02-17-2026, 08:19 AM
Trotz solider Platzierung in der 2. Bundesliga bleibt die Saison für den VfL Bochum hochspannend. Aus diesen drei Gründen.
Der Blick auf die Tabelle der 2. Bundesliga ist trügerisch in diesen Wochen. Vor allem, wenn man es mit dem VfL Bochum hält. Platz neun klingt erst einmal sehr solide. Gesichertes Tabellenmittelfeld könnte man nach 22 Spieltagen denken. Was allein schon kurios klingt, wenn man sich den katastrophalen Saisonstart ins Gedächtnis ruft. Nur drei Punkte nach acht Spielen standen auf dem Punktekonto des VfL, als Uwe Rösler Anfang Oktober übernahm. Inzwischen sind es 28. Seit dem neunten Spieltag hat die Mannschaft unter dem neuen Trainer nur einmal verloren. Nun das große ABER: Der Abstand auf einen Abstiegsplatz beträgt trotzdem nur fünf Punkte. Nicht nur deshalb ist Spannung gegeben. Die Gründe.
Grund 1: Abstiegsgefahr weiterhin real
Aussprechen will es rund um die Castroper Straße eigentlich niemand. In den Köpfen ist der geringe Abstand nach unten trotzdem. „Wir kommen gefühlt nicht vom Fleck, haben aber auch nicht verloren. Den Turnaround schaffen wir, dafür müssen wir aber die Chancen machen“, sagte Gerrit Holtmann nach dem 0:0 gegen den SC Paderborn am Sonntag. Das positive Gefühl nach zuletzt starken Auftritten, in denen die spielerische Idee Röslers und die Umsetzung immer besser zu sehen sind, wird derzeit immer größer. Der VfL Bochum spielt nicht wie ein Abstiegskandidat, hat die Aufstiegskandidaten Darmstadt, Schalke und Paderborn sogar weitgehend im Griff gehabt in den schwierigen Spielen zu Beginn des Jahres.
Einzig die Punktausbeute lässt zu wünschen übrig. Aus den letzten acht Spielen gab es für den VfL nur zwei Siege – obwohl die Gegner teilweise dominiert wurden. Allein gegen den SC Paderborn hatten die Bochumer riesige Gelegenheiten, um leicht einen Dreier zu holen. „Wir müssen uns unten herauskämpfen, man sieht, wie eng es ist“, sagte Philipp Hofmann. „Ein Dreier hätte sehr gutgetan. Wenn wir so weitermachen, werden wir die Punkte zum Klassenerhalt holen.“
36 bis 38 Punkte seien dafür wohl (mindestens) nötig, betonte Rösler zuletzt immer wieder. Weil die Konkurrenz eben auch stetig punktet. Sein Ziel bleibt daher seit dem ersten Arbeitstag, die 40-Punkte-Marke zu erreichen. So schnell wie möglich.
Grund 2: Jeder Platz in der Tabelle hilft finanziell
Wer in der Berechnung des TV-Geldes für die kommende Spielzeit so richtig durchsteigen will, der muss wohl Mathematik studiert haben. Kaum etwas im Fußballgeschäft ist so kompliziert wie die Verteilung der Gelder, die die Fernsehanstalten an die Deutsche Fußball-Liga überweisen. In dieser Spielzeit ist der VfL Bochum als Bundesligaabsteiger nach vier Jahren im Oberhaus Krösus der Liga. Knapp 20 Millionen Euro sind in die Kassen des Vereins geflossen. Geschäftsführer Ilja Kaenzig betonte schon rund um die Mitgliederversammlung Ende des vergangenen Jahres, wie wichtig diese Säule in der Finanzierung dieser Saison ist.
Für die kommende Spielzeit und den Etat ist nun jeder Platz in der Tabelle bares Geld wert. Doch nun wird es kompliziert. Wie viel der VfL Bochum genau einnehmen wird, hängt von einer Menge Faktoren ab. Zum einen zählt die Differenz zwischen dem VfL und Absteiger Holstein Kiel. Zudem werden die Bundesliga-Absteiger in dieser Saison die TV-Gelder für Bochum beeinflussen. Abstiege des FC St. Pauli und des 1. FC Heidenheim wären für den VfL finanziell günstiger als einer von Werder Bremen oder dem VfL Wolfsburg. Ein Verlust von rund drei Millionen Euro gegenüber dieser Saison scheint aber realistisch zu sein.
