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Was Mats Pannewig mit N’Golo Kanté gemeinsam hat
#1
Mats Pannewig ist beim VfL Bochum unverzichtbar geworden – sein Wert für das Team zeigt sich oft erst, wenn er fehlt. Was macht ihn so besonders? 

Es gibt Spieler im Fußball, deren Wert für eine Mannschaft sich erst zeigt, wenn sie nicht auf dem Feld stehen. N’Golo Kanté ist so ein Beispiel. Der inzwischen 34-Jährige ist möglicherweise einer der besten Spieler seiner Generation, hat zweimal die englische Meisterschaft mit zwei verschiedenen Teams gewinnen können und wurde mit Frankreich Weltmeister. Doch gesprochen wurde und wird über ihn nur selten. Er ist kein spektakulärer Dribbler wie Lionel Messi, er hat nicht die Attitüde eines Cristiano Ronaldo. Schießt nicht ansatzweise so viele Tore wie Harry Kane. 

Kanté ist ein ehrlicher Arbeiter auf dem Feld, der mit seinen Qualitäten im Spielaufbau und mit seiner Übersicht dennoch ein Unterschiedsspieler ist. Ob Frankreich 2018 ohne ihn Weltmeister geworden wäre? Es ist zumindest zu bezweifeln. Kanté ist der Inbegriff jener Spieler, die für den normalen Fußballfan eher unter dem Radar laufen. In einer Mannschaft aber Gold wert sind. Aufgrund der Spielweise und des Charakters. 

Rösler: „Fehlen von Pannewig hat man gemerkt“
Auch der VfL Bochum hat so einen Spieler in seinen Reihen. Natürlich nicht annähernd auf dem Niveau, auf dem der Franzose spielt. Und dennoch ist die Situation vergleichbar. Denn auch bei Mats Pannewig zeigt sich erst dann sein Wert, wenn er nicht spielt. So wie am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen Hertha BSC. „Wenn es um Spielgestaltung und Ballbesitz ging, hat man das Fehlen von Mats Pannewig gemerkt“, sagte sein Trainer Uwe Rösler nach der Partie offen. „Ich bin froh, ihn gegen Holstein wieder dabeizuhaben.“

Es sind Worte, die bei Pannewig Eindruck hinterlassen. „Es ist schön zu hören und ein Ansporn für mich, dass Uwe sowas sagt“, erklärte er. Wenngleich er diese Wertschätzung tagtäglich im Training spürt. Von Beginn an seiner Zeit in Bochum war Röslers Enthusiasmus für den zentralen Mittelfeldspieler zu sehen. Hier ein Einzelgespräch, da noch einmal eine Erklärung. Der Cheftrainer hat sich offenbar vorgenommen, das Talent aus den eigenen Reihen besser zu machen. 

Pannewig ist Rösler dankbar
„Mit dem Turnaround mit Uwe ging auch meine Entwicklung los“, weiß Pannewig die eigene Situation gut einzuschätzen. Der Saisonstart unter Dieter Hecking sei für alle schwierig gewesen. Auch für ihn. Aber: „Uwe hat mich sehr gepusht, das ist für einen Profi wichtig, dass der Trainer auf einen setzt und spielen lässt. Ich bin ihm dankbar. Das hat dazu beigetragen, dass ich sicherer mit dem Ball wurde, mehr riskieren konnte. Jetzt kamen die ersten Tore hinzu. Das ist eine positive Entwicklung.“

Mit seinen erst 21 Jahren in seiner ersten so richtigen Profisaison, in der Pannewig so viel spielt, wie noch nie, ist er bereits ein Unterschiedsspieler. Nicht jede Woche, natürlich. Dafür unterliegt er noch zu vielen Leistungsschwankungen. Aber dann, wenn er sein höchstes Niveau abrufen kann. Ohne Pannewig im Spielaufbau allerdings läuft wenig zusammen. „Ich habe meine Stärken mit Ball und kann dem Spiel meinen Stempel aufdrücken, indem ich die Geschwindigkeit regle und mich zwischen den Reihen aufdrehen kann“, sagte er selbst vor dem Spiel gegen Holstein Kiel am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) selbstbewusst. „Ich bin für das Übergangsspiel zuständig und kann die Flügel in Szene setzen. Ich glaube, dass es gegen Kiel wichtig sein wird, dass wir unsere Außen ins Spiel bringen.“ 

Pannewig hat beim VfL Bochum eine Startelfgarantie
Auch deshalb gibt ihm Rösler quasi eine Startelfgarantie. Seitdem der 57-Jährige im Oktober des vergangenen Jahres übernahm, stand Pannewig nur dreimal nicht von Beginn an auf dem Feld, zudem fehlte er je einmal gelbgesperrt und krank. „Er hat die Mentalität und die Qualität dafür. Er ist ein vorbildlicher junger Spieler“, sagte Rösler. Schränkte aber ein: „Er muss jede Woche die Leistung bringen, sich das Trikot für die Startelf zu verdienen.“ 

Bislang gelingt dem 1,95 Meter großen Mittelfeldspieler dies gut. In den Trainingseinheiten überzeugt er, im Spiel meistens auch. Dabei ist die Konkurrenz auf seiner Position groß. Kapitän Matus Bero brennt und will einen Stammplatz, genauso wie das Toptalent Cajetan Lenz. Marcel Sobottka hatte es bereits vor seinen muskulären Problemen schwer, überhaupt als Startelfkandidat in den Sinn des Trainers zu kommen. Anders Pannewig. „Er ist der Spieler im Mittelfeld, der die anderen einsetzen kann, einen langen Ball spielen kann, auch mal hinter die Kette den Ball spielen kann. Die Qualitäten haben wir in Berlin vermisst. Auch bei Standards ist er offensiv und defensiv eine Waffe für uns“, sagte Rösler. 

Das ist Experten nicht verborgen geblieben. Erst kürzlich taxierte das Online-Portal transfermarkt.de seinen Marktwert auf drei Millionen Euro, womit er seinen vermeintlichen Wert gegenüber dem Saisonbeginn verdreifacht hat. Längst sitzen Scouts auch seinetwegen auf den Tribünen, wenn der VfL Bochum spielt. Gedanken an einen Wechsel aber scheint Pannewig, der noch bis 2028 an der Castroper Straße unter Vertrag steht, nicht zu verschwenden. „Ich habe noch einen Vertrag und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es nächstes Jahr so aussehen wird, dass ich hier eine wichtige Rolle spiele und wir nächstes Jahr genauso angreifen können“, sagte er. Das ist ganz im Sinne seines Trainers, der mit deutlichen Worten sagte: „Pannewig bleibt!“ 

Weil sein Wert für die Mannschaft wie der von Kanté eben doch unbezahlbar ist. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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