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Darum steht Dirk Dufner in der Kritik
#1
Nach der Verpflichtung von Dirk Dufner als Sport-Geschäftsführer wird beim VfL Bochum viel diskutiert. Ist die Kritik an ihm gerechtfertigt? 

Dirk Dufner hat seinen ersten Arbeitstag noch nicht einmal begonnen, da steht der neue Sport-Geschäftsführer bei etlichen Anhängern des VfL Bochum bereits stark in der Kritik. Der neue Mann sei keiner, um einen Bundesliga-Verein zu führen, er habe bereits mehrere Vereine in den Abstieg geführt, Spielertransfers seien immer gefloppt. Diese und ähnliche Kommentare gibt es unter den Anhängern der Bochumer zuhauf in den diversen Foren und auf den Social-Media-Plattformen. Es sind harte Urteile, die über der 57-Jährigen gefällt werden. 

Ein Teil des Problems ist sicherlich, dass öffentlich Jörg Schmadtke als Kandidat gehandelt wurde, der eine gewisse Erwartungshaltung unter den Fans weckte. Ob von einigen Verantwortlichen bewusst vorangetrieben oder nicht - dass dieser Name über mehrere Wochen mit dem Verein in Verbindung gebracht wurde, ist nun auch zum Nachteil von Dufner. 

Dufner schon bei Hertha BSC in der Kritik
Der Großteil der Kritik speist sich aus Dufners Zeit bei Hertha BSC, wo der damalige Geschäftsführer Fredi Bobic eigens für ihn die Stelle des Kaderplaners geschaffen hatte. Vom Sommer 2021 bis Ende März 2023 war Dufner in der zweiten Reihe bei den Berlinern angestellt und sollte einen tauglichen Kader zusammenstellen. Das Gegenteil war der Fall. Beobachter sprechen von „Willkür“ in der Spielerauswahl, von einem „unausgewogenen“ Kader, der zu teuer zusammengestellt wurde. Größter Kritikpunkt: Die starke Berliner Jugend wurde gänzlich außer Acht gelassen, Talente wie Maximilian Mittelstädt oder Luca Netz verließen die Berliner auch deshalb.

Wie groß die Verantwortung von Dufner für den Kader von Hertha BSC allerdings wirklich war - das ist selbst für Insider schwer zu durchschauen. Die Zeichnungsbefugnis jedenfalls hatte Bobic, der selbst als starker Charakter gilt, der sich nicht groß in Entscheidungen reinreden lässt. Fraglich also, ob die meist (teuren) Transfers tatsächlich Dufner zur Last gelegt werden können. 

Dufner hat bis heute den 96-Rekordtransfer getätigt
Frei von Kritik war Dufner auch bei seinen Stationen 1860 München und Hannover 96 nicht. Immer wieder ein Vorwurf: Er habe zu viel Geld verpulvert. Auch beim SC Freiburg, wo er insgesamt sechs Jahre als Sportdirektor arbeitete, soll es am Ende seiner Amtszeit zu größeren Reibungen vor allem mit Christian Streich gekommen sein. Dem gegenüber stehen erfolgreiche Jahre im Breisgau, in denen er für den Aufstieg und den mehrmaligen Klassenerhalt verantwortlich war. Auch in Hannover - wo mit Martin Kind ein durchaus streitbarer Klubchef ansässig war - hat er schlussendlich nicht nur negative Eindrücke hinterlassen. Der Verkauf des Spaniers Joselu, der damals bei den Niedersachsen floppte, ist bis heute der teuerste Transfer der Klubgeschichte. Zur Wahrheit gehört aber auch hier: Dufner stellte den 96-Abstiegskader von 2016 zusammen.

In Bochum wird Dufner eine Rolle einnehmen, die er so bislang noch nicht ausfüllte. Als Sport-Geschäftsführer wird er den übergeordneten Blick auf die strategische Ausrichtung des Vereins haben müssen, nicht zu sehr im Tagesgeschäft arbeiten. Geplant ist, dass ihm noch ein Kaderplaner zur Seite gestellt wird, der den Profibereich mitverantwortet. In Dufner daher schon jetzt einen „Kaderverplaner“, wie ihn die Berliner Zeitung nach seiner Freistellung bei Hertha BSC nannte, zu sehen, ist fehl am Platz. Vielmehr gilt Dufner als Teamplayer, der zusammen mit allen sportlich Beteiligten und seinem Netzwerk den Verein voranbringen soll. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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