Gestern, 04:36 PM
Philipp Hofmann ist beim VfL Bochum in Topform und ärgert sich über Defensiv-Patzer. Im Abstiegskampf kommt es auch auf Francis Onyeka an.
Er hätte der strahlende Held eines sonnigen Sonntagnachmittags sein können. Erst traf er mit dem rechten Schlappen, mit Wucht aus dem Gewühl im Stile eines Torjägers zum 1:1. Dann veredelte er eine Freistoß-Flanke von Maximilian Wittek präzise mit dem Kopf zum 2:2.
Doch Philipp Hofmann konnte sich nicht richtig freuen über seinen ersten Doppelpack für den VfL Bochum seit dem Sieg im Relegations-Rückspiel bei Fortuna Düsseldorf vor bald zwei Jahren. Natürlich nehme er seine Saisontore sieben und acht gerne mit, überhaupt wolle er auch „viel Positives“ ziehen aus diesem bitteren 2:3 gegen Holstein Kiel.
Hofmann: Box-Verteidigung ist ein Thema
Die Moral, den Einsatz, ein gutes Pressing in der ersten Halbzeit, einige gute Spielzüge lobte Hofmann. Aber, und darauf kam der Angreifer des VfL immer wieder zu sprechen: „Wie so oft in dieser Saison pennen wir zwei-, dreimal hinten, schalten zu langsam“, sagte Hofmann. „Die Box-Verteidigung ist ein Thema. Gerade wenn man das Spiel macht, muss man hinten dicht stehen. Gerade das dritte Tor ist megaärgerlich“, sagte Hofmann. Bereits in Unterzahl nach Matus Beros Gelb-Roter Karte schlief der VfL bei einer Ecke, stimmte die Zuordnung nicht. „Wir machen das 2:2, da muss man einfach schneller im Kopf sein, es cleverer machen. Die Niederlage ist extrem ärgerlich.“
Auch in der eigenen Offensive, im letzten Drittel, sah der 32-Jährige Probleme. Viele Flanken schlugen Gerrit Holtmann und Kollegen. 16 an der Zahl gab es, aber nur zwei kamen an. Die Abschlüsse: oft drüber oder zu unplatziert. „Es sind Kleinigkeiten, die uns fehlen. Wir müssen mehr Ruhe haben, es besser auszuspielen, cleverer sein. Wir schießen manchmal kopflos aufs Tor“, meinte Hofmann.
Hofmann schießt sich in die Top Ten der 2. Liga
Gegen Kiel ging der Arnsberger voran, wieder einmal. Seine Formkrise vom Saisonstart, mitgeschleppt aus einer unbefriedigenden Bundesliga-Saison, hat er unter Uwe Rösler längst abgeschüttelt. Er erhält als Neuner und Führungsspieler das nahezu uneingeschränkte Vertrauen. Er zahlt es zurück.
Auch als Ballverteiler, als Initiator guter Angriffe. Als Balleroberer. Als intensiver Anläufer. Als Vorbereiter. Sieben Treffer hat Hofmann aufgelegt. Mit 15 Scorer-Punkten ist er in den Top Ten der 2. Liga gelandet, belegt Rang acht in dieser Statistik, die Herthas Fabian Reese mit 21 Punkten anführt.
Denn jetzt, gegen Kiel, glänzte der 1,95-Meter-Hüne auch wieder als Torjäger. „Wie Hoffi sich gesteigert hat in den letzten Monaten, das ist enorm. Jetzt belohnt er sich auch mit zwei Toren“, meinte Trainer Uwe Rösler.
Francis Onyeka ist für den VfL Bochum nicht zu ersetzen
Intern hat er in der Torschützenliste damit Francis Onyeka eingeholt, der ebenfalls achtmal traf, darunter zweimal vom Elfmeterpunkt, zuletzt gegen Nürnberg. Und doch ist Onyeka, neben den gegen Kiel erneut entscheidenden Problemen in der letzten Kette, ein Sorgenfall des VfL. Weil er als Zehner so wertvoll ist für Bochum. Weil er auch mit 18 Jahren schon ein Unterschiedsspieler ist, der zuletzt aber den Unterschied nicht mehr ausmachte.
