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Verlierer / Gewinner des Saisonstarts
#1
Beim VfL Bochum kamen einige Spieler trotz hoher Erwartungen schlecht aus den Startlöchern. Verletzungen und Formkrisen prägen den Saisonauftakt bei ihnen. 

Die paar Tage Ruhe, die die meisten Spieler des VfL Bochum derzeit genießen, dürften zur rechten Zeit kommen. Nach einem Sechstel der neuen Spielzeit kann das, was bislang gut lief, rekapituliert werden. Dabei können die Beine hochgelegt werden, denn viele Spieler sind seit Anfang Juni nahezu durchgängig hohen Belastungen ausgesetzt. Grundlagentraining auf den heimischen Plätzen, dann Trainingslager in Österreich und inzwischen sieben Pflichtspiele liegen hinter den Mannen von Trainer Uwe Rösler. Für einige von ihnen ist die XXL-Länderspielpause aber auch die willkommene Reset-Möglichkeit. Nicht für alle Spieler verlief der Saisonstart nämlich wie erhofft. Die Verlierer der ersten Saisonphase. 

Philipp Strompf: Gleich aus mehreren Gründen ist Strompf der Verlierer der ersten Saisonphase – nicht für alle kann er etwas. In der vergangenen Saison war der Innenverteidiger noch unumstrittener Stammspieler – wohl auch, weil die Alternativen fehlten. Während Rösler die Kopfballstärke des 28-Jährigen immer wieder lobte, wies er auch auf die schwächere Spieleröffnung hin. Der Fokus auf dem Transfermarkt lag daher auf der Innenverteidigung und mit Michael Steinwender, Karol Mets und Yigit Karademir wurden gleich drei Spieler für diese Position verpflichtet, die schnell allesamt vor Strompf lagen. 

Hinzu kommen bei Strompf gesundheitliche Probleme. Schon in den letzten Spielen der vergangenen Saison musste er aufgrund von Schambeinproblemen passen. Über den Sommer hinweg arbeitete er daran, erholte sich gut und mischte in der Vorbereitung wieder mit. Als er sich anschickte, zumindest wieder für einen Kaderplatz infrage zu kommen, fiel er direkt zu Saisonbeginn mit einem hartnäckigen Infekt aus. Er musste zunächst wieder die Grundlagen legen, sollte über die U21 in der Regionalliga wieder herangeführt werden. Dort brachen im ersten Einsatz gegen Bergisch Gladbach die Schambeinprobleme wieder auf. Aktuell fehlt er erneut. Strompf scheint derzeit vom Pech verfolgt zu sein. 

Daniel Hanslik: Als einer der ersten Spieler im XXL-Transfersommer haben die Verantwortlichen Daniel Hanslik ablösefrei aus Kaiserslautern geholt. „Mit Daniel bekommen wir einen absoluten Führungsspieler, der in Kaiserslautern Vize-Kapitän war und von dessen Qualitäten wir sportlich und charakterlich voll überzeugt sind“, sagte Simon Zoller, Direktor Lizenzfußball beim VfL, damals. „Mit seiner Flexibilität kann er uns sowohl auf der Stürmerposition als auch als hängende Spitze oder in der 9,5er-Rolle ein neues Element geben.“ 

Von diesen Elementen allerdings ist bislang wenig zu sehen. Als einziger Neuzugang bleibt er bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück, spielte nicht einmal von Anfang an und bleibt mit gerade einmal 11 Prozent der möglichen Einsatzminuten in der Liga vieles schuldig. Vor allem mit seinen Leistungen. Zwar ist er oft engagiert, läuft viel, hat aber keinen Einfluss aufs Spiel. In gute Abschlusssituationen kam er bislang noch gar nicht, verstolperte mitunter Bälle oder jagte Schüsse weit über das Tor hinaus. Der 29-Jährige tut sich bei der Eingewöhnung im neuen Klub noch schwer, wenngleich er in der Mannschaft aufgrund seiner offenen Art gut ankommt. 

Alessandro Crimaldi: Zugegeben, der klassische Verlierer ist der italienische Junioren-Nationalspieler nicht. Er bestreitet seine erste echte Profi-Saison und jede Einsatzminute hilft ihm bei der Entwicklung. Gemessen an seiner starken Vorbereitung waren die gezeigten Leistungen in der Zweiten Liga dennoch deutlich ausbaufähig und auch im Training konnte er diese nicht gänzlich abrufen. Rösler ließ ihn gleich dreimal ohne Einsatzminuten auf der Bank. 

