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Unter Druck: Sechs Gründe für den Klassenerhalt
#1
Nach zwei Niederlagen in Folge ist der VfL Bochum Vorletzter - und dennoch aussichtsreich im Rennen. Sogar eine Dauerschwäche seit dem Aufstieg hat der VfL überwunden. 

Es gab nicht wenige, die dem VfL Bochum den Absturz auf Rang 18 prophezeiten vor den so genannten „Hammer-Wochen“ mit den Spielen gegen Bayern, Frankfurt, Leverkusen und Stuttgart. Null Punkte garantiert, hieß es hier und dort. 

Drei Punkte aber sind es schon, der angeschlagene VfB Stuttgart kommt am Samstag (15.30 Uhr/Sky), drei Tage nach dem Pokal-Duell gegen Leipzig, ins Ruhrstadion. Sicher: Bochum ist auf Abstiegsplatz 17 abgerutscht nach Heidenheims zweiten Sieg in Folge, liegt zwei Punkte hinter dem FCH, fünf hinter St. Pauli, drei vor Kiel. Dennoch ist die Ausgangslage vor den letzten sieben entscheidenden Spielen besser als befürchtet. Sechs Gründe, die für den Klassenerhalt sprechen. 

Die Mechanismen greifen immer besser
Die Art und Weise, wie der VfL auftrat in München, in Leverkusen und größtenteils auch gegen Frankfurt, macht Mut für die kommenden Wochen. Einsatz und Mentalität stimmen, Spielfreude ist hinzugekommen. Dieter Hecking hat längst einen Stamm gefunden um das Herzstück, das Mittelfeldzentrum mit Ibrahima Sissoko, Matus Bero und Tom Krauß. Die Mechanismen greifen immer besser.

Das gilt für das Spiel gegen den Ball, defensiv bringt der VfL schon länger das Hecking-Prinzip der klaren Struktur und Kompaktheit auf den Rasen. Es gilt mittlerweile auch für das Spiel mit Ball. Nicht zuletzt die Winterzugänge Tom Krauß und Georgios Masouras haben den VfL auf ein spielerisch höheres Level gehievt. 

Sicher: Die nackten Zahlen mit zuletzt zweimal drei Gegentoren sprechen gegen eine positive Entwicklung in der Defensivarbeit. Gegen Frankfurt, das in der Hinrunde noch sieben Mal zuschlagen durfte gegen den VfL, und Leverkusen aber fiel das dritte Gegentor erst spät, als Bochum aufmachte. 

Was fehlte: die Konsequenz im Abschluss. Gegen Frankfurt vergab Moritz Broschinski das 2:2, bei Bayer verpasste Matus Bero die mögliche 2:1-Führung. Wichtig wäre es, dass Myron Boadu im Saisonfinale zur Höchstform findet - auf seine Treffer kann der VfL nur schwer verzichten. 

Das Team ist eine Einheit
Auch die Spieler, die hinten dran sind, sorgen für die nötige Geschlossenheit im Abstiegskampf. Natürlich will ein Dani de Wit, wollen auch ein Cristian Gamboa oder Anthony Losilla spielen. Mehr spielen. Aber sie akzeptieren ihre Rollen, unterstützen das Team in der Kabine, im Training. Exemplarisch zeigte sich der Teamgeist in München, als Staff und Reservespieler nach dem Schlusspfiff ausgelassen den Triumph feierten. Trainer Hecking nutzte die emotionalen Bilder, zeigte sie bei der Spielanalyse.

Keine Ausreden, sondern Selbstkritik
Spieler und Trainer kritisierten Schiedsrichter Sven Jablonski in Leverkusen für aus ihrer Sicht gravierende Fehlentscheidungen. Zum Teil zu Recht - Maxi Witteks Handspiel vor dem Freistoß zum 1:2 muss man nicht pfeifen, das Foul an Bero vor dem 1:3 sehr wohl. Keiner aber machte den Schiedsrichter für die Niederlage (allein) verantwortlich, „das wäre Quatsch“, meinte etwa Tom Krauß.

Coach Dieter Hecking verwies in seiner Schiri-Schelte souverän auch auf eine Szene, die Bochum bevorzugte. Jeremie Frimpongs Berührung mit Felix Passlack, der fiel und Frimpong alleine aufs Tor zurennen ließ, hätte man nicht ahnden müssen. Alle suchten die Fehler bei sich, hoben auch die Stärke des Gegners hervor. Eine Selbstreflexion, die Bochum nur besser machen kann. 

Widerstandsfähigkeit und Optimismus
0:2 lag der VfL gegen Bayern hinten, 0:1 gegen Leverkusen, 0:2 gegen Frankfurt. In allen Partien brach Bochum, ganz anders noch als vor der Amtsübernahme von Hecking, nach Rückschlägen nicht auseinander. Der VfL erzielte den Ausgleich, die Führung, den Anschluss. Der Glaube an die eigene Stärke ist zurück, Hecking geht mit seinen klaren Ansagen voran. Und hat mit seiner Vertragsverlängerung im Fall des Klassenerhalts ein weiteres wichtiges Signal gesendet: Wir schaffen das.

Zwei Heimspiele und neue Auswärtsstärke
Gegen den angeschlagenen VfB Stuttgart und den allerdings extrem formstarken FC Augsburg, der seit elf Partien unbesiegt ist bei nur drei Gegentoren, hat der VfL nun die Chance, sich in zwei Heimspielen in Folge etwas Luft zu verschaffen auf Kiel und Heidenheim. Mit den Fans im Rücken, die nach dem Banner-Eklat-Spiel und dem eingestellten Support der Ultras in Leverkusen wieder geschlossen hinter ihrem Team standen, die Spieler nach dem Schlusspfiff mit Gesängen wie „Wir sind alle Bochumer Jungs“ feierten.

Allerdings war die Diskrepanz zwischen den Leistungen daheim und auswärts, seit dem Aufstieg im Sommer 2021 ein Dauerthema beim VfL, zuletzt nicht mehr zu erkennen. Das gilt im Guten wie im Schlechten. Im Ruhrstadion gab es in der Rückrunde drei Niederlagen gegen Freiburg, Hoffenheim und Frankfurt. Vor allem das 0:1 gegen die TSG schmerzt bis heute. Demgegenüber stehen die VfL-Festtage gegen Leipzig (3:3 nach 0:3) und Dortmund (2:0). 

Auswärts tritt Bochum indes deutlich stabiler auf als gewohnt, punktete zuletzt in Kiel, Wolfsburg, Bayern, ließ Leverkusen lange bangen. Diese Konstanz auf fremdem Platz zeigt die positive Entwicklung. Angesichts der Abstiegs-Kracher in Heidenheim am drittletzten Spieltag und beim FC St. Pauli am letzten Spieltag wird es entscheidend sein, auch auswärts stabil zu bleiben, mutig aufzutreten. 

Der VfL kann Endspiele
Dass die Bochumer in Schlüsselspielen dem Druck standhalten können, haben sie oft genug bewiesen. Etwa beim 3:0 gegen Leverkusen im Saisonfinale 2022/23, das den Klassenerhalt bescherte. Oder natürlich beim Relegations-Wunder-Rückspiel in Düsseldorf im Mai 2024. Und auch in der jetzigen Konstellation, in der Hinrunde unter Hecking: Das 2:0 gegen Heidenheim, der erste Saisonsieg am 15. Spieltag der Saison kurz vor Weihnachten, war entscheidend dafür, dass der VfL überhaupt noch im Rennen ist.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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