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Gründe für VfL-Saison bei Transfers zu finden
#1
Der Abstieg des VfL Bochum in die 2. Bundesliga machte einen Kaderumbau erforderlich. Die Arbeit von Dieter Hecking und Dirk Dufner warf den Verein noch weiter zurück. 

Der VfL Bochum ist auch nach dem Bundesliga-Abstieg nicht da, wo man an der Castroper Straße sein will: im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga. Stattdessen heißt die Realität unter Trainer Uwe Rösler Tabellen-Mittelfeld. Gründe dafür sind im vergangenen Sommer zu finden. 

Bereits vor den letzten Spielen der Bundesligasaison 2024/25 war klar: Der VfL Bochum wird absteigen. Logische Folge – der Kader musste umgebaut werden. Im Mai schließlich schlug der damalige Trainer Dieter Hecking Alarm und schoss gegen die eigene Scouting-Abteilung. 

„Was unsere Scouting-Abteilung angeht, war ich zuletzt nicht sehr glücklich. Da hätte ich mir mehr Vorarbeit gewünscht. Das ist einfach nicht gut genug gewesen“, so der Trainer. Auch Dirk Dufner, neuer Sportdirektor, sei überrascht gewesen. 

Also installierte Dufner, inzwischen bereits wieder weg, mit Babacar Wane einen Chefscout, den er schon aus gemeinsamen Zeiten in Freiburg und Berlin kannte, und beschrieb diesen als „Top-Experten in Deutschland“, der national wie international hervorragend vernetzt sei. Nur: Dieser Nachweis blieb aus. 

Können Panikkäufe und Spieler von Absteigern einem Aufstiegskader genügen?
Natürlich ist nicht alles an Wane, der erst inmitten der Transferphase kam, festzumachen, vielmehr war die Sommertransferpolitik der Bochumer, insgesamt gesehen, desaströs. Elf externe Neuzugänge holte der VfL, doch die wenigsten übernahmen prägende Rollen. Während Leandro Morgalla (von RB Salzburg ausgeliehen), Francis Onyeka (aus Leverkusen geliehen) und Philipp Strompf Stammspieler sind, schafften es viele Spieler nicht in den Kader.

Die Idee, mit Romario Rösch und Strompf gleich zwei Verteidiger vom in die 3. Liga abgestiegenen SSV Ulm zu holen, war schon überraschend, Rösch spielt inzwischen auch gar keine Rolle mehr. Strompf hat sich zumindest mit seiner kämpferischen Art in die Startelf gearbeitet. Dennoch fallen auch hier immer wieder technische Schwächen auf. 

Farid Alfa-Ruprecht, ebenfalls aus Leverkusen geliehen, hat bis heute nicht den Nachweis geliefert, das Zeug für die 2. Bundesliga zu haben, und wirkt ob des Tempos oft überfordert. 

Mit Colin Kleine-Bekel holte man einen langzeitverletzten Innenverteidiger aus Kiel, der nach einigen Partien für die U21 inzwischen bereits wieder für den FC St. Gallen spielt, wenn auch nur leihweise. Kjell Wätjen hat zumindest zeitweise angedeutet, eine Verstärkung zu sein, Ibrahim Sissoko wurde wie auch Heckings „Königstransfer“ Kevin Vogt von mehreren Blessuren immer wieder zurückgeworfen. 

Als die Verantwortlichen im Sommer merkten, dass die Stürmerposition, gerade in der Breite, nicht gut besetzt ist, da der aus Châteauroux geholte Mathis Clairicia Zweitligaanprüchen nicht genügte, wurde mit Michael Obafemi panisch nachgelegt. 

Der ist inzwischen zum FC Blackpool (3. englische Liga) weiterverliehen worden, nachdem der VfL die Leihe nach zwei Liga- und einem Pokalspiel, jeweils ohne Tor, wieder beendete. Und auch das Kapitel Clairicia ist beim VfL, zumindest vorerst, geschlossen worden. Der 23-Jährige stürmt in der Rückrunde für den FC Alverca in der Liga Portugal, immerhin erstklassig. 

Was die Verantwortlichen dazu bewog, Clairicia überhaupt ins Ruhrgebiet zu holen, wird wohl das Geheimnis der Scouting-Abteilung um Dufner bleiben. In Frankreich spielte er nie höher als in der Championnat National, was dort Drittklassigkeit bedeutet. Dort erzielte er in 24 Spielen zwar 10 Treffer, wie der aber einem Kader, der um den Aufstieg in die Bundesliga kämpfen sollte, helfen würde, war fraglich. 

Einige Sommer-Missverständnisse ausgeräumt, Team im Winter verbessert
Im Winter konnte nachgebessert werden. Das Team um Markus Brunnschneider, der als neuer Direktor Profifußball und Scouting fungiert, konnte einige Missverständnisse beenden und im Winter einige Transfers tätigen, die die Mannschaft dann auch eher nach vorn bringen.

So schaffte man es durch Oliver Olsen und Mikkel Rakneberg, den Konkurrenzkampf auf den Außenverteidigerpositionen zu eröffnen. Mit Callum Marshall holte man einen überraschend spielstarken Kämpfer von West Ham United zum VfL. Zudem zeigt die Verpflichtung von Moritz Göttlicher, der aus der U19 von Bayern München an die Castroper Straße wechselt, dass der VfL in Deutschland wieder anders wahrgenommen wird. 

Es ist beim VfL Bochum sicher weiterhin nicht alles Gold, was glänzt. Aber unter Rösler und Brunnschneider scheint der Kader jetzt ein Konzept zu haben, dem man erfolgreiche Spiele zutrauen kann. Das war unter Dufner und Hecking, gelinde gesagt, so nicht gegeben. 

Quelle: Reviersport.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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