03-05-2026, 07:08 PM
Ilja Kaenzig, Geschäftsführer des VfL Bochum, erklärt im Interview, ob die Sportstruktur greift und es Vertragsgespräche mit Trainer Rösler gibt.
Der VfL Bochum steckt wieder mittendrin im Abstiegskampf der 2. Liga. Nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf ist der Vorsprung auf einen Relegationsplatz auf vier Punkte geschrumpft. Mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag (20.30 Uhr/Sky und RTL) soll das aufkommende Krisengerede im Umfeld erstickt werden.
Darauf hofft auch Ilja Kaenzig (52), der seit 2018 beim VfL vor allem für Finanzen und Strategien verantwortlich ist. Nach der Trennung von Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner im vergangenen September ist Kaenzig wieder alleiniger Geschäftsführer des Traditionsklubs. Der Schweizer spricht im ersten Teil des großen Interviews mit dieser Redaktion über die neue Sportstruktur, rote Linien bei Transfers, Künstliche Intelligenz und warum Trainer Uwe Rösler der Richtige für den Klub ist. Im zweiten Teil, der am Freitagmorgen hier erscheint, geht es unter anderem um Talente wie Cajetan Lenz.
Herr Kaenzig, in den letzten Monaten ist nach turbulenten Jahren von außen betrachtet Ruhe eingekehrt beim VfL Bochum. Täuscht das Gefühl?
Bis zur Niederlage in Düsseldorf hätte ich diese Aussage vermutlich unterschrieben. Aber es zeigt wieder mal, wie schnell es im Fußball gehen kann: Vor dem Anpfiff war das Thema, dass wir zuletzt über einen langen Zeitraum sehr, sehr wenige Spiele verloren haben – jetzt heißt es, wir haben lange nicht gewonnen. Im Endeffekt ist, beziehungsweise war, faktisch beides richtig, was natürlich an den vielen Unentschieden lag. Aber da Sie nach einem Gefühl fragen: Grundsätzlich ist das Selbstwertgefühl wieder da. Nach dem Abstieg und dem Fehlstart in die neue Saison haben wir uns sportlich stabilisiert. Dann lässt es sich immer ruhiger arbeiten, für jeden Einzelnen. Das ist auch wichtig, denn wir haben enorm viel zu tun, auf allen Ebenen.
Können Sie das näher erklären?
Die Anzahl der Themen nimmt zu, das ist kein Vergleich mehr zu unserer letzten Zweitliga-Saison vor fünf Jahren. Das ist bei den anderen Klubs aber auch der Fall. Wenn man eine Baustelle behoben hat, gibt es schon wieder zwei neue. Diese dynamische Branche bewegt immer mehr Menschen, die den Fußball als Plattform nutzen und die Akteure beschäftigen. Deshalb benötigen wir alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Belastungsgrenze arbeiten. Unsere Kräfte in der Verwaltung müssen viele Themen anpacken: Die Mitgliederzahlen steigen, die Medienkontakte, und die Sponsoren sind in der 2. Liga nicht weniger geworden.
Im Oktober hat sich der VfL im sportlichen Management neu strukturiert, unter anderem kümmern sich Markus Brunnschneider und Simon Zoller als neue Direktoren um den Kader der Zweitliga-Mannschaft. Wie fällt Ihr erstes Zwischenfazit aus?
Es ist eine spannende Struktur, die im Ausland deutlich verbreiteter ist als bislang in Deutschland. Es braucht immer mehr Spezialisten. Die Kunst ist es dann, die Spezialisten in Teams zu organisieren, die sich ergänzen. Einer allein wird das zukünftig nicht mehr abdecken können. Bei den Großklubs auf Champions-League-Level geht es nicht mehr, aber es wird auch immer schwieriger bei den kleineren Vereinen. Wichtig ist, dass jeder seine klare Rolle hat. Markus Brunnschneider etwa ist der Mann für externe Transfers und die Daten, Simon Zoller hat den aktuellen Kader genau im Blick. Sie ergänzen sich gut. Auch Talentwerkchef Pablo Thiam oder Anthony Losilla, der für den Übergangsbereich zuständig ist, bringen ihre Expertise ein, dazu kommt natürlich der Trainer. Jeder hat das große Ganze im Blick, es gibt keinen Egoisten. Genau diesen Effekt spüren wir: Es ist eine Gemeinschaft. Jeder in seinem Bereich ist top. Bei der Zusammenarbeit entsteht eine spürbare Dynamik.
