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Von der Monstergrätsche zum Abwehrchef
#1
Er rettete Bochum 2024 in den Elfmeter-Krimi, jetzt kehrt Noah Loosli als Stammkraft nach Düsseldorf zurück. Sein Vertrag läuft aus. Bleibt er? 

Es war eine Szene, die Noah Loosli binnen Hundertstelsekunden zum Helden für die Ewigkeit werden ließ beim VfL Bochum. Ein „Highlight, an das ich mich immer wieder gerne erinnere“, wie der Innenverteidiger des VfL fast zwei Jahre später lächelnd sagt. Ein Moment für die Geschichtsbücher, der in diesen Tagen in den sozialen Medien wieder verstärkt geklickt wird. 

27. Mai 2024, 118. Minute. Der VfL hat das 0:3 aus dem Relegations-Hinspiel gedreht, führt in Düsseldorf in der Verlängerung weiterhin mit 3:0. Ecke Düsseldorf. Jona Niemiec bleibt zunächst an Patrick Osterhage hängen, kommt dann am kurzen Pfosten aber nach einem Abpraller von Torwart Andreas Luthe erneut an den Ball, hat aus spitzem Winkel das leere Tor vor Augen. Den Aufstieg mit Düsseldorf! Und Bochums Abstieg! 

Looslis Block rettet den VfL Bochum
Der in der 58. Minute eingewechselte Loosli aber packt eine Monstergrätsche aus, blockt den Schuss in letzter Hundertstelsekunde, rettet den VfL ins Elfmeterschießen, das Bochum 6:5 gewinnt. Ekstase hier, Schock dort. Der VfL feierte den spektakulärsten Klassenerhalt seiner Historie.

„Ich konnte den einen Schuss kurz vor der Linie zum Glück blocken, was uns mit ins Elfmeterschießen geholfen hat, in dem wir das Wunder der Relegation dann vollenden konnten“, sagt Loosli kurz vor der Rückkehr in die Merkur Spiel-Arena am Freitag, wenn die kriselnde Fortuna den VfL zum wichtigen Duell im Kampf um den Klassenerhalt empfängt (18.30 Uhr/Sky). Mit einem Loosli, der in seinem dritten Jahr beim VfL den Durchbruch geschafft hat. 

Leihe nach Fürth sorgte für wichtige Spielpraxis
Lange wurde er nur gelobt für seinen Fleiß, seinen Einsatz, seine professionelle Lebensweise, seinen Charakter als Teamplayer. Gespielt aber hat der 2023 ins Revier gewechselte Schweizer selten. In Fürth sammelte er auf Leihbasis wichtige Spielpraxis in der Rückrunde der Vorsaison, kehrte im Sommer gestärkt zurück. Geduld blieb eine Maxime.

Als die Chance kam, nutzte er sie. Nach seinen ersten beiden Partien als VfL-Trainer schickte Uwe Rösler ihn ins Rennen beim Pokaltriumph in Augsburg (1:0). Loosli überzeugte, hat seitdem keine Minute mehr verpasst in den folgenden 13 Zweitligapartien, hinzu kommt das Pokalspiel gegen Stuttgart (0:2). 

Auch in Düsseldorf wird er starten, wohl wieder an der Seite von Philipp Strompf, der seitdem ja auch nur einmal fehlte, beim letzten Spiel gegen Nürnberg (1:1) wegen einer Gelb-Sperre. „Noah ist im Moment gesetzt“, legte sich Rösler am Montag auch öffentlich frühzeitig fest, nachdem er ihn schon nach dem Nürnberg-Spiel hervorgehoben hatte. „Er bekommt Vertrauen, die Anerkennung und zeigt es mit Leistungen“, so Rösler. 

So steigert sich Loosli unter Trainer Rösler
Denn Loosli „ist zuverlässig“, sagt der Trainer. Seine einstigen Defizite im Aufbau verschwinden immer mehr, Loosli ist deutlich passsicherer geworden, auch: mutiger. „Mit dem Ball zeigen wir ihm klare Muster auf, die werden immer besser mit ihm“, so Rösler.

Mit Stellungsspiel und Antizipation macht er Geschwindigkeitsprobleme immer öfter wett, ist oft im rechten Moment da, wie einst in Düsseldorf. „Er hat auch gegen den schnellen Mohamed Zoma gut verteidigt“, lobte Rösler. „Er steigert sich, ob im Zweikampf oder im Kopfballspiel.“ 

VfL will Präsenz zeigen gegen Düsseldorfs Itten
Trotz seiner nur 1,86 Meter hatte er zuletzt die Kanten Steffen Tigges (Paderborn) oder Adriano Grimaldi (Nürnberg) auch in der Luft meist im Griff. Im Verbund mit dem ja deutlich größeren Strompf soll er nun auch gegen seinen Schweizer Landsmann Cedric Itten bestehen, Düsseldorfs 1,90-Meter-Stürmer, der bereits neunmal geknipst hat. Itten sei „ein guter Wandspieler, eine gute Anspielstation. Wir müssen wieder die körperliche Präsenz zeigen wie gegen Grimaldi und Tigges“, sagt Rösler.

Loosli geht auch verbal immer mehr voran auf dem Feld, gibt Kommandos, dirigiert in einem immer noch recht leisen Team. Auch eine Frage der Spielpraxis. „Wenn du Woche für Woche spielst und das auf Strecke sehr ordentlich machst, dann bekommt man Selbstvertrauen. Er entwickelt sich, aber er investiert auch sehr viel“, sagt Rösler. 

Looslis Vertrag läuft im Sommer aus, Gespräche laufen
Der Trainer schätzt ihn. Loosli fühlt sich wohl in Bochum, das hat er bereits mehrmals erklärt. Die Gespräche über eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages laufen längst. Viel deutet auf eine Einigung hin, auch wenn sich Loosli auch beim Vertrags-Thema professionell verhält: „Ich fokussiere mich auf das, was auf dem Platz passiert, will Spiel für Spiel meine Leistung abrufen. Dann bin ich zuversichtlich, dass der Rest kommen wird“, sagte der 29-Jährige dazu.

Fokus aufs nächste Spiel also. Auf Düsseldorf. „Es ist ein schweres, ein wichtiges Spiel. Wir haben eine Riesenchance, uns von den Abstiegsplätzen abzusetzen“, sagt Loosli, der sich über die „Riesenunterstützung“ von (mindestens) 9000 VfL-Fans freut. Loosli ist optimistisch, dass die Remis-Serie im positiven Sinne reißt: „Wenn wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen, haben wir eine gute Chance, die drei Punkte mitzunehmen.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Er hat sich sehr gut entwickelt….er sollte bleiben!
Nur wer die Bitternis der Niederlage geschmeckt, weiß die Süße des Sieges zu schätzen!(M.F.B.Schneider)
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