Grund 3: Die Entwicklung des eigenen Spiels und der einzelnen Spieler
Es dauert Wochen, sogar Monate, um eine gemeinsame Spielidee zu entwickeln und diese auch konsequent umzusetzen. Diese Erkenntnis ist im Fußball wahrlich nicht neu, verdeutlicht sich beim VfL Bochum unter Uwe Rösler aber dieser Tage. Im vergangenen Oktober übernahm er die Mannschaft, und erst jetzt ist er langsam damit einverstanden, wie seine Spieler die ihm wichtigen Prinzipien verinnerlichen. Nach dem 0:0 gegen den SC Paderborn war er zwar aufgrund der mangelhaften Chancenverwertung nicht gänzlich zufrieden. Die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten war, machte ihn aber stolz. Statistisch gesehen ist der SC Paderborn nämlich die Mannschaft, die die wenigsten Großchancen zulässt. Davon war in Bochum nichts zu sehen.
Unter Rösler hat sich ein Stamm gefunden, der zumindest in Teilen auch in der kommenden Saison wohl auf dem Feld stehen wird. Mit Oliver Olsen und Mikkel Rakneberg wurden im Winter zudem zwei Spieler verpflichtet, die ab Sommer eine größere Rolle einnehmen können und sollen. Auch als Vorgriff auf die kommende Spielzeit, in der der VfL Bochum nach Möglichkeit wieder im oberen Tabellendrittel ein gewichtiges Wort mitsprechen und in den Kampf um den Aufstieg eingreifen möchte.
Entsprechend muss und wird der Fokus in den kommenden Wochen auch darauf liegen, die Prinzipien, die Laufwege und Passwege weiter in den Köpfen der Spieler zu schärfen, sie einzubläuen. Nun kommen zudem die Partien gegen direkte Konkurrenten im Tabellenmittelfeld und im -keller, die auch sportlich noch erfolgreicher verlaufen dürften. Dies dürfte dann die Arbeit des Trainerteams vereinfachen.
Quelle: WAZ.de
Der Blick auf die Tabelle der 2. Bundesliga ist trügerisch in diesen Wochen. Vor allem, wenn man es mit dem VfL Bochum hält. Platz neun klingt erst einmal sehr solide. Gesichertes Tabellenmittelfeld könnte man nach 22 Spieltagen denken. Was allein schon kurios klingt, wenn man sich den katastrophalen Saisonstart ins Gedächtnis ruft. Nur drei Punkte nach acht Spielen standen auf dem Punktekonto des VfL, als Uwe Rösler Anfang Oktober übernahm. Inzwischen sind es 28. Seit dem neunten Spieltag hat die Mannschaft unter dem neuen Trainer nur einmal verloren. Nun das große ABER: Der Abstand auf einen Abstiegsplatz beträgt trotzdem nur fünf Punkte. Nicht nur deshalb ist Spannung gegeben. Die Gründe.
Grund 1: Abstiegsgefahr weiterhin real
Aussprechen will es rund um die Castroper Straße eigentlich niemand. In den Köpfen ist der geringe Abstand nach unten trotzdem. „Wir kommen gefühlt nicht vom Fleck, haben aber auch nicht verloren. Den Turnaround schaffen wir, dafür müssen wir aber die Chancen machen“, sagte Gerrit Holtmann nach dem 0:0 gegen den SC Paderborn am Sonntag. Das positive Gefühl nach zuletzt starken Auftritten, in denen die spielerische Idee Röslers und die Umsetzung immer besser zu sehen sind, wird derzeit immer größer. Der VfL Bochum spielt nicht wie ein Abstiegskandidat, hat die Aufstiegskandidaten Darmstadt, Schalke und Paderborn sogar weitgehend im Griff gehabt in den schwierigen Spielen zu Beginn des Jahres.
