Gestern, 01:09 PM
Fünf Spieler hatte der VfL Bochum in der Vorsaison ausgeliehen, drei hat er aktuell selbst verliehen. Wie sich die jungen Profis schlagen.
Leihgeschäfte sind im Profifußball längst keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. In der Vorsaison machten gleich fünf Talente beim VfL Bochum den nächsten Schritt. Das erhoffen sich die Verantwortlichen nun von drei Spielern, die der Zweitligist ausgeliehen hat. Wie läuft es für Francis Onyeka, Darnell Keumo und Co. in der neuen Saison? (Teil eins zur Form der insgesamt 21 Abgänge lesen Sie hier).
Darnell Keumo (Waldhof Mannheim). Der 18-Jährige verpasste angeschlagen den Start der Vorbereitung, womöglich weil er zu viel machte. Von einer „Übermotivation“ sprach Trainer Uwe Rösler. Da Keumo an Maxi Wittek nicht vorbeikam und sich mit Leon Sawas ein Backup als Linksverteidiger empfahl, kam es zur Leihe. Keumo soll in Mannheim reifen, nachdem er in der Vorsaison bereits große Schritte nach vorn machte bei seinen Einsätzen für die U21.
Der wuchtige Außenbahn-Spieler, den man sich zumindest bei tieferklassigen Klubs auch als Flügelstürmer vorstellen kann dank seiner Dynamik, ist beim SV Waldhof ein Volltreffer. Als eine „Maschine“ feiern ihn Fans in den sozialen Medien. Keumo wurde gleich nach seiner Ankunft gegen Fortuna Düsseldorf eingewechselt und ist seitdem die neue Waffe des SVW – und zwar als Linksverteidiger, nachdem er in der U19 des VfL als linker Schienenmann geglänzt hatte. Die positionelle Anpassung, die Leihe – bisher läuft es perfekt.
In allen fünf folgenden Drittliga-Partien stand Keumo in der Startelf, wurde nur einmal ausgewechselt und überzeugte 120 Minuten im prickelnden Pokal-Duell gegen Kaiserslautern (0:1 nach Verlängerung). Im hitzigen Fight gegen RW Essen erzielte das 1,72-Meter-Energiebündel sein erstes Tor zur umjubelten 1:0-Führung (Endstand 1:2). Macht Keumo, der in Bochum zwei Profieinsätze hatte, so weiter, könnte er Wittek in der kommenden Saison den Rang ablaufen. Und müsste Bochum bald den Vertrag verlängern, denn der läuft beim VfL nur noch bis 2028.
Kacper Koscierski (Alemannia Aachen). Wie Keumo ist auch Koscierski von Haus aus ein Schienenspieler, nur auf der rechten Seite. Anders als Keumo fiel ihm die Umstellung auf die Rechtsverteidiger-Position auch in der U21 deutlich schwerer. Trotz seiner 14 Einsätze für die VfL-Profis, mitunter als Flügelstürmer, sahen Trainer und Verantwortliche keine entscheidenden Sprünge im taktischen Verhalten. Zudem ist Koscierski körperlich nicht so robust wie etwa Keumo. Bei Aachen soll der 19-Jährige Spielpraxis sammeln, wobei die Alemannia bevorzugt mit Dreierkette und Koscierski wieder als Schienenspieler agiert. Denkbar ist daher, dass er im kommenden Sommer verkauft wird.
Bei den Aachenern, die das Talent unbedingt verpflichten wollten und länger als erhofft warten mussten, spielte Koscierski bisher zweimal nicht, zweimal von Beginn an und zweimal wurde er eingewechselt. Ein ordentlicher Start mit Luft nach oben.
