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Rösler widerspricht Leitl
#1
Viele waren es nicht, doch den Möglichkeiten, die der VfL Bochum beim 0:1 gegen Hertha BSC hatte, trauerte er letztlich hinterher. Uwe Rösler lobte die zweite Halbzeit und die Fans, Timo Horn richtete den Blick schnell nach vorn. 

Nachdem Herthas Trainer Stefan Leitl seine Mannschaft im Eingangsstatement auf der Pressekonferenz für ein "fantastisches Spiel" gelobt und den Sieg aufgrund "der kämpferischen Leistung und der ersten Hälfte" als verdient bezeichnet hatte, konnte Uwe Rösler nur widersprechen. "Erst mal Glückwunsch an die Herthaner. Ich glaube nicht, dass es ein verdienter Sieg war. Ein 1:1 wäre mehr als gerecht gewesen", eröffnete der VfL-Coach sein eigenes Fazit. 

Auch er sah gute Berliner, besonders im ersten Durchgang. "Sie haben sich sehr gut als Mannschaft verkauft, kollektiv gegen den Ball gearbeitet und es uns schwer gemacht", lobte Rösler, was er zuvor bereits erwartet hatte. "Wenn es zu Halbzeit 0:0 steht, spielt uns das genau in die Karten, dann wäre das okay gewesen. Aber wir kriegen halt so ein dummes Tor, das, obwohl die Herthaner vor der Pause besser waren, für uns unnötig war." 

"Es war nur noch eine Mannschaft auf dem Platz"
Mit der zweiten Hälfte konnte Rösler aus Bochumer Sicht dagegen "absolut" leben. "Wir lassen aus einem Einwurf unnötig eine Chance zu, die einzige für Hertha - und danach war nur noch eine Mannschaft auf dem Platz. Wir haben das Spiel dominiert, Berlin hatte ab der 46. keinen Schuss mehr auf das Tor." 

Einzig: Die Gäste benötigten diesen auch nicht. Denn auch Bochum brachte in Summe nur drei Schüsse auf den Kasten von Marius Gersbeck, der damit keine Probleme hatte. Am meisten noch mussten die Gastgeber einer Großchance von Berkan Taz kurz nach dem Gegentreffer hinterhertrauern, der aus kurzer Distanz freistehend vorbei köpfte. "Das war schon die 1000-prozentige, die normal drin ist", sagte Kapitän Timo Horn. "Dann steht es 1:1 und man hätte mit der Wucht des Stadions sicherlich auch das Spiel ganz drehen können." Die Wucht war an der ausverkauften Castroper Straße zweifelsohne da, die Tore blieben dennoch aus. 

"Das Stadion und die Atmosphäre waren richtig gut. Die Zuschauer waren zwar enttäuscht nach dem Spiel, haben uns aber trotzdem applaudiert", hob Rösler hervor. Ohnehin seien die Fans neben dem ausgeglichenen Niveau und spannenden Spielen einer der Gründe, warum es ihm so viel Spaß macht, in der 2. Bundesliga zu arbeiten. "Ich bin ja viel rumgekommen in Europa, diese Atmosphäre hast du halt nicht überall, die gibt es sehr selten." 

Sehr selten ist derweil auch ein Auftaktsieg für Bochum geworden. Den gab es zuletzt vor zehn Jahren, den letzten Punkt an einem 1. Spieltag sammelte der VfL 2020. Horn richtete den Blick trotzdem schnell nach vorn. "Jetzt müssen wir uns aufrappeln, aber wir haben direkt nach dem Spiel gesagt: Weiter geht's, Köpfe hoch." 

Schließlich bleiben noch 33 Spieltage, um es besser zu machen. "Die Jungs sind da zuversichtlich. Wir haben sehr, sehr viele gute Charaktere, werden uns als Mannschaft zusammensetzen und werden das in den Wochen, die jetzt kommen, nochmal ganz anders auf den Platz bringen." Schon am nächsten Freitag geht es für die Bochumer nach Braunschweig, wo der Fehlstart verhindert werden muss. 

Quelle: Kicker.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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