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Mehr Lücken als Budget: Bochum im Transferdilemma
#1
Schon bei den ersten Ausfällen wird deutlich, dass der Kader des VfL Bochum kaum Alternativen bietet. Das Problem: Nicht alle Schwachstellen werden sich bis Transferschluss beheben lassen. 

In der vergangenen Saison blieb der VfL Bochum von längeren Verletzungspausen weitgehend verschont. In dieser noch jungen Spielzeit muss Trainer Uwe Rösler bereits auffallend häufig improvisieren. Einige potenzielle Leistungsträger verpassten wichtige Teile der Vorbereitung. Im DFB-Pokal verletzte sich Jean-Manuel Mbom so folgenschwer, dass er monatelang fehlen wird, ebenso wie Flügelspieler Babis Drakas, der nach einem Trainingsunfall am Knie operiert wurden musste. Kurzfristige Ausfälle kommen hinzu. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück musste Enis Cokaj wegen muskulärer Probleme passen. 

Aderlass im Zentrum
Das Problem: Zu viele Ausfälle treffen auf zu wenige Alternativen. Der Kader des VfL ist schmaler aufgestellt als in der vergangenen Saison, auf vielen Positionen gibt es keinen echten Konkurrenzkampf. Bis auf zwei, drei Ausnahmen stellt sich die Mannschaft derzeit von alleine auf. Bestes Beispiel: das zentrale Mittelfeld, konkret die Doppelsechs. Mit Cajetan Lenz, Matus Bero, Francis Onyeka, Kjell Wätjen und Marcel Sobottka gab es fünf Abgänge, einzig Mats Pannewig ist geblieben. 

Hinzugekommen sind lediglich Cokaj und Mbom, der allerdings auch als Alternative für die Rechtsverteidigerposition eingeplant ist und nun länger ausfällt. Aus dem eigenen Nachwuchs sind außerdem Tom Meyer und Lasse Isbruch zu den Profis aufgestiegen. Eigentlich sollten sie behutsam an das Geschehen herangeführt werden, doch nun werden sie ohne Anlaufzeit gebraucht. Meyer feierte gegen Osnabrück sein Startelfdebüt, Isbruch seinen ersten Einsatz im Seniorenfußball. Andere Optionen hatte Trainer Rösler nicht. 

Auch hinten rechts herrscht Bedarf
Bereits seit Wochen wünscht er sich speziell für diesen Mannschaftsbereich Verstärkung und hat dies mehrfach öffentlich kundgetan. Rösler bekräftigte am Freitagabend, dass sich an seiner Meinung nichts geändert habe. Wobei der gesamte Klub gerade in einem Dilemma steckt. Der Handlungsbedarf ist größer als das Budget. Bis zu zwei Neuzugänge sollen noch möglich sein. Doch neben der Mittelfeldzentrale gibt es weitere Baustellen. Die Rechtsverteidigerposition ist nach der Verletzung von Mbom nur noch durch Oliver Olsen besetzt, der bereits in der Vorbereitung Probleme hatte und auch in den ersten Pflichtspielen ein Schwachpunkt war. Gegen Osnabrück war er maßgeblich am Gegentreffer beteiligt. 

Darüber hinaus fehlen auch in der Offensive weitere Alternativen, vor allem dann, wenn die Startelfbesetzung nicht überzeugt. Rösler wechselte gegen Osnabrück zunächst Christian Rasmussen ein, später dann auch Mansour Ouro-Tagba, der sein erstes Zweitliga-Spiel absolvierte. Auf den erfahrenen Daniel Hanslik, der zuletzt enttäuschte, verzichtete er ganz. 

Weil drei Neuzugänge bis zum Transferschluss am Dienstag unrealistisch bis unmöglich sind, wird der VfL Prioritäten setzen müssen - und muss zugleich darauf hoffen, dass möglichst alle Spieler gesund durch die Saison kommen. 

Quelle: Kicker.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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