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Das sind die Erkenntnisse des Tests
#1
Der VfL Bochum setzt im Testspiel gegen den VfL Osnabrück ein Ausrufezeichen. Einzelne Profis wie Mats Pannewig betrieben Werbung für sich. 

Die Revanche ist geglückt, wenngleich sie naturgemäß in einem Testspiel eher ein Muster ohne Wert war – zumindest in Bezug auf wichtige Punkte, die in der Liga weiterhin fehlen. Dass der VfL Bochum ein paar Wochen nach der 0:1-Pleite zu Hause gegen den VfL Osnabrück am Freitagmittag denselben Gegner allerdings mit 4:1 nach Hause schickte, dürfte Auftrieb geben für die kommenden Wochen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler zeigte viele gute Ansätze, spielte vor allem in der zweiten Halbzeit stark auf, setzte viel von dem um, was der Trainer erwartet. Und anders als in den Pflichtspielen bislang, war auch die Offensive treffsicher. Gleich vier Treffer in einem Spiel – die gab es zuletzt Ende Juni gegen die Vonovia Allstars im Testspiel. Damals gewann der VfL mit 8:0. 

Gegen den lila-weißen VfL aus Niedersachsen bot Rösler zu Beginn eine Mannschaft auf, die so auch durchaus in der Liga zusammenspielen könnte. Einzig Torhüter Timo Horn bekam vom Cheftrainer eine Pause. Mit Michael Steinwender, Sean Klaiber und Maximilian Wittek standen drei Spieler aus der Viererkette auf dem Feld, die auch in der Zweiten Liga gegen Arminia Bielefeld (Sonntag, 11.10., 13.30 Uhr) wieder anfangen dürften. Einzig Karol Mets wird einen engagierten und souverän verteidigenden Yigit Karademir aller Voraussicht nach ersetzen. Im Mittelfeld bot Rösler aus Charlie Patino und Tom Meyer die Kombination auf, die gegen Hannover 96 (1:2) gut funktionierte. Davor bildeten Christian Rasmussen, Berkan Taz und Jarne Steuckers die offensive Kette. Als Stoßstürmer agierte Philipp Hofmann. 

Rasmussen und Steuckers spielen groß auf
Vor allem die Flügelspieler überzeugten dabei in der ersten Halbzeit. Schon nach drei Minuten bediente Steuckers mit einer butterweichen Flanke von der rechten Seite den eingelaufenen Christian Rasmussen am zweiten Pfosten, der ohne Probleme einköpfte. Eine Variante, die unter der Woche vielfach trainiert wurde. Kurz vor der Pause drehte das Duo den Spieß um und Rasmussen bediente Steuckers, der den Ball volley ins Netz zimmerte. Dazwischen allerdings fehlte dem VfL Bochum zeitweise der Mut. „Die erste Hälfte war durchwachsen“, sagte Rösler entsprechend. „Wir haben zwar ein super Tor erzielt, genau so, wie wir spielen wollten. Es fiel früh und fiel leicht, aber danach haben wir den Fuß zu sehr vom Gas genommen. Das war nicht gut und so auch nicht gewollt“, prangerte er an.

Das lag zum einen daran, dass Patino im zentralen Mittelfeld zwar als Ballverteiler agierte, aber dabei das vom Cheftrainer geforderte Tempo zu sehr verschleppte. Zum anderen zogen die Spieler im Anlaufverhalten nicht konsequent durch, wodurch der VfL Osnabrück besser ins Spiel kam – ohne allerdings zwingend zu werden. Steinwender als Abwehrboss hatte alles im Griff und auch Rasmussen, den Rösler noch vor einigen Wochen aufgrund seiner fehlenden Defensivarbeit tadelte, arbeitete fleißig zurück, lief Räume zu. „Herausheben möchte ich für die erste Halbzeit Maxi Wittek – und über das gesamte Spiel hinweg ‚Steini‘ und Rasmussen. Sie haben genau das umgesetzt, was wir gefordert haben“, sagte Rösler. 

Patino verschleppt das Tempo
Das allerdings galt zumindest in der ersten Halbzeit nicht für alle Spieler. Patino und Taz dürften es gegen Bielefeld so schwer haben, wieder in die Startelf zu rücken. Auch Steuckers, der mit dem Ball einige gute Dinge veranstaltete, muss noch mehr aufs Gaspedal drücken. Aktuell liegt Rasmussen deutlich vor ihm und in der zweiten Halbzeit zeigte der frisch gebackene Vater Gerrit Holtmann eindrucksvoll, warum Rösler auf ihn nicht verzichten möchte. „Die zweite Halbzeit entsprach vom Tempo her genau dem, was wir spielen wollen: gegen und mit dem Ball attackieren, Chancen herausspielen, hochschieben und permanent aktiv auslösen“, sagte Rösler anerkennend. Nach einem Fehlpass von Torwart Tino Casali erzielte Robin Meißner zwar das 1:2, Mats Pannewig und Rasmussen legten aber umgehend nach und erhöhten auf 4:1.

Neben Holtmann trugen dazu auch Koji Miyoshi und Pannewig bei, die gegen den Ligakonkurrenten aus Osnabrück ein Bewerbungsschreiben für die Startelf aushändigten. „Aus meiner Sicht war der zweite Durchgang wesentlich überzeugender“, sagte Rösler – ohne bestimmte Namen seiner Spieler zu nennen. Deutlich wurde aber, dass er von einigen Spielern mehr fordert, als sie lieferten. Anders Pannewig, der „Rhythmus gesetzt hat, Tempowechsel gehabt hat, Seitenverlagerung, tiefe Bälle gespielt hat“, so Rösler. Zudem brach der Mittelfeldspieler mit seinen Pässen immer wieder Linien und war torgefährlich. Jener Pannewig also, den in Bochum alle sehen wollen. 

Rösler fordert Vollgas beim VfL Bochum
Gefallen hatte dem Trainer hingegen nicht, dass nicht jeder Spieler permanent auf dem Gaspedal stand. Diese intensive Spielweise aber soll das Markenzeichen des VfL Bochum sein, weshalb Rösler an der Seitenlinie immer wieder korrigierte und seit gut einem Jahr auch in den Pflichtspielen versucht, die Energie überspringen zu lassen. „Wir dürfen uns nicht passiv ins 4-4-2 fallen lassen – das war in der ersten Halbzeit zu oft der Fall“, sagte er deutlich. „Der Anspruch heute war ein anderer, gerade weil ich wusste, dass nicht alle 90 Minuten spielen würden: Jeder muss über die volle Distanz marschieren und nicht nur für zehn Minuten“, sagte er deutlich in Richtung seiner Spieler und hob noch einmal hervor: „Nach der Pause haben wir richtig nachgeschoben.“

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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