Der junge Leihspieler von Bayer Leverkusen zählt aufgrund seines Rundum-Pakets mit Dynamik, Technik, Robustheit, Torgefahr weiterhin nicht zu den Schlechtesten des VfL. Doch seine Topform, die Bochum im Abstiegskampf benötigt, hat der Zehner ein Stück weit verloren.
Was nachvollziehbar ist. Erstmals spielt der Teenager eine Männersaison, er spielte seit Oktober fast immer von Beginn an. Wegen leichter muskulärer Probleme im Oberschenkel konnte er in der Vorwoche nicht konstant trainieren, saß gegen Kiel zunächst nur auf der Bank. Callum Marshall ersetzte ihn, erwischte aber keinen guten Tag.
Onyeka vergibt späten Ausgleich und reist zur U19-Nationalmannschaft
Onyeka hatte nach seiner Einwechslung in den letzten 40 Minuten zwei Abschlüsse, hätte tief in der Nachspielzeit das nicht unverdiente 3:3 erzielen können. Er scheiterte aber an Torwart Timon Weiner. Seinen letzten Treffer aus dem Spiel heraus erzielte er Anfang Januar gegen Darmstadt, zum Rückrundenstart.
„Francis muss mal wieder ein Erfolgserlebnis haben, aus dem Spiel heraus ein Tor machen“, meinte Coach Rösler. Onyeka reist jetzt zur deutschen U19-Nationalmannschaft, kehrt aus VfL-Sicht im schlimmsten Fall mit der Belastung von drei weiteren Länderspielen zurück. Rösler hofft, dass er wenigstens zum Teil geschont wird, setzt sich dafür ein beim DFB. Denn auf einen Onyeka mit der erforderlichen Frische kann Bochum kaum verzichten, zumal er mit Hofmann oft gut harmonierte, offensiv ebenso wie im Pressing.
Schließlich geht es am Ostersamstag (4. April, 13 Uhr) zum Vorletzten FC Magdeburg, der Hoffnung schöpft nach dem 3:1-Schlüsselsieg beim neuen Schlusslicht Preußen Münster. Es ist das nächste Sechs-Punkte-Spiel für den VfL. Bei einer Niederlage rückt der FCM bis auf drei Punkte an Bochum heran und würde den VfL in eine Krise zur Unzeit stürzen.
Quelle: WAZ.de
Er hätte der strahlende Held eines sonnigen Sonntagnachmittags sein können. Erst traf er mit dem rechten Schlappen, mit Wucht aus dem Gewühl im Stile eines Torjägers zum 1:1. Dann veredelte er eine Freistoß-Flanke von Maximilian Wittek präzise mit dem Kopf zum 2:2.
Doch Philipp Hofmann konnte sich nicht richtig freuen über seinen ersten Doppelpack für den VfL Bochum seit dem Sieg im Relegations-Rückspiel bei Fortuna Düsseldorf vor bald zwei Jahren. Natürlich nehme er seine Saisontore sieben und acht gerne mit, überhaupt wolle er auch „viel Positives“ ziehen aus diesem bitteren 2:3 gegen Holstein Kiel.
Hofmann: Box-Verteidigung ist ein Thema
Die Moral, den Einsatz, ein gutes Pressing in der ersten Halbzeit, einige gute Spielzüge lobte Hofmann. Aber, und darauf kam der Angreifer des VfL immer wieder zu sprechen: „Wie so oft in dieser Saison pennen wir zwei-, dreimal hinten, schalten zu langsam“, sagte Hofmann. „Die Box-Verteidigung ist ein Thema. Gerade wenn man das Spiel macht, muss man hinten dicht stehen. Gerade das dritte Tor ist megaärgerlich“, sagte Hofmann. Bereits in Unterzahl nach Matus Beros Gelb-Roter Karte schlief der VfL bei einer Ecke, stimmte die Zuordnung nicht. „Wir machen das 2:2, da muss man einfach schneller im Kopf sein, es cleverer machen. Die Niederlage ist extrem ärgerlich.“
Auch in der eigenen Offensive, im letzten Drittel, sah der 32-Jährige Probleme. Viele Flanken schlugen Gerrit Holtmann und Kollegen. 16 an der Zahl gab es, aber nur zwei kamen an. Die Abschlüsse: oft drüber oder zu unplatziert. „Es sind Kleinigkeiten, die uns fehlen. Wir müssen mehr Ruhe haben, es besser auszuspielen, cleverer sein. Wir schießen manchmal kopflos aufs Tor“, meinte Hofmann.
