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Kaenzig über rote Linien bei Transfers, Rösler und Hecking
#2
Ilja Kaenzig, Geschäftsführer des VfL Bochum, spricht über einen teuren Trend in der 2. Liga, Ablösesummen und welchen Etat der VfL anpeilt. 

Die 2. Liga, sagt VfL Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig, wird immer teurer. Der 52-Jährige definiert im Gespräch mit dieser Redaktion ein klares Ziel bei den Transfererlösen, spricht über die Rolle von Cajetan Lenz und Mats Pannewig, den Etat für 2026/27 und ob sich der VfL Ablösesummen leisten kann. 

Ist der VfL denn trotz des kalkulierten Minus in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro nach dieser Saison finanziell gesund für ein zweites Jahr 2. Liga?
Ilja Kaenzig: Gesund ja. Aber da muss man reinen Wein einschenken. Verluste vor Transfers sind in der 2. Liga zur Tagesordnung geworden, bei fast allen Klubs. Die Stadien sind voll, die Ablösen hoch. Das Geld stecken alle immer mehr in die Lizenzetats. Du kannst also nur Schritt halten, wenn du Ablösen erzielst. Da sind wir wieder beim Thema Kaderwertmanagement. Wenn wir uns den Lizenzetat dieser Saison (rund 22 Millionen Euro, die Redaktion) leisten wollen, müssen wir höhere Ablösen erzielen, mindestens im Bereich von acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr – stabil, jedes Jahr. 

Ist also ein Verkauf vom hochpreisig gehandelten Cajetan Lenz schon einkalkuliert für den Sommer?
In der Lizenzierung dürfen Transfererlöse gar nicht angesetzt werden, deswegen ist ein Verkauf auch nicht eingeplant. Dass der Spieler Ambitionen hat, bei einem größeren Klub zu spielen, ist kein Geheimnis. Er ist begehrt, wird von einigen Klubs, die die Champions League im Auge haben, umworben. Das ist auch ein Statement. Das freut uns, spricht für die gute Arbeit und vor allem für sein persönliches Werk in dieser Saison.

So plant der VfL Bochum mit Mats Pannewig

Ist Mats Pannewig auch ein Verkaufskandidat?
Es gibt sicherlich größere Klubs, die ihn auf dem Zettel haben. Aber er hat bei uns einen Schritt nach dem anderen gemacht. Mats wird sicherlich eines Tages bei einem großen Klub spielen, aber für die kommende Saison planen wir mit ihm.

Sind höhere Transfererlöse Bochums einzige Chance für eine Bundesliga-Rückkehr?
Es ist noch schwieriger geworden auf dem Markt in der 2. Liga, weil der Trend aufgekommen ist, dass Mäzene und Investoren im Sommer und jetzt neu auch noch im Winter viel Geld in die Klubs stecken für Verstärkungen. Die 2. Liga wird immer teurer, sie nimmt zeitversetzt eine Entwicklung wie die englische Championship. Immer mehr Vereine nehmen Verluste in Kauf, um hochzukommen.

Müssen manchmal Ablösen zahlen können

Was heißt das für den VfL?
Wir brauchen mehr Spielraum, Neudeutsch sogenannten „Headroom“, für unsere hohen Ambitionen, um nicht allein abhängig zu sein vom Transfermarkt. Wir arbeiten daran, uns Mittel zu besorgen. Ein Investor ist aber nach wie vor nicht in Sicht, das gibt der deutsche Markt nicht her mit den spezifischen Regeln zu 50+1 und mit dem kritischen Fan-Umfeld aktuell in ganz Fußball-Deutschland, Stichwort „Tennisbälle“. Wir müssen über andere Wege Geld generieren, das wir investieren können, um Werte zu schaffen. Für Spieler, die uns sportliche Zinsen bringen und später auch Rendite auf dem Transfermarkt. Dafür müssen wir manchmal Ablösen zahlen können.

Etat soll nicht schrumpfen

Mit welchem Etat plant der VfL, Klassenerhalt vorausgesetzt, die kommende Zweitliga-Saison?
Der Etat muss in den Kategorien bleiben wie zuletzt, wir wollen unter den vorderen Klubs sein. Wobei auch klar zu sehen ist, dass der Etat in der 2. Liga nicht diese dominante Rolle spielt wie in der Bundesliga. Klubs mit hohem Etat steigen nicht unbedingt auf, Klubs mit kleinerem Etat wie Paderborn oder Elversberg spielen Jahr für Jahr ganz oben mit.

Für den Etat ist auch ein neuer Sponsor für den Stadionnamen wichtig, weil der Vertrag mit Vonovia ausläuft. Wie läuft die Nachfolge-Suche?
Damit beschäftigen wir uns schon seit längerem. Der neue Wirtschaftsrat unterstützt die Suche nach einem Partner massiv. Angeführt von Arnd Fittkau (Vorsitzender des Wirtschaftsrates, die Redaktion) zeigt der Rat viel Einsatz und Motivation bei der Unterstützung des VfL, welche er sich auf die Fahnen geschrieben hat. Das ist großartig und verdient unseren speziellen Dank, auf eine solche Gruppe zählen zu dürfen.

Bleibt das Ruhrstadion im Namen erhalten?
Das Ruhrstadion muss im Namen bestehen bleiben. Dank Vonovia haben wir den traditionellen Stadionnamen vor zehn Jahren wieder zurückbekommen. Vonovia möchte das Stadion in gute Hände übergeben, an ein Unternehmen, das zu Bochum und dem VfL passt

Ab Sommer sollen am Stadion zudem die Bagger rollen, hieß es auf den letzten Info- und Mitgliederversammlungen zum Thema Stadionumbau und -modernisierung. Zuletzt kamen erneut Gerüchte über einen Neubau auf. Wie ist der Stand?
Die Ausschreibung für einen Totalunternehmer läuft noch. Das ist Sache der Stadt, wir sind der Mieter. Klar sagen kann ich: Wenn es Gerüchte über einen Neubau gibt, dann sind die falsch. Wir haben uns klar zu unserem geschichtlichen Standort „an der Castroper“ bekannt. Ein Neubau ist kein Thema.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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RE: Kaenzig über rote Linien bei Transfers, Rösler und Hecking - von Herr Bert - 03-06-2026, 06:48 AM

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