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VORGESTELLT: Eintracht Braunschweig
#1
[Bild: braunschweig_vfl_518-jpg.1903]

Den Abstieg aus der Bundesliga hat die Eintracht aus Braunschweig gut verdaut, spielte im Vorjahr eine absolut gelungene Runde, die mit Rang sechs endete. Bis kurz vor Saisonende hatte die Mannschaft dabei sogar die Möglichkeit, den direkten Wiederaufstieg zu packen, scheiterte aber auf den letzten Metern mit drei Niederlagen am Stück. Also auf ein Neues. Mit Altbewährtem neben und punktuellen Verstärkungen auf dem Platz greifen die Löwen in dieser Spielzeit wieder an, wissen aber um die Schwere der Aufgabe und formulierten ihr Ziel daher realistisch mit norddeutscher Zurückhaltung: Eine weitere stabile Saison und ein einstelliger Tabellenplatz mit Blick nach oben sollen es sein.

Momentan ist das Team von Torsten Lieberknecht als Tabellensiebter auf einem guten Weg. Dabei sitzt die Eintracht dem VfL Bochum 1848 mit lediglich einem Zähler Rückstand im Nacken. Eine richtungsweisende Partie also am Freitagabend!?

Am vergangenen Montag musste die Eintracht noch eine frustrierende Niederlage in Nürnberg einstecken, es war die dritte sieglose Partie in Folge. Auch die Braunschweiger haben also zuletzt Federn gelassen und verpassten es daher, sich (ganz) oben festzubeißen. Doch man ist frohen Mutes, denn in der laut Lieberknecht „vielleicht stärksten 2. Liga der letzten Jahre“ zeigen die Löwen Woche für Woche, mit wenigen Ausnahmen, ansprechende Leistungen. Nur der Saisonstart mit nur einem Zähler aus drei Partien war wenig verheißungsvoll, doch fortan ging es steil bergauf. Es folgten fünf Partien ohne Gegentor (vier Siege), darunter imposante Erfolge über Karlsruhe und den MSV Duisburg (6:0, 5:0). Erst beim 0:1 gegen Fürth riss die Serie, bevor ein Sieg gegen Berlin, eine Niederlage bei Stefan Effenbergs Debüt in Paderborn und ein weiterer Erfolg gegen Heidenheim die Blau-Gelben auf Rang fünf spülten. Seither warten Lieberknechts Mannen allerdings auf einen Dreier. Im DFB-Pokal ist das Bundesliga-Gründungsmitglied wie der VfL im Achtelfinale mit dabei, es geht nach Siegen in Halle und Reutlingen zum VfB Stuttgart.

Der ausbaufähige Saisonstart hing, wie so häufig, an vielen Faktoren. Der taktisch versierte Lieberknecht ließ zum einen ein neues System mit drei Innenverteidigern einstudieren (zumeist ein 3-4-1-2), zum anderen hatte der Coach in der Vorbereitung mit einigen angeschlagenen Akteuren, unter anderem Emil Berggreen, zu kämpfen. Des Weiteren sorgte das Transfergerangel um genannten Stürmer, den der Hamburger SV gerne verpflichtet hätte, für Unruhe.

An vorderster Front hat der von ständigen Blessuren gepeinigte Däne, der in der vergangenen Rückrunde für Aufsehen sorgte und auch aktuell mit sieben Torbeteiligungen in elf Spielen bester Braunschweiger Scorer ist, die Unterstützung eines Landsmannes erhalten. Mads Hvilsom kam als Ersatz für Havard Nielsen (zurück zu RB Salzburg) von Hobro IK. Der schwedisch-ghanaische Innenverteidiger Joseph Baffo (Halmstads BK) und der Deutsch-Ghanaer Phil Ofosu-Ayeh vom VfR Aalen verstärkten die Abwehr, im Mittelfeld stießen Adam Matushyk vom 1. FC Köln und Patrick Schönfeld aus Aue hinzu. Aus dem eigenen Unterbau wurden gleich sechs Youngster an die erste Mannschaft herangeführt, vor allem Gerrit Holtmann und Maximilian Sauer nutzten diese Gelegenheit und finden sich häufig auf dem Platz wieder. Zusätzlich wurde der zuvor aus Freiburg geliehene Hendrick Zuck fest verpflichtet. Dies gelang bei Vegar Hedenstad nicht, der Norweger musste wie Landsmann Nielsen und der Südkoreaner Seung-Woo Ryu zurück zu seinem Stammverein.

Ansonsten wurde Kader vornehmlich ausgedünnt, lediglich die Verluste von Benjamin Kessel und Norman Theuerkauf schmerzen wirklich. Die Abgänge von Spielern aus der zweiten Reihe wie Jan Washausen (SV Elversberg), Matthias Henn (Hansa Rostock), Raffael Korte (Union Berlin), dessen Zwilling Gianluca Korte und Thorsten Oehrl wurden ordentlich kompensiert. Mit dem Wegfall von Deniz Dogan (2. Mannschaft) und Dennis Kruppke (Karriereende) büßte man aber auch große Erfahrung ein. Das Gerüst um Mirko Boland, Ken Reichel, Marcel Correia und Keeper Rafal Gikiewicz wurde jedoch gehalten, dazu machte Wirbelwind und Leihkandidat Selim Khelifi einen unerwarteten Sprung und etablierte sich als Leistungsträger auf dem Flügel.

Zurück an die alte Wirkungsstätte geht es für Timo Perthel, der nach seiner Station in Duisburg 2013 gen Norden wechselte. Nach nur einem Jahr zog es den Linksverteidiger jedoch zurück ins Revier zum VfL. Er hatte womöglich auch gleich ein paar wertvolle Hinweise, wie man der Eintracht beikommen kann, in petto. Mit Perthel konnte der VfL in der Vorsaison erstmals seit gut drei Jahrzehnten bei den Niedersachsen triumphieren. Auch im Rückspiel im rewirpowerSTADION gewann der VfL, wieder hatte Terodde mit zwei Toren gehörigen Anteil am 3:2-Erfolg. Die Bilanz in Liga zwei fällt durch diese zwei Dreier für den VfL wieder positiv aus. Vier Siegen stehen in acht Partien drei Niederlagen und ein Remis gegenüber (11:11 Tore). Inklusive Bundesliga sieht die Ausbeute des VfL noch besser aus, von 32 Spielen wurde genau die Hälfte gewonnen, elfmal zog man den Kürzeren.


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Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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