Im Winter gab es viele Kaderbewegungen. Sind Sie zufrieden?
Die VfL-Familie muss zufrieden sein, nicht ich. Es war das erste Transferfenster im Winter, das die neue Geschäftsleitung Sport gemeinsam bewältigt hat, und das ist erstmal gelungen. Unsere Zugänge passen zum VfL. Aber ganz wichtig sind auch die Transfers, die man nicht gemacht hat. Nicht, weil man sie verpasst hat, sondern weil man sich bewusst gegen sie ausgesprochen hat.
Was davor nicht so der Fall war?
Wir haben eine rote Linie entwickelt, müssen Fehlerquellen und das damit verbundene Risiko maximal minimieren. Wenn wir nicht restlos überzeugt sind, machen wir es nicht. Der Charakter muss passen, zur Kabine, zur Mentalität des Klubs, zur Spielweise. Man muss vorher wissen, ob der Spieler hier zufrieden sein kann, auf seine Minuten kommt, es zu seinem Karriereverlauf passt. Man verliebt sich schon mal in einen Spieler, will den Deal durchziehen, obwohl es Bedenken anderer gibt. Das darf es aber so nicht geben. Da haben wir eine hohe Disziplin an den Tag gelegt. Das Zusammenspiel, übrigens auch mit dem Gremium, funktioniert und wird hoffentlich noch besser werden.
Welche Stellschrauben hat Markus Brunnschneider im Hinblick auf Daten bereits gedreht und welche müssen noch gedreht werden?
Das KI-Thema wird immer größer, es gibt immer mehr Anbieter, aber bisher nur ganz wenige Klubs, die frühzeitig diesen Trend annehmen. Das ist spannendes Neuland für uns. Markus erstellt zudem ein Datenkonzept über die KI hinaus. Die Kunst ist nicht die Sammlung, sondern die Interpretation der Daten. Markus ist der VfL-Alchemist: Er muss aus Daten Gold machen. Das geht im Fußball.
Welche Rolle spielen Sie noch bei der Kaderzusammenstellung?
Wichtig ist, dass wir den Fachleuten in ihrem Bereich das volle Vertrauen geben. Die neue Geschäftsleitung Sport tagt in unterschiedlichen Besetzungen, im Übergangsbereich, Nachwuchs, Lizenzmannschaft. Ich begleite, leite an, helfe bei der Orchestrierung. Die vorgegebenen Leitplanken müssen eingehalten werden, ob es um die Finanzen geht, das Kaderwertmanagement oder die Kultur. Eigene Talente müssen in den Kader eingebaut werden. Sie müssen eine faire Chance bekommen, dürfen nicht zugestellt werden. Wir arbeiten dabei als eine große Gemeinschaft. Auch das Gremium ist voll involviert. Das ist auch gut so.
Inwiefern?
Früher wurde uns schon mal vorgeworfen, wir arbeiteten zu viel „freestyle“ im Sport. Wenn dann die Tagesform nicht stimmt, stehen alle im Abseits. So ist es ein großer Kreis, der zusammenspielt und in dem alle ihren Teil beitragen zum Gesamtergebnis.
Wo sehen Sie Optimierungsbedarf?
Das Team arbeitet noch nicht so lange zusammen. Man findet sich noch menschlich, muss verstehen, wie der andere tickt. Mittelfristig muss der Übergangsbereich gewichtiger werden bei allen Überlegungen. Da wird das Spiel gewonnen im Kaderwertmanagement. Unsere Ausbildung ist top, die Pipeline mit starken Talenten ist voll. Die Kunst ist es, diese Spieler in der ersten Mannschaft auch zum Spielen zu bringen. Dazu braucht es den Übergangsbereich, da werden die Werte geschaffen – oder können zerstört werden.
Letzteres wäre der Gau…
Daher ist es sehr wichtig, dass alle immer auf dem neuesten Stand sind. Wer ist wie weit, welchen Wert stellt er für uns dar? Stimmt der Karriereweg noch, halten wir das Karriereversprechen auch ein, damit wir wirklich keinen verlieren? Da müssen wir immer Bescheid wissen und das Maximum herausholen. Hier haben wir klare Pläne für den VfL, wie er in dieser Disziplin eines Tages zu den Besten gehören kann. Das muss er aber auch, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Das ist alternativlos!