Einzig die Punktausbeute lässt zu wünschen übrig. Aus den letzten acht Spielen gab es für den VfL nur zwei Siege – obwohl die Gegner teilweise dominiert wurden. Allein gegen den SC Paderborn hatten die Bochumer riesige Gelegenheiten, um leicht einen Dreier zu holen. „Wir müssen uns unten herauskämpfen, man sieht, wie eng es ist“, sagte Philipp Hofmann. „Ein Dreier hätte sehr gutgetan. Wenn wir so weitermachen, werden wir die Punkte zum Klassenerhalt holen.“
36 bis 38 Punkte seien dafür wohl (mindestens) nötig, betonte Rösler zuletzt immer wieder. Weil die Konkurrenz eben auch stetig punktet. Sein Ziel bleibt daher seit dem ersten Arbeitstag, die 40-Punkte-Marke zu erreichen. So schnell wie möglich.
Grund 2: Jeder Platz in der Tabelle hilft finanziell
Wer in der Berechnung des TV-Geldes für die kommende Spielzeit so richtig durchsteigen will, der muss wohl Mathematik studiert haben. Kaum etwas im Fußballgeschäft ist so kompliziert wie die Verteilung der Gelder, die die Fernsehanstalten an die Deutsche Fußball-Liga überweisen. In dieser Spielzeit ist der VfL Bochum als Bundesligaabsteiger nach vier Jahren im Oberhaus Krösus der Liga. Knapp 20 Millionen Euro sind in die Kassen des Vereins geflossen. Geschäftsführer Ilja Kaenzig betonte schon rund um die Mitgliederversammlung Ende des vergangenen Jahres, wie wichtig diese Säule in der Finanzierung dieser Saison ist.
Für die kommende Spielzeit und den Etat ist nun jeder Platz in der Tabelle bares Geld wert. Doch nun wird es kompliziert. Wie viel der VfL Bochum genau einnehmen wird, hängt von einer Menge Faktoren ab. Zum einen zählt die Differenz zwischen dem VfL und Absteiger Holstein Kiel. Zudem werden die Bundesliga-Absteiger in dieser Saison die TV-Gelder für Bochum beeinflussen. Abstiege des FC St. Pauli und des 1. FC Heidenheim wären für den VfL finanziell günstiger als einer von Werder Bremen oder dem VfL Wolfsburg. Ein Verlust von rund drei Millionen Euro gegenüber dieser Saison scheint aber realistisch zu sein.
Grund 3: Die Entwicklung des eigenen Spiels und der einzelnen Spieler
Es dauert Wochen, sogar Monate, um eine gemeinsame Spielidee zu entwickeln und diese auch konsequent umzusetzen. Diese Erkenntnis ist im Fußball wahrlich nicht neu, verdeutlicht sich beim VfL Bochum unter Uwe Rösler aber dieser Tage. Im vergangenen Oktober übernahm er die Mannschaft, und erst jetzt ist er langsam damit einverstanden, wie seine Spieler die ihm wichtigen Prinzipien verinnerlichen. Nach dem 0:0 gegen den SC Paderborn war er zwar aufgrund der mangelhaften Chancenverwertung nicht gänzlich zufrieden. Die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten war, machte ihn aber stolz. Statistisch gesehen ist der SC Paderborn nämlich die Mannschaft, die die wenigsten Großchancen zulässt. Davon war in Bochum nichts zu sehen.
Unter Rösler hat sich ein Stamm gefunden, der zumindest in Teilen auch in der kommenden Saison wohl auf dem Feld stehen wird. Mit Oliver Olsen und Mikkel Rakneberg wurden im Winter zudem zwei Spieler verpflichtet, die ab Sommer eine größere Rolle einnehmen können und sollen. Auch als Vorgriff auf die kommende Spielzeit, in der der VfL Bochum nach Möglichkeit wieder im oberen Tabellendrittel ein gewichtiges Wort mitsprechen und in den Kampf um den Aufstieg eingreifen möchte.
Entsprechend muss und wird der Fokus in den kommenden Wochen auch darauf liegen, die Prinzipien, die Laufwege und Passwege weiter in den Köpfen der Spieler zu schärfen, sie einzubläuen. Nun kommen zudem die Partien gegen direkte Konkurrenten im Tabellenmittelfeld und im -keller, die auch sportlich noch erfolgreicher verlaufen dürften. Dies dürfte dann die Arbeit des Trainerteams vereinfachen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."