Während viele Fans in ihm im Sommer bereits den unumstrittenen Stammspieler sahen, zeigt er mit seinen 18 Jahren Anlaufschwierigkeiten, die ihm durchaus zuzustehen sind. Da sein Potenzial groß ist, und er bereits gezeigt hat, was in ihm steckt, ist der Saisonstart dennoch nicht optimal für ihn verlaufen. Gut möglich, dass ihm aber die Spielzeit in der U21 in der langen Länderspielpause nun guttut. Im Test gegen die U21 von De Graafschap unter der Woche konnte er zumindest in einer Halbzeit überzeugen. 

Mats Pannewig: Ist Mats Pannewig fit, spielt er. Diese ungeschriebene Regel verfolgt Rösler, seitdem er vor gut einem Jahr beim VfL Bochum übernommen hat. Allerdings kann das Mittelfeldtalent in dieser Saison noch nicht an die guten Leistungen der vergangenen Spielzeit anknüpfen und schon gar nicht die hohen Erwartungen in ihn erfüllen. Was sicherlich auch mit seinen Verletzungsproblemen gegen Ende der Saison und in der Vorbereitung zu tun hatte. Zugutehalten muss man ihm, dass die ursprüngliche Prognose vorsah, dass Pannewig erst jetzt, mit Ende der langen Länderspielpause, hätte zur Verfügung stehen sollen. 

Da von dem Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive aber viel beim VfL Bochum abhängt, übertrug sich der schwächere Saisonstart von ihm auch auf die Mannschaft. Als Achter ist er maßgeblich dafür verantwortlich, den Ball nach vorn zu tragen, Ideen zu entwickeln. Doch Pannewig verlor zu häufig den Ball, brachte zu selten Tempo ins Spiel. Er wirkt mitunter nicht (gedanken)schnell genug, weshalb er sich bereits einen Platzverweis und zwei Gelbe Karten einhandelte. Sein Vertreter Charlie Patino hinterließ in Hannover einen guten Eindruck, weshalb sich Pannewig in der Vorbereitung auf die nächsten Pflichtspiele anstrengen muss. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ein Pluspunkt für Pannewig dürfte seine Größe sein: Rösler will, dass die Spieler aus dem Mittelfeld mit in den Strafraum nachrücken. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Michael Steinwender ist aus der Abwehr des VfL Bochum nicht mehr wegzudenken, Koji Miyoshi überzeugt in neuer Rolle: fünf Gewinner des Saisonstarts. 

Timo Horn im Tor, Philipp Hofmann im Sturmzentrum: Dass Kapitän und Vize-Kapitän eine tragende Rolle spielen beim VfL Bochum, war nicht anders zu erwarten. Die Führungsspieler enttäuschten nicht, bei anderen waren die Fragezeichen vor dem Saisonstart deutlich größer. Nicht alle Profis des VfL haben bisher überzeugt. Zu den Verlierern der ersten Ligaphase mit sechs Partien sowie dem Pokalerfolg in Fürth zählt daher auch Mats Pannewig (Bericht: hier). Andere dagegen spielen sich in den Fokus, glänzen in neuer Rolle oder profitieren von der Kaderzusammenstellung: fünf Gewinner des Saisonstarts. 

Meyer zeigte sich stets präsent, zweikampfstark, mutig, selbstbewusst. Er bot sich an, ging energisch in die Zweikämpfe, wagte zunehmend auch mehr Vorwärtsgang, überzeugte mit Pass-Sicherheit – und lernte schnell dazu, nicht jederzeit überall sein zu dürfen. Sein Positionsspiel, sein taktisches Verhalten wird von Woche zu Woche besser. Ebenso wie sein Durchhaltevermögen in seiner ersten Männersaison: In Hannover spielte er erstmals über die komplette Distanz. 

Der angehende Abiturient profitierte dabei von den Verletzungen des geplanten Stamm-Sechsers Enis Cokaj und seines potenziellen Vertreters Jean Manuel Mbom. Meyer nutzte seine Chance. Nach dem Hannover-Spiel allerdings kehrten Schambeinprobleme zurück, die dem Kapitän der U19 in der Vorsaison schon fast die gesamte Rückrunde gekostet hatten. Rösler ist optimistisch, dass er nach einer Belastungsreduzierung bald wieder Gas geben kann. 

Michael Steinwender. Der Österreicher verpasste als einer von drei Bochumern – neben den etablierten Timo Horn und Philipp Hofmann – noch keine Sekunde. Der Neuzugang ist ein Garant für die stabile Defensive mit erst sechs Gegentoren. Der Innenverteidiger überzeugte im Zweikampf (Quote 66 Prozent, Topwert beim VfL und ligaweit Rang zehn) ebenso wie im Stellungsspiel. Er blockte viele Bälle, betrieb einen hohen Aufwand. Nur im Heimspiel gegen Fürth erwischte er einen schwachen Tag, ansonsten agierte Steinwender konstant auf hohem Zweitliga-Niveau. 

