03-17-2025, 05:36 PM
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
Zaunfahnen-Skandal sorgt für hitzige Debatten
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03-17-2025, 05:36 PM
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
03-18-2025, 12:08 AM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03-18-2025, 12:18 AM von Herr Bert.)
Die Ultras von Eintracht Frankfurt wollten erst eine Zaunfahne gar nicht entfernen. Das ist ultra-peinlich und kindisch. Ein Kommentar.
Es sind die üblichen Phrasen, die nach dem Fahnen-Eklat im Ruhrstadion benutzt werden. „Sogenannte Fans“, „Ultras raus“, „Die braucht niemand“. Wenngleich diese Sätze in der aktuellen Diskussion natürlich wenig hilfreich sind: Es fällt schwer, nach solchen Vorfällen wie rund um das Heimspiel des VfL Bochum gegen Eintracht Frankfurt Verständnis für die treuen Anhänger aufzubringen, die sonst mit Choreos und sozialem Engagement begeistern. Zu dumm, zu kindisch war das Verhalten der Ultras Frankfurt, was am Ende allen Beteiligten geschadet hat. Den Bochumern, weil sie wieder einmal für nicht-sportliche Themen im Fokus stehen. Den Frankfurtern, weil sie offenbar wenig Einfluss auf ihre Anhänger haben. Und den Fans im Allgemeinen, weil wieder einmal das Negative hängen bleibt. Sicherheit beim VfL Bochum steht über allem Natürlich ist es Teil der Ultra-Kultur, der wohl größten Subkultur Deutschlands, dagegen zu sein, sich nicht dem kleinsten Widerstand zu beugen. Doch was am Sonntag in Bochum passiert ist, hat wenig damit zu tun. Es war eine bewusste Provokation und eine Grenze, die nicht überschritten werden darf. Es geht schlichtweg um die Sicherheit aller im Stadion – und nicht darum, ob eine Zaunfahne hängen darf oder nicht. Das Ausleben der Fankultur wird explizit von den Bochumer Verantwortlichen gefördert. Aber auch den Frankfurtern war bekannt, dass die Fluchttore im Notfall ohne Probleme geöffnet werden müssen. Explizit wurde in den Faninfos vor dem Spiel darauf hingewiesen. Natürlich darf die Frage gestellt werden, warum die Fahne überhaupt erst so angebracht werden darf, niemand beim Aufhängen darauf hinwies. Dass es dennoch fast 50 Minuten dauert, bis eine Reaktion nach vielen Diskussionen erfolgt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Und wer als Gruppe stets proklamiert, dass niemand größer als der Verein sei, der hat auch nach den Regeln der Vereine zu spielen. Quelle: WAZ.de Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
03-19-2025, 09:22 AM
Nach dem Zaunfahnen-Eklat fragen sich viele Fans: Warum schreitet der Klub nicht ein? Der VfL Bochum äußert sich. Der DFB ermittelt - Details und Hintergründe.
Nach dem Banner-Eklat in Bochum laufen die Diskussionen weiter. Nach einer langen Sitzung haben die Verantwortlichen des VfL noch keine weiteren Maßnahmen beschlossen. Die Aufarbeitung läuft, ein Banner-Verbot für Gästefans etwa ist noch nicht vom Tisch, gilt aber als schwer durchsetzbar und nicht gewollt. Viele Fans wüten in sozialen Medien gegen die Frankfurter Ultras, die Solidarität der Bochumer Ultras, die den organisierten Support eingestellt hatten - aber auch gegen den Verein aus Bochum, weil er das Aufhängen der Banner im Gästeblock nicht verhinderte. Zudem kursieren im Netz Bilder von einem Heimspiel gegen den BVB, als ein Banner ebenfalls über Flucht- und Rettungstoren hing: die Hintergründe. Bauordnungsamt „erinnert“ an das Gesetz im Sommer 2023 Grundsätzlich gilt: Die Treppenauf- und abgänge der Fan-Blöcke sind der erste Rettungsweg im Notfall. Gesetzlich vorgeschrieben ist für die Entfluchtung ein zweiter Rettungsweg, der anders als in den modernen Arenen über die Tore ins Stadioninnere führt. Diese Flucht- und Rettungstore müssen jederzeit frei zugänglich sein. So schreibt es das Gesetz vor. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga und der Rückkehr der aktiven Fanszene nach der Corona-Zeit in der Saison 2022/23 war dies öfter nicht der Fall. „Das Bauordnungsamt Bochum hat den VfL Bochum daraufhin im Sommer 2023 dazu aufgefordert, ein Überhängen der Flucht- und Rettungstore zu verhindern“, erklärte der VfL auf Anfrage dieser Redaktion. Langes BVB-Banner im August 2023 - letzte Ermahnung Gleich im ersten Heimspiel danach aber, im Derby gegen Borussia Dortmund am 2. Spieltag im August 2023, versperrte ein XXL-Banner ein Fluchttor. Nach unseren Informationen erhielt der Klub vom Bauordnungsamt eine letzte Verwarnung mit dem (erneuten) Verweis auf drohende hohe Geldstrafen. Beim letzten Heimspiel gegen den BVB gab es keine Probleme. Augenscheinlich aber hängen im Gästeblock und teils