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Transfers Zwei schlagen ein, einer kämpft noch, einer fügt sich
#1
Starke Bank, mehr Konkurrenzkampf: Spieler des VfL loben die Winterzugänge. Aber nicht alle sind reif für ein höheres Niveau. Eine Zwischenbilanz. 

Viel später als in Berlin geht es nicht. Als Leandro Morgalla das 1:1 erzielte bei der Hertha in der Nachspielzeit, hatte der VfL Bochum einmal mehr seine gute Moral bewiesen, wie Maximilian Wittek hinterher sagte. Hatte zum vierten Mal in den letzten sechs Partien einen Rückstand noch zu einem Punkt oder, beim 3:2 gegen Kaiserslautern, sogar drei Punkten gedreht. 

Auch dank einer starken Bank und Wechsel, die frischen Wind brachten. „Man hat wieder gesehen, dass wir noch enger zusammengerückt sind“, sagte Wittek. Ein Grund: die Winterzugänge. Eine Zwischenbilanz der vier Neuen im Profiteam. 

Callum Marshall. Der Nordire machte gleich im ersten Training im türkischen Belek deutlich, was der VfL von ihm erwarten kann. Einsatz. Selbstvertrauen. Abschlüsse. Siegeswille. „Er ist ein Mentalitätsspieler“, sagt Trainer Uwe Rösler. Marshall traf gleich gegen Darmstadt als Joker zum 3:3, er erzielte gegen Kaiserslautern das wichtige 2:2. Beim letzten Heimspiel bewies er eindrucksvoll seine Nehmerqualität, als der 21-Jährige mit Blut im Schuh nach einer Verletzung am Zeh sprichwörtlich auf die Zähne biss. Womöglich hemmte ihn die noch nicht ausgeheilte Wunde in Berlin, als er nach seiner Einwechslung weniger Impulse setzen konnte als in den meisten Partien zuvor. 

Dennoch: Marshall ist ein Volltreffer. Er kam in allen neun Rückrundenpartien zum Einsatz, viermal von Beginn an. Mal spielte er rechts, meist zentral als Doppelspitze oder knapp dahinter, dort ist er am stärksten. Gegen Schalke und in Münster zauberte er Unterschiedspässe auf den Rasen. Was ihm fehlt: Konstanz. Aus Bochumer Sicht: ein neuer Vertrag. Denn das Offensivtalent ist nur bis zum Saisonende vom Premier-League-Klub West Ham United, wo sein Kontrakt noch bis 2027 läuft, ausgeliehen. Bochum würde ihn gerne halten, stößt aktuell aber an finanzielle Grenzen. Zudem ist unklar, wie Marshall selbst seine Zukunft sieht. 

Oliver Olsen. Ähnlich wie Marshall kam auch der Däne sofort an beim VfL. Komplett austrainiert, wurde der Rechtsverteidiger kurz nach seiner Verpflichtung vom dänischen Erstligisten Randers FC für eine geringe Ablöse (rund 200.000 Euro) bereits in Münster eingewechselt. Der 25-Jährige kam auch in den fünf weiteren Partien zum Zug. 

Gegen Nürnberg löste er den angeschlagenen Morgalla früh ab, gegen Kaiserslautern und in Berlin übernahm er dessen Startelf-Stammplatz. „Eigentlich müssten beide spielen“, sagt Trainer Rösler und tauschte zur Pause bei der Hertha. Nicht, weil Olsen enttäuschte, sondern weil er mit Gelb vorbelastet war. 

Olsen sei der Mann für „Ballbesitz“, meint Rösler. Er besticht zudem mit viel Offensivgeist und bereitete bereits einen Treffer vor. Er bringt, wie Morgalla, auch Größe mit (1,90 Meter). Ein Kriterium, auf das Rösler bei der gesamten Kaderplanung viel Wert legt. 

Olsen gehört die Zukunft beim VfL Bochum
Morgalla hat mehr Tempo, ist in Topform noch etwas zweikampfstärker, tankte nun weiteres Selbstvertrauen mit seinem ersten Profitor. Beide pushen sich, auch im Training, betonen sowohl die Spieler als auch der Coach.

Olsens Vertrag läuft bis 2030, er ist als Stammkraft für die kommende Saison fest eingeplant. Morgalla wird den Klub im Sommer nach seinem Leihende verlassen, auch Bundesligisten zeigen Interesse an dem Spieler von RB Salzburg. Olsen gehört also die Zukunft beim VfL, was ein Pluspunkt für ihn auch für den Rest dieser Saison ist. 

Mikkel Rakneberg. Der 24-Jährige kam bereits Anfang Januar von Kristiansund BK, füllte die Lücke auf der Linksverteidiger-Position, wo Maximilian Wittek bis dahin konkurrenzlos war. An den erfahrenen Wittek kommt er allerdings bisher nicht heran. Mit 1,87 Metern bringt Rakneberg eine stattliche Größe mit, hat aber noch Anpassungsprobleme: beim Tempo, im Zweikampf, im Stellungsspiel, auch im Eins-gegen-eins. Rakneberg lässt sich, auch im Training, zu leicht überspielen. In Düsseldorf ersetzte er den gesperrten Wittek und zahlte viel Lehrgeld. Zudem wurde er viermal für ein paar Minuten eingewechselt. 

Wittek hat seinen Vertrag bis 2028 verlängert, Rakneberg ist bis 2029 gebunden, die Position des Linksverteidigers ist damit für die nächste Saison besetzt. Möglich, dass der Norweger gegen Saisonende daher etwas mehr, für seine Entwicklung wichtige Spielpraxis erhält, wenn der VfL den Klassenerhalt sicher hat. Stand jetzt ist die Rangfolge auch für 2026/27 klar: Wittek ist die Nummer eins, Rakneberg sein Herausforderer. 

Marcel Sobottka. Der 31-jährige Sechser kam als vertragsloser Spieler zum VfL, weil der zweifellos deutlich stärkere Ibrahima Sissoko an Nantes verkauft wurde und Matus Bero noch verletzt war. Er besticht durch seinen Charakter und ist im Team geschätzt. 

In der 2. Liga spielt er nach Monaten ohne Spielpraxis kaum eine Rolle. Sobottka kam bisher nur zu zwei Joker-Einsätzen. Seit Beros Comeback ist auch sein Kaderplatz im Prinzip belegt, in drei der letzten vier Partien fehlte er im Aufgebot, zuletzt wegen muskulärer Probleme. Sobottkas Vertrag endet im Sommer, die Wege dürften sich angesichts der höheren Ambitionen des VfL wieder trennen. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Wenn ich das Sagen hätte, würde ich versuchen Marshall und Morgalla zu verpflichten.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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