Steinwender baut die Partie aber nicht nur mit einfachen, sicheren Bällen auf, sondern hat auch den Blick für den Raum. In Hannover etwa schickte er mit präzisen Schlägen Chris Rasmussen gleich zweimal auf die Reise zum Tor, der Däne vergab die Chancen. 

Koji Miyoshi. Nach seiner Verletzung in der Vorsaison musste er strampeln, bis ihn Trainer Uwe Rösler von der Leine ließ – und seitdem komplett auf den Japaner setzt. Wie 2025/26 startete der 28-Jährige als (halb-)rechter Flügelstürmer. In den letzten drei Partien durfte er seine Lieblingsrolle als zentraler offensiver Mittelfeldmann einnehmen für Berkan Taz, der an Spieltempo und Robustheit zulegen muss. Miyoshi überragte bei seinem ersten Spiel als Zehner, als er in Dresden wirbelte und seinen ersten Doppelpack für Bochum schnürte. 

Der Japaner präsentierte sich gewohnt laufstark, überzeugte im Pressing und Gegenpressing auf jeder Position, war auf engem Raum der bisher stärkste Bochumer, spielte starke Pässe in die Räume. Mit seiner Technik und Dribbelstärke stresste Miyoshi die Gegner – und bleibt für Rösler vorerst unverzichtbar. 

Christian Rasmussen. Nach einer Grusel-Saison bei Fortuna Düsseldorf begann sein umfassendes Aufbauprogramm Mitte Juli beim VfL. Schritt für Schritt kämpfte sich der hochveranlagte Däne zurück, ist körperlich mittlerweile auf Stand, nachdem ihm in der Vorsaison auch Verletzungen ausgebremst hatten. In vier der letzten fünf Partien stand er in der Startelf, hinzu kommen drei Joker-Einsätze. Im Pokal in Fürth gelang ihm sein erstes Tor. 

Rasmussen legte fußballerisch Woche für Woche zu und zeigte, dass er in der 2. Liga auf der Außenbahn jeden Gegner stehen lassen kann – und zwar sowohl auf seiner stärkeren rechten Seite als auch auf dem linken Flügel. Auf diese Flexibilität hatte Bochum auch gesetzt bei seiner Verpflichtung. Mit einer Topspeed von 35 km/h ist Rasmussen bisher sogar der schnellste Bochumer. 

Noch hat das einstige Top-Talent von Ajax Amsterdam aber sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft. In der Defensivarbeit erwartet Trainer Rösler noch mehr von dem für einen Flügelmann ungewohnt wuchtig gebauten Dänen, auch im Abschluss haperte es. In Hannover ließ er drei Topchancen aus, eine Torvorlage glückte ebenfalls noch nicht. Steigert sich Rasmussen aber weiter wie in den vergangenen Wochen, könnte er mit seiner Wucht, Dynamik und fußballerischen Qualität im Saisonverlauf zum entscheidenden Faktor werden. 

Gerrit Holtmann. Nein, noch läuft die Saison keinesfalls perfekt für den 31-Jährigen, weshalb seine Nominierung als ein Gewinner auf den ersten Blick überraschen mag. Holtmann hat noch kein Tor erzielt, kein Tor vorbereitet, fiel zudem einmal angeschlagen aus und musste einmal angeschlagen früh vom Feld. Der linke Flügelstürmer, der jüngst Vater geworden ist, zählt dennoch zu den Gewinnern des Saisonstarts. Zum einen zeigte er, wie man als Angreifer im Rösler-Fußball gegen den Ball arbeitet, und er setzte in seinen – wenn auch zu wenigen – Einsatzminuten auch offensiv einige Akzente. Zum anderen hat der VfL nach dem Abgang von Farid Alfa-Ruprecht außer des langzeitverletzten Talents Babis Drakas keinen weiteren Sprinter im Kader, der die Linie geradlinig bespielt. Ein Element, das Rösler nur ungern aufgibt – und Holtmann, sofern er gesund ist, praktisch eine Startelfgarantie gibt. 

[url=https://www.waz.de/sport/vfl-bochum/article413241936/vfl-bochum-das-sind-die-gewinner-des-saisonstarts-verteidiger-mit-liga-topwert.html] Quelle: WAZ.de [/]
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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