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Presseberichte zum 9. Spieltag VfL - Wolfsburg
#6
Beim VfL Bochum wächst vor dem Duell mit Wolfsburg der Druck auf Trainer Rösler. Er plant personelle und taktische Änderungen im Team. 

Uwe Rösler weiß, was die Stunde geschlagen hat. Als er am Donnerstagmittag auf dem hohen Podium im neuen Presseraum des VfL Bochum Platz nahm, versprühte er eine gewisse Form der Anspannung und Verwundbarkeit. Die vergangenen beiden Spiele seiner Mannschaft haben wahrlich nicht dazu beigetragen, dass er sich seines Amtes sicher sein kann. Vor allem nicht nach einer möglichen Niederlage gegen den absoluten Aufstiegsfavoriten VfL Wolfsburg am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky). Er musste es nicht einmal aussprechen, um zu erahnen, unter welchem Druck er steht. Der Vorteil: Viel hat der 57-Jährige gegen die Wölfe nicht mehr zu verlieren. 

Wohl auch deshalb kündigte er Veränderungen an – sowohl im Spielstil als auch der Formation. Mindestens eine personelle Veränderung soll es geben. „Wir haben an der Struktur gearbeitet“, verriet er. „Wir hatten gegen Kaiserslautern schon eine Anpassung, so versuchen wir, uns Schritt für Schritt zu verbessern und mehr Spieler in die Box zu bringen.“ Daran scheiterte seine Mannschaft in den vergangenen Wochen immer wieder. Philipp Hofmann als einzige Spitze ist oft allein auf weiter Flur im Strafraum, kaum ein Spieler rückt nach. 

VfL Bochum findet keine Lösungen im letzten Drittel
Noch im Testspiel gegen den VfL Osnabrück in der langen Länderspielpause lösten es Christian Rasmussen und auch Mats Pannewig gut. In den Spielen gegen Bielefeld (0:1) und Kaiserslautern (0:2) war davon allerdings wieder wenig bis nichts zu sehen. Im letzten Drittel tut sich der VfL Bochum weiterhin schwer, findet keine Lösungen, erzeugt viel zu wenig Torgefahr für die grundsätzliche Qualität des Kaders.

Die allerdings rufen Spieler und Trainer zu selten ab. Aus unterschiedlichen Gründen. Berkan Taz hatte zu Beginn der Saison noch Anpassungsschwierigkeiten in der Liga, in der er noch nie spielte. Daniel Hanslik kommt überhaupt nicht in Tritt. Jarne Steuckers kam erst spät zur Mannschaft, musste zunächst die Prinzipien verinnerlichen, und vor wenigen Tagen einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Andere Spieler fehlen verletzt, andere erreichen ihr Leistungsmaximum zu selten. Mit diesen Problemen kämpft der VfL Bochum nun – und vor allem Rösler. 

Aber welche Möglichkeiten hat der Cheftrainer? „Es kann eine Möglichkeit sein, mit Daniel Hanslik zu beginnen“, sagte er am Donnerstag auf Nachfrage nach einer Doppelspitze. Als favorisierte Lösung dürfte diese Variante aber wohl nicht infrage kommen. Zu wenig Belastbares zeigte Hanslik bei seinen vielen Einsatzchancen in der Vergangenheit, um wirklich von Beginn an spielen zu dürfen. „Es wird auf jeden Fall eine Viererkette bleiben. Vielleicht spielen wir auch mit drei Spielern vorn“, sagte Rösler. 

Was wiederum für eine neue Chance für Taz sprechen könnte, der in den schwachen vergangenen Partien zumindest insofern auf sich aufmerksam machen konnte, als er den Abschluss gesucht hat. Gegen Hannover 96, Bielefeld und auch Kaiserslautern setzte er – wenn auch eher kleinere – Akzente. Problem für Rösler: Was passiert dann mit Koji Miyoshi? Der Japaner ist eigentlich gesetzt unter dem 57-Jährigen. Auch dürfte der schnelle Gerrit Holtmann wohl kaum aus der Mannschaft rotieren, weil er als einziger Spieler eine gewisse Geradlinigkeit ins Spiel bringt. Hingegen ist Rasmussen ein Spieler, der immer wieder in den Strafraum einrücken kann. 

Warum Patino keine Option ist
Gleiches gilt im Mittelfeldzentrum auch für Mats Pannewig, der auch gegen Wolfsburg erneut in der Startelf stehen dürfte. Charlie Patino hingegen, der viel Ballkontrolle ausstrahlt – aber für Rösler in den falschen Räumen –, ist keine Option. „Bielefeld und Kaiserslautern haben Eins-gegen-Eins gespielt, das waren Kampfspiele. An diese Intensität in der 2. Liga muss er sich noch gewöhnen, daran arbeitet er“, sagte Rösler nun.

Alles über den Haufen werfen will Rösler aber ohnehin nicht. Der Ansatz sei gut. Auch hätten die Spieler ihm und einigen Verantwortlichen glaubhaft versichert, dass sie den Ballbesitz-Fußball weiterhin spielen wollen. Aber wohl mit kleineren Anpassungen. Mehr Aggressivität, mehr vertikale Spielweise sollen eingestreut werden. „Wenn man einen ballorientierten Spielaufbau machen will, kommt die Intensität von den Sechsern und Zehnern“, forderte Rösler. „Wenn wir Räume und Vertrauen haben, klappt das super. Wenn Mannschaften tief stehen, dann haben wir Probleme. Speziell morgen muss man ein Zeichen setzen. Da geht es um andere Dinge. Darauf habe ich meine Spieler hingewiesen“, sagte Rösler vielsagend. Er weiß, dass es möglicherweise seine letzte Chance sein kann. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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RE: Presseberichte zum 9. Spieltag VfL - Wolfsburg - von Herr Bert - 10-22-2026, 05:46 PM

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