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Widerstand gegen "Umsiedlung"
#1
Der VfL Bochum hat in der vergangenen Woche Mitglieder und Dauerkarteninhaber über die geplanten Umbaumaßnahmen informiert. Nicht alle Fans sind damit einverstanden. 

Ab der kommenden Saison wird das Vonovia Ruhrstadion saniert. Das hat Folgen für die Fans des VfL Bochum. In einer Informationsveranstaltung erläuterte der Klub Fans und Mitgliedern in der vergangenen Woche, wie der Umbau in den kommenden drei Jahren vollzogen werden soll. 

"Das Bekenntnis zur Castroper Straße macht das Leiden während der dreijährigen Bauzeit erträglicher. Sie findet im laufenden Spielbetrieb statt, dadurch müssen wir alle Opfer bringen", sagte VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig den 1400 anwesenden Mitgliedern und Dauerkarteninhabern. 

Doch nun regt sich Widerstand. Eine kleine Gruppe VfL-Anhänger mit Sitzplatz-Dauerkarten in Block N1 bemängelt mangelnde Transparenz und fehlenden Dialog im Vorfeld der geplanten Änderungen. Sie wollen nach dem Umbau auf ihre angestammten Sitzplätze im Block N1 zurückkehren. Der Verein will in diesem Bereich allerdings den Familienblock ansiedeln und bietet den Dauerkartenbesitzern einen Umzug in den Block Q2 an. 

Dagegen wollen einige VfL-Fans vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Hannover 96 unter dem Motto "N1 ist unsere Heimat und soll es auch bleiben. Pro Umbau - Contra Umsiedlung" protestieren. 

"Ich sitze dort, seitdem die Dauerkarten in N1 angeboten wurden", erklärt Martin Thiede. Er ist einer der Organisatoren der Aktion. "Dass das Stadion umgebaut und renoviert werden muss, da sind wir uns ja alle einig. Auch darin, dass man in der Umbauphase dann mit geringer Stadionkapazität vielleicht auch einmal keine Karte mehr bekommt. Aber was wir kritisieren, ist, dass mit uns im Vorfeld niemand gesprochen hat", sagt Thiede. 

Durch die Umsetzung in den neuen Block nach der Umbauphase sei man im Vergleich zu den anderen Fans dauerhaft betroffen. Dennoch habe niemand vom VfL den Dialog gesucht. Er selbst habe erst durch die Teilnahme an der Info-Veranstaltung davon erfahren. 

Künftig sollen den Dauerkartenbesitzern aus dem jetzigen Block N1 Dauerkarten im neu geschaffenen Block Q2 angeboten werden. Dieser neue Block soll künftig zwischen der Ostkurve und Block A zu finden sein. "Und genau das passt uns nicht", sagt Thiede. "In Block A stehen die meisten Zuschauer trotz ihrer Sitzplätze. Wir sind aber überwiegend in gesetztem Alter und wollen das Spiel sitzend erleben, teilweise müssen wir das aus gesundheitlichen Gründen auch. Das wird dann aber nicht mehr möglich sein." 

Thiede bringt drei Alternativen ins Spiel: "Entweder man verlegt den Familienblock direkt in den Block Q2. Oder man bietet denjenigen Dauerkarteninhabern, die nicht in den Block Q2 wechseln wollen, ein Vorkaufsrecht für andere neue Plätze an. Oder der Block A wandert in den Bereich Q2. Und wir gehen in den alten Block A." 

Man habe auch bereits die vom Verein angebotene Möglichkeit der Mail an den Klub genutzt und warte nun auf eine inhaltliche Antwort. Diese erwarte man sich spätestens nach einer Sitzung des Fangremiums in der kommenden Woche. "Der Klub hat sich Dialog auf die Fahne geschrieben. Wir sind für Gespräche jederzeit offen und hoffen auf eine gute Lösung." 

