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Wittek: Der Vertragspoker läuft
#1
Linksverteidiger Maxi Wittek zeigt sich in Belek selbstbewusst, geht voran. Er spricht über Vertragsgespräche mit dem VfL, neue Konkurrenz, Standards. 

Als er nach dem Abendessen zum Interview in der riesigen Lobby des Calista Luxury Resort erscheint, wirkt Maximilian Wittek entspannt. Der VfL-Profi bestellt einen türkischen Tee und erklärt, dass das Trainingslager des VfL Bochum im türkischen Belek genau die richtige Entscheidung war. Für die Trainingsqualität. Und für die Mentalität. Solch eine Woche sei „auch immer eine Chance, noch enger zusammenzurücken, wenn man 24/7 zusammen ist“, sagt der Führungsspieler. 

Maxi Wittek geht beim VfL voran
Wittek geht beim VfL voran. Zu sehen auch in Belek: Bei der Laufeinheit am Dienstag führte er seine Gruppe problemlos an, beim elf gegen elf am Mittwoch war er einer der wenigen, die lautstark Kommandos riefen. Und die auch am Ball überzeugten. So gelang dem Linksverteidiger sogar eines der nur vier Tore in den 60 Minuten Spielzeit.

Wittek überzeugt als Linksverteidiger unter Trainer Uwe Rösler
„Mit 30 Jahren hat sich meine Rolle auch etwas verändert. Ich denke, dass ich in den letzten Wochen meiner Verantwortung als Routinier und auch den sportlichen Anforderungen mit meinen Leistungen gerecht geworden bin“, sagt Wittek. Einmal fehlte er krank, alle anderen 16 Partien spielte er von Beginn an, meistens über die komplette Distanz. Und zwar unter Uwe Rösler als Linksverteidiger der Viererkette statt, wie zuvor, als linker Schienenspieler. Eine Position, die ihm offenbar deutlich mehr zusagt.

Der Fehlstart jedenfalls nagte auch an Wittek: „Keine Frage, meine ersten Spiele waren nicht gut. Seitdem Uwe unser Trainer ist, habe ich mich stabilisiert, kann wieder mehr das abrufen, was ich auch von mir selbst erwarte. Ich versuche, da immer weiter zu machen und den Jungs zu helfen“, sagt der Bayer. 

Seine Stammplatz-Garantie ist er allerdings los. Denn mit Mikkel Ragneberg, 23, hat der VfL einen hoffnungsvollen Konkurrenten für den Familienvater geholt. Sollte er Wittek nicht auf Anhieb überholen, dürfte bald seine Chance schlagen: Denn Wittek steht bei vier Gelben Karten. „Er ist ein netter, offener Kerl. Wir haben mit ihm einen weiteren klassischen Linksfuß für meine Position“, erklärt Wittek. „Bisher macht er einen guten Eindruck, das gilt auch für Marcel (Probespieler Sobottka, die Redaktion).“ Zugleich schickt er lächelnd eine kleine Ansage hinterher: „Rein sportlich ist Konkurrenzkampf immer gut für die Mannschaft. Ich selbst muss und will mich auch nochmal Woche für Woche steigern.“ 

Standards verbessern VfL: Mehr Tore nach Ecken und Freistößen
Dazu zählen weitere Assists, starke Standards. Lange Zeit waren Ecken und Freistöße eine Schwäche des VfL, in den letzten Wochen kamen die ruhenden Bälle deutlich erfolgreicher vors Tor. Acht Ecken oder Freistöße führten in dieser Saison bisher zu Toren. Ein Verdienst von Alessandro Riedle, der für die Offensiv-Standards zuständig ist, wobei der Co-Trainer auch in vielen anderen Bereichen mitwirkt, klare Ansagen macht bei den Übungen. Und ein Verdienst des Teams: Die Laufwege sind besser, die Bälle von Wittek passen immer häufiger dazu. 

Drei Assists hat er direkt eingesammelt, weitere Ecken führten über einstudierte Wege zum Erfolg. „Ich habe nie an mir gezweifelt, so selbstbewusst bin ich“, sagt Wittek über teils mächtige Kritik in Fanforen. „Ich weiß, was ich kann. Man sieht jetzt in den Spielen wieder, dass wir über Standards gefährlich sind.“ Es ist Luft nach oben, aber die Richtung stimmt. 

Wittek spricht über Vertragsgespräche und seine Zukunft beim VfL
Wittek gibt Gas. Auf dem Platz. Und jetzt auch wieder mit dem Blick auf seine Zukunft. Denn sein Vertrag läuft nach drei Jahren beim VfL im kommenden Sommer aus. „Ich habe mich in den letzten Wochen darauf konzentriert, dass wir aus unserer Situation herauskommen, dass ich selbst wieder an mein Leistungslimit komme“, sagt der auch medial erfahrene Spieler. Und nun? „Ich hatte ein Gespräch mit Zolli (Lizenzchef Simon Zoller, die Red.), aber weiter sind wir noch nicht. Wir werden uns im Trainingslager nochmal zusammensetzen. Aktuell gibt es da noch nichts zu berichten.“

Der Vertragspoker, so kann man Witteks Aussagen auch interpretieren, läuft. Denn nach unseren Informationen will Bochum seinen Führungsspieler gerne halten. Für Wittek indes bieten sich im reifen Fußball-Alter zwei Optionen: Entweder der einst bei Vitesse Arnheim blendend aufgelegte Außenverteidiger sucht noch einmal eine neue, womöglich höherklassige und lukrativere Aufgabe. Oder er bleibt beim VfL, wo er sich grundsätzlich ja wohlfühlt, und hängt sich für das Ziel Bundesliga-Rückkehr rein. 

VfL Bochum richtet Fokus auf kommende Top-Gegner
Nächste Saison. Denn in dieser Spielzeit ist der Zug nach oben als Tabellenelfter mit zwölf Punkten Rückstand auf die Ränge drei (und auch vier) wohl abgefahren. Trotz der starken Rösler-Serie. „Jetzt anzufangen, nach oben zu schielen, wäre Tagträumerei. Wir tun gut daran, auf uns zu schauen, und zunächst die ersten drei, vier Spiele gut zu bestreiten. Da kommen ordentliche Brocken auf uns zu“, weiß der Routinier. Es geht gegen Darmstadt am 18. Januar, Elversberg, Schalke. Und vor der Winterpause gab es nur noch zwei Remis für den VfL. Wittek: „Wir müssen wir im Vergleich zu den letzten Spielen noch ein, zwei Schippen drauflegen.“

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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