022 den Bundesliga-Abstieg der Bielefelder, beim Wiedersehen im Ruhrstadion im vergangenen Dezember feierte der VfL einen 1:0-Sieg dank eines Treffers von Philipp Hofmann in der 70. Minute. Da Bochum im Rückspiel in Bielefeld ein 1:1 holte und damit so gut wie sicher den Klassenerhalt feierte, ist die Bilanz von VfL-Trainer Uwe Rösler gegen den Rivalen aus Ostwestfalen bisher positiv.
Quelle: WAZ.de
Gemeinschaftliches Hüpfverbot für die VfL-Fans in der Ostkurve, gesperrte Nordtribüne, ausverkaufte Fankurven – und zwei Teams, die dringend Punkte benötigen. Das einzige NRW-Duell der 2. Liga in dieser Saison zwischen dem VfL Bochum und Arminia Bielefeld an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Ruhrstadion birgt jede Menge Spannung und Brisanz. Die Polizei stuft die Partie als Risikospiel ein.
So dürften einige Klassiker des Duells wieder in der mit rund 10.000 Fans gefüllten Ostkurve angestimmt werden: „Ostwestfalen – Idioten, scheiß Arminia Bielefeld“, etwa hörte man in den vergangenen Partien oft, ebenso wie Schmähgesänge der Bielefelder, 2600 Arminia-Fans werden anreisen. Zwischen den Fanlagern herrscht eine besondere Rivalität. Doch woher kommt sie?
Fans pflegen Freundschaft zu Anhängern von Preußen Münster
Begründet ist diese Rivalität zum einen durch die Fanfreundschaft zwischen Anhängern des VfL Bochum mit denen von Preußen Münster – einem der Erzrivalen der Bielefelder. Seit inzwischen Jahrzehnten herrschen zwischen beiden Fanszenen zunächst lose Kontakte, später ein engerer Draht und durch die Ultra-Gruppen Ruhrstadtkollektiv (Bochum) und Fede Nerblo (Münster) mittlerweile auch eine „offizielle“ Freundschaft zwischen den aktiven Gruppen, die auch von vielen anderen Fans getragen wird. Immer wieder sieht man Fans mit Preußen-Schals oder -Trikots im Ruhrstadion, immer wieder sind auch Bochumer bei den Preußen zu Gast unter Freunden.
Zum anderen ist die Ablehnung gegenüber dem anderen Klub auch sportlich begründet. Bielefeld und Bochum trafen sich über viele Jahrzehnte immer wieder in diversen Ligen und konkurrierten mal um den Aufstieg, mal um den Klassenerhalt. Eine Rolle spielte allerdings auch das Verhalten von VfL-Legende Dariusz Wosz, der den Klub wegen einer neuen beruflichen Herausforderung unlängst verlassen hat, in einem Spiel des VfL auf der Bielefelder Alm. In der Saison 1996/1997 verweigerte die „Zaubermaus“ seinem Gegenspieler Silvio Meißner zunächst nach einem Foul den Handschlag und zeigte den Bielefelder Fans nach seinem Anschlusstreffer bei der 1:3-Pleite den Stinkefinger. Diese reagierten später bei der Abfahrt des Bochumer Busses mit Flaschenwürfen. Im selben Spiel wurde zudem dem VfL-Spieler Delron Buckley bei einem Foul die Kniescheibe zertrümmert.
Polizei bereitet sich seit Wochen vor
Die Bielefelder Ultra-Gruppe Lokal Crew schrieb 2011 einmal in einer Stellungnahme: „Wohl kein Gegner hat seit der Rückkehr unserer Arminia in den bezahlten Fußball so polarisiert wie der VfL aus Bochum.“ Auf der Straße ging es bei diesen Begegnungen immer wieder „etwas ruppiger und handfester zur Sache“. Auch bei Duellen zwischen Münster und Bielefeld kam es immer wieder mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Bochumer Beteiligung.
Die Bochumer Polizei guckt daher am Sonntag genau hin. „Die Spielbegegnung wird als Spiel mit hohem Risiko eingestuft“, erklärt die Behörde auf Anfrage dieser Redaktion. „Die Polizei Bochum hat gemeinsam mit dem Veranstalter und anderen beteiligten Organisationen die Aufgabe, die Sicherheit der Bevölkerung und eine möglichst gefahren- bzw. störungsfreie Durchführung der Sportveranstaltung zu gewährleisten und bereitet sich bereits seit einigen Wochen intensiv darauf vor.“ Detaillierte Informationen gibt die Polizei aus taktischen Gründen nicht bekannt.
Zudem stehe die Polizei Bochum in engem Austausch mit der Polizei in Bielefeld. Die Gästefans würden sowohl mit regulären Zügen der Bahn und einem Entlastungszug als auch mit Pkw und Sonderbussen anreisen. Von einem Fanmarsch sei bisher nichts bekannt. Rund ums Ruhrstadion gebe es am Sonntag wie üblich temporäre Verkehrsmaßnahmen, um eine sichere An- und Abreise zu gewährleisten.
VfL Bochum kann Arminia Bielefeld überholen
Neben all den äußeren Umständen steckt auch sportlich viel drin in der Partie. Die Bielefelder, seit diesem Sommer trainiert von Oliver Kirch, haben erst fünf Punkte geholt, könnten Bochum (sieben Punkte) mit einem Erfolg in der Tabelle überholen. Beide wollen eine Serie beenden: Der VfL wartet nach zwei 0:1-Pleiten gegen Hertha und Osnabrück und einem 1:1 gegen Fürth noch auf den ersten Heimsieg. Bielefeld hat seine drei Auswärtsspiele in Karlsruhe (1:2), Nürnberg (1:4) und Darmstadt (1:2) allesamt verloren.
Dabei spricht die Heimbilanz für den VfL: 15 Siege, elf Remis und nur fünf Niederlagen gab es in der langen Historie des NRW-Duells im eigenen Stadion. Zuletzt besiegelte Bochum mit einem 2:1 im Mai 2022 den Bundesliga-Abstieg der Bielefelder, beim Wiedersehen im Ruhrstadion im vergangenen Dezember feierte der VfL einen 1:0-Sieg dank eines Treffers von Philipp Hofmann in der 70. Minute. Da Bochum im Rückspiel in Bielefeld ein 1:1 holte und damit so gut wie sicher den Klassenerhalt feierte, ist die Bilanz von VfL-Trainer Uwe Rösler gegen den Rivalen aus Ostwestfalen bisher positiv.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."