03-26-2026, 06:29 PM
Kjell Wätjen kämpft beim VfL Bochum um Einsatzzeiten und seine sportliche Zukunft – doch wie geht es für das BVB-Talent wirklich weiter?
Ein wenig zu jung ist Kjell Wätjen dann doch, um die erfolgreichen Jahre von Hannes Wolf bei Borussia Dortmund miterlebt zu haben. Als der aktuelle U20-Nationaltrainer beim BVB als Jugendtrainer große Erfolge feierte und spätere Stars betreute, steckte Wätjen noch in den Kinderschuhen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und trotzdem verbindet die beiden der schwarzgelbe Verein. Denn auch Wätjen hat beim BVB seine ersten Schritte gemacht und sich dort sogar in den Bundesliga- und Champions-League-Kader gespielt. Dieser Tage treffen die beiden in Berlin aufeinander. Als Trainer und Spieler. Wätjen wurde von Wolf für die deutsche U20-Nationalmannschaft nominiert und trifft am Donnerstag (16.45 Uhr) auf Tschechien.
Wenn alles wie angedacht läuft, hat Wätjen sogar die Chance auf einen Startelfeinsatz. Wie beim Lehrgang im vergangenen November. Der 20-Jährige dürfte daraufhin fiebern. Bei seinem aktuellen Verein, dem VfL Bochum, schaffte er es nämlich zuletzt am 25. Januar im Spiel gegen die SV Elversberg in eine Startelf. Eine lange Durststrecke für das Talent, das eigentlich in dieser Saison den Schritt vom Stammspieler in der Dritten Liga bei der Zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund zum Stammspieler in der Zweiten Liga bei seinem Leihverein von der Castroper Straße gehen wollte.
Wätjen nur mit 43 Prozent aller Spielminuten
Gelungen ist es ihm bislang nicht. Seine Startelfquote liegt unter den drei Trainern Dieter Hecking, David Siebers und Uwe Rösler in dieser Spielzeit nur bei 44 Prozent. Insgesamt konnte er nur 43 Prozent aller Spielminuten sammeln. Für die eigenen Ansprüche und die des BVB zu wenig. Und sicher auch für die des VfL Bochum. Je häufiger Wätjen in dieser Saison auf dem Feld gestanden hätte, desto günstiger wäre seine Leihe am Ende für den Zweitligisten geworden. Hätte er in jedem Spiel gespielt, hätte er wohl fast zum Nulltarif in Bochum Station gemacht. Über den Status eines guten Ergänzungsspielers für verschiedene Positionen kam er zuletzt aber nicht hinaus.
Das ist nach Informationen dieser Redaktion auch den Verantwortlichen beim BVB – trotz derzeitiger Umstrukturierungen in der sportlichen Führung (Ole Book hat inzwischen als Sportdirektor vom freigestellten Sebastian Kehl übernommen) – nicht verborgen geblieben. Die im vergangenen Sommer noch für alle Seiten als nahezu perfekt beschriebene Leihe entpuppt sich momentan als nicht so zuverlässig, wie man sich das erhofft hatte. Auch, weil der VfL Bochum im Zentrum auf die Förderung der eigenen Talente setzt. Mats Pannewig und Cajetan Lenz haben sich auf Wätjens Stammposition im zentralen Mittelfeld quasi festgespielt.
Wätjen hatte einen Durchhänger
In der offensiveren Position hat Trainer Uwe Rösler seit dem Winter neben dem Quasi-gesetzten Francis Onyeka auch Callum Marshall als Alternative. Und auch auf dem linken Flügel, auf dem der Gevelsberger mehrfach eingesetzt wurde und überzeugen konnte, sieht Rösler die schnellen Gerrit Holtmann oder Farid Alfa-Ruprecht vorn, um dem Spiel die nötige Tiefe zu geben. Die Polyvalenz Wätjens ist Fluch und Segen zugleich.
