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Gefährlicher Dominoeffekt
#1
Die U23 des VfL Bochum steckt erneut früh im Tabellenkeller der Regionalliga. Der Fehlstart hat diesmal aber einen anderen Grund als in der vergangenen Saison. 

Mit Oliver Olsen hat es den nächsten Profi des VfL Bochum erwischt. Der dänische Rechtsverteidiger fällt mit einer Muskelverletzung im Oberschenkelbereich mehrere Wochen aus und vergrößert das Lazarett des Zweitligisten auf fünf Langzeitverletzte. Für Trainer Uwe Rösler ist das ein personelles Problem – für Heiko Butscher und die U23 längst auch. Denn der Fehlstart der Regionalliga-Mannschaft hat viel mit den Sorgen der Profis zu tun. 

Die zweite Mannschaft steckt nach acht Spieltagen schon wieder tief im Tabellenkeller der Regionalliga West. Fünf Punkte, vier Niederlagen und zuletzt drei Pleiten in Serie – gegen den 1. FC Köln II, Bergisch Gladbach und Westfalia Rhynern. Die Parallelen zur vergangenen Saison sind offensichtlich. Damals musste sich eine junge Mannschaft erst an das Niveau der Liga gewöhnen. Diesmal kennt der Großteil des Kaders die Regionalliga längst – trotzdem läuft der Saisonstart erneut schief. 

Immer mehr Verletzte: Fünf Profis fehlen dem Team langfristig
Der Unterschied liegt eine Etage höher.

Mit Olsen fehlt inzwischen bereits der fünfte Profi langfristig. Schon zuvor hatten sich Jean-Manuel Mbom (Sprunggelenk), Philipp Strompf (Schambeinentzündung), Babis Drakas (Meniskusriss) und Enis Cokaj (strukturelle Muskelverletzung) verletzt. 

Gerrit Holtmann musste gegen Greuther Fürth ebenfalls früh vom Platz, soll aber zeitnah wieder ins Training einsteigen. Das Lazarett ist so groß wie in dieser Saison noch nie. Dazu fehlt Mats Pannewig am nächsten Spieltag in Hannover gesperrt. 

Vor allem auf der rechten Abwehrseite wird die Personalnot deutlich. Nach Olsens Ausfall bleibt mit Sean Klaiber nur noch ein gelernter Rechtsverteidiger. Schon nach dem 1:1 gegen Fürth hatte Rösler gesagt, er hoffe, dass Klaiber „in dieser Woche in eine Form bringen wird, dass er länger auf ihn setzen kann“. Eine Aussage, die zeigt, wie angespannt die Situation inzwischen ist. 

Talente fehlen der U23: Profikader bindet Nachwuchsspieler
Die Folgen spürt vor allem Butscher: Was oben hilft, fehlt unten. Der Plan des Vereins war eigentlich ein anderer. Mehrere Talente aus dem erweiterten Profikader wie Lasse Isbruch sollten regelmäßig Spielpraxis in der U23 sammeln und dort Verantwortung übernehmen.

Stattdessen trainieren sie inzwischen dauerhaft bei den Profis oder gehören zum Zweitliga-Kader, weil Rösler personell improvisieren muss. Leon Sawas war im Sommer für die U23 geholt worden. Er ist fast immer im Profi-Kader, hat aber nur 16 Minuten im DFB-Pokal gespielt, aber eben auch nur zweimal in der Regionalliga. 

Ständige Wechsel verhindern eingespielte Elf
Genau deshalb fehlt der U23 die Konstanz. Keine Trainingswoche verläuft mit demselben Personal, die Startelf verändert sich Woche für Woche. Eine feste Achse, ein eingespieltes Team konnte sich bislang nicht entwickeln.

Dabei hatte die U23 in der vergangenen Saison gezeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Nach einer schwierigen Hinrunde startete Bochum eine beeindruckende Aufholjagd, blieb zwischenzeitlich zehn Regionalliga-Spiele ungeschlagen und schaffte den Klassenverbleib deutlich früher als erwartet. Auf dieser Entwicklung sollte aufgebaut werden. 

Chancenverwertung ist größte Baustelle bei U23 des VfL Bochum
Davon ist derzeit wenig zu sehen. Gegen Bergisch Gladbach und Westfalia Rhynern war der VfL spielerisch keineswegs die schlechtere Mannschaft, belohnte sich aber erneut nicht. Das größte Problem bleibt die Chancenverwertung.
Mit nur sieben Treffern gehört Bochum bislang zu den harmlosesten Offensivteams der Liga. Auch Profi-Leihgabe Mansour Ouro-Tagba konnte in dieser Partie daran nichts ändern. Der junge Stürmer investierte viel, rieb sich letztlich aber in vielen Zweikämpfen auf, kam kaum zu Abschlüssen. 

Butscher wollte die Niederlage gegen Rhynern dennoch nicht allein an der fehlenden Effektivität festmachen. „Wir haben heute ein gutes Regionalliga-Spiel gemacht“, sagte der U23-Trainer trotz der Niederlage. Gleichzeitig verwies er auf die schwierige personelle Situation und die Entwicklung seiner Mannschaft: „Wir müssen weiter arbeiten. Die Jungs müssen aus solchen Spielen lernen.“ 

Der 46-Jährige kennt diese Situation bereits aus der vergangenen Saison. Damals fand er mit seiner Mannschaft nach einem Fehlstart die richtigen Antworten. Diesmal ist die Aufgabe noch etwas schwieriger. Denn die U23 kämpft nicht nur gegen ihre Gegner in der Regionalliga, sondern auch gegen die Folgen der Verletztenmisere bei den Profis.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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