auch in der Ostkurve der VfL-Fans Banner an bzw. vor den orange markierten Fluchttoren. Solange sie die Tore nicht überhängen und sie im Notfall geöffnet werden können, ist dies auch erlaubt. So wurden etwa von den Ultras der Bayern und auch von VfL-Ultras zu lange Banner schon mal entsprechend zugeschnitten von den Fans selbst, heißt es vom Klub. In den Fan-Infos, die frühzeitig an die Gästeklubs und ihre Fangruppierungen gesendet werden, erklärt der VfL dies und veranschaulicht es auch mit Fotos. „Das Anbringen von Zaunfahnen an den orangefarbenen Fluchttoren selbst ist möglich, sofern die Tore oberhalb nicht überdeckt sind und die mechanischen Öffnungseinrichtungen frei bleiben. Zaunfahnen müssen daher an der oberen Kante der Fluchttore und an der seitlichen Öffnung enden, so dass sich die Zaunfahnen mit einer Öffnung der Tore mit bewegen“, heißt es in den Fan-Infos. Nach dem BVB-Spiel im August 2023 intensivierte der VfL seine Aufklärungsarbeit gegenüber den Gästeklubs und -Fans. Dennoch kam es bei den Heimspielen gegen Mönchengladbach und Stuttgart in der Vorsaison zu ähnlichen Problemen. Die Partie gegen Mönchengladbach wurde mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen, das Spiel gegen Stuttgart mit 42 Minuten Verzögerung nach der Pause fortgesetzt. In allen anderen Partien hielten sich die Fans an die Regeln, erklärt der Klub. Diese Zaunfahne der Eintracht war zwei Meter zu lang Jetzt dauerte es 50 Minuten bis zum Anpfiff. Eine genaue Vorgabe, wann der Schiedsrichter gar nicht mehr anpfeifen darf, gibt es nicht, es liegt in seinem Ermessensspielraum. Lange hätte es wohl nicht mehr gedauert, erklärte VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig bereits am Sonntagabend. Fakt ist: Frankfurts Fans waren vorab präzise informiert, die Eintracht-Verantwortlichen entschuldigten sich beim VfL. So dürfen Zaunfahnen eine maximale Breite von 24 Metern am Stück haben. Das von den Eintracht-Fans aufgehängte Banner „Ehre der Gruppe der Stadionverbotler“ war aber zwei Meter länger, passte daher nicht zwischen die Fluchttore. Das Tor 7 im Sitzplatzblock E2 der Gäste war daher blockiert, später wurden „mutwillig weitere Fluchttore“ verhangen, so der VfL Bochum. Auch Bochumer Fanbetreuer sind im Gästeblock Umgehend beim Anbringen des XXL-Banners um 14.57 Uhr, so steht es im VfL-Protokoll, informierten Sicherheitskräfte, Fanbetreuer der Eintracht und des VfL Bochum die Eintracht-Fans darüber, dass sie gegen die Regel verstoßen und die Partie dann aus Sicherheitsgründen nicht angepfiffen werden darf. Seit der Saison 2023/24 werde das Aufhängen der Banner auch im Gästeblock von Bochumer Fanbetreuern begleitet, erklärt der Klub. Die Eintracht-Fans ignorierten die Anweisungen aber ebenso wie später die von Eintracht- und Bochum-Verantwortlichen sowie zahlreiche Stadiondurchsagen, ehe sie die Banner doch abnahmen und das Stadion verließen. Statussymbol der Fans: Eingriff führt zu „Konflikten“ Warum schritten die Sicherheitskräfte nicht beim Aufhängen direkt ein? „Der VfL Bochum 1848 respektiert, dass Zaunfahnen ein Statussymbol für Fans sind und das ein aktiver Eingriff von Ordnungskräften oder des Personals des gastgebenden Vereins in das Ritual des Anbringens der Zaunfahnen zu erheblichen Konflikten führen kann“, erklärte der Klub. Im Klartext: Eine Eskalation, Gewalt im Block müsse vermieden werden, auch um andere zu schützen. „Die intensive Beratungsleistung zur Erstellung der Banner-Choreographie wurde von allen Fangruppierungen in der laufenden Saison genutzt und gewertschätzt“, betont der VfL. „Warum die aktive Fanszene aus Frankfurt ein Banner mitgebracht hat, welches für unser Stadion nicht geeignet war, kann der VfL Bochum 1848 nicht beantworten.“ DFB-Kontrollausschuss leitet Ermittlungsverfahren ein Der DFB-Kontrollausschuss hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und beide Vereine im ersten Schritt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Im Zaunfahnen-Fall des VfB Stuttgart kam es Monate später zu einer mündlichen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gegen den VfB. Das Verfahren wurde aber eingestellt gegen eine Zahlung von 20.000 Euro an die Sami-Khedira-Stiftung. Der VfL Bochum hat auch nach dem Eintracht-Fall wohl keine DFB-Sanktionen zu befürchten, für das (Fehl-)Verhalten seiner Fans ist jeweils der eigene Verein verantwortlich. Auch im Fall einer Spielabsage hätte Bochum daher wohl vor den DFB-Gerichten den Sieg zugesprochen bekommen. QAuelle: WAQZ.de Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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