Quelle: Reviersport.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Kann die Kritik nachvollziehen Das ist eine unglückliche Kommunikation. Betroffene zu Beteiligten zu machen sollte gerade bei einem der sich den Familien-Pathos dick auf die Fahne schreibt, besser gelebt werden. Ob es Alternativen gibt oder die realistisch sind, vermag ich nicht zu beurteilen (ist auch nicht mein Thema), aber proaktiv informieren hätte man die Betroffenen schon sollen....
internette Grüsse und gutgehn

der webjogi
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#3
H2, also der Familienblock, ist ja auch ein reiner Sitzer, genau wie N1. Q1 soll ja der neue Rolli-Bereich werden. OK, in N1 hat man trotz der schrägen Lage keine Sichtbehinderung durch stehende Fans, weil die Haupttribühne nur bei Toren oder nach akustischer Aufforderung den Hintern hoch kriegt. Das sieht bei A natürlich völlig anders aus, das war schon immer ein Steher mit Sitzgelegenheit. Aber hier einfach die Blöcke zu tauschen dürfte schon deshalb schwierig werden, weil A eine höhere Kapazität als Q2 hat. Wo sollen die Leute also hin?
Was hier aber scheinbar völlig vergessen wird ist, dass Plätze im Stadion keine 'Erbhöfe' sind und man nicht ein Leben lang Anspruch auf 'seinen' Platz hat, besonders nicht bei so einer Umbauaktion.
Einmal Bochumer, immer Bochumer
...und die Bayern kann ich immer noch nicht leiden!
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#4
(05-05-2026, 01:46 PM)Hoffi65 schrieb:  [...] Q1 soll ja der neue Rolli-Bereich werden. [...]
Was hier aber scheinbar völlig vergessen wird ist, dass Plätze im Stadion keine 'Erbhöfe' sind und man nicht ein Leben lang Anspruch auf 'seinen' Platz hat, besonders nicht bei so einer Umbauaktion.

Q1 bleibt doch Stehbereich und Q2 wird zum Sitzbereich und N1 wird der Sitzplatzbereich für Menschen mit Beeinträchtigungen (Stichwort Rollator Garage) - kann aber auch in Q2 sein. 

Ich kann den Missmut um den Standortwechsel verstehen, die DK Inhaber hätten durchaus vorab informiert werden können. Aber dann wäre der Sinn einer allgemeinen Infoveranstaltung nicht gegeben. Wenn jeder tröpfchenweise die Infos erhält erzeugt das nur falschinformationen. Mich hatte ja dieses WAZ Interview eine Woche vorab bereits aufgeregt, da hier Schnipselinfos in 30 Sekundenvideos verpackt wurden (Stichwort Eingang über die Ostkurve). 

Dein letzter Satz, Hoffi, trifft den Nagel aufm Kopf. 
Als ich noch im Teich geschwommen bin stand schon jemand auf meinem Platz und wenn ich bald nicht mehr bin werden andere dort stehen oder sitzen, wo ich einst war. Um es mit den Worten von Ilja Kaenzig zu halten: Demutig sein.
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#5
ich verstehe es nicht so, dass die Betroffenen sich über die Umsiedlung an sich ärgern/beschweren, sondern, dass sie plump vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
internette Grüsse und gutgehn

der webjogi
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#6
(05-05-2026, 05:44 PM)webjogi73 schrieb: ..., sondern, dass sie plump vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Bei so einer großen Umbaumaßnahme, kann doch nicht jeder gefragt werden, ob ihm die Maßnahme gefällt. Wenn dem doch so wäre, würde die Sanierung vermutlich 10 Jahre dauern.
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#7
(05-05-2026, 08:55 PM)Herr Bert schrieb:
(05-05-2026, 05:44 PM)webjogi73 schrieb: ..., sondern, dass sie plump vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Bei so einer großen Umbaumaßnahme, kann doch nicht jeder gefragt werden, ob ihm die Maßnahme gefällt. Wenn dem doch so wäre, würde die Sanierung vermutlich 10 Jahre dauern.

Natürlich kann nicht JEDER befragt werden. Das ist aber tsuch nicht nötig. Wenn ich aber einen ganzen Block (N1) quasi auflösen will und die Menschen entsprechend umplatzierenen muss, kann ich diese Menschen zumindest mit ins Boot holen. Ich finde es zumindest ein wenig unglücklich in der Kommunikation, wenngleich ich das "Theater", welches nun wieder daraud gemacht wird auch ein wenig überzogen finde.
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#8
Fakt  ist, und das finde ich das Entscheidende, An den aktuellen Bedingungen für eine DK ändert sich erst zur neuen Saison etwas. Dann kann jeder für sich entscheiden, ob er sich eine DK kauft oder nicht. Wenn es dann "meinen" Platz nicht mehr gibt, muss ich mir einen anderen suchen. Bis der Ticketverkauf für die neue Saison startet, wird es mit Sicherheit weitere Informationen geben. 

