Test gegen KAS Eupen: Spiel kippt nach der Pause
Der Rasen des Vonovia Ruhrstadions glich zum Anstoß des Testspiels des VfL Bochum 1848 gegen den belgischen Erstligisten KAS Eupen einem Glutofen. Nach starker erster Hälfte - die Blau-Weißen lagen nach Toren von Johannes Wurtz, Nils Quaschner und Tom Weilandt mit 3:0 in Front - musste sich der VfL am Ende noch mit 3:4 geschlagen geben.
VfL-Coach Gertjan Verbeek setzte im Sturmzentrum erstmals von Beginn an auf Neuzugang Nils Quaschner, auf der Position des Zehners ersetzte Johannes Wurtz Thomas Eisfeld. Die Gäste aus Eupen beschränkten sich zunächst auf eine sichere Defensive und konnten gleich den ersten Vorstoß des VfL lediglich mit einem Foul stoppen. Den fälligen Freistoß aus 25 Metern setzte Stefano Celozzi nur wenige Zentimeter neben das von Babacar Niasse gehütete Tor. Die Anfangsphase ging klar an die Bochumer, die es vor allem über die Flügel versuchte, zunächst jedoch nicht zu einer zwingenden Torchance kam. Eine tolle Chance bot sich nach zehn Minuten Nils Quaschner, der aus kurzer Distanz an Torhüter Niasse scheiterte, nachdem Tom Weilandt ihn von der Grundlinie mustergültig bedient hatte. In der Folge setzte sich der VfL am Sechzehner des KAS Eupen fest und kam nach Eckbällen zu zwei guten Kopfballmöglichkeiten durch Anthony Losilla und Tim Hoogland.
Nach rund einer Viertelstunde flachte das Spiel etwas ab, Blau-Weiß behielt jedoch die Oberhand. Erst nach 20 Minuten wurde es erneut gefährlich vor dem belgischen Tor, als Wurtz nach schöner Flanke von Weilandt per Seitfallzieher nur einen Verteidiger traf, der den gefährlichen Ball zur Ecke abfälschte. Die nachfolgende Ecke landete auf dem Kopf von Quaschner, der den Ball jedoch über das Tor wuchtete. Zwei Minuten später dann die erste gute Möglichkeit für die Gäste, die nach einem Konter über die rechte Seite in Person von José Maria Cases per Linksschuss zum Abschluss kamen. Der Mann mit der Nummer 91 verfehlte das Tor von Manuel Riemann jedoch um gut einen Meter. Die nächste Möglichkeit für den VfL folgte prompt: Nach einem starken Seitenwechsel von Timo Perthel auf die rechte Seite legte Weilandt direkt auf Wurtz ab, der per Direktschuss aus 20 Metern an Niasse scheiterte. Nach der folgenden Ecke machte es Wurtz besser, als der Ball nach Kopfballverlängerung von Hoogland direkt vor seinen Füßen landete und der Neuzugang aus fünf Metern unbedrängt zum verdienten 1:0 einschieben konnte.
Nur vier Minuten später legte der VfL zum 2:0 nach. Nils Quaschner machte sein erstes Tor für die Bochumer, nachdem Stiepermann ihn mit einem Pass in die Schnittstelle freigespielt hatte und der Neuzugang in die rechte Ecke einschieben konnte. Nach dem zweiten Gegentor war der Widerstand der Gäste aus Eupen spürbar gebrochen, der VfL kam nun zu weiteren guten Torchancen. Fünf Minuten vor der Pause scheiterte Stiepermann nach einem schönen Schuss in Richtung linker Winkel am Torhüter, auch Quaschners Schuss aus 16 Metern verfehlte den Kasten knapp. Mit dem Pausenpfiff gelang dann jedoch mit Tom Weilandt dem dritten Neuzugang ein Tor. Der Ex-Fürther hatte sich im Strafraum toll gegen zwei Spieler durchgesetzt und musste danach nur noch frei vor Torwart Niasse einschieben. Der VfL ging mit einer hochverdienten 3:0-Führung in die Pause und hatte kaum Mühe, den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten.
Zur Pause wechselte Verbeek gleich fünf Akteure aus: Für Riemann kam Felix Dornebusch, Dominik Wydra ersetzte Hoogland in der Innenverteidigung. Für Celozzi kam Jan Gyamerah in die Partie, außerdem spielten Thomas Eisfeld und Peniel Mlapa für Wurtz und Quaschner in der Offensive. Auch die Gäste wechselten ihr Team durch und gleich der erste Tausch machte sich nach 47 Minuten bezahlt, als Mamadou Sylla mit dem ersten Torschuss der zweiten Halbzeit Dornebusch zum 1:3 bezwingen konnte. Nur drei Minuten später folgte der Anschlusstreffer zum 2:3. Zunächst hatte Dornebusch nach einem Fehler bei der Ballannahme noch Glück, dass die Eupener den nicht nutzen konnten. Im zweiten Versuch wurde der Schuss von Sylla dann so unglücklich abgefälscht, dass er über den Kopf von Dornebusch hinweg ins Tor fiel. Verbeek, der das Spiel in der ersten Halbzeit noch ruhig von der Tribüne aus beobachtet hatte, sah sich nun gezwungen einige klare Anweisungen zu geben. In der Folge erholte sich der VfL etwas von dem Doppelschlag, doch die deutliche Überlegenheit des ersten Durchgangs war dahin. Selbstvertrauen tanken konnte der VfL dann erstmals wieder nach gut einer Stunde, als zunächst Mlapa per Distanzschuss und beim folgenden Eckstoß Wydra per Kopf am starken Torhüter aus Eupen scheiterten.
Rund zehn Minuten später wechselte Verbeek seine Elf noch einmal kräftig durch: Rieble, Galstyan, Leitsch, Canouse, Saglam und Pavlidis ersetzten Perthel, Stöger, Bastians, Stiepermann, Losilla und Weilandt positionsgetreu. Die erste Riesenchance hatte kurz nach dem Wechsel Pavlidis, der nach schönem Pass von Saglam den herauseilenden Torhüter umkurvte und nur im letzten Moment per Grätsche vom Torerfolg abgehalten werden konnte. Die nächste Möglichkeit bot sich Mlapa, der nach Eisfeld-Pass in die Tiefe an Niasse scheiterte. Im Gegenzug machte es erneut Eupens Sylla besser, nach 80 Minuten stand es somit den 3:3. Fünf Minuten später kam es knüppeldick: Nach einem Fehlpass von Wydra in der Vorwärtsbewegung war Damien Mouchamps auf und davon, blieb allein vor Dornebusch eiskalt und netzte zum 4:3 ein.
VfL Bochum 1848: Riemann (46. Dornebusch) - Celozzi (46. Gyamerah), Hoogland (46. Wydra), Bastians (68. Leitsch), Perthel (68. Rieble) - Losilla (68. Canouse), Stiepermann (68. Saglam) - Weilandt (68. Pavlidis), Wurtz (46. Eisfeld), Stöger (68. Galstyan) - Quaschner (46. Mlapa)
Tore: 1:0 Wurtz (29.) 2:0 Quaschner (33.) 3:0 Weilandt (45.) 3:1 Sylla (48.) 3:2 Sylla (52.) 3:3 Sylla (81.) 3:4 Mouchamps (87.)