Hinzu kommt, dass er nach einem guten Saisonstart zuletzt ausgelaugt wirkte. Anders als viele andere Spieler hatte der 20-Jährige keine echte Sommerpause, startete nur ein paar Tage nach der U19-Europameisterschaft im vergangenen Sommer in die Vorbereitung, um Hecking zu beweisen, was er draufhat. Das gelang zunächst auch, doch die fehlende Erholungsphase machte sich vor allem nach dem Jahreswechsel bemerkbar. „Die Hinrunde war schon anstrengend, gerade auf den letzten Metern hat man das gemerkt“, sagte er kürzlich. Jetzt fühle ich mich wieder gut, habe Kraft getankt und bin bereit.“
Wätjen wird den VfL Bochum wohl verlassen
Doch bislang reichte es nur zu Einsätzen als Ergänzungsspieler. Auch, weil das Talent noch Nachholbedarf in einigen Spielelementen hat. „Ein paar Themen haben wir noch, da geht es vor allem um defensive Aspekte“, sagte Wätjen. „In den letzten Wochen haben der Trainer und ich klare Themen besprochen.“ Dennoch gab Rösler kürzlich offen zu, dass er sich schwer tut, einen Platz für Wätjen zu finden. „Kjell ist jetzt irgendwann wieder dran“, sagte er. Das gilt allerdings bislang (noch) nicht für die Startelf.
Dennoch fühlt sich Wätjen in Bochum wohl, auch aufgrund der räumlichen Nähe zu seiner Heimatstadt Gevelsberg. Wätjen steht noch bis 2028 beim BVB unter Vertrag, dürfte noch eine Saison verliehen werden. Eine echte Chance bei den Dortmundern dürfte er wohl nicht haben. Bundesligisten, so heißt es, seien an ihm interessiert, weil er speziell in den Spielen gegen starke Gegner gute Leistungen gebracht hat. Ob als Fest- oder Leihverpflichtung, wird sich zeigen – genauso, ob der VfL Bochum eine Chance auf eine Verlängerung der Leihe hat. Ausgeschlossen sein soll das nicht. Die VfL-Verantwortlichen jedenfalls bemühen sich derzeit darum.
Viel wird auch davon abhängen, wie der BVB über die Saison 2026/2027 hinaus mit ihm plant. Der neue Sportdirektor Book kennt sich mit Leihen durch seine Zeit in Elversberg hervorragend aus und weiß, dass vor allem die Spielzeit stimmen muss. Gut möglich, dass die für Wätjen in Bochum in der kommenden Spielzeit steigen könnte. Gerade im Mittelfeldzentrum tut sich beim wohl im Sommer viel. Auch das wird in eine abschließende Beurteilung einfließen.
Quelle: WAZ.de
Ein wenig zu jung ist Kjell Wätjen dann doch, um die erfolgreichen Jahre von Hannes Wolf bei Borussia Dortmund miterlebt zu haben. Als der aktuelle U20-Nationaltrainer beim BVB als Jugendtrainer große Erfolge feierte und spätere Stars betreute, steckte Wätjen noch in den Kinderschuhen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und trotzdem verbindet die beiden der schwarzgelbe Verein. Denn auch Wätjen hat beim BVB seine ersten Schritte gemacht und sich dort sogar in den Bundesliga- und Champions-League-Kader gespielt. Dieser Tage treffen die beiden in Berlin aufeinander. Als Trainer und Spieler. Wätjen wurde von Wolf für die deutsche U20-Nationalmannschaft nominiert und trifft am Donnerstag (16.45 Uhr) auf Tschechien.
Wenn alles wie angedacht läuft, hat Wätjen sogar die Chance auf einen Startelfeinsatz. Wie beim Lehrgang im vergangenen November. Der 20-Jährige dürfte daraufhin fiebern. Bei seinem aktuellen Verein, dem VfL Bochum, schaffte er es nämlich zuletzt am 25. Januar im Spiel gegen die SV Elversberg in eine Startelf. Eine lange Durststrecke für das Talent, das eigentlich in dieser Saison den Schritt vom Stammspieler in der Dritten Liga bei der Zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund zum Stammspieler in der Zweiten Liga bei seinem Leihverein von der Castroper Straße gehen wollte.
Wätjen nur mit 43 Prozent aller Spielminuten
Gelungen ist es ihm bislang nicht. Seine Startelfquote liegt unter den drei Trainern Dieter Hecking, David Siebers und Uwe Rösler in dieser Spielzeit nur bei 44 Prozent. Insgesamt konnte er nur 43 Prozent aller Spielminuten sammeln. Für die eigenen Ansprüche und die des BVB zu wenig. Und sicher auch für die des VfL Bochum. Je häufiger Wätjen in dieser Saison auf dem Feld gestanden hätte, desto günstiger wäre seine Leihe am Ende für den Zweitligisten geworden. Hätte er in jedem Spiel gespielt, hätte er wohl fast zum Nulltarif in Bochum Station gemacht. Über den Status eines guten Ergänzungsspielers für verschiedene Positionen kam er zuletzt aber nicht hinaus.
