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Klassenerhalt ist sicher, aber die Problemet bleiben
#1
Der VfL Bochum sichert den Klassenerhalt, doch die Unsicherheiten und Probleme der Mannschaft sind noch längst nicht gelöst – wie geht es weiter? 

Die große Euphorie kam am Samstagnachmittag auf der Bielefelder Alm nicht auf. So richtig wussten die Spieler des VfL Bochum nicht, wie sie sich vor ihre Fans stellen sollten. Das lag sicher auch an einer wieder einmal katastrophalen ersten Halbzeit gegen Arminia Bielefeld. An einem 1:1, das zwar den Klassenerhalt sicherte – vor allem nach dem Sieg des FC Schalke 04 am Abend gegen Fortuna Düsseldorf. Aber auch an einer Saison, die alles andere als wunschgemäß verlief. Und so kam zurecht keine Feierstimmung auf. 

Die Gefühlswelt der Bochumer fasste Trainer Uwe Rösler später in seinem Instagram-Post gut zusammen. „Es war eine extrem schwierige Situation, in die wir gekommen sind“, untertitelte er ein Jubelbild von sich, das vor allem Erleichterung ausdrücken sollte. „Der Dank geht an die Spieler und das Personal, die die notwendigen Veränderungen voll und ganz akzeptiert haben. Ich bin wirklich erleichtert, dass ich meine Rolle dabei gespielt habe, um diesem ikonischen Fußballklub zu helfen, in der Liga zu bleiben.“ 

Rösler holt 37 Punkte in 24 Spielen
Das ist ihm zweifelsohne mit 37 Punkten aus 24 Ligaspielen gelungen. Er hat es geschafft, seine Mannschaft in kürzester Zeit zu stabilisieren, sie zu motivieren und zumindest zu Hause wieder zu einem konkurrenzfähigen Team zu schmieden. Der Lohn: Zwei Spieltage vor Schluss ist der VfL Bochum aufgrund des guten Torverhältnisses gegenüber Eintracht Braunschweig, Fortuna Düsseldorf, dem 1. FC Magdeburg und Greuther Fürth nicht mehr einzuholen. Selbst wenn die Rösler-Truppe die verbleibenden Spiele gegen Hannover 96 und den Karlsruher SC verlieren sollte und die Konkurrenz gewinnt. Dazu trägt auch bei, dass Fortuna und Fürth am letzten Spieltag noch direkt gegeneinander spielen.

Das 1:1 auf der Bielefelder Alm und der nun sichere Klassenerhalt können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der VfL auswärts bis heute teils unerklärlich katastrophal auftritt. Das Bild, das die Mannschaft unter anderem in Düsseldorf oder Dresden bot, zeigte sich auch zumindest in der ersten Halbzeit im Stadion Alm, das vor Anpfiff in eine beeindruckende Vier-Tribünen-Choreografie getaucht war. „Die erste Halbzeit war inakzeptabel in allen Bereichen“, sagte Rösler nach dem Spiel und sah dabei aus, als könne er seine Wut darüber nur schwer unterdrücken. „Sie haben uns erdrückt mit vielen langen Bällen, wir konnten uns nicht lösen und den Ball in unseren Reihen halten. Wir mussten im gesamten Spiel 24 Standardsituationen in unserem Strafraum klären. Im 1:1 hätten wir den Ball halten müssen.“ 

Auswärtsschwäche beim VfL Bochum eklatant
Auf die Frage, warum es den VfL Bochum immer wieder in Auswärtsspielen so schwerfällt, fand Rösler keine Antwort und verwies auf die Spieler. „Vielleicht haben sie zu viel Respekt. Heute war es der wärmste Tag, sich quälen, voll dagegenhalten, alles rauszuhauen – das gelingt uns nicht regelmäßig. Daran müssen wir arbeiten. Das ist ganz klar“, sagte er. „Wir müssen selbstbewusster, mit mehr Selbstverständnis hereingehen und uns mehr pushen – beim Läuferischen, Kämpferischen, Einflüsse, Naturgewalten, Fans. Wir müssen gegenhalten.“

Ähnliche Worte fand er offenbar schon in der Kabine, wie Timo Horn sagte. Der Torhüter hatte mit seiner Rettungstat in der 79. Minute den Konter über Farid Alfa-Ruprecht eingeleitet, den Moritz-Broni Kwarteng sehenswert vollendete. „In der ersten Halbzeit war das leblos und deutlich zu wenig, das hat der Trainer diesmal energischer angesprochen. Wir haben in der Pause eine deutliche Ansage bekommen, was gefruchtet hat und absolut richtig und nötig war“, so Horn. 

Probleme rühren auch aus der Kaderplanung
Problematisch ist, dass die intrinsische Motivation offenbar nicht bei allen Spielern vorhanden ist. Oder sie nicht mehr mit vollem Elan dabei sind. Wie in der Phase zwischen Oktober und Ende Januar, in der der VfL Bochum konstant punktete. Was zum Teil auch auf die vergangene Kaderplanung zurückzuführen ist. Viele Spieler wissen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht, wo sie in der kommenden Saison spielen. Fünf Leihspieler werden den Verein verlassen, bei fünf Spielern laufen die Verträge aus. Dass nicht jeder mehr mit voller Überzeugung in Zweikämpfe geht, scheint nur menschlich. Francis Onyeka beispielsweise gewann nicht einen Zweikampf.

Dennoch ist der VfL Bochum auf jeden Prozentpunkt Leistungswillen seiner Spieler angewiesen. Dies soll auch im Sommer auf dem Transfermarkt eine Rolle spielen. Mit Enis Cokaj ist der erste Transfer fix – er soll die nötige Siegermentalität mitbringen. Das wird aber nur der Anfang sein. „Jetzt müssen wir nach vorn schauen, und die Rekrutierungsabteilung hat einen wichtigen und hektischen Sommer vor sich“, beendete Rösler seinen Instagram-Beitrag. Der Auftrag ist klar nach dem Klassenerhalt. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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