Viele junge Spieler, die jetzt noch zur U19 zählen, haben schon langfristige Profiverträge bekommen, wie Luis Pick, Tom Meyer, Darnell Keumo zum Beispiel. Wie wichtig ist da der Klassenerhalt der U21 in der Regionalliga?
Sehr wichtig. In der Regionalliga spielen alle diskussionslos. In der Oberliga gibt es schon große Talente, die da nicht spielen wollen. Wir sind aber optimistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Nach den wichtigen Siegen in Köln und Velbert stehen wir auf einem Nichtabstiegsplatz.
Zurück zu den Profis. Trainer Uwe Rösler kam im Oktober, mit ihm ging es bergauf. Wie bewerten Sie seine Wahl heute?
Es war eine Frage der Köpfe, nicht der Kader- oder Trainerqualität. Das Verhältnis zwischen Dieter Hecking, den Spielern und dem VfL war gut. Aber die Saisons haben leider aufeinander aufgebaut, Verletzte fehlten über den Sommer hinaus, zu Saisonbeginn sind wir dadurch nicht ins Rollen gekommen. Da sind Widerstände entstanden, die viel Aufwand und Kraft gekostet haben. Uwe ist dann in die Köpfe der Spieler gekommen, gibt unglaublich viel Energie. Sein Stil passt zu 100 Prozent zum VfL. Jürgen Klopp hat mal beim BVB von Heavy-Metal-Fußball gesprochen. Das ist das, was es auch beim VfL braucht. Uwe steht für keinen Violinen-Stil, sondern für eben diesen Heavy-Metal-Fußball. Das wollen die Leute auch, das passt zur Region, zum Klub, zum Stadion, zu allem.
Denkt man schon an eine vorzeitige Verlängerung des Vertrages?
Uwe hat noch einen gültigen Vertrag bis zum Sommer 2027. Priorität hat erstmal der Klassenerhalt. Aber ich bin trotz des Rückschlags in Düsseldorf optimistisch, dass wir ihn schaffen, auch wenn wir vermutlich bis zum Ende darum kämpfen müssen. Und dann werden wir uns natürlich mit Uwe unterhalten.
Quelle: WAZ.de
Der VfL Bochum steckt wieder mittendrin im Abstiegskampf der 2. Liga. Nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf ist der Vorsprung auf einen Relegationsplatz auf vier Punkte geschrumpft. Mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag (20.30 Uhr/Sky und RTL) soll das aufkommende Krisengerede im Umfeld erstickt werden.
Darauf hofft auch Ilja Kaenzig (52), der seit 2018 beim VfL vor allem für Finanzen und Strategien verantwortlich ist. Nach der Trennung von Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner im vergangenen September ist Kaenzig wieder alleiniger Geschäftsführer des Traditionsklubs. Der Schweizer spricht im ersten Teil des großen Interviews mit dieser Redaktion über die neue Sportstruktur, rote Linien bei Transfers, Künstliche Intelligenz und warum Trainer Uwe Rösler der Richtige für den Klub ist. Im zweiten Teil, der am Freitagmorgen hier erscheint, geht es unter anderem um Talente wie Cajetan Lenz.
Herr Kaenzig, in den letzten Monaten ist nach turbulenten Jahren von außen betrachtet Ruhe eingekehrt beim VfL Bochum. Täuscht das Gefühl?
Bis zur Niederlage in Düsseldorf hätte ich diese Aussage vermutlich unterschrieben. Aber es zeigt wieder mal, wie schnell es im Fußball gehen kann: Vor dem Anpfiff war das Thema, dass wir zuletzt über einen langen Zeitraum sehr, sehr wenige Spiele verloren haben – jetzt heißt es, wir haben lange nicht gewonnen. Im Endeffekt ist, beziehungsweise war, faktisch beides richtig, was natürlich an den vielen Unentschieden lag. Aber da Sie nach einem Gefühl fragen: Grundsätzlich ist das Selbstwertgefühl wieder da. Nach dem Abstieg und dem Fehlstart in die neue Saison haben wir uns sportlich stabilisiert. Dann lässt es sich immer ruhiger arbeiten, für jeden Einzelnen. Das ist auch wichtig, denn wir haben enorm viel zu tun, auf allen Ebenen.