Was mich am Meisten stört, wenn es Pläne für Pläne gibt, und es sich immer ein paar Menschen berufen fühlen, die Pläne zu kritisieren. Egal um welche Maßnahme es sich handelt.
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#9
Das Ruhrstadion wird saniert, manche Fans verlieren ihren Stammplatz, beklagen fehlende Transparenz im Vorfeld. Der VfL Bochum kündigt Gespräche an. 

Ab Sommer wird das Ruhrstadion saniert. Während der dreijährigen Bauzeit sinkt die Zuschauerkapazität, wobei immer mindestens 18.000 Fans Platz finden sollen, inklusive der Gäste-Fans. Damit ist klar: Nicht alle Dauerkarten-Inhaber des Zweitligisten VfL Bochum - derzeit sind es rund 17.000 - werden jedes Spiel sehen können. Einige verlieren auch dauerhaft ihren bisherigen Stammplatz. 

Der VfL Bochum sowie die Bochumer Sportstättenbesitz-Gesellschaft (BoSB) als Eigentümer des Stadions - der VfL ist nur Pächter - und die Hellmich-Gruppe als Totalunternehmer informierten Ende April im RuhrCongress über ihre Pläne. In den ersten Tagen danach wendeten sich zahlreiche Fans per Mail an den Klub mit Wünschen, Hinweisen, Fragen und Kritik. 

Fans fühlen sich nicht mitgenommen: VfL Bochum äußert sich
Ein häufig genannter Vorwurf: fehlende Transparenz über die geplanten Maßnahmen im Vorfeld. Widerstand gibt es zum Beispiel von Dauerkarten-Inhabern aus dem Block N1, der ab September wie die gesamte Nordtribüne als erstes gesperrt wird. Da N1 zum Familienblock wird, sollen betroffene Fans ein anderes Angebot bekommen, spätestens 2029 in den neu geschaffenen Block Q2 „umziehen“, was nicht jedem passt.

In einem Infoschreiben per Mail an alle Mitglieder und Dauerkarten-Inhaber, das der Klub auch auf seiner Homepage veröffentlichte, erklärt der VfL Bochum ausführlich, warum „eine umfassende Teilhabe im gesamten Prozess nicht zu jedem Zeitpunkt möglich war“. Die BoSB als Tochterunternehmen der Stadt war verpflichtet, das 91 Millionen Euro teure Bauprojekt öffentlich auszuschreiben, was im Sommer 2025 mit bestimmten Zielvorgaben wie etwa einer Kapazität von künftig 28.000 (bisher 26.000) erfolgte. 

Vergabeverfahren: Deshalb konnte der VfL nicht detailliert mit Fans diskutieren
In diesem Vergabeverfahren war rechtlich „eine öffentliche Detailplanung nicht zulässig. Einzelne Interessengruppen durften während der Ausschreibung nicht in konkrete Planungsprozesse eingebunden werden, da dies als unzulässige Bevorzugung hätte gewertet werden können. Eine weitergehende Beteiligung hätte das Vergabeverfahren angreifbar gemacht und im schlimmsten Fall zu dessen Aufhebung führen können“, erklärt der Klub.

Ende März erhielt die Hellmich-Gruppe den Zuschlag als Totalunternehmer, einen Monat später gab es den Infoabend. Knut Keymer, Direktor Organisation beim VfL, und VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig betonten dabei mehrmals, möglichst viele Interessen zu berücksichtigen, es aber nicht allen recht machen zu können. 

Nicht alle Erwartungen können erfüllt werden
Im Infobrief greift der Klub dies auf: „Euer Feedback seitdem zeigt uns, dass es sowohl zufriedene als auch unzufriedene Stimmen zu den vorgestellten Lösungsansätzen gibt“, schreibt der Verein. „Zugleich ist uns bewusst, dass bei einer Vielzahl unterschiedlicher Interessen Kompromisse notwendig sein werden: Lösungen, die vielen gerecht werden, aber nicht alle Erwartungen vollständig erfüllen können.“

Man wolle jede Kritik, jeden Hinweis ernst nehmen und sich „gemeinsam“ und transparent um Lösungen bemühen. „Wir befinden uns im engen Austausch mit dem neuen Fangremium und werden uns bereits im Juni mit den individuell stärker betroffenen Gruppen zusammensetzen“, verspricht der Klub. „Das generelle Thema „Ticketvergabe bei verringerter Kapazität“ werden wir dann gemeinsam zu einem späteren Zeitpunkt in einem größeren Rahmen besprechen.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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