Hofmann schießt sich in die Top Ten der 2. Liga
Gegen Kiel ging der Arnsberger voran, wieder einmal. Seine Formkrise vom Saisonstart, mitgeschleppt aus einer unbefriedigenden Bundesliga-Saison, hat er unter Uwe Rösler längst abgeschüttelt. Er erhält als Neuner und Führungsspieler das nahezu uneingeschränkte Vertrauen. Er zahlt es zurück.
Auch als Ballverteiler, als Initiator guter Angriffe. Als Balleroberer. Als intensiver Anläufer. Als Vorbereiter. Sieben Treffer hat Hofmann aufgelegt. Mit 15 Scorer-Punkten ist er in den Top Ten der 2. Liga gelandet, belegt Rang acht in dieser Statistik, die Herthas Fabian Reese mit 21 Punkten anführt.
Denn jetzt, gegen Kiel, glänzte der 1,95-Meter-Hüne auch wieder als Torjäger. „Wie Hoffi sich gesteigert hat in den letzten Monaten, das ist enorm. Jetzt belohnt er sich auch mit zwei Toren“, meinte Trainer Uwe Rösler.
Francis Onyeka ist für den VfL Bochum nicht zu ersetzen
Intern hat er in der Torschützenliste damit Francis Onyeka eingeholt, der ebenfalls achtmal traf, darunter zweimal vom Elfmeterpunkt, zuletzt gegen Nürnberg. Und doch ist Onyeka, neben den gegen Kiel erneut entscheidenden Problemen in der letzten Kette, ein Sorgenfall des VfL. Weil er als Zehner so wertvoll ist für Bochum. Weil er auch mit 18 Jahren schon ein Unterschiedsspieler ist, der zuletzt aber den Unterschied nicht mehr ausmachte.
Der junge Leihspieler von Bayer Leverkusen zählt aufgrund seines Rundum-Pakets mit Dynamik, Technik, Robustheit, Torgefahr weiterhin nicht zu den Schlechtesten des VfL. Doch seine Topform, die Bochum im Abstiegskampf benötigt, hat der Zehner ein Stück weit verloren.
Was nachvollziehbar ist. Erstmals spielt der Teenager eine Männersaison, er spielte seit Oktober fast immer von Beginn an. Wegen leichter muskulärer Probleme im Oberschenkel konnte er in der Vorwoche nicht konstant trainieren, saß gegen Kiel zunächst nur auf der Bank. Callum Marshall ersetzte ihn, erwischte aber keinen guten Tag.
Onyeka vergibt späten Ausgleich und reist zur U19-Nationalmannschaft
Onyeka hatte nach seiner Einwechslung in den letzten 40 Minuten zwei Abschlüsse, hätte tief in der Nachspielzeit das nicht unverdiente 3:3 erzielen können. Er scheiterte aber an Torwart Timon Weiner. Seinen letzten Treffer aus dem Spiel heraus erzielte er Anfang Januar gegen Darmstadt, zum Rückrundenstart.
„Francis muss mal wieder ein Erfolgserlebnis haben, aus dem Spiel heraus ein Tor machen“, meinte Coach Rösler. Onyeka reist jetzt zur deutschen U19-Nationalmannschaft, kehrt aus VfL-Sicht im schlimmsten Fall mit der Belastung von drei weiteren Länderspielen zurück. Rösler hofft, dass er wenigstens zum Teil geschont wird, setzt sich dafür ein beim DFB. Denn auf einen Onyeka mit der erforderlichen Frische kann Bochum kaum verzichten, zumal er mit Hofmann oft gut harmonierte, offensiv ebenso wie im Pressing.
Schließlich geht es am Ostersamstag (4. April, 13 Uhr) zum Vorletzten FC Magdeburg, der Hoffnung schöpft nach dem 3:1-Schlüsselsieg beim neuen Schlusslicht Preußen Münster. Es ist das nächste Sechs-Punkte-Spiel für den VfL. Bei einer Niederlage rückt der FCM bis auf drei Punkte an Bochum heran und würde den VfL in eine Krise zur Unzeit stürzen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."