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So schlugen sich die Talente
#1
Nach dem Trainingslager des VfL Bochum stehen Entscheidungen über die Zukunft mehrerer Nachwuchstalente an. Trainer Rösler zieht ein erstes Fazit. 

In den kommenden Tagen wird Uwe Rösler noch einmal genau hinschauen müssen. Nicht nur, weil der Saisonstart am 7. August gegen Hertha BSC immer näher kommt. Auch muss er bei den Talenten des VfL Bochum bald Entscheidungen treffen, wie er mit ihnen umgeht. Dürfen sie weiterhin bei den Profis bleiben und mittrainieren? Oder schließen sie sich nun doch der U21 von Heiko Butscher an und spielen in der kommenden Saison in der Regionalliga? Die Entscheidungen, die Rösler gemeinsam mit den Verantwortlichen um Simon Zoller für die Profis und denen des Talentwerks um Pablo Thiam und Max Kögel treffen muss, werden in jedem Fall Auswirkungen auf beide Mannschaften haben 

Mehrere Wochen hatten die Spieler Zeit, sich für Größeres zu empfehlen, in der vergangenen Woche noch im Trainingslager in Bramberg am Wildkogel rund um die Uhr. Lasse Isbruch (18), Tom Meyer (18), Alessandro Crimaldi (18), Kacper Koscierski (19), Darnell Keumo (18), Leon Sawas (18) und Gustav Schjott (19) fuhren mit nach Österreich. Doch wie schlugen sich die einzelnen Akteure? 

Rösler lobt die Talente
„Sie haben es in der Regel gut gemacht“, sagte Rösler auf Nachfrage am Ende des Trainingslagers. „Die Jungen haben sich sehr gut reingehängt.“ Doch nicht bei allen Spielern wird es schlussendlich für den Profikader reichen. Zumindest bislang nicht. Einer davon ist der Däne Schjott. „Gustav hat den gesamten Sommer über trainiert und auch bei der U19-EM gespielt. Er hat bei einigen Übungen ein bisschen geblasen“, sagte Rösler über den Innenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld auflaufen kann. „Man merkt bei ihm, dass er nicht in der Viererkette gespielt hat. Da geht es ums Stellungsspiel und Distanzen. Daran müssen wir arbeiten.“ Von den Talenten bekam er die wenigste Spielzeit in den beiden Testspielen gegen Swansea City und Werder Bremen und wird nun vorerst in die U21 zurückkehren.

Auch einer der beiden Linksverteidiger wird wohl spätestens gegen Ende der Woche zurück zur Butscher-Mannschaft kehren. Darnell Keumo und Leon Sawas bieten sich derzeit einen Zweikampf um den Platz im (Trainings‑)Kader. Nachdem vor allem zu Beginn der Vorbereitung Sawas seine Chance nutzte und Maximilian Wittek durchaus herausforderte, hat „Keumo sich gesteigert und den Kampf mit Leon angekommen. Er ist in der Woche näher herangerückt“, sagte Trainer Rösler. Eine Entscheidung, wer weiterhin dabei bleiben darf, sei noch nicht getroffen worden, so der Cheftrainer. Allerdings sei „es nicht fair, wenn einer nur an der Seitenlinie steht, wenn wir drei Linksverteidiger im Training haben. Ich mag es nicht, wenn sie zugucken müssen.“ Wittek ist nämlich nach seinem Kompartmentsyndrom wieder fit und hat seinen Stammplatz sicher. Stand jetzt dürfte Sawas, der aus der U19 des SC Freiburg nach Bochum kam, die Nase als sein Vertreter noch vor Keumo haben.

Isbruch und Meyer überzeugen 
Auf der anderen Verteidigungsseite dürfte Kacper Koscierski derzeit seinen Platz als Vertreter von Oliver Olsen sicher haben, zumal Jean Manuel Mbom, der die Position auch spielen kann, im Mittelfeld benötigt wird. Allerdings muss sich Koscierski nach der EM-Teilnahme mit der deutschen U19-Nationalmannschaft noch mehr strecken, wenngleich Rösler ihm bescheinigte, dass er es „gut gemacht“ habe im Trainingslager in Bramberg. Noch besteht bei ihm, speziell bei der Körperlichkeit, Nachholbedarf, wenngleich ihm die Bemühungen nicht abzusprechen sind. Er kämpft, kratzt und beißt in den Trainingseinheiten, wirkt mit seinem Körper gegenüber der Konkurrenz in den Testspielen dann aber doch noch schmächtig.

Mit ihrer Robustheit überzeugten den Trainer hingegen die beiden Mittelfeld-Talente Lasse Isbruch und Tom Meyer. Der eine eher der Box-to-Box-Spieler, der andere der defensivere, haben im Trainingslager durchaus ihre Ausrufezeichen hinterlassen und fügen sich auch menschlich gut ins Team ein. Beide haben laut Rösler auch derzeit keine größeren Probleme mehr mit ihren Schambeinen, die beide in der Vorsaison lange zu Pausen gezwungen haben 

Was wird aus Crimaldi?
„Lasse Isbruch kommt jetzt langsam, auch Tom Meyer hat es gut gemacht, hat wie Lasse noch großes Verbesserungspotenzial im taktischen Bereich“, so der Cheftrainer. „Beide haben es mit ihrer Physis sehr gut gemacht. Es ist imponierend, was sie für einen Körper haben. Sie können uns bei den Standards richtig helfen. Je eher sie die taktischen Dinge umsetzen können, desto eher werden sie spielen. Tom und Lasse bleiben vorerst bei uns.“

Der Gewinner ist derweil ganz klar Alessandro Crimaldi. Der Flügelspieler, der bereits seine dritte Sommervorbereitung bei den Profis absolviert, hat sogar gute Chancen, am 7. August gegen Hertha BSC in der Startelf zu stehen. „Er ist der Gewinner des Trainingslagers“, sagte Rösler über den Linksaußen, der physisch zugelegt hat, den Weg zum Tor sucht und mit seinen Abschlüssen und Dribblings punktet. Offen allerdings ist, ob die Verantwortlichen ihm zutrauen, konstant auf Zweitliga-Niveau zu spielen, oder doch noch eine Leihe mit möglichst viel Einsatzzeiten Sinn ergibt. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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