Können Sie das näher erklären?
Die Anzahl der Themen nimmt zu, das ist kein Vergleich mehr zu unserer letzten Zweitliga-Saison vor fünf Jahren. Das ist bei den anderen Klubs aber auch der Fall. Wenn man eine Baustelle behoben hat, gibt es schon wieder zwei neue. Diese dynamische Branche bewegt immer mehr Menschen, die den Fußball als Plattform nutzen und die Akteure beschäftigen. Deshalb benötigen wir alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Belastungsgrenze arbeiten. Unsere Kräfte in der Verwaltung müssen viele Themen anpacken: Die Mitgliederzahlen steigen, die Medienkontakte, und die Sponsoren sind in der 2. Liga nicht weniger geworden.
Im Oktober hat sich der VfL im sportlichen Management neu strukturiert, unter anderem kümmern sich Markus Brunnschneider und Simon Zoller als neue Direktoren um den Kader der Zweitliga-Mannschaft. Wie fällt Ihr erstes Zwischenfazit aus?
Es ist eine spannende Struktur, die im Ausland deutlich verbreiteter ist als bislang in Deutschland. Es braucht immer mehr Spezialisten. Die Kunst ist es dann, die Spezialisten in Teams zu organisieren, die sich ergänzen. Einer allein wird das zukünftig nicht mehr abdecken können. Bei den Großklubs auf Champions-League-Level geht es nicht mehr, aber es wird auch immer schwieriger bei den kleineren Vereinen. Wichtig ist, dass jeder seine klare Rolle hat. Markus Brunnschneider etwa ist der Mann für externe Transfers und die Daten, Simon Zoller hat den aktuellen Kader genau im Blick. Sie ergänzen sich gut. Auch Talentwerkchef Pablo Thiam oder Anthony Losilla, der für den Übergangsbereich zuständig ist, bringen ihre Expertise ein, dazu kommt natürlich der Trainer. Jeder hat das große Ganze im Blick, es gibt keinen Egoisten. Genau diesen Effekt spüren wir: Es ist eine Gemeinschaft. Jeder in seinem Bereich ist top. Bei der Zusammenarbeit entsteht eine spürbare Dynamik.
Im Winter gab es viele Kaderbewegungen. Sind Sie zufrieden?
Die VfL-Familie muss zufrieden sein, nicht ich. Es war das erste Transferfenster im Winter, das die neue Geschäftsleitung Sport gemeinsam bewältigt hat, und das ist erstmal gelungen. Unsere Zugänge passen zum VfL. Aber ganz wichtig sind auch die Transfers, die man nicht gemacht hat. Nicht, weil man sie verpasst hat, sondern weil man sich bewusst gegen sie ausgesprochen hat.
Was davor nicht so der Fall war?
Wir haben eine rote Linie entwickelt, müssen Fehlerquellen und das damit verbundene Risiko maximal minimieren. Wenn wir nicht restlos überzeugt sind, machen wir es nicht. Der Charakter muss passen, zur Kabine, zur Mentalität des Klubs, zur Spielweise. Man muss vorher wissen, ob der Spieler hier zufrieden sein kann, auf seine Minuten kommt, es zu seinem Karriereverlauf passt. Man verliebt sich schon mal in einen Spieler, will den Deal durchziehen, obwohl es Bedenken anderer gibt. Das darf es aber so nicht geben. Da haben wir eine hohe Disziplin an den Tag gelegt. Das Zusammenspiel, übrigens auch mit dem Gremium, funktioniert und wird hoffentlich noch besser werden.
Welche Stellschrauben hat Markus Brunnschneider im Hinblick auf Daten bereits gedreht und welche müssen noch gedreht werden?
Das KI-Thema wird immer größer, es gibt immer mehr Anbieter, aber bisher nur ganz wenige Klubs, die frühzeitig diesen Trend annehmen. Das ist spannendes Neuland für uns. Markus erstellt zudem ein Datenkonzept über die KI hinaus. Die Kunst ist nicht die Sammlung, sondern die Interpretation der Daten. Markus ist der VfL-Alchemist: Er muss aus Daten Gold machen. Das geht im Fußball.
Welche Rolle spielen Sie noch bei der Kaderzusammenstellung?
