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Rösler rudert zurück und zeigt damit Größe
#1
Eine intensive Woche mit vielen Anti-Krisen-Maßnahmen liegt hinter dem VfL Bochum. Die Fans pushen, der Coach stärkt sein Ansehen. Ein Kommentar. 

Von Schlüsselspielen ist im Profifußball viel und womöglich zu oft die Rede. Die Partie des VfL Bochum gegen Eintracht Braunschweig aber war genau das. Nicht zuletzt die Fans machten dies deutlich, als sie nach einem Appell der Ultras bereits beim Warm-up den bedingungslosen Support eröffneten. In Krisenzeiten steht man zusammen in Bochum. Das war in den letzten Abstiegskampf-Jahren so. Das half vor, beim und nach dem wegweisenden Duell mit der Eintracht. 

Die Anspannung war greifbar vor dem Anpfiff, schon in der gesamten Woche. Die enorme Erleichterung war entsprechend spürbar nach dem Schlusspfiff. Auf den Rängen. Bei den Spielern. Beim Trainer. Und erst recht bei den Verantwortlichen, vom Präsidium über die Geschäftsführung bis zu den Direktoren und Mitarbeitern. 4:1 gegen Braunschweig. Ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf, der zwar noch nicht gewonnen ist. Aber der Klassenerhalt ist nun in Sichtweite – und eine Krise mit womöglich dramatischen Folgen abgewendet. 

Anti-Krisen-Maßnahmen nicht beliebig wiederholbar
Nach zwei Pleiten gegen direkte Konkurrenten hat der VfL in der Woche nach dem 1:4 gegen Magdeburg praktisch alles aufgefahren, was man in schwierigen Zeiten tun kann. Es gab ein Team-Event beim Topgolf. Es gab etliche Aussprachen: mit dem gesamten Team, mit dem Mannschaftsrat, mit fast jedem Einzelnen. Es gab Sondersitzungen auf der Führungsebene. Maßnahmen, die man nicht Woche für Woche wiederholen kann.

Trainer Uwe Rösler führte viele Einzelgespräche. Er hörte zu, diskutierte über die spielerische Linie, nahm andere Meinungen an, statt sie von oben herab wegzuwischen. Deshalb war es, neben dem Debüt und der erfolgreich eingeleiteten Wende gegen Hertha im Oktober, seine wichtigste Woche, sein größter Sieg, auch: seine stärkste Leistung. 

Rösler legte nach dem vollbrachten Turnaround seit Jahresbeginn Wert auf eine spielerische Entwicklung. Mehr Ballbesitz sollte Bochum haben, den Ball von hinten heraus selbstbewusst nach vorn tragen. Nach anfänglich ordentlichen Ansätzen aber zeigte sich, dass insbesondere die Innenverteidiger mit dieser – grundsätzlich ja löblichen – Spielart überfordert sind. 

Auf Hofmann und Holtmann ist Verlass
Rösler ruderte im Sinne der Mannschaft zurück, statt wie ein Unantastbarer seinen Plan durchzuziehen. Das mag selbstverständlich klingen, doch an einer Überschätzung eigener Ideen, an Sturheit scheitern viele Trainer. Rösler zeigte Größe und hat damit sein ohnehin gutes Ansehen im Team noch einmal gestärkt.

Zurück zu den Anfängen unter Rösler, lautete das Motto. Bochum hatte nur 41 Prozent Ballbesitz. Bochum setzte wieder mehr auf lange Bälle, auf zweite Bälle, auf ein klares Umschaltspiel, das letztlich natürlich nur funktionieren kann, wenn die Unterschiedsspieler in der Offensive erstens gesund sind und zweitens ihre Leistung bringen. Sie lieferten. Verlass war auf Gerrit Holtmanns Tempo, auf Philipp Hofmanns Wucht, Ballbehauptung und Formstärke, auf Koji Miyoshis Spielfreude. Der Garant für den Schlüsselsieg. 

Jetzt gilt es, keinen Deut nachzulassen, den einfachen Fußball mit Intensität und Schärfe auch in Dresden und beim nächsten Heimspiel gegen Fürth auf den Platz zu bringen, um den Deckel draufzumachen. Nicht zuletzt, um beim erneut umfangreichen Kaderumbau erste Fakten schaffen zu können. Zum Beispiel, um spielstarke Innenverteidiger zu verpflichten. Das Ziel Röslers, den VfL auch fußballerisch auf ein höheres Level zu heben, ist ja nur aufgeschoben. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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