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Wittek oder Rakneberg?
#1
Maximilian Wittek hat mit Mikkel Rakneberg einen neuen Konkurrenten links hinten beim VfL Bochum. Das beeinflusst den Poker um seine Zukunft. 

Es gibt Spieler beim VfL Bochum, an denen scheiden sich die Geister unter den Anhängern. Felix Passlack ist so ein Spieler, der zuletzt laut Trainer Uwe Rösler schon vor seiner Einwechslung mit Buh-Rufen bedacht wurde. Kurioserweise zählt auch sein guter Kumpel und Außenverteidiger-Pendant Maximilian Wittek zu jenen Spielern. Immer wieder wird er trotz anständiger bis guter Leistungen scharf kritisiert. Vielleicht auch, weil die Alternativen für ihn in den vergangenen Jahren einfach fehlten, Wittek also bei egal welchen Leistungen gesetzt war. Zugebenermaßen gab es von ihm vor allem in der letztjährigen Abstiegssaison Einsätze, die bundesligaunwürdig waren. 

In dieser Spielzeit hat sich die Situation verändert. Wittek spielt von Woche zu Woche auf einem guten Niveau, seine Standards sind inzwischen zur Waffe geworden, und dennoch hat der VfL Bochum zu Beginn der Wintervorbereitung einen neuen Linksverteidiger ablösefrei verpflichtet. Mikkel Rakneberg kam vom norwegischen Erstligisten Kristiansund. Auch als Vorgriff auf den Sommer, in dem Wittek den Verein unter Umständen ablösefrei verlassen könnte. Aktuell lässt der 30-Jährige den VfL nämlich ein wenig zappeln. 

VfL Bochum will Wittek mit attraktivem Vertragsangebot halten
Längst haben die Bochumer ihm ein nach Informationen dieser Redaktion äußerst attraktives Vertragsangebot unterbreitet. Er gilt als einer der Lieblingsspieler von Uwe Rösler, unter dem Wittek noch einmal einen Schritt gemacht hat. Entsprechend streckt sich der VfL finanziell und auch in der Vertragslaufzeit. Mindestens zwei Jahre mit einer Option auf ein weiteres, je nach Einsätzen, soll der neue Kontrakt beinhalten. Doch die Grenzen des VfL Bochum sind gesteckt. Nun liegt der Ball beim gebürtigen Bayer, der mit seiner abgefälschten Flanke den Treffer zum 3:3 gegen Darmstadt 98 vorbereitete.

Sollte Wittek sich gegen das Vertragsangebot entscheiden und im Sommer den freien Markt nutzen wollen, ist Bochum mit Rakneberg allerdings vorbereitet. Seine Flexibilität, das Alter und die Ambitionen hätten für ihn gesprochen, sagte Uwe Rösler kürzlich. „Wir schaffen jetzt Konkurrenz, obwohl Maxi das wirklich sehr, sehr gut macht. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Es ist aber gut, eine Option zu haben – auch für die Zukunft“, so Rösler. Das bestätigt auch eine Datenanalyse der f30 football insights GmbH

Das sind die Stärken von Rakneberg
Demnach besitzt der 22-jährige Norweger ein ziemlich komplettes Außenverteidigerprofil. Mit seiner starken Dynamik stößt er immer wieder mutig nach vorn, sorgt dank seines ausgeprägten Tempos für viel Raumgewinn im Übergangsspiel und beteiligt sich viel am Angriffsspiel. Pro 90 Minuten hatte er in der norwegischen Liga 17,9 Ballaktionen nach vorn, im Vergleich dazu kommt Wittek in der 2. Liga nur auf 10,4. Auch spielt er mehr Pässe ins letzte Drittel als sein neuer Konkurrent in Bochum. 

Per Dribbling, Flanke und Freistoß sorgt der Linksfuß für Torgefahr, gegen den Ball überzeugt er mit Laufintensität und dank seiner Athletik auch in Laufduellen. Im Vergleich zu Wittek hat er deutlich mehr Pressingaktionen (30,4 zu 22,1) und erobert häufiger den Ball. 

Rakneberg überzeugt mit starker Defensivarbeit und Dynamik auf links
Rakneberg verteidigt zudem gut zurück, ist vor allem am Boden ein guter Zweikämpfer und verteidigt clever im Raum. In der Eliteserien hatte er mit 61 Prozent gewonnener Bodenzweikämpfe den zweitstärksten Wert aller Außenverteidiger. Seine klaren Stärken hat er aber im Umschaltspiel, weil er trotz seiner Größe von 1,87 Metern dynamisch und sprintstark bei hohem Tempo ist. Auffällig ist, dass er in Norwegen auf der linken Außenbahn immer anspielbar war und immer wieder in Richtung Grundlinie und Strafraum vorstoßen konnte. Zudem spielt er mutig nach vorn und wählt selten den Rückpass. Genau das, was Rösler von seinen Spielern immer wieder eindringlich fordert.

Wittek aufgrund der Erfahrung im Vorteil
Ausgebildet wurde Rakneberg als Offensivspieler, was seinen Drang nach vorn und seine überdurchschnittlich gute Schusstechnik erklärt. Seine Freistöße sollten denen von Wittek in nichts nachstehen. Er hinterläuft auch immer wieder den ballführenden Spieler und schafft so Tiefe im Spiel, die dem VfL Bochum in der Hinrunde noch etwas abging. Sein Konkurrent Wittek agiert da etwas zögerlicher. Das gilt auch für die Eins-gegen-Eins-Duelle, die der Norweger so gern führt und in denen er sich immer wieder durchsetzt – was im Training bereits zu sehen ist. Insgesamt hat er eine höhere Frequenz an Offensivaktionen, ist dabei aber an weniger Torchancen beteiligt als Wittek. 

Beide werden sich in der Rückrunde wohl einen ordentlichen Kampf um den Stammplatz liefern. Aktuell ist Wittek aufgrund seiner Erfahrung in der Liga im Vorteil. Im Training zeigt sich aber bereits, dass Rakneberg bereit ist für sein Zweitliga-Debüt. Für die Zukunft ist der VfL mit dem Winterneuzugang dahinter in jedem Fall gut aufgestellt. Nun bleibt abzuwarten, ob sich Wittek über den Sommer hinaus in Bochum sieht. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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