Wichtig ist, dass wir den Fachleuten in ihrem Bereich das volle Vertrauen geben. Die neue Geschäftsleitung Sport tagt in unterschiedlichen Besetzungen, im Übergangsbereich, Nachwuchs, Lizenzmannschaft. Ich begleite, leite an, helfe bei der Orchestrierung. Die vorgegebenen Leitplanken müssen eingehalten werden, ob es um die Finanzen geht, das Kaderwertmanagement oder die Kultur. Eigene Talente müssen in den Kader eingebaut werden. Sie müssen eine faire Chance bekommen, dürfen nicht zugestellt werden. Wir arbeiten dabei als eine große Gemeinschaft. Auch das Gremium ist voll involviert. Das ist auch gut so.
Inwiefern?
Früher wurde uns schon mal vorgeworfen, wir arbeiteten zu viel „freestyle“ im Sport. Wenn dann die Tagesform nicht stimmt, stehen alle im Abseits. So ist es ein großer Kreis, der zusammenspielt und in dem alle ihren Teil beitragen zum Gesamtergebnis.
Wo sehen Sie Optimierungsbedarf?
Das Team arbeitet noch nicht so lange zusammen. Man findet sich noch menschlich, muss verstehen, wie der andere tickt. Mittelfristig muss der Übergangsbereich gewichtiger werden bei allen Überlegungen. Da wird das Spiel gewonnen im Kaderwertmanagement. Unsere Ausbildung ist top, die Pipeline mit starken Talenten ist voll. Die Kunst ist es, diese Spieler in der ersten Mannschaft auch zum Spielen zu bringen. Dazu braucht es den Übergangsbereich, da werden die Werte geschaffen – oder können zerstört werden.
Letzteres wäre der Gau…
Daher ist es sehr wichtig, dass alle immer auf dem neuesten Stand sind. Wer ist wie weit, welchen Wert stellt er für uns dar? Stimmt der Karriereweg noch, halten wir das Karriereversprechen auch ein, damit wir wirklich keinen verlieren? Da müssen wir immer Bescheid wissen und das Maximum herausholen. Hier haben wir klare Pläne für den VfL, wie er in dieser Disziplin eines Tages zu den Besten gehören kann. Das muss er aber auch, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Das ist alternativlos!
Viele junge Spieler, die jetzt noch zur U19 zählen, haben schon langfristige Profiverträge bekommen, wie Luis Pick, Tom Meyer, Darnell Keumo zum Beispiel. Wie wichtig ist da der Klassenerhalt der U21 in der Regionalliga?
Sehr wichtig. In der Regionalliga spielen alle diskussionslos. In der Oberliga gibt es schon große Talente, die da nicht spielen wollen. Wir sind aber optimistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Nach den wichtigen Siegen in Köln und Velbert stehen wir auf einem Nichtabstiegsplatz.
Zurück zu den Profis. Trainer Uwe Rösler kam im Oktober, mit ihm ging es bergauf. Wie bewerten Sie seine Wahl heute?
Es war eine Frage der Köpfe, nicht der Kader- oder Trainerqualität. Das Verhältnis zwischen Dieter Hecking, den Spielern und dem VfL war gut. Aber die Saisons haben leider aufeinander aufgebaut, Verletzte fehlten über den Sommer hinaus, zu Saisonbeginn sind wir dadurch nicht ins Rollen gekommen. Da sind Widerstände entstanden, die viel Aufwand und Kraft gekostet haben. Uwe ist dann in die Köpfe der Spieler gekommen, gibt unglaublich viel Energie. Sein Stil passt zu 100 Prozent zum VfL. Jürgen Klopp hat mal beim BVB von Heavy-Metal-Fußball gesprochen. Das ist das, was es auch beim VfL braucht. Uwe steht für keinen Violinen-Stil, sondern für eben diesen Heavy-Metal-Fußball. Das wollen die Leute auch, das passt zur Region, zum Klub, zum Stadion, zu allem.
Denkt man schon an eine vorzeitige Verlängerung des Vertrages?
Uwe hat noch einen gültigen Vertrag bis zum Sommer 2027. Priorität hat erstmal der Klassenerhalt. Aber ich bin trotz des Rückschlags in Düsseldorf optimistisch, dass wir ihn schaffen, auch wenn wir vermutlich bis zum Ende darum kämpfen müssen. Und dann werden wir uns natürlich mit Uwe unterhalten.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."