Das ist nach Informationen dieser Redaktion auch den Verantwortlichen beim BVB – trotz derzeitiger Umstrukturierungen in der sportlichen Führung (Ole Book hat inzwischen als Sportdirektor vom freigestellten Sebastian Kehl übernommen) – nicht verborgen geblieben. Die im vergangenen Sommer noch für alle Seiten als nahezu perfekt beschriebene Leihe entpuppt sich momentan als nicht so zuverlässig, wie man sich das erhofft hatte. Auch, weil der VfL Bochum im Zentrum auf die Förderung der eigenen Talente setzt. Mats Pannewig und Cajetan Lenz haben sich auf Wätjens Stammposition im zentralen Mittelfeld quasi festgespielt.
Wätjen hatte einen Durchhänger
In der offensiveren Position hat Trainer Uwe Rösler seit dem Winter neben dem Quasi-gesetzten Francis Onyeka auch Callum Marshall als Alternative. Und auch auf dem linken Flügel, auf dem der Gevelsberger mehrfach eingesetzt wurde und überzeugen konnte, sieht Rösler die schnellen Gerrit Holtmann oder Farid Alfa-Ruprecht vorn, um dem Spiel die nötige Tiefe zu geben. Die Polyvalenz Wätjens ist Fluch und Segen zugleich.
Hinzu kommt, dass er nach einem guten Saisonstart zuletzt ausgelaugt wirkte. Anders als viele andere Spieler hatte der 20-Jährige keine echte Sommerpause, startete nur ein paar Tage nach der U19-Europameisterschaft im vergangenen Sommer in die Vorbereitung, um Hecking zu beweisen, was er draufhat. Das gelang zunächst auch, doch die fehlende Erholungsphase machte sich vor allem nach dem Jahreswechsel bemerkbar. „Die Hinrunde war schon anstrengend, gerade auf den letzten Metern hat man das gemerkt“, sagte er kürzlich. Jetzt fühle ich mich wieder gut, habe Kraft getankt und bin bereit.“
Wätjen wird den VfL Bochum wohl verlassen
Doch bislang reichte es nur zu Einsätzen als Ergänzungsspieler. Auch, weil das Talent noch Nachholbedarf in einigen Spielelementen hat. „Ein paar Themen haben wir noch, da geht es vor allem um defensive Aspekte“, sagte Wätjen. „In den letzten Wochen haben der Trainer und ich klare Themen besprochen.“ Dennoch gab Rösler kürzlich offen zu, dass er sich schwer tut, einen Platz für Wätjen zu finden. „Kjell ist jetzt irgendwann wieder dran“, sagte er. Das gilt allerdings bislang (noch) nicht für die Startelf.
Dennoch fühlt sich Wätjen in Bochum wohl, auch aufgrund der räumlichen Nähe zu seiner Heimatstadt Gevelsberg. Wätjen steht noch bis 2028 beim BVB unter Vertrag, dürfte noch eine Saison verliehen werden. Eine echte Chance bei den Dortmundern dürfte er wohl nicht haben. Bundesligisten, so heißt es, seien an ihm interessiert, weil er speziell in den Spielen gegen starke Gegner gute Leistungen gebracht hat. Ob als Fest- oder Leihverpflichtung, wird sich zeigen – genauso, ob der VfL Bochum eine Chance auf eine Verlängerung der Leihe hat. Ausgeschlossen sein soll das nicht. Die VfL-Verantwortlichen jedenfalls bemühen sich derzeit darum.
Viel wird auch davon abhängen, wie der BVB über die Saison 2026/2027 hinaus mit ihm plant. Der neue Sportdirektor Book kennt sich mit Leihen durch seine Zeit in Elversberg hervorragend aus und weiß, dass vor allem die Spielzeit stimmen muss. Gut möglich, dass die für Wätjen in Bochum in der kommenden Spielzeit steigen könnte. Gerade im Mittelfeldzentrum tut sich beim wohl im Sommer viel. Auch das wird in eine abschließende Beurteilung einfließen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."