Mikkel Rakneberg (Odense Goldklub). Im Winter als Sommervorgriff zum VfL gekommen, stand seine Bochumer Zeit unter keinem guten Stern. Der Linksverteidiger tat sich erst sportlich schwer, verletzte sich dann am Meniskus, fiel monatelang aus. Als der 24-Jährige wieder richtig ins Training einstieg, lieh ihn Bochum aus, der dänische Erstligist sicherte sich eine Kaufoption. Den Durchbruch traut man Rakneberg in Bochum nicht zu. Die ersten Schritte beim Neustart nach der langen Verletzungspause hat Rakneberg gemacht. Zweimal wurde er eingewechselt, einmal blieb er auf der Bank.
Francis Onyeka (SV Elversberg). Trainer Uwe Rösler erwähnt den zentralen Mittelfeldmann noch heute immer wieder. Denn seine Präsenz fehlt Bochum im und um den Strafraum, acht Tore erzielte der 19-Jährige in der Vorsaison. Jüngst wurde Onyeka bereits zum zweiten Mal mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Spieler seines Jahrgangs ausgezeichnet – und er ist auch eine Liga höher erfolgreich.
Sein Stammklub Bayer Leverkusen lieh ihn an Aufsteiger SV Elversberg aus, baut ihn so Schritt für Schritt auf. Ausgerechnet gegen Bayer glückten Onyeka, der ein Tor vorbereitete, und der SVE ein Traumstart (3:2). Der Ex-Bochumer stand zudem beim 4:3-Sieg in Mönchengladbach in der Startelf und wurde zuletzt zweimal eingewechselt. Onyeka ist bundesligareif – und wird immer teurer.
Farid Alfa-Ruprecht (Hertha BSC). Auch den Turbo-Flügelstürmer, der im letzten Saisondrittel aufdrehte beim VfL, hätte Uwe Rösler allzu gerne noch im Team. Der VfL blieb mit ihm in Kontakt, weil sein Stammklub Bayer Leverkusen noch mindestens eine Nummer zu groß ist für den 20‑Jährigen. Alfa-Ruprecht zog es im August lieber zur Hertha, erneut auf Leihbasis. Coach Stefan Leitl sieht ihn als „Riesentalent“. Beim Seriensieger der 2. Liga bringt er bisher als Joker (drei Einwechslungen) Tempo ins Spiel wie zuletzt in Dresden. Gegen Osnabrück (3:1) erzielte er sein erstes Tor für die Berliner.
Kjell Wätjen (FC Midtjylland). Nach einer VfL-Saison mit Licht und Schatten sah der BVB seine Zukunft nicht beim deutschen Abo-Vizemeister, verkaufte den 20-Jährigen für rund 2,5 Millionen Euro. Wätjen erhielt beim derzeitigen Tabellenzweiten der ersten dänischen Liga einen langfristigen Vertrag bis 2031. Beim FC Midtjylland schaffte es der Mittelfeldspieler nach ein paar Anlaufwochen viermal in die Startelf, wurde einmal eingewechselt. Zuletzt bremsten ihn Wadenprobleme aus.
Leandro Morgalla (RB Salzburg). Der Rechtsverteidiger ist der einzige Ex-Bochumer, der bei seinem Stammklub geblieben ist. Lange war er gesetzt in Bochum, am Ende lief ihm auch aus Verletzungsgründen und wegen seiner längeren VfL-Perspektive Winterzugang Oliver Olsen den Rang ab. Beim österreichischen Europa-League-Klub wartet Morgalla noch auf den Durchbruch. Der 22-Jährige kam bisher erst zu fünf Kurzeinsätzen in 14 Pflichtspielen.
Callum Marshall (Luton Town). In England sind die Preise bekanntlich andere. Luton Town spielt in der League One (3. Liga), holte den Nordiren Ende Juli für 1,75 Millionen Euro von West Ham United. Bochum hatte den Mentalitäts-Stürmer im Winter ausgeliehen. Nach starkem Beginn und zwei Toren ließ er am Ende nach. In Luton läuft es durchwachsen: Marshall kam zwar in allen Partien zum Einsatz, durfte aber nur dreimal starten (zwei Tore). Als Tabellenzwölfter hinkt sein Klub den Erwartungen hinterher.
