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VfL Bochum spielt sich in die Krise
#2
Sauer waren die Fans des VfL Bochum nach dem 0:2 in Kaiserslautern. Philipp Hofmann spricht über den Gang in die Kurve und lässt Dampf ab. 

In Philipp Hofmann brodelte es. Ein paar Minuten stand der Stürmer des VfL Bochum beim Gang des Teams mit Kapitän Timo Horn in vorderster Front vor den Fans in der Gästekurve des Fritz-Walter-Stadions. „Sie fahren so weit, sind enttäuscht. Das wäre ich auch“, zeigte der Stoßstürmer Verständnis für den Unmut der rund 2200 mitgereisten Anhänger. 

Der 33-Jährige war ja selbst komplett frustriert. Wieder kein Tor, kein Punkt. Nach der dritten Pleite in Folge ist der VfL endgültig in der Krise angekommen. Das eigentlich angepeilte obere Drittel ist weit weg. Ein Abstiegsplatz: ganz nah.

Rösler: „Wir sind im Abstiegskampf, ganz klar“
„Wir sind im Abstiegskampf, das ist ganz klar“, sagte erstmals auch Trainer Uwe Rösler im kleinen Journalisten-Kreis. „Und wir müssen damit auch offen umgehen. Das ist jetzt keine Panik, aber je eher wir das annehmen, umso eher kommt man dann auch wieder raus.“ Für ihn selbst, für viele erfahrene Spieler sei eine schwierige Situation beim VfL nicht neu, meinte Rösler, der erstmals drei Niederlagen am Stück verkraften muss als VfL-Coach.

Hofmann ist einer dieser krisenerprobten Routiniers. Einmal mehr nahm der Gegner den Wandstürmer aus dem Spiel in der gefährlichen Zone. Hofmann kam nicht zum Abschluss. Auch, weil der VfL es erneut nicht schaffte, ernsthaft in die Box einzudringen, Flanken an den Mann zu bringen. „Wir haben keine Energie, finde ich. Gerade über außen, um uns einfach mal durchzusetzen“, ließ Hofmann Dampf ab. Namen nannte er nicht. Die offensiven Flügel besetzten Gerrit Holtmann und Christian Rasmussen, beide wurden meist abgekocht. „Bis 30 Meter vor dem Tor spielen wir hervorragenden Fußball. Aber da, wo es wichtig ist, kriegen wir es einfach gar nicht hin im Moment. Wir brechen ja nicht mal durch“, schimpfte Hofmann. 

Foul vor dem 0:1? Für Hofmann „ein Stellungsfehler“
Es fehle „Entschlossenheit. Man sieht, dass kein Selbstvertrauen da ist. Kaiserslautern war nicht überragend, hat ein ganz normales Spiel gemacht. Aber was wir dann auch für Gegentore kriegen“, legte Hofmann nach. Beim 0:1 nach einem langen Ball verschätzte sich Sean Klaiber, wurde dabei leicht getroffen von Ibrahim Kanate. Für Rösler ein Foul, für Hofmann nicht. „Es war ein Stellungsfehler. Das war zu wenig für ein Foul“, so der Angreifer.

„Und dann der Elfmeter. Er macht das nicht extra, aber das kommt dann natürlich dazu.“ Charlie Patino, gerade eingewechselt, erwischte Jan Elvedi im Luftduell mit dem Ellbogen im Gesicht, eine harte Entscheidung. Hofmann: „Es ist bitter, dass du solche Tore kriegst. Ich hatte schon das Gefühl, dass wir am Drücker waren, aber mit dem Elfer wird dir wieder der Stecker gezogen.“ 

Hofmann und Horn wollen in der Krise vorangehen
Gab es beim 1:2 in Hannover noch etliche Torchancen, kam der VfL gegen Bielefeld (0:1) und Kaiserslautern kaum noch zum Abschluss. Auch Hofmann setzte keine entscheidenden Zeichen. Fühlt er sich alleingelassen? „Ich will jetzt nicht sagen, ich brauche dies, ich brauche das. Ich sehe uns immer als Team“, betonte der Vize-Kapitän. „Ich versuche dann, mich fallen zu lassen, die Bälle zu verteilen, das habe ich heute auch wieder gemacht Wir müssen uns jetzt gemeinsam aus der Krise herausarbeiten. Wir als ältere Spieler müssen wieder vorangehen, so wie wir es letztes Jahr gemacht haben“, sagte Hofmann. Auch Timo Horn erklärte: „Wir sind da wieder gefragt, unseren Mann zu stehen und zu versuchen, mit Leistung und Ansprache die Jungs anzuführen.“

Nur: Reicht das? Oder braucht der VfL eine andere Spielart? „Wir als Mannschaft stehen hinter der Idee, Fußball zu spielen. Aber wir müssen entschlossener sein. Das ist Abstiegskampf pur jetzt“, betonte Hofmann. Da müsse man nicht alles über Bord werden, aber „vielleicht geradliniger spielen, schmutziger“. 

Am Freitag geht es im Ruhrstadion gegen den Ligakrösus VfL Wolfsburg (18.30 Uhr/Sky). Die Wölfe erzielten in den letzten zwei Partien sieben Treffer beim 4:4 in Nürnberg und 3:1 gegen Heidenheim. Bochum glückten bisher fünf Tore – in acht Partien. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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VfL Bochum spielt sich in die Krise - von Herr Bert - 10-17-2026, 10:34 PM
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