Quelle: WAZ.de
Leihgeschäfte sind im Profifußball längst keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. In der Vorsaison machten gleich fünf Talente beim VfL Bochum den nächsten Schritt. Das erhoffen sich die Verantwortlichen nun von drei Spielern, die der Zweitligist ausgeliehen hat. Wie läuft es für Francis Onyeka, Darnell Keumo und Co. in der neuen Saison? (Teil eins zur Form der insgesamt 21 Abgänge lesen Sie hier).
Darnell Keumo (Waldhof Mannheim). Der 18-Jährige verpasste angeschlagen den Start der Vorbereitung, womöglich weil er zu viel machte. Von einer „Übermotivation“ sprach Trainer Uwe Rösler. Da Keumo an Maxi Wittek nicht vorbeikam und sich mit Leon Sawas ein Backup als Linksverteidiger empfahl, kam es zur Leihe. Keumo soll in Mannheim reifen, nachdem er in der Vorsaison bereits große Schritte nach vorn machte bei seinen Einsätzen für die U21.
Der wuchtige Außenbahn-Spieler, den man sich zumindest bei tieferklassigen Klubs auch als Flügelstürmer vorstellen kann dank seiner Dynamik, ist beim SV Waldhof ein Volltreffer. Als eine „Maschine“ feiern ihn Fans in den sozialen Medien. Keumo wurde gleich nach seiner Ankunft gegen Fortuna Düsseldorf eingewechselt und ist seitdem die neue Waffe des SVW – und zwar als Linksverteidiger, nachdem er in der U19 des VfL als linker Schienenmann geglänzt hatte. Die positionelle Anpassung, die Leihe – bisher läuft es perfekt.
In allen fünf folgenden Drittliga-Partien stand Keumo in der Startelf, wurde nur einmal ausgewechselt und überzeugte 120 Minuten im prickelnden Pokal-Duell gegen Kaiserslautern (0:1 nach Verlängerung). Im hitzigen Fight gegen RW Essen erzielte das 1,72-Meter-Energiebündel sein erstes Tor zur umjubelten 1:0-Führung (Endstand 1:2). Macht Keumo, der in Bochum zwei Profieinsätze hatte, so weiter, könnte er Wittek in der kommenden Saison den Rang ablaufen. Und müsste Bochum bald den Vertrag verlängern, denn der läuft beim VfL nur noch bis 2028.
Kacper Koscierski (Alemannia Aachen). Wie Keumo ist auch Koscierski von Haus aus ein Schienenspieler, nur auf der rechten Seite. Anders als Keumo fiel ihm die Umstellung auf die Rechtsverteidiger-Position auch in der U21 deutlich schwerer. Trotz seiner 14 Einsätze für die VfL-Profis, mitunter als Flügelstürmer, sahen Trainer und Verantwortliche keine entscheidenden Sprünge im taktischen Verhalten. Zudem ist Koscierski körperlich nicht so robust wie etwa Keumo. Bei Aachen soll der 19-Jährige Spielpraxis sammeln, wobei die Alemannia bevorzugt mit Dreierkette und Koscierski wieder als Schienenspieler agiert. Denkbar ist daher, dass er im kommenden Sommer verkauft wird.
Bei den Aachenern, die das Talent unbedingt verpflichten wollten und länger als erhofft warten mussten, spielte Koscierski bisher zweimal nicht, zweimal von Beginn an und zweimal wurde er eingewechselt. Ein ordentlicher Start mit Luft nach oben.
Mikkel Rakneberg (Odense Goldklub). Im Winter als Sommervorgriff zum VfL gekommen, stand seine Bochumer Zeit unter keinem guten Stern. Der Linksverteidiger tat sich erst sportlich schwer, verletzte sich dann am Meniskus, fiel monatelang aus. Als der 24-Jährige wieder richtig ins Training einstieg, lieh ihn Bochum aus, der dänische Erstligist sicherte sich eine Kaufoption. Den Durchbruch traut man Rakneberg in Bochum nicht zu. Die ersten Schritte beim Neustart nach der langen Verletzungspause hat Rakneberg gemacht. Zweimal wurde er eingewechselt, einmal blieb er auf der Bank.
Francis Onyeka (SV Elversberg). Trainer Uwe Rösler erwähnt den zentralen Mittelfeldmann noch heute immer wieder. Denn seine Präsenz fehlt Bochum im und um den Strafraum, acht Tore erzielte der 19-Jährige in der Vorsaison. Jüngst wurde Onyeka bereits zum zweiten Mal mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Spieler seines Jahrgangs ausgezeichnet – und er ist auch eine Liga höher erfolgreich.
Sein Stammklub Bayer Leverkusen lieh ihn an Aufsteiger SV Elversberg aus, baut ihn so Schritt für Schritt auf. Ausgerechnet gegen Bayer glückten Onyeka, der ein Tor vorbereitete, und der SVE ein Traumstart (3:2). Der Ex-Bochumer stand zudem beim 4:3-Sieg in Mönchengladbach in der Startelf und wurde zuletzt zweimal eingewechselt. Onyeka ist bundesligareif – und wird immer teurer.
Farid Alfa-Ruprecht (Hertha BSC). Auch den Turbo-Flügelstürmer, der im letzten Saisondrittel aufdrehte beim VfL, hätte Uwe Rösler allzu gerne noch im Team. Der VfL blieb mit ihm in Kontakt, weil sein Stammklub Bayer Leverkusen noch mindestens eine Nummer zu groß ist für den 20‑Jährigen. Alfa-Ruprecht zog es im August lieber zur Hertha, erneut auf Leihbasis. Coach Stefan Leitl sieht ihn als „Riesentalent“. Beim Seriensieger der 2. Liga bringt er bisher als Joker (drei Einwechslungen) Tempo ins Spiel wie zuletzt in Dresden. Gegen Osnabrück (3:1) erzielte er sein erstes Tor für die Berliner.
Kjell Wätjen (FC Midtjylland). Nach einer VfL-Saison mit Licht und Schatten sah der BVB seine Zukunft nicht beim deutschen Abo-Vizemeister, verkaufte den 20-Jährigen für rund 2,5 Millionen Euro. Wätjen erhielt beim derzeitigen Tabellenzweiten der ersten dänischen Liga einen langfristigen Vertrag bis 2031. Beim FC Midtjylland schaffte es der Mittelfeldspieler nach ein paar Anlaufwochen viermal in die Startelf, wurde einmal eingewechselt. Zuletzt bremsten ihn Wadenprobleme aus.
Leandro Morgalla (RB Salzburg). Der Rechtsverteidiger ist der einzige Ex-Bochumer, der bei seinem Stammklub geblieben ist. Lange war er gesetzt in Bochum, am Ende lief ihm auch aus Verletzungsgründen und wegen seiner längeren VfL-Perspektive Winterzugang Oliver Olsen den Rang ab. Beim österreichischen Europa-League-Klub wartet Morgalla noch auf den Durchbruch. Der 22-Jährige kam bisher erst zu fünf Kurzeinsätzen in 14 Pflichtspielen.
Callum Marshall (Luton Town). In England sind die Preise bekanntlich andere. Luton Town spielt in der League One (3. Liga), holte den Nordiren Ende Juli für 1,75 Millionen Euro von West Ham United. Bochum hatte den Mentalitäts-Stürmer im Winter ausgeliehen. Nach starkem Beginn und zwei Toren ließ er am Ende nach. In Luton läuft es durchwachsen: Marshall kam zwar in allen Partien zum Einsatz, durfte aber nur dreimal starten (zwei Tore). Als Tabellenzwölfter hinkt sein Klub den Erwartungen hinterher.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."